7. April 2022

Für Millionen von Menschen in Deutschland war das ein ganz wichtiger Tag in ihrem Leben. Hier entschied sich, ob sie für den Rest ihres Lebens in die Innere Emigration oder in den offenen Widerstand gehen würden. Viele dachten wohl auch ernsthaft über eine Flucht aus Deutschland nach. Mich eingeschlossen.

Ihr Vertrauen in die klassischen Medien, in staatliche Institutionen und in die Regierung wurde fundamental erschüttert. Aber was geschah eigentlich am 7. April 2022? Im Deutschen Bundestag wurde über die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht abgestimmt. Im folgenden will ich beschreiben, wie ich diesen Tag erlebt habe.


Impfapartheid
Viele Gespritzte können (und wollen) sich bis heute nicht vorstellen, wie sich überzeugte Ungeimpfte in der C‑Zeit wirklich gefühlt haben. Es fand eine umfassende gesellschaftliche Isolierung, Diskriminierung und Ausgrenzung statt. Regierung und Altmedien erklärten uns für Aussätzige, für Vogelfreie und Nazis oder Irgendwas-Leugner, die man nicht ernst nehmen müsse und die keine Grundrechte »verdient« hätten.

Ständig gab es neue Drohungen für Ungespritze. Arbeitsplatzverlust. Beugehaft und Rentenentzug. Reiseverbot. Keine medizinischen Behandlungen mehr. Führerscheinentzug. Und vieles mehr. Es sollte auch nicht nur bei Drohungen bleiben. Millionen von Menschen wurden monatelang diskriminiert, schikaniert und drangsaliert.



Es ging eben nicht nur um »Restaurant« und »Kino« (wie es oft verharmlost wird), sondern um Alles! Kein Sportverein. Kein Elternabend. Keine Angehörigen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen besuchen. Keine Beerdigung. Keine Hochzeit. Keine Fahrschule. Keine Universität. Kein Museum. Kein Theater. Kein Konzert. Nichts. Viele Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen weiteten nebenbei, im vorauseilenden Gehorsam, »2G« weit über die staatlichen Vorgaben aus.

Die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht hätte autokratisch-totalitäre Zustände auf Dauer in Deutschland zementiert. Eine Impf-Apartheid. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Ein repressives System, dass Ungeimpfte zu Kriminellen erklärt hätte. Wie viele C‑Maßnahmen-und-Impfkritiker war auch ich tief in der Materie, informierte mich täglich, schaute viele Interviews und Videos und machte mir zum ersten Mal in meinem Leben ernsthafte Gedanken über Flucht und Auswanderung.

Denn ich war fest entschlossen, mir niemals diese Genbrühe spritzen zu lassen. Unter keinen Umständen und erst Recht nicht mit Druck und Erpressung. Und ich glaube, Altmedien und Regierung hätten sich gewundert, wie viele Menschen sie nicht hätten brechen können. Wie viele unschöne Bilder das produziert hätte. Und wie viele für ihre Überzeugung auch ins Gefängnis gegangen wären. Mich eingeschlossen.


Abstimmung zur Impfpflicht gegen SARS-CoV‑2 am 7. April 2022


»Nur ein Pieks!«
Meine Wenigkeit befand sich am 7. April 2022 auf einer Klassenfahrt. Ich habe damals eine zweite Klasse mit einer überzeugten »C‑Maßnahmen-und-Impfbefürworter-Lehrerin«, in eine brandenburgische Kleinstadt, begleitet. Für mich war die drohende Impfpflicht ständig Thema. Sie schwebte wie eine dunkle Wolke über mir und bereitete mir zusätzlich schlaflose Nächte, die auf einer Schul-Klassenfahrt ohnehin schon kaum gegeben sind. Also Nächte, wo man schlafen kann.

Meine Lehrerin konnte meine C‑Impfverweigerung und auch meine Angst vor der kommenden Impfpflicht, überhaupt nicht nachvollziehen. Es sei doch »nur ein Pieks«. Wir Pädagogen seien »doch auch alle gegen Masern geimpft«. Ich solle mich »nicht so anstellen«. Sobald ich wissenschaftlich-inhaltlich argumentierte, kam nur der übliche Tagesschau-und-Regierungs-Moralismus, der damals tausendfach wiederholt und bis heute nicht revidiert wurde.


»Wir wussten es doch nicht besser!«
Heute wollen die überzeugten C‑Freunde am Liebsten nicht mehr darüber sprechen. Ansonsten kommen Floskeln, wie »wir sind doch gut durchgekommen« oder »wir wussten es nicht besser«. Manchmal wird noch verschämt weggeschaut. Meistens aber, wird schnell ein anderes Thema oder gleich ein anderer Ort aufgesucht. Leute wie ich, die das nicht vergessen werden und nicht vergessen wollen, und das sehr oft ansprechen, werden gemieden, wie der Teufel das Weihwasser.

Gerade die Erzieher- und Lehrerschaft (inklusive GEW), die ja eigentlich via Berufsethos, viel Empathie haben müssten, waren oft absolut kaltschnäuzig und kaltherzig gegenüber ungeimpften Kollegen und Kindern, die bei 30 Grad im Sommer eine Maske tragen sollten. Meine Wenigkeit hat damals sehr oft »Ansagen« bekommen, weil ich Masken- und Test-Anweisungen, gegenüber Kindern, umgangen habe.

Das es hier um eine absolut persönliche Angelegenheit geht und es eigentlich auch Niemanden etwas angeht, wo, wann, wie und was man sich in den Körper jagen will und was nicht — wurde überall ignoriert. Impfen war Nächstenliebe. Nichtimpfen Menschenverachtung. Das war das Framing. Auf allen Kanälen. Bis heute.


Im Würgegriff der Politik
Am Abend des 7. April, einem Donnerstag, den 4. Tag meiner Klassenfahrt, schaute ich mir ‑nachdem alle Kinder im Bett waren- in meinem Zimmer, auf dem Zweit-Smartphone von meiner Freundin (das ich nur auf Reisen dabei habe), via W‑Lan, — die Impfpflicht-Debatte sowie die Abstimmung auf Phoenix an. Die ganze Nacht. Sie ist heute, rund 4 Jahre später, ein unwiderlegbarer Beweis für Massenpsychose sowie Medienparanoia und damit ein Zeugnis der Zeitgeschichte:

Die allgemeine Impfpflicht wurde knapp verhindert. Ich wollte vor Freude schreien, biss in das Kissen, ballte meine Hände zu Fäusten. Freute mich wahnsinnig. Das Gefühl des übergriffigen Staates, der seit Monaten seine Hände um meinen Hals legte und mir nun ‑ohne meine Erlaubnis und Zustimmung- via Gesetz und unter Androhung von Strafe, auch noch eine Suppe in den Körper jagen wollte, war ständig präsent. Nun hatte ich das erste Mal wieder das Gefühl, dass sich der Griff um meinen Hals etwas lockerte.

Diese massive Grenzüberschreitung, die allen Grund- und Menschenrechten und jeder Menschenwürde widersprach, ja schlicht totalitär und faschistisch war, lag monatelang wie ein schwerer Stein in meinem Magen. Ich hatte sogar manchmal das Gefühl eine Form von Krebs zu bekommen, weil ich eine ständige innere Anspannung und Stress verspürte.

Ich vermute, »2G«, die ständige Ausgrenzung, der Dauer-Stress und die Impfpflicht-Drohung, hat sicherlich psychosomatisch Tausende von Menschen in Deutschland auch tatsächlich krank gemacht. Aber das wird natürlich niemals untersucht werden.


Danksagung!
Ich muss an dieser Stelle auch einige Personen erwähnen (Liste sicher unvollständig), die mir in dieser Phase unendlich viel Kraft, Mut und Sicherheit gegeben haben. Hier waren »Solidarität«, »Menschlichkeit« und »Empathie« keine Impfmarketing-Buzzwords, sondern gelebte Praxis. Sie brachten Licht in eine dunkle und finstere Zeit. Ich danke euch aus tiefstem Herzen! Die Auflistung ist keine Wertung, sondern zufällig.

Gunnar Kaiser (RIP)
Wolfgang Wodarg
Paul Brandenburg
Reiner Füllmich
Walter van Rossum
Ulrich Mies
Frauke Rostalski
Dirk Pohlmann
Paul Schreyer
Jasmin Kosubek
Milena Preradovic
Boris Reitschuster
Aya Velázquez
Ernst Wolff
Tom-Oliver Regenauer
Prof. Stefan Hockertz
Sucharit Bhakdi
Marcus Klöckner
Tom Lausen
Markus Fiedler
Gunter Frank
Stefan Homburg
Clemens Arvay (RIP)
Peter F. Mayer
Ulrike Guerot
Beate Bahner
Bastian Barucker
Ken Jebsen
Dietrich Brüggemann
Volker Bruch
...


Unnötig zu erwähnen, dass viele Weggefährten (analoge und digitale) mit mir gebrochen haben, weil ich mich nicht habe spritzen lassen. Niemand (bis auf meine ehemalige Chefin) hat bis heute die Eier in der Hose gehabt, sich selbst ernsthaft zu reflektieren oder das Gespräch mit mir zu suchen. In diesem Sinne:

»Es ist leichter die Menschen anzulügen, als sie davon zu überzeugen, dass sie angelogen worden sind.«

- Mark Twain


Wie habt Ihr diesen Tag erlebt?


Impfquisition (1)
Impfquisition (2)
Geschwätz von gestern
10 Gründe gegen die Impfpflicht

3 Gedanken zu „7. April 2022

  1. Ich kann mich nicht mehr an diesen Tag erinnern. Ist wahrscheinlich auch besser so.

    All das von Dir Beschriebene, diese »freundlichen Hinweise« der sog. »Vernünftigen«, haben bei mir persönlich lediglich meine Abwehrhaltung gegen »nebenwirkungsfreie Impfstoffe« (bitter lach) verfestigt.

    Heute bin ich froh und dankbar, dass ich mich nicht habe überzeugen lassen, »solidarisch« zu sein.

    Vergessen, geschweige denn vergeben, kann und werde ich wahrscheinlich niemals.

    Und ich bin heute schon felsenfest davon überzeugt, dass im Hintergrund weitere »P(l)andemien (Hanta, Ebola... w.t.f.!?!) in der Vorbereitung auf ihre weltweite Verbreitung aufgebauscht werden, um weitere totalitäre, globale Überwachungsmechanismen einzuführen.

    Der »point of no return« ist m.E. bereits in Sichtweite, vielleicht sogar schon erreicht.

    Wer »1984« von George Orwell gelesen hat, müsste anhand der »C«-Maßnahmen die Parallelen zur Einführung eines »Big Brother«-Systems vollständiger Kontrolle der »unnützen Esser« erkennen.

    Noch vor Beginn der grundrechtsbeschneidenden Verhaltensregeln durch selbsternannte »Expert*Innen (d/w/m)«, hätte ich so etwas nie für möglich/durchsetzbar gehalten.

  2. Bis einen Tag vor der Abstimmung bin ich jeden Montag und Samstag zu den Demos gegangen, sofern es die Schichterei zugelassen hat.

    Nach der letzten Demo habe ich den Entschluss gefasst: Was auch immer die Abstimmung ergibt, ich lasse mich nicht zwangsspritzen.
    Im Fall der Fälle hätte ich mich bei einer Impfpflicht bei einem möglichen behördlichen Zugriff auch mit scharfer Gewalt zur Wehr gesetzt.

    Nachdem ich diesen endgültigen Entschluss gefasst hatte, war der innerer Aufruhr befriedet. Die Konsequenzen meiner Entscheidung (selbst die drastischsten möglichen Folgen) waren innerlich akzeptiert.

    Am Tag der Abstimmung habe ich ein wenig Computer gespielt, ein bischen gelesen, war mit der Frau und dem Hund im Wald spazieren und habe alltägliche Haushaltsdinge gemacht.

    Nach der Abstimmung hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass im Hintergrund ganz viele Telefonate und Gespräche stattfinden, und dass die Impfpflicht erneut zur Abstimmung eingebracht werden würde. Das wurde dann aber wohl durch den provozierten Angriff Russlands auf die Ukraine hinfällig.

  3. Ich hab auch keine besondere Erinnerung an diesen Tag. Mag daran gelegen haben, dass ich mir meine Überzeugung, dass es sich bei diesem Staat um einen Unrechtsstaat handelt, schon vor viel längerer Zeit angeeignet habe. Oder auch, dass ich zu denen meiner Generation gehöre, die nicht mehr viel zu verlieren haben und innere Emigration bereits ein Dauerzustand war.
    Von der Bewegung gegen die C‑Maßnahmen war ich zu dem Zeitpunkt auch schon enttäuscht. Die anfängliche Illusion von Solidarität war der Erkenntnis gewichen, dass wenn es um Aufmerksamkeit und Geld geht jeder doch wieder nur sein eigenes kommerzielles Süppchen kocht und dann in Konkurrenz um Klickzahlen, Spendengelder und Buchverkäufe zu einander geht, mit der letztlich gleichen Scheinheilig‑, Verlogenheit und Inkompetenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die man der anderen Seite vorgeworfen hat.
    Im Nachhinein, systemisch betrachtet, hat das Parlament damals nur für eine Pause beim Froschkochen entschieden. Es wäre interessant gewesen wie sich ein allgemeiner C‑Impfzwang ausgewirkt hätte, insbesondere auf die Widerstandsbewegung und ob mehr oder weniger Solidarität in der Bevölkerung. So hatte der Staat wieder zeitlich mehr Luft um die Widerstandsbewegung sich institutionell vom Zweck zum Selbsterhalt, von der Speerspitze der Veränderung zum profitorientierten Verwalter des status quo korrumpieren zu lassen, was ja dann auch eingetreten ist.

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