»House of the Dragon«

Ich mag das »Game of Thrones«- Universum. Die ersten 5 Staffeln waren sehr gut und auch der Ableger »Knight of the 7 Kingdoms« war eine positive Überraschung. Leider ist »House of the Dragon« spätestens in der dritten Staffel endgültig zu einer lahmen Männerhasser-Shitshow mutiert und damit voll im Zeitgeist angekommen.

Alle Männer-Figuren, mit Ausnahme einiger »people of color«, sind ausnahmslos böse, egoistische, skrupellose und abscheuliche Gestalten. Um das zu beweisen, und damit man mir nicht vorwirft, ich würde hier einfach unbelegte Behauptungen aufstellen, werde ich tief in die Handlung der dritten Staffel von »House of the Dragon« einsteigen (Achtung: massive Spoiler!).


Prolog
Die erste Staffel »House of the Dragon« hatte noch gut geschriebene Dialoge, glaubwürdige Charaktere und interessante Dramaturgien. In der zweiten Staffel waren die Showrunner offensichtlich überfordert. In der dritten Staffel gibt es zwar viel Blut und Action, aber gleichzeitig lauwarme Figuren und viel woke Klischee-Dramaturgie aus der Misandrie-Abteilung. Einige Beispiele.


Folge 1: Der große Krieg ist vor allem wegen einem Konflikt zwischen zwei Frauen entstanden, die beide Anspruch auf den Thron erheben: Alicent Hohenturm und Rhaenyra Targaryen. Nun wird es auf einmal so dargestellt, als seien beide nur Opfer der Umstände und als seien sie primär den Machtinteressen von Männern ausgeliefert. Weibliche Unterverantwortlichkeit wie sie nicht im Buche steht. Denn in der Buchvorlage ist genau dieser politische Machtkonflikt der beiden Frauen absolut zentral.


Folge 2: Königin Alicent Hohenturm hat auf einmal keine Lust mehr auf die Macht. Sie lässt Rhaenyra Targaryen kampflos in die Stadt und den Thron besetzen. Obwohl ihre Armee das überhaupt nicht will! Ganz so, als hätten sich zwei Freundinnen nur kurz gestritten, aber nun wieder vertragen. Schließlich müssen sie sich gegen die wahren Feinde verbünden: die bösen Männer. Das wird gleich mit der Szene unterstrichen, in dem auf einmal Lord Jasper versucht, Alicent Hohenturm zu vergewaltigen.

Helaena Targaryen wirkt in dieser Folge herrlich erfrischend naiv und interessiert an den kleinen Dingen (»eine Raupe zur falschen Jahreszeit? Was hat das für eine Bedeutung?«). Für mich, die bisher einzig glaubwürdige, vielschichtige und interessante Figur in der Serie (mit König Viserys Targaryen aus der 1. Staffel, grandios gespielt von Paddy Considine).

Aemond Targaryen hingegen, ermordet kaltblütig unbewaffnete Zivilisten auf Harrenhal, die sich längst ergeben haben. Rhaenyra Targaryen köpft Ser Otto Hohenturm und seine Tochter Alicent Hohenturm kümmert das überhaupt nicht. Ist halt ein alter, weißer Hetero-Mann.


Folge 3: Alicent Hohenturm sagt hier in einer Szene wörtlich: »Gibst Du mir die Schuld für die Taten von Männern?« Ganz so, als hätte sie als ehemalige Königin überhaupt nie niemals Verantwortung für ihre Entscheidungen gehabt, die eben auch Leid verursachen können.

In dieser Folge zeigt die Kamera ständig das Gesicht von Rhaenyra Targaryen. Einige »Kritiker« empfanden diese Point-of-View-Perspektive (POV) als besonders kreativ. Viele der heutigen »Filmkritiker« fokussieren sich zunehmend nur auf Stil, Form und Darstellung und kaum mehr auf den Inhalt (»Style over substance«). »MovieAmphs« ist hier eine wohltuende Ausnahme.

Rhaenyra Targaryen ist schon eine tolle Frau. Sie nimmt den Reichen und gibt den Armen. So will sie in Königsmund herrschen. Im Gegensatz zu ihren männlichen Beratern, die allesamt eher machtpolitische Argumente vorbringen. Typisch Kerle!


Folge 4: Ein Soldat will, mit dem Spruch: »Ich muss die Ware begutachten!«, eine Frau vergewaltigen. Als Strafe wird er kastriert. Vermutlich der Wunschtraum aller weiblichen Zuschauer. Jeyne Arryn bezeichnet Daemon Targaryen als »Bettler mit Klingelbeutel«. Ormund Hohenturm wird als dekadenter, cholerischer, manipulativer und arroganter Drecksack inszeniert. Jaja, Rhaenyra Targaryen ist als Herrscherin schon ein bisschen grausam (manchmal!), aber das ist ja nichts im Vergleich zu einem Ormund Hohenturm, so die relativierende Botschaft.

Ser Ulf der Weiße wird als Trinker und Säufer dargestellt. Rhaenyra Targaryen verbietet ihm daraufhin in die Schenke zu gehen. Ganz so, als hätte eine Ehefrau zu ihrem Mann gesagt: »Hör auf zu saufen!« Daemon Targaryen ermordet einen unschuldigen Schäfer und täuscht damit seine Geliebte Rhaenyra Targaryen, um seine Tochter zu beschützen. Endlich hat das Drehbuch ein Motiv, um irgendwann auch Daemon Targaryen als einzige weiße Hetero-Identifikationsfigur loszuwerden.


Folge 5: Aemond Targaryen, der Reiter der mächtigen Drachin Vhagar, hat Alpträume und liegt verletzt im Bett von Harrenhal. Aber Alys Strom, die Hexe von Harrenhal, stellt sich schützend vor ihn und pflegt ihn. Hinter jedem starken Mann, steht eine starke Frau. Wir haben die Botschaft verstanden. In der letzten Folge wird er noch als kaltblütiger Killer, nun als Häufchen Elend inszeniert. So sind sie die Männer: entweder Täter oder Jammerlappen.

Währenddessen muss Alicent Hohenturm in Königsmund wieder den Feminismus-Holzhammer zücken: »Wir Frauen müssen ständig Demütigungen erdulden.« Überhaupt: Alicent Hohenturm. Nachdem sie zunächst einen Krieg vom Zaun gebrochen hat, ihn dann doch wieder nicht wollte, dann kampflos den Thron übergeben hat — will sie jetzt wieder aus Königsmund fliehen. Hä?

Nebenbei haben wir bereits den dritten Vergewaltigungsversuch in bereits 5 Folgen der dritten Staffel (Alys Strom). Der ehemalige König Aegon II. Targaryen sowie Aemond Targaryen müssen dann auch, jeweils in einer Szene, darüber klagen, dass sie von ihrer Mutter nicht genug geliebt wurden. Der typische feministische Topos: Männer werden zu Arschlöchern und Tyrannen, weil Mami sie zu selten in den Arm genommen hat. Ja ne, ist klar.



Folge 6: Alys Strom, die Hexe von Harrenhal, hält Aemond Targaryen eine Moralpredigt und manipuliert ihn. Sie weiß alles, gibt ungefragt Ratschläge und spielt sich als beschützende Mutti auf. So sind sie: diese Powerfrauen. Narzisstisch, unfehlbar und rechthaberisch.

Das Drehbuch lässt Ormund Hohenturm in einem Dialog sagen: »Rhaenyra Targaryen ist eine Frau. Zartbesaitet [...] und eine überhebliche Fotze.« Damit auch der letzte Zuschauer endlich begriffen hat, dass er der Böse ist. Dieser weiße, dekadente, arrogante Hetero-Mann.

Alicent Hohenturm verrät indessen ihren Sohn Aemond Targaryen, um ihre Tochter Helaena Targaryen zu retten. Ihre Tochter ist ihr offensichtlich wichtiger als ihr Sohn.


Folge 7: Alys Strom, die Hexe von Harrenhal, manipuliert zwar weiterhin Aemond Targaryen, aber da Aemond davon träumt, wie er Sex mit seiner Mutter hat — ist natürlich klar, wer hier der eigentlich abscheuliche Charakter ist. Damit das auch wirklich jeder versteht, meuchelt Aemond kurzerhand später grundlos den Beschützer seiner Mutter.

Die nonbinäre Schauspielerin Emma D’Arcy (Rhaenyra Targaryen) hat dann am Ende der Folge auch noch eine lesbische Sex-Szene mit ihrer Beraterin Mysaria. Die Diversity-Agenda verlangt es. Zur Dramaturgie und zur Glaubwürdigkeit der Figuren passt es eher weniger.


Folge 8: Staffelfinale. Rhaenyra Targaryen heult. Helaena Targaryen heult. Alys Strom heult. Währenddessen schlachten und morden überall die Männer. Ormund Hohenturm setzt sogar Kindersoldaten ein. Ja, so kennen wir das niedere Tätergeschlecht, nicht wahr, liebe Showrunner*innen?

Aemond Targaryen verfällt in Selbstmitleid: »Ich bin ein Sippenmörder. Für meine Sünden bin ich zum Leiden verflucht.« Diese Entwicklung ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Bisher war er ein selbstbewusster und unempathischer Schlächter. Nun therapiert er sich selbst in Anwesenheit von Alys Strom, der Hexe von Harrenhal. Das Drehbuch will es wohl so.


Epilog
Es gibt keine einzige positive Darstellung eines weißen Hetero-Mannes, mit dem sich die Zuschauer identifizieren könnten. Mysaria, die Beraterin von Rhaenyra Targaryen sowie Alys Strom, die Hexe von Harrenhal, gaslighten ständig die anwesenden Männer. Sie wissen alles und wollen sich von Männern nichts sagen lassen, so der Tenor. Helaena Targaryen, mit ihrem poetischen Blick für das Schöne im Leben, ist die einzig interessante Figur, die dann leider auch wieder das Zeitliche segnet.

Dazu kommt noch der ständige subversive Text, dass alle Männer Täter und sowieso an allem Schlechten in der Welt schuld seien. Ja klar, es ist ein Unterhaltungsprodukt. Und dennoch sollte man die ideologischen Botschaften, die hier Millionen von Zuschauern untergejubelt werden, nicht leichtfertig zur Seite schieben. Denn irgendetwas bleibt immer hängen.

Glaubwürdige und sympathische Charaktere. Ein gutes Drehbuch. Künstlerischer Anspruch. Nachvollziehbare Dramaturgie. Ist alles nicht mehr so wichtig. Hauptsache die feministische (Diversity-)Agenda steht und es gibt tolle Bilder. Die Zuschauer strafen das mehr und mehr ab (beispielsweise hier, hier und hier). Entsprechende Filme und Serien kacken regelmäßig bei IMDB und an den Kinokassen ab, während die ‑ach so finanziell unabhängigen »Filmkritiker«- das alles in den Himmel loben.

Ob die Showrunner endlich daraus lernen, dass Diversity und »fette Bilder« alleine nicht ausreichen, um gute und erfolgreiche Filme und Serien zu produzieren, bleibt leider fraglich. Im Zeitalter vom »Second Screen« sowieso.


Babylon 5
Pachinko

Ein Gedanke zu „»House of the Dragon«

  1. Ich finde man sollte noch ein weiteres Sequel drehen. Aber diesmal nur mit Weißen Wanderern. Weiße Wanderer beim Sorbet- und Häagen-Dazs- Löffeln, beim Eiskunstlauf und beim Eistockschiessen oder beim fröhlichen Schneemannbauen. Weiße Wanderer sind auch so schön asexuell und mit Sicherheit dem woken esprit de temps entsprechend non binär — mir sind in den Folgen von Game of Thrones jedenfalls bei diesen sympathischen Untoten keine geschlechtsspezifischen Verhaltensweisen aufgefallen. Ja, man sollte das House of the Dragon / Game of Thrones — Universum endlich den Weißen Wanderern überlassen.

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