»Man kann schon alles sagen in Deutschland! Aber man muss dann auch mit Widerspruch und Gegenwind rechnen!«
Genau so argumentieren wieder und immer wieder vermeintlich »Linke«, »Grüne«, »Woke« und Mainstream-Aktivisten. Die Begriffe »Widerspruch« und »Gegenwind« sind in diesem Kontext unsägliche Euphemismen.
Richard David Precht bringt es hier gut auf den Punkt. Tilo Jung hingegen — der weder einen Boris Reitschuster, noch einen Florian Warweg auf der Bundespessekonferenz (BPK) aushalten kann und will — zeigt hier offen seine »Haltung«.
»Unsere Kritik«
Denn es geht längst nicht mehr um »Widerspruch« oder »Gegenwind«, sondern um Repressionen. Um die Vernichtung der sozialen und ökonomischen Existenz. Debanking. Cancel Culture. Rufmord. Jobverlust. Willkürliche Hausdurchsuchungen. Beweislastumkehr. EU-Sanktionen. Chatkontrolle. Digital Service Act (DSA). Meldestellen. Diffamierung. Digitale Zensur. Und so weiter und so fort.
Das alles als »Widerspruch«, »Gegenwind« oder als »gefühlte Einschränkung von Meinungsfreiheit« zu framen, ist eine krasse Verharmlosung von totalitären Methoden. Und diese Argumentation kommt zusätzlich immer wieder von vermeintlich »Linken«, die den Unterschied zwischen »Widerspruch« und »Unterdrückungsmethoden« eigentlich sehr genau kennen sollten.
»Das Sanktionsregime ist eine außergerichtliche Zwangsmaßnahme. Sie erfolgt ohne Verfahren, ohne Anklage, ohne Anhörung, ohne Verteidigung und vollzieht sich im Rahmen einer Durchführungsverordnung, unterzeichnet von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas.«
- Hannes Hofbauer auf tkp.at vom 1. Januar 2026
»Unsere Freiheit«
Der Zweck (die AfD, Trump, Putin etc. zu bekämpfen) heiligt eben nicht alle Mittel. Ihr wollt die Demokratie retten, indem Ihr sie in Stücke schlagt. Ihr wollt die Meinungsfreiheit retten, indem Ihr Andersdenkende ausgrenzt. Ihr wollt die Menschenrechte retten, indem Ihr Grundrechte missachtet. Ihr wollt die Diversität retten, indem ihr den Pluralismus der Ansichten kriminalisieren wollt.
Tilo Jung sagt zu Precht sogar: »Das ist der Preis der Freiheit!« Welche »Freiheit« soll hier am Ende übrig bleiben? Die »Freiheit«, dass zu sagen und das zu denken, was Regierung und Tagesschau vorgeben? Ja, diese »Freiheit« kennen die Menschen aus den Neuen Bundesländern sehr gut. Vermutlich sind sie deshalb beim Thema »Einschränkung der Meinungsfreiheit« auch deutlich aufmerksamer, als wir »Wessis«.
Sobald eine, wie auch immer geartete, »Rechte« bzw. eine US-Trump-Regierung mit Repressionen drohen oder sie sogar umsetzen (»HateAid«) — ist dann aber das Geschrei der Normies, der Grünen und Linksliberalen groß. Was darf Doppelmoral?

»Unsere Meinungsfreiheit«
In der 55. Minute behauptet Tilo Jung allen Ernstes: »Wir haben soviel Meinungsfreiheit wie noch nie zuvor!« Er ignoriert nicht nur die Allensbach-Umfrage, sondern tut dann auch noch so, als wäre die realexistierende (Medien-)Öffentlichkeit total divers und pluralistisch. Der Vorwurf der mangelnden Meinungsfreiheit käme ja sowieso nur von »den Rechten«, weil sie ihre AfD-Talking-Points nicht in den ÖRR tragen könnten, so Jung.
Das aber mittlerweile, alle für Politik und Medien, unangenehmen Themen sowie jede nicht erwünschte Kritik an der Regierung, als »rechts« und/oder »verschwörungsideologisch« geframt werden, damt sie im öffentlichen Diskurs nicht mehr stattfinden, hat er überhaupt nicht auf der Kette.
Für Jung scheint »Meinungsfreiheit« zu sein, wenn zwei Promis, »Experten«, whatever sich in einer Talkshow darüber unterhalten, ob man nun Panzer oder Raketen in die Ukraine liefern sollte? Bei Corona war es dann die Diskussion über »OP-Masken« oder »FFP2-Masken«? Außerdem gebe es doch das Kommentar-Feld bei YouTube. Was will man denn noch alles?
»Unsere Demokratie« (1)
»Unsere Demokratie« (2)
»Unsere Demokratie« (3)
Die Kunst dieser »Demokratie« besteht darin ein faktisch korruptes, unreformierbares, machtpolitisch vollkommen abgekapseltes, parlamentarisches System geschaffen zu haben mit der gleichzeitigen durch hohle Generalformeln für den Bürger geschaffenen Illusion er sei der Souverän dieses Staates: »Alle Macht geht vom Volke aus«, »freiheitlich demokratische Grundordnung«, »freie Wahlen«, »Gewaltenteilung«, »unabhängige Gerichte«, »Rechtsstaatlichkeit«, »Meinungsfreiheit«, »Pressefreiheit«, »im Namen des Volkes«.
Jung fleezt sich beim BPK-Kaffeekränzchen darin, wie brav er doch deren Liedchen singt. Mit der Petzerei (Reitschuster, Warweg) hat er... na ja, was eigentlich? Seine inneresten Gelüste befriedigt? Sich selbst davor bewahrt, ins Abseits zu geraten? Keine Ahnung, aber ich würde mich in Grund und Boden schämen, wenn ich in der Öffentlichkeit eher als Schleimer, Petzer, Realitätsumkehrer wahrgenommen würde.