Ich bn wirklich kein Fan von »Young Adult« — bzw. »Coming of Age« — Medienformaten. Es gibt mittlerweile Hunderte Filme, Bücher, Serien, Hörspiele oder Theaterstücke, die das Erwachsenwerden von Jugendlichen thematisieren. Viel zu oft, sind diese leider überaus sentimental, kitschig oder überdramatisiert inszeniert.
Es gibt für mich jedoch eine Ausnahme: die Serie »Willkommen im Leben« (»My So-Called Life«) aus dem Jahr 1994 mit Claire Danes in der Hauptrolle. Die Serie ist glaubwürdig, authentisch und bodenständig. Sie schafft es auch heute noch, mich zu berühren.
Glaubwürdig und authentisch
Die Serie hat es leider nur zu einer Staffel mit 19 Folgen geschafft. Jede Folge thematisiert ein wichtiges Motiv des Erwachsenwerdens. Dazu gehören eben nicht nur Themen wie der Schulalltag, verliebt sein, erste sexuelle Erfahrungen oder Drogen, sondern auch Verantwortung übernehmen, die Abnabelung vom Elternhaus, Armut oder die Konfrontation mit der Vergänglichkeit des eigenen Lebens. Das alles wird so einfühlsam, sensibel und teilweise gar zärtlich präsentiert, dass man gar ncht anders kann, als sich manchmal ein Tränchen zu verdrücken.
Die Serie ist zwar ernsthaft, aber auch mit Charme und Witz inszeniert, ohne dabei bewusst albern oder schmalzig zu wirken. Im Jahr 1994 gab es auch noch keine »Diversity-Agenda« und keine »Diversity-Beauftragten« in den Produktionsstudios. Das hat hier sehr positive Auswirkungen auf Drehbuch, Dramaturgie und Figurenzeichnung. Es gibt keinen moralischen Zeigefinger oder die üblichen feministischen Männerhass-Motive.
Nichts wirkt übertrieben oder deplatziert, sondern glaubwürdig und nachvollziehbar. Es wird gezeigt, was Kinder, Jugendliche und die dazugehörigen Familien wirklich bewegt. Denn obwohl den Zuschauern beispielsweise früh gezeigt wird, dass es einen homosexuellen Jugendlichen gibt, werden hier keine aggressiven Botschaften untergebracht. Homophobie wird zwar thematisiert, aber auf eine einfühlsame Weise.
Fazit
In den Kommentaren auf IMDB (8,4 von 10 Punkten) betonen viele, dass es danach nie wieder eine so authentische und glaubwürdige Teenager-Serie gegeben hat. Und auch wenn ich nicht alle »Adoleszenz«-Serien kenne, die es da draußen so gibt, so kann ich das nur bestätigen. Ich habe die Serie vor kurzem, jetzt als Erwachsener mit bald 50 Lenzen, noch einmal geschaut und sie hat mich immer noch sehr berührt. Das schaffen bei mir kaum noch Serien, die letzte war »Pachinko«.
Die heutige, digitale Narzissmus-Generation — mit ihrem dauernden Empörungs‑, Drama- und Hysterie-Geschwalle, bei denen ständig und sofort Reize sowie niedere Instinkte bedient werden müssen, weil man keine längere Konzentration mehr aufbringen will — kann gar kein so einfühlsames und liebevolles Format wie »Willkommen im Leben« mehr auf die Beine stellen. Denn das benötigt eben Zeit, Aufmerksamkeit und Geduld.
Insofern: wenn Ihr mit dem Thema etwas anfangen könnt, schaut euch die Serie an, Ihr werdet es nicht bereuen! ![]()

Das Beste, was ich an Serien in den letzten Jahren gesehen habe und was mich auch wirklich nachhaltig berührt hat war »1883«!
»Freiheit, für die meisten ist es eine Vision.
Ein abstrakter Gedanke der sich auf Kontrolle bezieht.
Das ist keine Freiheit.
Das ist Unabhängigkeit.
Freiheit bedeutet wild durch ungezähmtes Land zu reiten,
ohne eine Vorstellung zu haben dass es einen Moment gibt,
der über den hinausgeht den man gerade erlebt«.
Es gibt da auch noch was, tief versteckt bei Comedy Central. Zwar ein Zeichentrick-Spektakel aber schräg, vordergründig absurd und mit ziemlich viel Hintersinn, subtilen und offenen Anspielungen auf Politik und Gesellschaftsmodell. Und herrlich humorvoll.
Da ist also eine Familie, an der, samt adoleszenten Kindern, alles aufgehängt ist.
Zwar sind die dort gezeigten Folgen vor rund 10 Jahren schon entstanden, doch echte Qualität, v.a. inhaltlich, ist beständig.
Keine expliziten »Coming of Age« Geschichten. Das läuft nebenbei mit.
Vielleicht nur was für Comic-Nerds, doch das wäre zu kurz gegriffen. Wer Sinn für Unsinn mit Sinn hat, wer mit Monty Python was anfangen kann, wer Vielschichtigkeit mag, der ist hier richtig:
»Rick & Morty« retten das Multiversum! Yeah! Get Schwifty!....