Vertrauen (4)

Ständig und überall wird von Polarisierung, Vertrauensbruch und Spaltung gesprochen. Wie das »Populisten« und »Rechtsextreme« ausnutzen und befeuern würden. Wie die Sozialen Medien die Empörungsspirale bedienen würden. Oder wie vermeintliche russische Trollfabriken die Emotionen anheizen würden.

Aber warum spricht kaum Jemand darüber, wie man Vertrauen wiederherstellen könnte? Ich schlage einen Zehn-Punkte-Plan vor, von dem ich glaube, dass er relativ schnell wieder Vertrauen in Politik, Medien und Behörden aufbauen würde. Und nebenbei die AfD besser bekämpfen würde, als es ein Parteiverbot jemals könnte.


1.) Nicht mehr tricksen, täuschen und lügen. Wahlversprechen einhalten.

2.) Korruption, Lobbyismus und NGO-Sumpf beenden. Vollständige Transparenz bei Parteispenden und öffentlichen Geldern.

3.) Zuerst an das eigene Land und die eigene Infrastruktur denken, bevor man Milliarden ins Ausland pumpt.

4.) Kritik annehmen, ohne zu diffamieren. Sich in Selbstreflektion und Fehlerkultur üben. Werte wie »Anstand« und »Fairness« in Politik und Medien wieder kultivieren.

5.) Sachlich argumentieren, statt zu moralisieren. Aktiv zuhören, anstatt nur die eigenen Standpunkte raushauen und sein Gegenüber rhetorisch überrumpeln wollen.

6.) Keine Kriege vorbereiten, befeuern und/oder unterstützen, sondern den Frieden wahren, Diplomatie und Völkerverständigung fördern.

7.) Nicht ständig Politik gegen die Bevölkerung, sondern im Interesse der Bevölkerung machen.

8.) Mainstream-Medien kritisieren wieder die Mächtigen und die Reichen, decken finanzielle Strukturen und Netzwerke auf, betreiben investigativen Journalismus — anstatt nur gegen Regierungskritiker zu schießen und dpa-Journalismus zu betreiben.

9.) Mit der ständigen Doppelmoral, der Heuchelei und der Bigotterie aufhören.

10.) Ein Justizsystem, das parteipolitisch neutral und finanziell unabhängig ist. Zudem: eine vollständige Rehabilitierung aller »Corona-Maßnahmen-Kritiker«, die komplette Rückzahlung aller »C‑Bußgelder« sowie die Abschaffung der Tatbestände »Delegitimierung des Staates« sowie der »Majestätsbeleidigung« (Paragraf 188).


Fazit
Das alles wäre ein Anfang, um Vertrauen wieder aufzubauen und das würde die AfD sehr schnell, sehr klein machen. Es ist insofern realitätsfern, ständig zu behaupten, heute sei alles »so komplex«, man müsse den Menschen die Politik »nur besser erklären« und die Unzufriedenheit der Bürger sei vor allem »gefühlt«.

Wenn es den Menschen konkret im Alltag auch besser geht, die Löhne und Renten steigen, Mieten, Energie und Lebensmittel bezahlbar sind, die Migration die Kommunen nicht mehr überlastet, wieder Friedenstüchtigkeit stattfindet, die Infrastruktur sichtbar verbessert wird — dann steigt auch wieder das Vertrauen in die Politik. Es ist nicht so »schwer und komplex«. Sie wollen nur nicht. Aus Gründen.

»Aber ein wirkliches Hauptthema ist das mangelnde Vertrauen in die Politik. Denn dieses könnte sich irgendwann einmal zur Systemfrage erhitzen.«

- Immo von Fallois, Berliner Zeitung vom 20. März 2026


Vertrauen (1)
Vertrauen (2)
Vertrauen (3)

11 Gedanken zu „Vertrauen (4)

  1. Ihr sollt nicht vertrauen. Ihr sollt gehorchen.
    Ihr sollt nicht vertrauen. Ihr sollt die Fresse halten
    Ihr sollt nicht vertrauen. Ihr sollt eure Steuern bezahlen.
    Ihr sollt nicht vertrauen. Ihr sollt verrecken, wenn ihr keinen Nutzen mehr habt.

    Damit ihr nicht mal auf andere Gedanken kommt, wollen wir kontrollieren, welche Informationen ihr bekommt.
    Damit ihr keine charismatischen oppositionellen Anführer ausbildet, wollen wir solche rechtzeitig identifizieren und mit Dreck bewerfen.
    Damit ihr nicht den Arsch hochkriegt und die Verantwortlichen in selbige tretet, hegen wir euch mit Hüte-Organisationen wie Schulen, Kirchen, Gewerkschaften und NGOs ein.
    Damit ihr nicht mal in der Familie Einigkeit erlangt, streben wir danach, die Spaltung bis in die Familien hinein zu tragen.
    Und wir sind gut in dem was wir tun.

    Denn eines habt ihr dummes Wahlvieh schon lange vergessen:
    »Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser!«

    WIR vertrauen nicht. WIR setzen auf Kontrolle.

    Herzlichst,
    eure euch liebende (vertraut uns...) Regierung

  2. Es hat seinen Grund, dass das genaue Gegenteil von diesem Zehn-Punkte-Plan (»Ten sounds official« — George Carlin) die Politik und diejenigen, die dieses politische System »Fuchs Adenauer« nach oben spült, bestimmt. Und so sind es die Politik bestimmenden Politmarionetten, die die AfD groß machen und es sind nicht die Wähler, die diese verhindern können oder gar eine moralische Pflicht hätten dies zu tun.
    In sofern stimmt die Parallele der AfD zur NSDAP: auch damals schon haben die etablierten Parteien im parlamentarischen System versagt und die NSDAP groß gemacht. Das will heute aber keiner®™ mehr sehen, sondern es wird nur die »Machtergreifung« durch die Machtübergabe an die Nazi gesehen und die »Brandmauer« gezogen. Die Ursachen im Anti-10-Punkte-Plan-Parlamentarismus will keiner®™ sehen — heute wie damals.
    Und wer immer noch glaubt mit der nächsten neuen linken Parteiabspaltung würde alles besser, schaue sich an wie schon BSW-Politiker mutmaßlich von den anderen Parteien korrumpiert und zum Parteiübertritt gedrängt wurden.

  3. Ja, sehr schön — und korrekt — beschrieben.

    Insbesondere die Einstellung über das »großzügige« Verteilen von Milliarden Steuereinnahmen in der ganzen Welt, während im »besten Täuschland, das es jemals gab«, die Menschen finanziell kaum noch über die Runden kommen, wäre ein Thema, das unsere Politikernden schnellstmöglich auf die Prioritätenliste setzen müssten.

    Dadurch würde sich m.E. der rasante Vertrauensverlust in »die da oben« und deren Lobby-getriebene Politik mittelfristig abschwächen lassen.

    Leider sehe ich seit Jahren keine glaubhaften Bemühungen der jeweils in Regierungsverantwortung stehenden Personen, hier eine Wende zum Besseren einzuleiten.

    Stattdessen wird weiter kräftig an der Steuer- und Abgabenschraube gedreht, bis auch noch der letzte Cent aus den Gering- und Mittelverdienern herausgepresst ist.

    »Gut gemeinte Ratschläge«, wie zuletzt der Apell, sich doch ein E‑Fahrzeug anzuschaffen, um dadurch den extrem gestiegenen Kraftstoffpreisen an den Tankstellen zu entgehen, empfinde ich als Verhöhnung der autofahrenden Bevölkerung.

    Durch solche wenig durchdachten Äußerungen seitens finanziell bestens versorgter Politiker*Innen, wird in nicht allzu ferner Zukunft das brennende Streichholz an die Lunte des explosiven sozialen Sprengstoffs gelegt.

  4. Pingback: Die vertrauenswiederherstellung wird scheitern | Schwerdtfegr (beta)

  5. Wirtschaft sollte Mittel zum Zweck, kein Selbstzweck sein.

    Der zentrale Punkt in ihrem Fazit trifft aus meiner Sicht etwas Grundlegendes: Vertrauen entsteht nicht durch Appelle, sondern dann, wenn sich auch die Lebensrealität der Menschen spürbar verbessert, also bei Löhnen, Mieten, Infrastruktur und sozialer Sicherheit.

    Genau da liegt aber auch der entscheidende nächste Schritt: Wenn man das ernst nimmt, muss man konkreter werden, wie diese Verbesserungen erreicht werden sollen. Denn an vielen dieser Punkte hängt letztlich die Frage, ob die bestehenden Regeln als gerecht empfunden werden.

    Wenn Löhne also steigen sollen, braucht es z. B. stärkere Tarifbindung und höhere Mindestlöhne. Wenn Renten stabil sein sollen, stellt sich die Frage, warum nicht alle in ein gemeinsames System einzahlen. Wenn Wohnen bezahlbar bleiben soll, kommt man an einer aktiven Wohnungs- und Bodenpolitik kaum vorbei (wobei das GG bereits die Grundlagen dafür enthält).

    Ähnlich bei der Wahrnehmung von Fairness: Solange große Vermögen und Erbschaften vergleichsweise gering belastet werden und Kapitalerträge oft günstiger besteuert sind als Arbeit, entsteht bei vielen mit Recht der Eindruck, dass die Lasten ungleich verteilt sind. Genau das untergräbt Vertrauen.

    Das bedeutet folglich auch, wenn man das bestehende Ungleichgewicht von Vermögen und Einkommen betrachtet, dass Verbesserungen im Alltag der Mehrheit ohne gesetzliche Regeln, die diese großen Vermögen belastet, dauerhaft nicht tragfähig sind!

    Insofern würde ich den Gedanken aus dem Fazit teilen, aber ergänzen: Es geht nicht nur darum, dass sich kurzfristig etwas verbessert, sondern dass die Verbesserungen auf lange Sicht geplant werden, dabei nachvollziehbar, fair und auf für alle geltenden Regeln beruhen. Erst dann entsteht daraus auch dauerhaft Vertrauen.

  6. Nur zwei Spüche zum Thema:

    Trust is built/earned in drops and lost in buckets ~ Vertrauen wird tröpfchenweise verdient, aber eimerweise verloren.

    Es ist immer leichter Vertrauen einzufordern, als es sich zu verdienen. (Dixit Cetzer)

  7. @Juri Nello

    Man wird ja wohl noch träumen dürfen! https://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif

    Außerdem möchte ich nie mehr lesen, dass ja alles so komplex sei und man es den Menschen nur besser erklären müsse — dann würden sie ihre Entrechtung und Ausbeutung schon besser verstehen!

  8. @Epikur Das habe ich nicht geschrieben und Machiavelli auch nicht.
    Für Politik, Medien und Wirtschaft gilt das Influenzer 1×1.
    Und Träumen gehört zur Hoffnung dazu.

  9. @Juri Nello

    Ich meinte damit auch nicht Dich, sondern Altmedien, Regierungsblogger, Influencer etc. — die das immer wieder sagen (erklären, komplex etc.). Zu denen sage ich: »Hier, 10 Punkte, setzt euch dran und dann schauen wir mal.«

    Brandmauer, Demos gegen Rechts sowie etliche Milliarden in NGO’s pumpen könnt Ihr euch dann sparen. Aber nein. Geht natürlich alles nicht. Aus Gründen.

  10. Sicher utopisch, aber man sollte es nicht kleinreden. Nur wird die Sache mit dem Vetrauen und wie man es wieder schafft Stand heute als Mammutaufgabe betrachten. Nicht nur im öffentlichen Raum, auch im Kleinen ist Vertrauen dem Hauen und Stechen gewichen. Die Kleinstgruppen, die sich noch beieinanderhalten können, werden nur nichts mehr ausrichten können. Da war die Spaltung erfolgreich genug, die Zweckbündnisse (wie auch immer die gebastelt sind) mit einer Agenda nicht mehr ernsthaft gefährden zu können.

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