Menschenverachtung ist systemimmanent

köln hbf_titelAuf dem Kölner Hauptbahnhof soll es in der Silvesternacht 2015/2016 in großer Zahl sexuelle Übergriffe auf Frauen und Diebstähle gegeben haben. Die Täter seien zu Hunderten unterwegs gewesen und würden aus dem nordafrikanischen und/oder arabischen Raum stammen, wie unter anderem Spiegel Online, Focus, Süddeutsche und Zeit berichten. Die Polizei habe rund 90 Anzeigen vorliegen, wovon ein Drittel wegen Sexualdelikten sei. Auch wenn noch nicht bewiesen ist, dass es Flüchtlinge waren und ob es nicht viel mehr um Diebstähle als um Sexverbrechen ging, so fühlen sich sofort alle »besorgten Bürger«, rund um Pegida, den typischen Mittelschichts‐Spießer‐Rassisten (»ich habe ja nichts gegen Ausländer, aber...«) und alle verkappten sowie öffentlichen Nazis in ihrer Weltsicht bestätigt: Multikulti sei gescheitert und linke Gutmenschen seien schon immer realitätsfremde Spinner gewesen.

Zombie Nation
Halten wir zunächst einmal fest, was uns die Massenmedien als Fakten verkaufen wollen: laut den über 90 Anzeigen gab es in einem Drittel der Fälle sexuelle Straftaten während der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof. Höchstwahrscheinlich waren die Täter arabischstämmig. Auch die Massenmedien schweigen zu dem Thema explizit nicht (Ganz im Gegenteil), wie es Pegida‐Anhänger, Lügenpresse‐Marktschreier und rechte Sympathisanten oft und gerne behaupten, wenn es um den Migrationshintergrund von Tätern geht. Die Polizei ist in diesem Fall eingeschaltet und ermittelt. Auch wenn es wohl kaum Verurteilungen geben wird, da sich die Tätersuche vermutlich als äußerst schwierig gestalten wird. In Hamburg soll es ähnliche Vorfälle gegeben haben. Gleichzeitig ist die Polizei in Deutschland, dank rigoroser, neoliberaler Spar‐ und Kürzungsorgien, chronisch unterfinanziert und leidet an Personalmangel.

Birgit Kelle auf focus.de gibt im Artikel: »Sexuelle Gewalt gegen Frauen: Warum der Aufschrei gegen die Täter nicht ausbleiben darf« den Sarrazin. Endlich mal eine, die sich traut die Wahrheit über unsere Ausländer öffentlich zu sagen, so der Tenor der über 100 Kommentare:

»Danke das es Schreiberlinge gibt die nicht den Gutmenschenmüll mitmachen.....Es ist eine nationale Katastrophe was in Köln der Neuzeit abging. Ein Terroranschlag auf Frauen war das!«

»Armes Deutschland. Das sich immer mehr abschafft.«

»Ja soweit ist es schon gekommen, dass man froh ist, wenn jemand die ungeschönte Wahrheit schreibt auch wenn es nicht in die Traumwelt der Gutmenschen passt.«

»Verlogene Gesellschaft von Gutmenschen die sich nicht trauen die Wahrheit auszusprechen! Antifas werden hofiert rechte verurteilt nur gegen das Krebsgeschwür wird nichts in Deutschland gemacht!«

Als Verschwörungstheoretiker stelle ich mir dennoch folgende Fragen:

  1. Burks stellt fest, das es sehr merkwürdig ist, dass die Polizei die Täter scheinbar doch kannte. Dann kennt man ja die Namen und kann gegen sie vorgehen!?
  2. Zuerst (falscher) Terror‐Alarm in München, dann »Terror‐Alarm‐Sexverbrecher‐Trickdiebe« in Köln. Will man uns in ständiger Angst halten? Oder endlich eine große Zustimmung für die Bundeswehr im Innern bekommen?
  3. Die Polizei in NRW twitterte am 1. Januar 2016 noch: »Ausgelassene Stimmung — Feiern weitgehend friedlich.« Lüge? Verharmlosung? Oder einfach zu wenige/keine Beamten vor Ort?
  4. Jens Berger vom Spiegelfechter merkt an, dass das organisierte Vorgehen in großen Gruppen, zum Ausrauben von Zivilisten, der Polizei schon länger bekannt sei. Außerdem sei die Empörung nur deshalb so groß, weil es ausnahmsweise mal nicht nur die »Unterschicht« treffen würde.
  5. Zu jedem Furz gibt es heutzutage Bilder, Fotos, Videos, Youtube‐Clips etc. Zu dem Vorfall, wo ja auch ausgiebig gefeiert und sicher auch ge‐selfie‐t wurde, gibt es jedoch keine Zeugenfotos, Videos und/oder Bilder? Zudem ist Köln die Medienstadt schlechthin. War nicht mal ein Kameramann oder eine Medienfrau vor Ort?

Divide Et Impera
Rechte und Linke sind uns egal, dürften sich derweil die neoliberalen Strippenzieher, Bankster, Finanzverbrecher und Manager bei diesem Vorfall denken. Solange der Euro kräftig rollt, die Milliarden‐Waffendeals nicht gestört werden, Steuern weiterhin in Milliardenhöhe hinterzogen werden können und der Finanzsektor immer noch eine Zockerbude bleibt, bei dem man ganze Staaten in den Ruin spekulieren kann, sollen sich doch Linke und Rechte, Flüchtlingshelfer und Asylheimanzünder sowie Pegida‐Anhänger und Biogrüne gegenseitig die Köpfe einschlagen. Das Flüchtlingsthema ist indessen auch deshalb so offensichtlich ein Spaltungsthema, um die Bevölkerung von den echten Verbrechen des Kapitals abzulenken, weil es -entgegen aller Medientheorien‐ seit Monaten präsent ist. Es gibt kaum ein Thema in den letzten zehn Jahren, dass länger als maximal drei Wochen auf der medialen Agenda war. Wenn überhaupt.

Gleichzeitig inszeniert sich Bundeskanzlerin Merkel als empathische Flüchtlings‐Menschenfreundin. Zumindest öffentlich, denn gleichzeitig wird der Autokrat Erdogan hofiert, um die Grenzen dicht zu machen. Die gleiche Merkel hatte im Sommer 2015 übrigens, noch mit voller sozialer Kälte und unsolidarischer Härte, zusammen mit Schäuble und der Troika, Griechenland den Finanzhaien zum Fraß vorgeworfen. Infolgedessen stieg die Massenerwerbslosigkeit drastisch an, Sozialausgaben, Renten und die medizinische Versorgung wurden radikal gekürzt. Und wie zufällig ist die Berichterstattung, über die rigorosen Kürzungsvorgaben der Troika gegenüber Griechenland, in deutschen Massenmedien quasi nicht mehr vorhanden. Gleichzeitig verleiben sich (auch deutsche) große Unternehmen und Konzerne die Infrastruktur des Landes für Lau ein. Ähnlich wie die Treuhandanstalt vor rund 25 Jahren die DDR zerpflückt hat.

RT Deutsch vom 16. Dezember 2015

RT Deutsch vom 16. Dezember 2015

Liebe ist alternativlos
Der Vorfall am Kölner Hauptbahnhof sowie die mehr als 500 Angriffe gegen Flüchtlingsheime allein im Jahr 2015 (laut BKA) sind menschenverachtende Taten und keine Meinungsäußerungen gewesen. Die Täter gehören vor Gericht gestellt. Die Radikalisierung der Gesellschaft inklusive Gewaltanwendung nimmt in erschreckendem Ausmaße zu. Der Fisch stinkt dennoch vom Kopf her. Ob die Milliarden‐Waffendeals in diktatorische Länder wie Saudi‐Arabien, die NSU‐, NSA‐ und BND‐ Affäre, die Unterstützung von US‐ und NATO‐ geführten Angriffskriegen (Serbien, Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien), dutzende verfassungswidrige Gesetze, Steuerhinterziehungspraktiken von Konzernen, die menschenverachtenden Hartz4‐Verordnungen, Deutsche Bank‐Skandale bis zum Abwinken, das Konzerninteressenabkommen oder der Fifa‐ bzw. VW‐Skandal: Politik, Wirtschaft und Kapital sind durch und durch korrupt und kriminell. Glaubt jemand ernsthaft solche »Vorbilder« würden nicht auf die Gesellschaft als Ganzes abfärben?

Es gibt nur einen Ausdruck für die Wahrheit: den Gedanken, der das Unrecht verneint.

- Theodor W. Adorno

Welche Alternative zu »Multikulti«, Empathie, Solidarität, Fürsorge, Mitmenschlichkeit sowie einem sozialen Miteinander soll es denn überhaupt geben? Einen Sicherheits‐ und Polizeistaat, die Wiedereinführung von öffentlicher Folter, Lynchjustiz und Todesstrafe (für Kinderschänder), die komplette Streichung sämtlicher Sozialleistungen für Ausländer/Flüchtlinge sowie die Ausweisung und Abschiebung von allen Flüchtlingen und Migranten zurück in ihre Heimatländer? Was hier »besorgte Bürger«, Pegida‐Anhänger, AfD‐Wähler, Focus‐Kommentatoren und Biedermeier‐Weltverleugner verlangen, ist nicht Freiheit, Menschenwürde und Sicherheit, sondern Faschismus.

30 Gedanken zu “Menschenverachtung ist systemimmanent

  1. Wie ich das vielleicht in meinem eigenen Beitrag zu dem Thema angedeutet habe (Klick): Es muss endlich eine ehrliche Debatte über das Thema mit den Flüchtlingen her, frei von Beschwichtigungen »es ist ja noch nicht einmal bewiesen, ob überhaupt Flüchtlinge dabei waren« (ja, und die fremdländisch aussehenden und nicht Deutsch sprechenden Leute, die man in Augenzeugenvideos bewundern und hören kann, sind nur angereiste Touristen oder fielen vom Himmel oder was?) und frei von solchen Pauschalurteilen »das können nur die Araber sein, die als Flüchtlinge hierher kommen! die kennen unsere Kultur nicht und wollen sich nicht daran halten!« (und Deutsche verabreden sich nicht zum Flashmob und machen dann in der Praxis ein Massenbesäufnis oder eine großangelegte Schlägerei?).
    Genauso wenig darf das Thema nicht einfach in die Alice‐Schwarzer‐Katergorie abgetan werden, weil es so schön einfach ist, es damit abzutun (es wurden nicht nur Frauen angetanzt und ausgeraubt) oder schwarze Peter herumgeschoben werden (200 Polizisten werden nicht ihr Leben dafür opfern, um sich mit 1000 Leuten anzulegen; selbst bei jeder angemeldeten Demo kommt auf 2 Demonstranten durchschnittlich 1 Polizist).
    Fest steht eines: Im letzten Jahr ist rund eine Million Leute hier im Land angekommen, die aus fremden Kulturkreisen stammen, von denen man nicht weiß, wer sie sind, warum sie hier sind, was für einen Hintergrund sie haben, und ob und wenn wie viele darunter sind, die hergeschickt wurden, um Krawall zu machen. Momentan beträgt die Zeit, in der sie sich in diesem Land aufhalten dürfen, ungefähr ein dreiviertel Jahr, egal ob Asylantrag am Ende bewilligt wird oder nicht. Ein dreiviertel Jahr ist ausreichend Zeit, um sich daneben zu benehmen, selbst wenn man von vorn herein schon weiß, dass man am Ende wieder gehen muss.
    Dem kann nur begegnet werden, indem das man von Anfang an signalisiert »wenn du Scheiße baust, dann wirst du bestraft, dass es dir spürbar weh tut« — aber das schaffen die Deutschen schon allein bei ihren eigenen Leuten nicht mangels Personal von der Polizei bis zur Justiz bis hin zu den Amtsgerichtsschließungen, die im Zuge von Kreisgebietsreformen in verschiedenen Landesteilen vorgenommen werden.

  2. Und noch eine der seltenen Perlen ruhiger Kommunikation und eingeschalteter Vernunft. Selten dieser Tage aber doch immer wieder aufbauend. Danke dafür.

  3. Titel: »Menschenverachtung ist systemimmanent.« Jep. Und Frauenverachtung kommt als Satire verkleidet daher (siehe flatter‐feynsinn). Und die Verweigerung der Frauensolidarität drückt sich in Schweigen aus.

    Für linke Blogger scheint die große Stunde des Victim Blaming geschlagen zu haben. Und ohne den Begriff Lügenpresse zu benutzen wird aber durchgängig alles, was die Medien bisher berichten, in Frage gestellt, einschließlich der Authentizität der Aussagen der Opfer. Fehlt nur noch, dass irgendein beziehungsgeschädigter Blogger die VT aufstellt, auch die Frauen hätten sich zu den Strafanzeigen verabredet.

    Die Beschimpfung als Schlampe, die zerrissene Strumpfhose, die Vergewaltigung, viele Männerhände überall am Körper, dazu die Angst da äußerlich einigermaßen heile wieder herauszukommen, dass ist schlicht männlicher Terror gegenüber Frauen. Und die interessiert es einen Scheißdreck, ob es derartige, vergleichbare Vorfälle auch beim Karneval auf Kirmessen und beim Oktoberfest gibt oder dass die meisten sexuell motivierten Straftaten im sogen. sozialen Nahbereich stattfinden und nicht vom schwarzen Mann hinter dem Busch ausgeführt werden. Erklärungen zur Systemimmanenz und zu Gewaltstrukturen -mögen sie noch so plausibel erscheinen‐ drängen nur die Opfer aus dem Focus. Die Frauen, bei denen das Trauma noch nachwirkt, werden sich wohl kaum damit trösten, dass der Raub das vorrangige Motiv der Übergriffe war, während sie den Ekel durch die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung nicht von sich abwaschen können.

  4. @matrixmann:

    Fest steht eines: Im letzten Jahr ist rund eine Million Leute hier im Land angekommen, die aus fremden Kulturkreisen stammen, von denen man nicht weiß, wer sie sind, warum sie hier sind, was für einen Hintergrund sie haben, und ob und wenn wie viele darunter sind, die hergeschickt wurden, um Krawall zu machen.

    Steht diese Zahl wirklich »fest«...!? Noch fester steht jedenfalls, dass hier bereits 80 Mio Michels leben, von denen man nicht weiß, wer sie sind, warum sie hier sind, (ob und) was für einen Hintergrund sie haben — und wie viele davon regelm. »Krawall« machen...! :P

    Wer behauptet denn, unter »den Flüchtlingen« sei kein mindestens ebenbürtiger Anteil an Idioten und reaktionären Dummbratzen? Was ist aber die Lösung? Wegen einzelner Idioten einfach alle aussperren — und sich selbst überlassen, auch die »Guten«...? Mitgefangen, mitgehangen? Ist das der »westliche Wert« der »Solidarität«? Und was machen wir eigentlich mit den Einheimischen Idioten (von denen man grade ablenkt)? Tja, da sind wir dann wieder ratlos — weil »ausweisen« keine Option ist...!

    Ja, altauto — wir kennen alle inzwischen deine Platte. Männer = Tätergeschlecht / Frauen = Opfergeschlecht...! Wie man es derart überzeugt von der Verdorbenheit des eigenen Geschlechts da als Mann im eigenen Körper, mit dem baumelnden, alles Böse dieser Welt verursachenden Ding zwischen den Beinen nur aushalten mag...!?

    Bald ist Karneval. Dann fassen in der »lustigen« Masse wieder zigtausende besoffene Weiber den Kerlen zwischen die Beine und die Kerle den Mädels an die Hupen. Interessiert keine Sau... Ist ja schließlich überlegene westliche »Kultur«, die da zelebriert wird...!

  5. @ Dennis82:

    Du schlägst Dir vor Selbsthass wohl jeden Morgen selber die Fresse grün und blau oder!?
    Wenn es Dir bei den 80 Mill. Deutschen nicht gefällt, dann kannst Du dich ja bei den arabischen Puhpen bewerben, die nehmen das linksgrüne Hausbesetzergesindel bestimmt gerne in die Mangel.

  6. @Seismograph @piet

    Meine Güte. Könnt Ihr mal einen Gang runter schalten? Die ganzen kriminellen und terroristischen Vorfälle machen mir bald weniger Angst, als die reflexhafte, emotionale und vernunftlose Wut‐Ohnmacht, die scheinbar immer mehr Menschen an den Tag legen. Sachliche Diskussionen mit Argumenten und Thesen sind offensichtlich völlig out.

    Mir reichts langsam, dass hier immer mal wieder Leute rumkotzen und rumtrollen, als wäre das hier ein öffentlicher Kotzeimer! Read This!

  7. @ Dennis82

    Warum muss man nicht hellsehen können, und lediglich abwarten zu müssen, bis jemand eine klare Ansage wieder versucht, kleinzureden...

    Ich denke, ich habe mich da klar und deutlich ausgedrückt.

  8. epikur: Bisher scheint es Dir wohl entgangen zu sein, dass es Dennis82 ist, der eine bestimmte Strategie fährt, indem er seine Lieblingsfeinde anpöbelt und dann kneift. Das macht er auch woanders. Ich kann mir diese Lizenz zur persönlichen Anmache und Deine einseitige Parteinahme nur damit erklären, dass es sich bei diesem Kommentator um Euren Dennis aus der Redaktion handelt.

    Wäre schön, wenn ich falsch liege.

  9. Interessant ist auch daß erst dann berichtet wird , wenn (scheinbar) feministische Interessen berührt werden , das geht in der Debatte etwas unter.
    Halten wir mal fest , was wirklich passiert ist . Abgesehen von der Vergewaltigung gab es sexuelle Nötigungen ( die nicht dadurch geschmälert werden , daß es wohl meist der Vorwand war für den eigentlichen Raub) .
    Das sollte so geschildert werden , wie es war , nicht mehr , nicht weniger , und daß es nicht toleriert werden kann , versteht sich von selber.
    Aber schon ist wieder die Rede von »Terrorangriffen« oder dem »Unsagbaren« (ZDF) , der Feminismus kanns — wie sollte es anders sein — nicht lassen , das Thema sofort zu instrumentalisieren.
    Dabei ist , mit Verlaub , das , was passiert ist , ein Fliegenschiß gegen die alltägliche sexuelle Gewalt , die stillschweigend toleriert wird.
    Sexuelle Gewalt in Familien , nach wie vor ein Stiefkind , wohl auch , weil dabei herauskommen könnte , daß Frauen dabei viel häufiger als Täterinnen auftreten als es Feministinnen in den Kram passen kann.
    Zwangsprostitution betrifft alleine in Deutschland Zehntausende von Frauen , auch das interessiert keine Sau.

    Natürlich muß man nicht bei jedem Thema gleich alle anderen Themen mitbehandeln , die schlimmer sein könnten , aber wer jetzt schon wieder schwadroniert von ausufernder Gewalt gegen Frauen und sich gleichzeitig für andere Opfer einen Dreck interessiert , der hat jede Verhältnismäßigkeit verloren .
    Der Feminismus dürfte übrigens beitragen zu solchen Taten , wer bei jedem Bibifax hysterisch wird (Herrenwitze) , verliert seine Glaubwürdigkeit bei ernsthafteren Dingen.

  10. @altautonomer

    Bei Dennis82 Kommentar habe ich jetzt nichts von »Fresse«, »Kleinhirn«, »Kartoffel«, »Hausbesetzergesindel« etc. gelesen. Er hat auch niemanden persönlich beleidigt, nur weil er anderer Meinung war. Und der »Dennis« aus unserer Redaktion hat sicherlich besseres zu tun, als hier mit zu mischen. :MRGREEN:

    EDIT: Ich bin nicht eure Mutti, benehmt euch einfach und lasst persönliche Beleidigungen sein! Kritik und alternative Meinungen sind aber durchaus erwünscht.

  11. Mensch altauto, du alte VT‐Strickliesel — ich »fahre keine Strategie«; ich habe auch keine »Lieblingsfeinde«. Meinst du, dich in dem Maße aufzuregen verleiht deiner Wenigkeit etwa eine Bedeutung, die du in Wahrheit gar nicht hast...!? Du hast doch hier schon x‐mal deinen finalen Abgang verkündet (weil du nicht bekamst, was du wolltest)! Kann ich was für deine Inkonsequenz...!? Im Gegensatz zu dem Umfeld, in dem du dich rumtreibst — da geht es ja im Grunde nur um persönliche Feindschaften und das Denunzieren und attackieren Anderer. Ich merke auch nur einmal mehr an, dass Leute wie du prima im (persönlichen) Austeilen sind (hier z. B. gegen linke Blogger; wie den pöhsen, Frauengewaltverharmlosenden flatter oder den ollen Berger) — aber nicht mal im Geringsten einstecken können — sondern sich dann wie in deinem Fall im Stil einer Dramaqueen bei der Mama / epikur ausheulen. Ich mache auch niemanden »persönlich an«, wenn ich sachliche Einstellungen jener Personen kritisiere! Ich gebe also punktuell sachlich bezogen Widerrede — wenn z. B. ein Kerl zum Anlass dieser »Kölner Vorgänge« sein Lieblingsthema »Radikalfeminismus« hervorkramt, um sich sein krudes einfaches Weltbild über den »Unterdrücker Mann« (billigstes divide et impera) bestätigen zu lassen — damit sich andere ebenfalls dazu »bekennen«. Wer dies nicht tut, bekommt von dir ja auch umgehend (im Stil und Ton radikaler Kampfemanzen) unterstellt, er hätte sicher mit der Abschaffung des Frauenwahlrechts auch keine Probleme. Was nicht einer gewissen Ironie entbehrt, da Wahlen ja bekanntermaßen doch eh nix ändern...

    @matrixmann — sorry. Aber genau da quillt in meinen Augen eben die Doppelmoral förmlich hervor. Ist das die Vision einer grenzenlosen Gesellschaft? »Wir« und »Die« — wegen Strichen auf Landkarten...? Ich hab mit dem durchschnittlichen »Flüchtling« glaube ich inzw. mehr inhaltliche Gemeinsamkeiten — als mit jedem x‐beliebigen, verblendeten Schland‐Michel. Zu dessen Volksgemeinschaft ich qua Geburt wohl irgendwie gehören soll...!?

  12. @ Art Vanderley

    Deswegen kommt das bei mir auch vor, dass man die Sache nicht zu sehr in die Schiene »Gewalt gegen Frauen« gleiten lassen sollte. Das ist nebenbei auch der Fall (vielleicht hat man sich Frauen herausgepickt, weil von ihnen die wenigste Gegenwehr beim Ausrauben zu erwarten ist?), aber nicht nur — und als das versuchen es jetzt genügend schon wieder abzustempeln.
    Vorrangig ist das eine Methode, um auszurauben — das andere kommt dabei »nebenbei« auch noch heraus. So bescheuert das klingen mag. Und wenn es heute diese Methode oder diese Art Verbrechen ist, so ist es morgen wieder eine andere, wenn Polizei und Justiz auf dieses Vorgehen nachgezogen haben.
    Letztendlich bleibt die Antwort dieselbe: Sowohl im Sinne der Zugezogenen als auch im Sinne der Einheimischen — Polizei und Justiz muss in den Zustand versetzt werden, dass sie Leute bestrafen können und das in so einer Art und Weise, dass es die Betroffenen als Strafe empfinden können. Heißt, es muss sie treffen, dass sie spürbar merken, dass sie was falsch gemacht haben.
    Das geht aber nur zu erreichen, wenn die gewöhnliche Polizei, nicht die Spezialkräfte, zahlenmäßig nicht mit einem Minimalkontingent aufgestellt ist, und wenn nicht die Gerichte geschlossen werden, sodass die großen noch mehr Arbeit am Hals haben als vorher.
    Das ist sogar was, was allen was bringt — nicht nur der Strafverfolgung bei Seuxaldelikten. (Sind halb zu Tode Geprügelte weniger Beachtung wert? — ketzerische Frage)

  13. @ Dennis82

    Grenzen auf der Landkarte haben ihren Grund, warum sie über hunderte, tausende von Jahren entstanden sind. Und selbst bevor es noch Landkarten mit derlei detaillierter Ausführung zu verschiedenen Sippen gegeben hat, haben Menschen es bereits schon gekannt, dass sie sich nicht mit jedem Nachbarn gleichmäßig verbunden fühlen oder dessen Kultur als richtig empfanden.
    Und selbst heute haben diese Sachen immer noch ihren Sinn — weil Menschen westlich und östlich vom Rhein nicht dieselben Ansichten über Kultur, Erziehung ihrer Nachkommen, Bildung und Umweltfaktoren haben.
    Ich sag dir mal das Gegenteil davon: Leute, die nicht wissen, wo sie hingehören, die lediglich ständig merken, sie sind fehl am Platz, sie haben eine Kultur am Leib, zu der sie niemand zweites finden, mit dem sie sich darüber auch nur unterhalten können. Es ist für sie noch nicht einmal eingrenzbar, wo vielleicht Menschen wohnen könnten, mit denen sie das Meiste gemeinsam haben.
    Deswegen gibt es Staaten, deswegen gibt es Grenzen. Wegen dem menschlichen Bedürfnis, sich einer Gruppe zugehörig empfinden zu wollen und zu müssen. Abgesteckte Territorien stellen einen gewissen Orientierungsrahmen dar — allein optisch.

    Kann dir nur auch mal als Hinweis geben: Warum denkst du überhaupt, dass das Bild vom hässlichen Deutschen noch überall in der BRD existiert? Gerade als Deutscher — oder jemand, der in Deutschland zur Welt gekommen ist und dort ein paar Jahre verbracht hat — sollte man eigentlich wissen, dass dieser Staat aus diversen Kleinstaaten einmal zusammengefügt wurde, in der nicht überall zwingend die gleiche Lebensweise geführt wurde.
    Zwischendurch ist der Gesamtstaat auch noch mal ein paar Jahrzehnte in zwei Teile geteilt gewesen. Meinst du, das hinterlässt nicht ein paar Spuren?

  14. @matrixmann

    »Sowohl im Sinne der Zugezogenen als auch im Sinne der Einheimischen — Polizei und Justiz muss in den Zustand versetzt werden, dass sie Leute bestrafen können und das in so einer Art und Weise, dass es die Betroffenen als Strafe empfinden können. Heißt, es muss sie treffen, dass sie spürbar merken, dass sie was falsch gemacht haben.«

    Völlig richtig! Und da wären wir wieder beim Neoliberalismus. Sparen, kürzen, zusammenstreichen. Staat und Infrastruktur sind ja Pfui Bäh! Nur die Märkte sind heilig!

    Die ausufernden Fahrrad‐Diebstähle in Berlin können nicht mehr aufgeklärt werden. Auch die Erfolgsquoten von Anzeigen und/oder Ermittlungen sind jämmerlich niedrig. Bei so einer Zusammenrottung von Hunderten/Tausenden wie in Köln, ist sie dann völlig überfordert. Polizei und Kommunen sind derart pleite und unterfinanziert, da geht kaum noch was. Aber wieder mehr Geld reinstecken will die Politik natürlich nicht, da kann man ja nichts mit »verdienen«. Dann lieber politische Reden schwingen, Betroffenheit heucheln und Entschlossenheit demonstrieren, wo keine ist.

    EDIT:

    »Deswegen gibt es Staaten, deswegen gibt es Grenzen. Wegen dem menschlichen Bedürfnis, sich einer Gruppe zugehörig empfinden zu wollen und zu müssen. Abgesteckte Territorien stellen einen gewissen Orientierungsrahmen dar — allein optisch.

    Sehr gewagte These. Die willkürlich gezogenen Grenzen in Afrika durch die »Kolonialherren«, die das Land und die Menschen rücksichtslos ausgebeutet haben (und noch ausbeuten, Stichwort: Neokolonialismus) haben jahrhundertelang Konflikte zwischen Ethnien, Kulturen und Stämmen gerade erst erzeugt, wo vorher keine waren. Der Konflikt zwischen den Tutsi und den Hutu in Ruanda ist dafür ein Beispiel von vielen. Beide Ethnien haben vor dem Kolonialismus in Frieden miteinander gelebt. Dann haben deutsche und belgische Kolonialherren die Tutsi über die Hutus gestellt und so zwischen den Ethnien einen bis heute starken Konflikt geschürt. Auch in Israel/Palästina und dem Gaza‐Streifen könnte ich jetzt noch einiges sagen. So einfach ist das mit dem »Grenzen ziehen« nicht.

  15. @matrixmann — okay, kann sein, dass ich dir hier jetzt Unrecht tue. ;) Aber ich lese in diesem Blogiversum auch sehr oft die (m. M. n. unzutreffende) Gleichung »Kapitalismus = Staat« (dazu dann noch Privateigentum am Boden usw.). »Verdammt sei der erste, der ein Stück Land mit einem Zaun umgab, und sagte: ”Dies gehört mir.” Und verdammt seien die Leute, die einfältig genug waren, ihm zu glauben.« (das Känguru / Napoleon I. / J. J. Rousseau). ;)

    Nationalismus (der einen Staat voraussetzt) ist sowieso das pöhseste überhaupt... »Grenzen auf der Landkarte« dienen in erster Linie heute der Verwaltung. Und des Prinzips »Teile und Herrsche«. Hat doch — wie man an Griechenland und den »faulen Griechen« gesehen hat doch einmal mehr funktioniert — »die« und »wir« — obwohl der durchschnittliche Grieche mehr mit dem durchschnittlichen Deutschen gemein hat als der deutsche Niedriglöhner mit dem deutschen Millionär... Und trotz einer Chimäre wie »Europa«. Ich jedenfalls sehe keine Gründe, irgendwo Grenzzäune aufzubauen, um Menschen die (warum auch immer) hier her wollen den Zutritt zu verweigern. Ich sollte eher dafür sorgen, dass dieser Fluchtgrund erst gar nicht entsteht... aber so weit denken wir hier nicht...

    Was die vermeintliche Kultur betrifft — dann bin ich halt eben ein »Fremder« im »eigenen Land«... ja, irgendwie auch auf der Flucht vor meinen Mitmenschen! Man möge mir das Geheimnis verraten, wie man sich in dieser »Gesellschaft« wie der deutschen als Linker überhaupt noch irgendwie »heimisch« fühlen soll...!? Um mich herum sehe ich nur Individuen, bei denen ich keinerlei nennenswerte Gemeinsamkeiten was vermeintliche »Werte« betrifft ausmachen kann... und trotzdem soll ich »den Flüchtling« als größere Bedrohung einstufen — nur, weil er auf nem anderen Flecken Erde geboren wurde...!? Rhetorisch, versteht sich...!

  16. @ epikur
    Okay, dann hatte ich erst einmal nur Europa auf dem Schirm.
    In Gegenden wie Afrika, wo die Kolonien waren, ist das mit den Grenzziehung eine andere Sache.

    @ Dennis82
    Ich komme grundsätzlich wohl von einem anthropologischen Ansatz. Was der Kapitalismus aus grundsätzlich guten oder gar wichtigen Dingen pervertiert hat, das ist erst einmal nicht Gegenstand meines Gedankens. Und bleibe auch dabei, wenn mir etwas wichtig erscheint, diese Wichtigkeit trotzdem aufrecht zu erhalten, auch wenn daraus der Kapitalismus oder Oligarchen bereits etwas völlig anderes gemacht haben (häufig bestehen zwischen dem Ursprünglichen und dem, was daraus gemacht wurde, auch keine Gemeinsamkeiten mehr).

    Die Wahrheit an dieser Stelle mit der Begrenzung eines Territoriums, in dem Leute leben, die einigermaßen der selben Lebensart nachgehen, ist nun einmal: Es können nicht alle Menschen mit allen zusammenleben. Weil sie so unterschiedlich sind. — Und diese Menschen brauchen auch alle ihre Reviere, in denen sie einigermaßen routiniert leben können, in dem sie ihre Lebensgrundlage (auch physisch) finden können.
    Wenn das nicht gewährleistet ist, streiten sie sich mit der Zeit um die Resourcen und beißen sich tot wie zu viele Exemplare einer Tiersorte in einem Revier.

  17. Die Diskussion über Männergewalt gegen Frauen scheint in den letzten 20 Jahren an vielen sich links nennenden Männern vorbeigegangen zu sein. Mal abgesehen von den Genitalverstümmelungen an afrikanischen Mädchen, der Zwangsprostitution von Frauen aus osteurop Ländern, vom Femizid (Witwenverbrennung und Abtreibung weiblicher Föten) in Indien usw. muss der Focus nur mal auf die Hochburg der Zivilisation West‐Europa gerichtet werden.

    Wie weit verbreitet Gewalt gegen Frauen in Europa ist, zeigt der aktuelle Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA).

    Etwa 62 Millionen Frauen in Europa (33%) haben seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

    Über 41 Millionen Frauen in Europa (22%) haben in einer Partnerschaft körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt.

    Über 9 Millionen Frauen in Europa (5%) sind seit ihrem 15. Lebensjahr vergewaltigt worden. An etwa der Hälfte der außerhalb der Partnerschaft erlebten Fälle waren mehrere Täter/Täterinnen beteiligt.

    Über 80 Millionen Frauen in Europa (43 %) waren oder sind in einer Partnerschaft psychischer Gewalt ausgesetzt, wurden beispielsweise öffentlich bloßgestellt, eingesperrt, mussten gegen ihren Willen pornografische Filme ansehen und/oder wurden mit Gewalt bedroht.

    Etwa 62 Millionen Frauen in Europa (33 %) haben in ihrer Kindheit körperliche oder sexuelle Gewalt durch Erwachsene erlebt. 22,5 Millionen (12 %) waren in der Kindheit von sexueller Gewalt betroffen, die Hälfte davon durch fremde Männer. Hier wurden häufig Genitalien gezeigt oder die Mädchen an Genitalien oder Brüsten berührt.

    Ungefähr 33,8 Millionen Frauen in Europa (18 %) waren ab ihrem 15. Lebensjahr von Stalking betroffen, über 9,3 Millionen (5%) innerhalb der letzten 12 Monate vor der Befragung, wobei das Stalking in 21% der Fälle (über 7 Millionen) länger als zwei Jahre anhielt.

    Über 20 Millionen Frauen in Europa (11 %) wurden bereits über die neuen sozialen Medien, per Mail oder SMS belästigt. Von den Frauen unter 29 Jahren waren es sogar 20%, die online belästigt wurden.

    Über 100 Millionen Frauen in Europa (55 %) wurden bereits sexuell belästigt. Etwa ein Drittel davon berichtet, dass es sich bei dem/den Tätern/Täterinnen um Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden handelte.
    67 % aller betroffenen Frauen in Europa meldeten die schwerwiegendsten Gewaltvorfälle innerhalb einer Partnerschaft weder der Polizei noch einer anderen Organisation.

    http://fra.europa.eu/de/press-release/2014/gewalt-gegen-frauen-sie-passiert-taglich-und-allen-kontexten

    Zu erinnern ist auch an die Tatsache, dass die Vergewaltigung der eigenen Ehefrau erst seit 1997 in Deutschland strafbar ist. Für manche mag das alles Frauengedöns sein. In meinen Augen Unterdrückung und Gewalt.

    Dennis82: Von einer zertretenen Erdnuss‐Schale habe ich schon bessere Argumente gehört. Vielleicht ignorierst Du mich künftig einfach, denn Deine Aufmerksam ist etwas, auf das ich besonders gut verzichten kann.

  18. @altautonomer

    »Für die Erhebung wurden über 42 000 Frauen in den 28 EU‐Mitgliedstaaten befragt.«

    Das ist zwar in der Tat eine große Umfrage und sie mag rein statistisch auch »repräsentativ« sein, daraus aber eine »faktische Realität« für über 60 oder gar 100 Millionen Frauen abzuleiten, halte ich für stark übertrieben. Was nicht heißen soll, dass es sexuelle Gewalt gegen Frauen durchaus gibt und dass diese zu verurteilen ist und Konsequenzen haben muss.

    Wir können aber auch gerne über das Sorge‐, Unterhalts‐ und Scheidungsrecht in Deutschland, über das Geschlecht von Obdachlosen, Drogenkranken (85 Prozent Männer), über eine stark einseitige Frauenförder‐Politik, über den Gender‐Sprach‐Gagaismus, über Väterrechte und wie Familiengerichte, Jugendämter und Frauenanwälte damit umgehen (entscheiden in der Regel immer zugunsten der Frau/Mutter), über die ständige Diskriminierung von Männern in Film/Werbung/TV als Idioten und Höhlenmenschen, über männerhassende Feministinnen, über Erzieherinnen und Grundschul‐Lehrerinnen, die sich vor allem um die Belange der Mädchen kümmern und Jungen grundsätzlich eher als anstrengend empfinden, über die Machtausübung von Frauen in Behörden und als Personalerinnen oder auch über die nette Frauenquote sprechen.

    Könnten wir. Ist an dieser Stelle aber weder passend, noch bringt es etwas die Geschlechter gegeneinander aufzuwiegeln. Das überlasse ich gerne den radikalen Feministinnen und ihren Lila Pudeln. Ich bin eher für Solidarität. Nur so kann man den Kapitalismus überwinden.

  19. Wenn ich noch einmal auf Köln zurückkommen dürfte bzw. auf das, was da passiert ist/sein soll: Ich finde es unendlich schwer, da zu einer halbwegs konsistenten Position zu kommen. Zig Tretminen, weil hier zwei zentrale Aspekte linken Selbstverständnisses unter Beschuss stehen und somit quasi über Kreuz infrage gestellt werden, nämlich Gleichstellung von Frauen und Antirassismus. Und weil die Rechten genau wissen, dass das eine Gretchenfrage ist, zielt ein Großteil des braunen Drecks, der gerade die Foren und Netzwerke dominiert, darauf ab, Gewalt gegen Frauen zu instrumentalisieren, um Rassismus zu legitimieren. Da hat der Mob im Augenblick die volle Lufthoheit, und die wissen das genau.
    Interessant fand ich Jens Bergers Gedanken, auf den sozialen Aspekt der Sache zu verweisen. Sexuelle Gewalt ist eben nicht immer sexuelle Gewalt, egal, vom wem sie ausgeht. Selbst wenn es beim Oktoberfest zu weit weniger Übergriffen kommt wie jetzt in Köln, sie findet statt und wird unter dem empörten Verweis, das könne man nicht vergleichen, als Kollateralschaden verharmlost. Oder wenn ein paar Oberschichtbälger über eine Fau herfallen und Papis teurer Anwalt die Sache diskret aus der Welt schafft, seine Kontakte dafür sorgen, dass die Presse mucksch bleibt...

  20. Also eigentlich weiß ich mit dem Beitrag nicht viel anzufangen. Vielleicht bin ich auch nur zu doof dafür. Für mich persönlich ist es ganz einfach. Frauen wurden angegriffen, sexuell beleidigt, betatscht usw. usf. Man erkennt auch, ob Männer europäisch oder arabisch aussehen. Man kann darüber diskutieren, wie man will. Wir Sachsen werden auch pauschal als Nazis hingestellt, auch wenn nur ein kleiner Teil dies wirklich ist und die Mehrheit nur besorgt ist und hier in diesem Land kein Sprachrohr findet. Randalierer, Schläger, Kriminelle aus der Migranten‐Gruppe, beschmutzen den Rest der anderen Migranten. Es ist menschlich, dass niemand mehr die normalen Menschen daneben sieht. Das ist immer so. Bei rund 1 Mio Migranten ist die Zahl nicht allzu klein, wenn man davon 1% Kriminelle annimmt. Dazu kommen noch die, die schon länger hier sind und in eigenen Gruppen, Banden, Diasporen leben und sich nicht intergrieren wollen. Der Vergleich mit dem Oktoberfest ist abartig, weil ein solches Umringen und Jagen von Frauen es bisher in D nicht gab. Solche Bilder kennt man allenhalben vom Tahrir‐Platz. Dieses kriminelle Gehabe als Antanzen zu bezeichnen, ist verniedlichend. Es ist kein Antanzen, es ist Menschenverachtend — besser Frauen verachtend. Wenn wir als Frauen — hier und heute in Deutschland — dann noch Verhaltensmaßregeln erhalten, wie wir uns zu betragen haben, frage ich mich, wer wen integrieren will. Wir haben ein gut Stück Deutschland in Köln aufgegeben. Und vergessen wir nicht, dass das anscheinend eine konzertierte Aktion war, in der mehrere Städte in Deutschland und im Ausland involviert waren. Deutschland als Staat hat das Gewaltmonopol aufgegeben und muss sich nicht wundern, dass die Massen der jungen arabischen Männer, die Uniformierte i.d.R. nur brutal kennen, uns verlachen und die Grenzen noch weiter austasten werden. Alle, die darauf schon lange aufmerksam gemacht haben, wurden aber als Nazis, Dumpfbacken, Rassisten oder sonst noch etwas diffamiert. Die Medien mit ihren Halb‐ und Viertelwahrheiten, ihrem Verschweigen und Verniedlichen erreichen nur, dass die Menschen sich verar... vorkommen. Es ist schade, dass dies wahrscheinlich nun wirklich dazu führen wird, den Rechten Auftrieb zu geben (ich würde mich freuen, wenn das nicht so wird). Das hat uns Merkel ganz ohne Not eingebrockt. Oder ist das der Plan, die Rechten an die Macht zu führen? Die Industrie im 3. Reich war auch eng verbandelt mit dem Faschismus. In Leipzig will man eine idiotische Lichterkette bilden, nicht etwa für die vielen sexuell belästigte Frauen und für unsere Werte der Gleichberechtigung, sondern gegen Pegida. Pegida scheint das einzige Problem zu sein. Und genau diese Ignoranz treibt die Menschen in die falsche Richtung.

  21. Was mich persönlich am meisten anekelt ist ja, wie aus der bräunlichen Mitte der besorgten Bürger intensiv und vollkommen künstlich das Wohl der »Deutschen (blonden...) Frau« beschworen wird. Hier werden die primitivsten Instinkte angesprochen. Im Tonfall einer hysterisch kreischenden Frau, die fordert, »dass doch bitte endlich mal jemand an die Kinder denken solle!«. Ein absurd gezeichnetes Gemälde, von lauter vollkommen unterentwickelten schwanzgesteuerten dunkelhäutigen Ausländern, die nach Deutschland kommen und alles vergewaltigen und betatschen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist... das ist nicht nur fern jeden Niveaus — das ist purer, primitiver Rassismus. Die »Deutschen Kinder« kommen dann wohl als nächste Eskalationsstufe — weil diese »Wilden« ja in ihrem Trieb vor gar nichts mehr halt machen! Und doch — der Vergleich zu Oktoberfesten oder ähnlichen Brauchtümern »westlicher Kultur« ist mehr als berechtigt. Denn »Sexismus« wird grundsätzlich nur dann instrumentalisiert, wenn es genehm ist. Hier wird aber sowas von mit zweierlei Maß gemessen...!

    Der (in meinen Augen absurd überzeichnete, an sich weitgehend lächerliche) Bohei um diesen seltsamen »Sexismus« (den es bekanntermaßen ja auch nur in eine Richtung gibt...) hat sich inzwischen zu einem der effektivsten Totschlag‐Argumente entwickelt, den auch die Xenophoben dankend gerne aufnehmen. Ich habe jedenfalls noch keine absurdere Scheindebatte erlebt als damals um diesen »Aufschrei« — weil der Brüderle leicht besoffen ›ne gar Emanze angeflirtet hat...! Diesen jedes gesunde Maß verloren habende und Frauen zu unantastbaren Übermenschen stilisierende »Feminismus« sorgt selbst dafür, dass man ihn nicht mehr ernst nehmen kann. Überhaupt fehlt mir auch hier konkret jeder nachvollziehbare Maßstab — da wird wegen eines(!) Vorgangs (der noch gar nicht 100% geklärt ist...) hysterisch der tatsächliche Untergang des westlichen Abendlandes herbeihysterisiert... Scheint im Übrigen auch ne Großstadtsache zu sein. Ich wohn hier in der Provinz — ich hab vielleicht mal so einen Flüchtling gesehen. Von denen hört und ließt man aber rein gar nix in der Presse... obwohl man sie unter anderem in Flughafenhallen »stapelt«.

    @PeWi: »Oder ist das der Plan, die Rechten an die Macht zu führen?« Hä? Da sind sie doch schon...!? Was glaubst du, aus was für Wählerschichten Pegida und Co. bestehen — hast du dir mal angekuckt, wer da so rumstiefelt...? Da trägt kaum einer Springerstiefel und Glatze! Die derzeit regierenden aus SPD und Union erfüllen also auch nicht deine persönliche inhaltliche(!) Definition von »Rechts«... sind also gar irgendwie »Links«!? Pegida IST genau das Problem — weil sie diese Fremdenfeindliche Grundstimmung erst geschaffen haben — auf der diese sich hochschaukelnde Absurdität nun weiter aufbaut!

  22. @matrixmann , 7.1. 21;41

    Stimme vollständig zu .

    Allgemein: Warum immer entweder oder? Differenzierung ist der Feind des rechten Mobs , also her damit.
    Das Dumme ist halt , daß die Aufgabe jeder Differenzierung von den demokratischen Kräften her begann , die Linken leider allen voran , die Rechten mußten nur noch durch die offene Tür durch»brechen« , und die können das mit den einfachen Wahrheiten besser als jeder vernünftige Mensch.

  23. @ Dennis82
    Ich würde das als ein Resultat einordnen, wenn man von Anfang an Schwierigkeiten und Bedenken versucht unter den Teppich zu kehren.
    Ein Mensch, der Scheiße baut, ist ein Mensch, der Scheiße baut. Da kann mir seine Hautfarbe egal sein.
    Wenn man aber anfängt, bei einer Gruppe so zu tun »die können doch kein Wässcherchen trüben«, ohne sich vorher dessen auch nur in einem Funken zu vergewissern, dann überlässt man das Feld denjenigen, die immer das Gegenteil behauptet haben, wenn der Ernstfall eintrifft. — Und das kann man auf alle Gruppen ausdehen, ob Mitteleuropäer, Araber, Afrikaner oder auch Marsmännchen.
    Probleme ernst nehmen und sie mit einem Plan bewältigen — das ist, was Extremisten, die auf Platitüden bauen, den Wind aus den Segeln nimmt.

    @ Art Vanderley
    Ist wohlmöglich so ein Denkfehler von mir.
    Ich würde sagen, Differenzierung kommt in erster Linie von Leuten, die keinen Gott brauchen, die keine unsichtbare ewige Mutter brauchen, die über sie wacht, sie versorgt und sie hätschelt, immer alle Antworten auf die Fragen des Lebens hat und ihnen das Denken abnimmt. Die nicht innerlich bedürftig sich an irgendwas klammern, was dahergelaufen kommt, und bereit sind, jeden Unsinn zu glauben, insofern sie dafür nur etwas mit diesen gefühlten Eigenschaften bekommen, um sich persönlich wieder ausgeglichen zu fühlen.
    Leute, die so was nicht brauchen, sind eher fähig, sich einen eigenen Reim auf Dinge zu machen, weil es für sie innerlich nicht von solch hoher Bedeutung wichtig ist, eine eierlegende Wollmilchsau zu finden.

  24. Der Vergleich mit dem Oktoberfest (und dem Karneval — siehe Don Alphonso ist neben der Verweigerung von Empathie für die Opfer eine weitere Klatsche für Frauen, denn es wird damit ausgedrückt: »Ihr wisst doch seit Jahren, was dort abläuft und kennt das Risiko von Verstößen gegen Eure sexuelle Selbstbestimmung!« Also bleib dort gefälligst weg oder nehmt in Kauf, belästigt zu werden. Ein Zynismus, wie ich ihn von linken Männern bisher nicht kannte.

    Ich sage nur »Armlänge«. ;)

    #EineArmlänge pic.twitter.com/INq7XNfRxV

    Andere spielen linker Kindergarten und ergötzen sich an VT (der BDI hat den VS über Merkel beauftrag, ein paar Flüchtlinge zu rekrutieren um in einigen deutschen Großstädten mal ein wenig sexistischen Schrecken zu verbeiten und das rassistische Klima zur Rettung der Konjunktur aufzuheizen), dass die Mahnwichtel und Querfrontler vor Neid erblassen.

    epikur:
    Deine Argumente kenne ich eigentlich schon länger aus »wikkmannia«, Birgit Kelle, Arne Hoffmann und anderen maskulistischen Sprachautomaten. Ich wollte oben eigentlich auch nur Beispiele aufführen, dass mit Abschaffung des Kapitalismus der Sexismus als zweiter Hauptwiderspruch und Herrschaftsverhältnis noch lange nicht abgeschaft ist.

  25. @matrixmann

    Sich mal irgendwo anlehnen , sich auch mal führen lassen , das ist nicht per se verkehrt ‚es gibt auch aufgeklärte , intelligente Christen , aber der wichtigste Punkt ist letztlich das wie.
    Völlig richtig , selbstständiges Denken sollte zumindest eine nicht unwesentliche Rolle spielen .

  26. @ Art Vanderley
    Hat nicht zwingend was mit Religion zu tun.
    Mal im ganz Kleinen angefangen: Für manche ist ihre allmächtige, versorgende Figur eine Gruppe, der sie sich zugehörig fühlen. Das kann eine Gang sein, das kann eine Clique sein (in Bezug auf junge Leute), das kann eine Partei sein, eine politische Richtung sein und ihre organisierten Repräsentanten, es kann auch eine Religion sein, eine von den anerkannten, als auch eine selbstgemachte Religion (siehe Wahnsinn um Star Was oder Star Trek; für manche ist das auch schon eine Religion), es kann auch die Arbeit sein — der Job an sich als auch das reine Arbeiten selbst. Drogen können es genauso werden — dann nähert man sich der inneren Vollkommenheit von der metabolischen Seite her -, es können auch einzelne Personen sein oder »die Familie«.

    Was es auch jedenfalls ist — wer nichts davon fanatisch hinterrennen muss, weil er eine Lücke in seiner Persönlichkeit empfindet, der hat weniger eine psychische Basis für Rattenfänger und Ablenkungen und somit ist das Potential und die Wahrscheinlichkeit für eigenes und kritisches Denken, insbesondere auch solchen Erscheinungen gegenüber, höher.

  27. @matrixmann

    Lücken in der Persönlichkeit empfinde ich auch , man zeige mir den , der sie nicht hat , aber ich weiß , was du meinst , nämlich diejenigen , die deshalb Lücken haben , weil sie ganz grundsätzlich jede intellektuelle Selbstständigkeit auf andere abschieben , wer das dann auch immer sein mag , einige passende Beispiele hast du ja schon genannt.

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