Kontaktschuld

Die Kontaktschuld ist wieder zurück. Vermutlich war sie nie ganz weg. Aber nun ist sie wieder ein beliebtes, politisches Herrschaftsinstrument. Sie bezeichnet einen Ad-Hominem-Vorwurf, weil eine Person X in irgendeiner Form und Weise »Kontakt« zu einer Person Y hatte, die bereits einen vermeintlich schlechten Ruf hat. Ob die Diskreditierung von Person Y überhaupt inhaltlich oder argumentativ relevant aufgearbeitet oder einmal analytisch untersucht wurde, spielt zumeist gar keine Rolle. Eine öffentliche Person wird mit Schmutz beworfen und jeder, der sich in der Nähe dieser Person ‑freiwillig oder unfreiwillig- aufhalten würde, sei demnach selbst schmutzig. Joachim Perels bezeichnete die »Kontaktschuld« schon vor über 20 Jahren als »die neue Herrschaft des Verdachts« und als »ein Instrument zur Präparierung einer Person nach den Kriterien der Illoyalität«.

Diffamierung
Wikipedia definiert »Kontaktschuld« als ein Pseudo-Argument, dass nicht auf Tatsachen beruhe und juristisch kaum Bestand habe. Sie war ein politisches Kampfinstrument, um unliebsame Kritiker in der Öffentlichkeit zu diffamieren. Es wurde in der McCarthy-Ära wie beim Radikalenerlass verwendet. Aktuelle Beispiele fehlen hier leider ebenso, wie der Hinweis darauf, dass Wikipedia selbst die »Kontaktschuld« benutzt, um unliebsame Personen öffentlich zu diskreditieren. So gibt es beispielsweise die mittlerweile geflügelte Wikipedia-Redewendung »war Gast bei KenFM«, was soviel bedeuten soll, wie: »Vorsicht der/die redet mit Schmuddelkindern!« Ob jemand Gast bei Sandra Maischberger, Markus Lanz oder Oma Erpel war, steht nur selten in den Einträgen. Dafür gibt es mittlerweile hunderte, wenn nicht gar tausende Personen, die in der Wikipedia als »Verschwörungstheoretiker« gebrandmarkt werden. Und wer sich dann wiederum mit denen trifft oder unterhält, sei selbst »umstritten« oder »fragwürdig«.

Milosz Matuschek war fast sechs Jahre lang Kolumnist bei der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ). Danach wurde sein Vertrag gekündigt. Der Grund? Er veröffentlichte seine kritische Corona-Kolumne auch auf KenFM. Auch hier gab es keinerlei Begründung von der NZZ oder irgendeine inhaltliche Auseinandersetzung über seine Kolumne. Wer eben bei KenFM etwas veröffentlicht, sei eine Persona Non Grata. Dabei liefert Ken Jebsen gute journalistische Arbeit ab. Besonders die stundenlangen, intensiven Interviews sind einmalig in der deutschen Presselandschaft. Vermutlich gibt es hier seitens der Massenmedien (und von vielen Bloggern) eine gehörige Portion Neid, denn KenFM hat mittlerweile Zugriffszahlen, von denen andere nur träumen können.

Denunzierung
Ariane Bemmer fragt auf tagesspiegel.de: »Wie kann man richtig dagegen sein?« In ihrem Beitrag thematisiert sie die Querdenken-Demonstrationen und bedient das wochenlang dominante Narrativ, dass wer auf einer Demo marschiere, wo sich Nazis befinden würden (wie viele oder woher die eigentlich kommen ist egal!), quasi selbst ein Nazi sei. Nach Motiven und Gründen der Demo-Teilnehmer wird nicht gefragt. Es gibt auch keinerlei O‑Töne oder Zitate von Protestierenden. Nur Politiker, denen das nicht passt bekommen hier Raum. Es gibt keine Auflistung der verschiedenen Aufrufe, keine Links oder Hinweise zu den Veranstaltern. Denn die Demo war alles andere als ein homogener Block. Nichts darüber. Stattdessen: es gebe eben gute und falsche Demos. Wer entscheidet hier eigentlich, was gewünschte und unerwünschte Demos sind? Berlins Innensenator Geisel? Und seit wann darf es nur politisch erwünschten Protest geben?

Auch die Vorwürfe von »rechtsoffen« oder »Querfront« bedienen sich der »Kontaktschuld-Methode«. Sie ist gleichzeitig ein Vehikel, um innerhalb von Protestbewegungen einen Spaltkeil zu treiben. Die Gegenöffentlichkeit soll atomisiert und mit häßlichen Wörtern beklebt werden. Eine Kultur des Gegeneinanders und des Misstrauens soll etabliert werden. Die Hetzportale Psiram, Volksverpetzer sowie GWUP arbeiten primär nach dieser Methode. Der aktuelle Trend der »Cancel Culture«, bei denen Personen und/oder Organisationen, Orte oder Medien gezielt boykottiert werden (sollen), weil ihnen Diskriminierung vorgeworfen wird, speist sich ebenfalls aus der »Kontaktschuld«. Sie führt überdies zu Einschüchterung, Selbstzensur und vorauseilendem Gehorsam.

Ich sage nur: »epikur goes AfD« ;-)

Diskreditierung
Der Kontaktschuld-Diskurs ist darüber hinaus ein regelmäßiger und riesiger Ablenkungsballon, bei dem alle Beteiligten gezwungen werden sollen, sich zu »distanzieren«. Sie werden in die Defensive gedrückt und kommen mit ihren Anliegen kaum mehr durch. Denn alle reden nur noch über die Personen, aber Niemand mehr über Inhalte, Argumente, Motive oder Analysen. Es passt ins Corona-Zeitalter, bei dem Blockwarte sowie Denunzianten wieder Hochkonjunktur haben. Auch sie suchen keine Themen oder gar den offenen Meinungsaustausch, sondern nur Corona-Ketzer, die es zu überführen und zu verbrennen gilt. Die Kontaktschuld ist quasi ein Gesinnungs-Check, der jede Rationalität ausschalten soll. Sie hat jedoch in einem freiheitlich-demokratischen Meinungspluralismus absolut nichts verloren!

Und dennoch trägt auch der Kontaktschuld-Vorwurf dazu bei, den öffentlichen Meinungskorridor immer weiter zu verengen und zu banalisieren. Wenn beispielsweise die AfD sagen würde, dass sie Kriege ablehne, dann wäre jeder, der das auch sagen würde, automatisch ein AfD-Anhänger (oder gleich: Nazi). Es geht insofern vielmehr um die Kultivierung von Denkverboten, Tabuzonen und um die Stigmatisierung von Alternativen und Andersdenkenden. Man verbindet negative Etiketten mit vermeintlichen Schmuddelkindern und erklärt somit viele Themenbereiche für Tabuzonen. Meinungsvielfalt und Meinungsoffenheit ist bei der »Kontaktschuld« nicht mehr erwünscht, weil sie nicht konforme Menschen ausgrenzt und aus dem öffentlichen Diskurs verbannt.

Ergänzung 23.09.2020:

Die Kontaktschuld-Methode, zur Diffamierung einer Person, wird derzeit auch bei den Blogs ausgiebig verwendet. Und das geht so: Jeder Kommentar, der in einem Blog abgegeben wird, steht nun inhaltlich, argumentativ und in der Person nicht mehr für sich allein, sondern wird mit dem Blogbetreiber gleichgesetzt.

Schreibt also beispielsweise jemand in den Kommentaren, dass »Hitler gar nicht so übel war«, so sind der Blogbetreiber sowie alle anderen Kommentatoren automatisch Nazis. Was sie nun inhaltlich darauf, davor oder danach entgegnen, spielt keine Rolle mehr.

Es herrscht die pure selektive Wahrnehmung und kognitive Dissonanz, um Hexen zu verbrennen und Ketzer aufzuspüren. Habermas Traum vom herrschaftsfreien Diskurs, landet damit in der Mülltonne der Geschichte.


Coronoia: Political Distancing?
Appell für freie Debattenräume
Ziegenjournalismus (5): Personalisierung

61 Gedanken zu “Kontaktschuld

  1. Wahrscheinlich schreibt hier keiner was, weil der Kontakt zu epikur möglicherweise auch schon zweifelhaft ist.
    Mich erinnert die jetzige Situation stark an die Zeiten der Kommunistenverfolgungen und den Berufsverboten. Auch da ging es nicht um kommunistisches Gedankengut sondern die Fragen waren:
    Waren Sie auf Veranstaltungen der kommunistischen Partei? Waren Sie auf Demonstrationen, wo auch Kommunisten waren? Kennen Sie Kommunisten?
    Nun Kommunisten gibt es nicht mehr, also muss man irgendetwas andres nehmen ...

  2. Wahrscheinlich schreibt hier keiner was, weil der Kontakt zu epikur möglicherweise auch schon zweifelhaft ist.

    Das Desinteresse ist einfach zu groß. Man ist geneigt sich anzupassen. Und gerade, wenn irgendjemand markiert wurde, dann weicht man demselbigen schon mal vorsichtshalber aus.
    So etwas kann man überall beobachten. Auch und gerade im echten Leben. In Kleinbloggersdorf sowieso.

    Schöne Beispiele gibt es auch aus youtube-country:
    Bodo Schiffmann hat zwischenzeitlich Strikes auf alle seine youtube-Konten erhalten. Außerdem wurde ihm ein Bankkonto gekündigt.
    Jetzt muß man dazusagen: Dieser HNO-Arzt hat sogar immer die Etikette eingehalten. Bei den »Journalisten« muß man ja schick bleiben.
    Betrüger als Betrüger zu bezeichnen ist da schon pfui. Aber, wie gesagt, Schiffmann ist Merkel&Konsorten noch nicht mal verbal angegangen.
    Trotzdem: Der Mann ist nicht überangepasst genug gewesen und DESWEGEN will ihn die Obrigkeit gesellschaftlich vernichten.

    So läuft es in Deutschland. So läuft das im Rattenland.

  3. »Wahrscheinlich schreibt hier keiner was, weil der Kontakt zu epikur möglicherweise auch schon zweifelhaft ist.«

    Ich war heute viel barfuss unterwegs. Meine Füße sind also sehr schmutzig.

  4. Ich schrieb bislang deshalb nichts, weil ich fand, daß im Text alles nennenswerte gesagt ist.
    :-)
    Und Kontaktschuld, die kann mich mal. Kreuzweise.
    Wo sind wir denn hier?!
    Bloß kein vorauseilender Gehorsam!

  5. @Tiffany: d’accord! Aus selbigem Grund hab ich auch keinen Senf beigesteuert.
    @Epikur: Angebot zum Mitfahren steht für 3.10. Kommst ein Stück entgegen und steigst zu?

  6. Wie ich schon in den 80ern schrieb: »Wenn man Familie hat kriegen sie Jeden«!

    The illusion of freedom will continue as long as it’s profitable to continue the illusion. At the point where the illusion becomes too expensive to maintain, they will just take down the scenery, they will pull back the curtains, they will move the tables and chairs out of the way and you will see the brick wall at the back of the theater.

    Frank Zappa

  7. @Dennis82: meinst Du die Kontaktschuld? Volle Zustimmung mit der Ergänzung, dass die Argumente (zumindest die öffentliche Diskussion selbiger) komplett abgewürgt und unter dem Deckel gehalten werden soll.

  8. @M. Sobol: Ja, mein Kommentar bezog sich auf epikurs Beitrag. Ohne permanente Personalisierung geht es heute im sogenannten »politischen Diskurs« ja leider nicht mehr.

  9. @Dennis82: Wenn alle Begründungen für eine solche Politik der Existenzvernichtung, Kindesmißhandlung, Lügen und Machtmißbrauch samt & sonders unwiderlegbar zerstört sind, geht es ausschließlich über persönliche Diffamierungen (notfalls via Kontaktschuld) und soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung bis Existenzzerstörung. Der nächste erforderliche Schritt, wenn vorgenanntes nicht mehr ausreicht, ist offene Gewalt durch die Exekutive! Wie schnell doch Faschismus durchsetzbar wird... :‹(

  10. Im Zshg mit den MSM-markierten Schmuddelkindern gibt es die »Kontaktschuld«. Der quasi spiegelbildliche Vorgang entsteht auf der »anderen Seite«. Es ist ein bislang kaum explizit beleuchtetes Thema, obwohl es sehr gut zur Untertanenmentalität der Deutschen passt.

    Im Zshg mit den »Obrigkeitshelden« gibt es nämlich einen Kontaktbonus. Wer bspw mit dem Wirrologen Doofsten kuschelt, der gehört gefühlt richtig dazu. Beispielsweise schmückt sich die »oppositionelle« Grünen-Partei damit, dass sie ihre Corona-Beratung direkt durch Herrn Doofsten erhalten hat. Um es noch mal zu wiederholen: Eine »Oppositionspartei« rühmt sich damit, von einem regierungsnahen »Experten« beraten worden zu sein. => Institutionalisierte Untertanenmentalität.

    Andere Beispiele: Die Führerin (Merkel) wird zwischenzeitlich in pseudolinken Blogs als »coole Socke« deklariert. Und das, obwohl Merkel bewiesenermaßen die korrupteste Drecksau seit Jahrzehnten ist. So dürfte der Corona-Betrugsskandal wohl der folgenschwerste Skandal der Nachkriegsgeschichte sein. Cool ist so etwas sicherlich nur für einige wenige Profiteure.

    Die zugehörigen Manipulationen kommen direkt von den Leitmedien. Das Nachplappern dieser Propagandasoße definiert ein Identifikationspotential. Man möchte dazugehören. Der Führer ist der Gute. Der Führer ist fürs deutsche Volk da. Der Führer ist für die Volksgesundheit da. Der Führer hat von nichts gewußt. usw. usf.

  11. @horst

    »Im Zshg mit den »Obrigkeitshelden« gibt es nämlich einen Kontaktbonus.«

    Im Volksmund »Vitamin B«. Oder auch: Klüngel, Vetternwirtschaft, Filz. Wird aus »guten Gründen« wohl eher selten beleuchtet. Man will sich ja nichts verbauen.

  12. @epikur
    Es ist schon etwas mehr mal als Vetternwirtschaft. Die meisten Stiefellecker profitieren durch ihre Kriecherei ja nicht. Ganz im Gegenteil, die gehören genau so zu den Verlierern wie die meisten anderen auch.
    Dem Merkelarschkriecher werden genauso die Grundrechte demontiert wie dem Merkelkritiker.
    Das Zugehörigkeitsgefühl unterscheidet die Kriecher von den Kritikern. Der Kriecher hat nicht das Gefühl Opfer zu sein (tatsächlich ist er es trotzdem), sondern zu den Tätern dazuzugehören. Stockholm lässt schön grüßen.

  13. Ich denke, Pauschlisierungen gibt es auf beiden Seiten, d.h. es werden Sachverhalte in zuweilen widersprüchlichen Begriffen verhandelt. Fragwürdig erscheint mir bspw., wenn epikur einerseits sagt »die Demo war alles andere als ein homogener Block« und im nächsten Absatz moniert, die »Kontaktschuld-Methode« sei »ein Vehikel, um innerhalb von Protestbewegungen einen Spaltkeil zu treiben«, ja watt denn nu?

    Entweder die Protestierer sind gemeinsam gegen etwas, dann hat die Gegenseite, d.h. die Regierung recht, sie deswegen in einen Topf zu schmeißen, und zwar ganz egal wie sie den betitelt. Sie will ja, dass nicht protestiert, sondern meinetwegen den ›Anordnungen Folge geleistet‹ wird, und zwar unabhängig davon, ob man die für sinnvoll hält oder nicht.

    Zu sagen, »es gebe eben gute und falsche Demos«, ist eine Feststellung, die man für richtig oder falsch halten kann, aber das hat epikur ja auch schon mal gemerkt, nur steckt dahinter m.E. nichts, was sich unter einem Narrativ irgendwie in der Sphäre des Austauschs von Argumenten zwecks Meinungsbildung o.s.ä. abspielen würde. Deswegen halte ich es auch für ziemlich haarsträubend, zum Vergleich die Kommunistenverfolgung zu bemühen, weil die eben ein politisches Kampfinstrument war. Das ist aber das Vortragen von Argumenten definitiv nicht, daher würde ich die Demo auch unter meinetwegen öffentlicher Argumentation bzw. Meinungsäußerung einsortieren, aber im ganzen Leben nicht unter Widerstand.

  14. @Samson
    Ein alles andere als homogener Block heißt, daß die Leute alle unterschiedlich waren. Wenn sie dann alle für das gleiche demonstrieren, gilt die Kontaktschuld. Das ist absolut kein Widerspruch und funktioniert so:
    »Wie kannst du/könnt ihr nur mit Antisemiten, Nazis, Rechtsextremen, Impfgegnern, Spinnern, Ufogläubigen, Esoterikern, VT’lern, Barfußläufern, AfD-Wählern, Steuerhinterziehern, Sozialschmarotzern, [wahlweises Einfügen von irgendwie ANDEREN] gemeinsam demonstrieren?!«

    Egal, wie kurz die Liste am Anfang ist oder war: sie wird jedesmal länger. Zuerst läßt man sich von der Demoteilnahme vertreiben, weil man ja nicht mit Nazis will. Dann sind es Nazis und Antisemiten, ist ja beides böse, dann kommen die AfD-Wähler dazu. Und so geht es immer weiter, bis man selber auf dieser Liste steht, und wenn es als Linkshänder oder Haare-selber-schneider ist. Das interessiert nämlich keinen. Aber die Spalterei hat dann hervorragend funktioniert.

    Und deswegen sage ich: in dem Moment, wo wir anfangen, uns auch nur von irgendwem zu distanzieren, beginnt diese Spirale und wird uns, früher oder später, spalten.

    Wehret also den Anfängen!

  15. @Samson

    »epikur einerseits sagt »die Demo war alles andere als ein homogener Block« und im nächsten Absatz moniert, die »Kontaktschuld-Methode« sei »ein Vehikel, um innerhalb von Protestbewegungen einen Spaltkeil zu treiben«, ja watt denn nu?

    Auch für Dich: es gibt ein sowohl als auch! Wer auf der Demo war, weiß, dass dort Menschen aus allemöglichen politischen und gesellschaftlichen Lagern waren (heterogen). Sie alle eint zwar die Kritik an den Corona-Maßnahmen, bei den Detail-Fragen würde man aber sicher viele Unterschiede und Argumente bemerken. Die »Kontaktschuld« bemüht hier nur eine kleine Gruppe (Nazis/Reichsbürger) und packt anschließend den gesamten Demozug in den Nazi-Topf (Spaltkeil). Genau das ist doch anschließend auch passiert, weil sich die Veranstalter in einigen Punkten uneinig waren bzw. sich gezwungen sahen, sich zu distanzieren etc.

    »Deswegen halte ich es auch für ziemlich haarsträubend, zum Vergleich die Kommunistenverfolgung zu bemühen...«

    Ich habe nur Wikipedia zitiert, die beim Thema »Kontaktschuld«, die McCarthy-Ära sowie den Radikalenerlass erwähnt. Das hat mit meiner Meinung oder Einschätzung herzlich wenig zu tun, sondern nur mit einer ersten Einordnung des Begriffes.

    »daher würde ich die Demo auch unter meinetwegen öffentlicher Argumentation bzw. Meinungsäußerung einsortieren, aber im ganzen Leben nicht unter Widerstand.«

    Demonstrationen sind keine Form des Widerstandes? Und gezielte Repressionen sind keine politischen Kampfinstrumente?

  16. So gelingt es der Obrigkeit immer wieder mittels dümmlichster Propaganda ziemlich viel Verwirrung zu stiften.

    Nun, bei den Querdenken-Demos geht es eigentlich gegen die Neofaschisten der Regierung (CDU/SPD usw.) samt der sich mit ihnen solidarisierenden Mitläufer (Attac, Pseudolinke, Leitmedien, Grüne, Linkspartei etc.).
    Die Querdenken-Demos stehen unter der Überschrift »Grundrechte« (resp. Grundgesetzkonformität). Es ist völlig egal wer an diesen Demos teilnimmt.
    Die Verfassungsfeinde stehen auf der Seite der Regierung. Gegen die Politik dieser Leute wird demonstriert. Distanzieren muß man sich also lediglich von diesem Gesocks.
    Auf sonstige dümmliche Abgrenzungsdiskussionen sollte man nicht eingehen. Sie dienen nur der Zersetzung der Querdenken-Bewegung und damit der Stärkung der Verfassungsfeinde (CDU/SPD/Grüne/Linkspartei etc.).

    Nächster Zersetzungsbegriff in diesem Zusammenhang »Querfront«. Dieselbe Methode.
    Eine Querfront existiert aber lediglich auf der Seite der Verfassungsfeinde (CDU/SPD/Linkspartei/Grüne/AfD/FDP). Diese echte Querfront demontiert systematisch unsere Verfassung. Und das schon seit Jahren. Nicht erst seit Corona.

  17. @all
    Was die Kritik an den Maßnahmen der Regierung betrifft, sind wir uns ziemlich einig, aber aus anderen Gründen.

    Ihr zieht euch daran hoch, dass die sog. ›Mainstream-Medien‹ auf Regierungs-Linie sind. Das stimmt freilich, wenigstens in Bezug auf die sog ›Pandemie‹, nur bedingt. Hamburgs Ärztechef fordert mehr Gelassenheit im Umgang mit Corona, auch Bhakdi, Wodarg etc. finden Gelegenheiten, öffentlich zu sagen, was sie zum Thema zu sagen haben, ohne dass ihnen jemand unterstellt hätte, sie seien irgendwas aus Tiffanys Liste.

    In einem ganz anderen Zusammenhang, der im Augenblick ein ebenso weltumspannendes Thema ist, nimmt jemand hier die pure Teilnehmerzahl der Demo zum Anlass für seine These:
    »But the German population is the least brainwashed of all Europe. In fact, Germans are the most awaken of the globe’s wester populace. It clearly shows when they resist their government’s (and the 193 nations governments’ around the world) covid tyranny with a peaceful Berlin protest of 1 August of 1.3 million people in he streets.« Ich halte das für ein Missverständnis, allerdings müsste ich das Thema wechseln, um das zu erklären.

    Nochmal epikur, Demos, die man anmeldet bzw. genehmigen lässt, halte ich für Meinungsäußerung, meinetwegen Protest, Widerstand ist was die Gelbwesten in Frankreich machen oder auch (ob nun von außen inszeniert) Weißrussland, Honkong etc, und zwar ganz egal, ob man damit sympathisiert oder nicht. Wenn die Regierung dagegen die Polizei losschickt, dann haben die Demonstranten das von vornherein einkalkuliert. Aber sie beschweren sich nicht darüber sondern setzen sich ggf. dagegen zur Wehr.

    Was du dagegen unter gezielte Repressionen auflistest, ist teilweise bissl so als wenn ein Soldat sich beschwert, weil er wegen Befehlsverweigerung vors Kriegsgericht kommt. Beamte bspw. sind Staatsdiener und weisungsgebunden, ganz egal ob Bulle oder Pauker. Was der Grundschulleiter von sich aus machte, hatte m.W. paar Wochen vorher eine Kollegin von ihm in Sachsen-Anhalt in umgekehrter Weise versucht. Die wollte gerichtlich durchdrücken, dass die Erstklässler eine Maske tragen müssen, obwohl das nicht vorgeschrieben war, das Gericht war allerdings anderer Ansicht.

    Den Steimle dagegen hat der MDR rausgeschmissen, weil der als irgendwie nicht mehr tragbar o.s.ä. galt. Der hatte tatsächlich mit Leuten gesprochen, die nicht nur ich für Nazis halte und Zeugs rausgehauen, was ich grob unter Heimatschwurbelei einsortieren würde.

    Ich glaub aber nicht, dass der Entlassungsgrund der war, dass er sich von den Nazis hat instrumentalisieren lassen. Eher denke ich, das Gegenteil ist der Fall. Das Establishment in Politik und Geschäftswelt braucht selber ganz dringend alles, was auf Tiffanys unvollendeter Liste steht, und zwar um dem Publikum alle Schurkereien der letzten Dekaden als ›Wohltaten‹ der Regierung zu vertickern, von Hartz bis Einrichtung von ›Tafeln‹, wo sich die einheimischen Hungerleider den Dreck abholen dürfen, der nicht verkäuflich ist.

    Kann gut sein, dass angesichts von globaler Massenarbeitslosigkeit die kommenden Schweinereien noch bissl grausamer werden, und dafür sind die jetzigen ›Maßnahmen‹, gerade weil sie für jeden der hingucken will, nahezu idiotisch erscheinen müssen, so eine Art Testballon.

  18. @Samson

    Du siehst das alles noch nicht so schlimm, wie in Belarus oder meinetwegen Saudi-Arabien. Da stimme ich Dir zu. Aber muss es erst soweit kommen? In Deutschland funktioniert vieles über die ökonomische Abhängigkeit, da muss man nicht gleich den großen Polizeistaat auspacken. Wäre auch viel zu offensichtlich. Das Menschen entlassen werden, weil sie auf einer Demonstration waren, zeugt nicht gerade von einem demokratischen Habitus.

    Was Bhakdi, Wodarg, Schiffmann, Bonelli usw. betrifft: die bekommen immer noch viel zu wenig Raum im öffentlichen Diskurs. Und bitte nicht vegessen, das sie allesamt vor einigen Monaten als Verschwörungstheoretiker und Persona Non Grata denunziert wurden. In der Zwischenzeit wird auf Youtube fröhlich weiter all das zensiert und gelöscht, was nicht in das Regierungs-Narrativ passt. Auch völlig harmlose Videos von Bodo Schiffmann, der eigentlich nur offizielle RKI-Zahlen verwendet, wird gnadenlos gelöscht. Facebook hat nur im Zusammenhang mit Corona rund 7 Millionen Beiträge zensiert.

    Ich finde nicht, dass wir Maßnahmen-Kritiker hier total übertreiben würden, sondern eher, das viele nicht wahrhaben wollen, was sein nicht sein kann, weil es nicht sein darf.

  19. @Samson
    »Deswegen halte ich es auch für ziemlich haarsträubend, zum Vergleich die Kommunistenverfolgung zu bemühen, weil die eben ein politisches Kampfinstrument war.«
    Richtig ist, dass die Kommunistenverfolgung wesentlich umfassender und vor allem strukturierter war. Die Parallele liegt nicht in der Intensität der Verfolgung, sondern woanders, nämlich in der Frage, was ist ein Kommunist? Sowohl in dem Komitee für anti-amerikanische Umtriebe als auch bei den deutschen Berufsverboten, war der wesentliche Beleg dafür, dass ein Mensch Kommunist war, der Kontakt zu bereits identifizierten Kommunisten. Schön zu sehen bei Heinar Kipphardts »Oppenheimer« und auch bei Franz Josef Degenhardt »Belehrung nach Punkten«. Es wird eben nicht untersucht, ob die Aussagen einer Person in eine bestimmte Ideologie passen, sondern fast ausschließlich, welche Kontakte diese Person hatte.
    Und was bitte schön soll denn kein politische Kampfmittel sein?

  20. Offensichtlich bestehen noch Verständnisprobleme bzgl der Dramatik der aktuellen Entwicklungen.
    Ich kläre gerne auf. Also, warum ist es so schlimm?

    Die aktuelle Politik, für die eine Seuche fingiert wurde, stellt einen Paradigmenwechsel dar. In unserer Verfassung steht der Mensch als Subjekt mit seiner Würde im Mittelpunkt. Nichts anderes. Erst kommt der Mensch und DANN das Volk, die Volksgesundheit, die Rassereinheit und dgl.
    Der Paradigmenwechsel sieht jetzt so aus, dass aktuell zuerst die Willkür der Regierenden kommt und die damit verbundenen Ideologien (bspw Volksgesundheit) und erst DANN der Mensch. Tatsächlich wird der Mensch dabei nur noch als Objekt gesehen. Ein Objekt mit dem getan wird. Von der Politik, von der Obrigkeit.
    »Der Mensch als Spielzeug der Oberschicht«, das ist letztlich die dahinterstehende Sichtweise.
    Und in dieser Logik »darf« man dann auch den Menschen nach belieben an der Nase herumführen. Oder man darf ihm verächtlich die Menschenrechte absprechen oder einfach wegnehmen. Ganz dreist und unverschämt. Er ist ja nur ein »Ding«.
    Dieser kriminelle Paradigmenwechsel ist ein Dreh- und Angelpunkt bei dem Ganzen.
    Und das wäre noch nicht mal das schlimmste Übel. Solch politisches Personal könnte man, bei einer gesunden Gesellschaftsformation, einfach abstrafen. Die haben wird aber nicht. Ganz im Gegenteil, wir haben Gleichschaltung in Politik und Medien. Wichtige Institutionen beteiligen sich an diesem schwerstkriminellen Treiben.
    Sprich, es gibt offensichtlich ziemlich viele Menschen die diesen Paradigmenwechsel gut finden. Viele finden also faschistoide Politik gut.
    Und wohin so etwas führt, dass kann man dann bei 1933–45 nachschauen. Man muß noch nicht mal großartig seine Phantasie bemühen.

  21. @Horst
    Was noch fehlt: die Gerichtsbarkeit, auf die leider auch kein Verlaß mehr ist. Auf die haben ja zu Beginn (der irren Maßnahmen) noch viele gehofft, und die hätte auch sehr viel wieder geradebiegen können. Zwar nicht das Nonplusultra an Demokratie, aber da wäre deutlich weniger zu Bruch gegangen, mit diesem quasi letzten offiziellen Rettungsanker.

  22. @Tiffany
    Die Richter versuchen den Spagat zwischen Rechtsbeugung und Rechtstreue zu machen. Das sieht tatsächlich nicht gut aus.
    Das Problem dieser Leute ist: Wenn die den Machtkampf versuchen, dann könnte es zur endgültigen Aushebelung der Judikative kommen.

    Unter den »Rechtsgelehrten« hat sich anscheinend zwischenzeitlich die Meinung durchgesetzt, dass die Corona-Gesetzgebung verfassungswidrig ist.
    s.dazu Epidemische Lage | Das 3. Jahrtausend #51
    https://www.youtube.com/watch?v=vejxht8BI68
    Wichtig sind etwa die ersten 20Minuten. Dort wird auch der wissenschaftliche Dienst des Bundestags zitiert. Daneben auch wichtige Anmerkungen zur medialen Gleichschaltung von den Moderatoren.

  23. @Horst & Tiffany: sehr gut zusammengefasst! Im Rubikon ist heut ein langer Artikel über die Ziele und den Verlauf des C.-Skandals von Ernst Wolff. Ich empfehle den längeren Text mal ohne Link aufgrund der erschwerten Machbarkeit meines Reisehandy’s... :-(
    Hier hau’n die auch langsam durch, der Maskenwahn breitet sich aus! Bin an der Ösi-Grenze aus einem Geschäft gedrostet wurden, in Bad Leonfelden hat mich eine Uhrmacherin rausgedrostet. Ich hab Ihr dann kurz meinen Beruf geschildert und dass ihre Stoffmaske wahrscheinlich nur vor Hummeln schützt und den einzigsten Kunde wird sie sich ja auf Distanz halten können... Die Antwort war goldig: Sie ist ehrenamtliche Rettungsdienstlerin und das ich da mit ihr nicht diskuttieren bräuchte! Auf meine Frage wieviel C.-Fälle sie versorgt habe, weil ich noch keinen zu Gesicht bekommen habe, sprach sie: ›Gott sei Dank noch keinen!‹
    Ich hab mich da nur noch kopfschüttelnd mit den Worten: ›Eine schöne Pandemie wünsch ich noch.‹ verabschiedet... Es ist nicht mal mehr zum lachen — es ist der kollektive Wahnsinn!
    Ich bin dann janz fix wieder nach Frymburk geeilt... Hier bin ich der Einzigste Gesichtsnudist im Laden, aber es wird akzeptiert. Na morgen gehts heim, mal schauen was mich da so erwartet...

  24. @M. Sobol
    Ja, der Ernst Wolff mit seinen »tollen« Statements:

    Ich muss an dieser Stelle etwas klarstellen: Ich habe keine Neigung zu Verschwörungstheorien und ich bin kein Corona-Leugner. Ich habe mich ausgiebig mit der medizinischen Seite beschäftigt. Wir haben es zweifellos mit einer Pandemie zu tun, ...

    So, so. Bei meiner Analyse der Zahlen entsteht vermehrt der Schluß, dass man eine »normale« Grippewelle hysterisiert hat. Der Rest (tatsächliche Übersterblichkeiten etc.) sind Panikfolgen und damit zusammenhängende Umetikettierungen.

    Dein Wolff hat wohl gepennt. Keine gute Analyse.

    Aber, gut, ich hatte mich zwischenzeitlich auch vom Propagandabetrieb partiell täuschen lassen. Beispielsweise hatte ich die gefälschten Zahlen aus den US mal streckenweise ernstgenommen. Tja, man lernt dazu. Auch die Zahlen waren getürkt. Alle Zahlen die im Zshg mit Corona stehen sind übrigens getürkt. Im Sinne einer Hysterisierung.
    Meine Meinung zwischenzeitlich: Es ist überhaupt nichts passiert.Wir haben es mit einem Deep Fake zu tun.
    Die Corona-Sache ist der größte Betrug in der Menschheitsgeschichte. Da kommt sonst nichts mehr ran.
    Vielleicht noch das Christentum. Vielleicht.

  25. @epikur

    Ich glaub manchmal, du schmeißt unbewusst Sachen in einen Topf, die, darin miteinander vermengt, einen ungenießbaren Eintopf ergeben. Über ökonomische Abhängigkeiten ist noch nirgendwo abgestimmt worden. Ja, sie werden täglich benutzt, Leute zu erpressen, das liegt aber in der Natur der Sache selber, sonst wären es eben keine Abhängigkeiten.

    Was den sog. ›öffentlichen Diskurs‹ betrifft, würde ich sagen, der Einfluss der Blogosphäre wird ebenso überbewertet wie der der Medien insgesamt. Ob da wer zuviel oder zuwenig Raum bekommt, will ich gar nicht beurteilen. Meiner Einschätzung nach gehen die ›Maßnahmen‹ den Leuten seit Beginn auf den Keks und zwar weil sie einerseits lästig und andererseits auch ohne jede ›offizielle‹ Begründung widersprüchlich sind. Und so blöd, das nicht irgendwann zu bemerken und sich, wo es geht, zu ›entziehen‹, ist wirklich niemand.

    Dass die Leute in der Mehrzahl beim Einkauf ne Maske aufsetzen, ist keiner Vertrauensseligkeit gegenüber der Regierung schuldet, sondern Teil eben jener ›ökonomischen Abhängigkeit‹, irgendwo muss man sich den Krempel halt besorgen, den man so (ver)braucht. Und jede Verkäuferin, die hinter ner Scheibe steht, ist froh, wenn sie dazu noch die ›Genehmigung‹ hat, die Maske wegzulassen. Überlegungen, irgendwen durchs Aufsetzen einer Maske zu schützen, haben außerhalb von Krankenhäusern m.E. ohnehin nie eine Rolle gespielt.

    Zudem weiß nun wirklich jeder, der irgendwann mal zum Arzt muss, dass die Krankenkassen ständig die Beiträge erhöhen und die Leistungen reduzieren, und zwar jedesmal mit der Begründung, der Staat habe kein Geld. Der Spahn kann erzählen, was er will, dass ihm an der ›Bevölkerung‹ resp. deren Gesundheit was liegen könnte, glaubt sowieso niemand. Und Merkel ist wegen ganz anderer Zusammenhänge wenigstens unbeliebt.

    Ich weiß nicht, ob du übertreibst, ich denke eher, dass du niemanden ›hinterm Ofen‹ vorholst, wenn du auf Teufel komm raus nach Analogien zu Verhältnissen suchst, die unter anderen politischen Konstellationen zustande gekommen sind.

    @Kakapo3

    Die Frage, wer oder was ein Kommunist ist, müssen zu allererst die beantworten, die sich dafür halten. Sich das vom Gegner erklären lassen zu wollen, ist von vornherein ein Fehler. Insofern liegt die Parallele nicht in dem was der Gegner macht, sondern darin was der Kommunist macht, der muss sich nämlich nicht erst als solcher ›identifizieren‹ lassen.

    Im Übrigen legt epikur großen Wert darauf, mit niemandem aus Tiffanys Liste Kontakt gehabt zu haben und argumentiert deshalb aus seiner Perspektive zu Recht dagegen, was er unter Kontaktschuld verstanden wissen will. Und darauf bezogen bleibe ich dabei, dass der Vergleich mit der Kommunistenverfolgung, ganz gleich ob durch McCarthy oder die sozial-liberale Koalition, falsch ist, weil er an der Sache vorbei zielt.

    Franz Josef Degenhardt bspw war zumindest mal ganz stolz drauf, Kommunist zu sein, ob er es heute noch ist, kann ich nicht sagen. Anders ausgedrückt: M. Sobol hat hier mal an den Satz von Max Reimann erinnert, der sagte, die Kommunisten würden das GG zwar nicht unterschreiben, aber irgendwann die letzten sein, die es verteidigen. Das war ein politisches Statement in einer bestimmten (d.h., sich so nicht wiederholenden) Situation und ob es dazu kommt, wird man sehen oder nicht. Verglichen damit war Lenins paar Jahrzehnte vorher wirklich propagandistisch gemeinter Satz, die Sozialdemokratie sei der Stachel der Bourgoisie im Fleisch des Proletariats, eine wissenschaftliche Erklärung, denn dass der Satz eine Entsprechung in der Wirklichkeit hatte und immer noch hat, kann man nicht nur historisch mit den Berufsverboten belegen, sondern auch mit den Hartz-Gemeinheiten oder der Kriegstreiberei allerspätestens seit Belgrad.

    @M. Sobol

    Der Artikel taugt nix, weil darin die Verhältnisse falsch beschrieben werden. Nur ein Beispiel:
    »Während immer niedrigere Zinsen das Grundgeschäft der Banken, die Kreditvergabe, zerstören, vernichtet die Digitalisierung nach und nach die wichtigste Grundlage unserer Gesellschaft, nämlich die menschliche Arbeit.«
    Der Satz ist mindestens grober Unfug, die Digitalisierung nützt den Unternehmen, indem sie menschliche Arbeit durch maschinelle ersetzt, damit Lohnkosten spart, weil sie ggf. mit weniger Arbeitern als zuvot mehr und schneller produziert und gleichzeitig die Arbeitsproduktivität wie -intensität und den Druck auf die verbliebenen Arbeiter erhöht. Einsparung von Lohn ist aber der Zweck jeder Investion.

    Zudem, welche ›Insider‹ sind das, denen zufolge »in den kommenden zehn Jahren bis zu 80 Prozent der gegenwärtigen Arbeitsplätze aufgrund der Digitalisierung verschwinden«? Könnte ja auch sein, dass stattdessen neue Arbeitsplätze entstehen, oder? Solange bspw. Maschinen keine elektronische Steuerung hatten, war dar Beruf des Entwicklers der Steuerungsprogramme (Software!!) vollkommen unbekannt.

    Die Frage ist prinzipiell nicht, wieviele Arbeitsplätze verschwinden, sondern warum die notwendige Arbeit nicht vernünftig aufgeteilt wird und stattdessen die Arbeiter ihre Arbeitskraft wie jede x‑beliebige andere Ware auf dem Markt verkaufen müssen.

  26. @Samson
    Meiner Einschätzung nach gehen die ›Maßnahmen‹ den Leuten seit Beginn auf den Keks und zwar weil sie einerseits lästig und andererseits auch ohne jede ›offizielle‹ Begründung widersprüchlich sind. Und so blöd, das nicht irgendwann zu bemerken und sich, wo es geht, zu ›entziehen‹, ist wirklich niemand.

    Es wäre schön, wenn es so wäre. Und sicher gilt das für die große Mehrheit. Dennoch denke ich, es sind so etwa 5–15%, die das alles tatsächlich glauben, machen und auch ohne Zwang ausführen. Ich könnte da zwei nette Geschichten von gestern erzählen, wo ich einen Arzt- und einen Steuerberatertermin hatte.

    In der Arztpraxis wollte man mich zu einer Maske nötigen, um fünf Meter weit zur Anmeldung zu gehen. Woraufhin sich die Patientin vor mir (mit Maske, >1m entfernt), umdrehte, sagte, ich stünde ja sowieso viel zu nahe, und noch einen Meter nach vorne sprang. Und dann hat die Arzthelferin damit argumentiert, die Fallzahlen würden doch gerade steigen! Das habe ich nach meinem Termin mal der Ärztin klargemacht, was für ein Keks das ist. (Im übrigen wurde ich dann in einen Behandlungsraum gebracht, der ca. 6m² groß war und in dem keine Fensterlüftung stattfand. Irre.)

    In der Kanzlei hingegen tat man alles, um bei einem eventuellen Besuch des Gesundheitsamtes gut dazustehen. Dort wäre mit Sicherheit das Desinfektionsmittel an der Anmeldung schneller weg als man »Auflösung der Maßnahmen« sagen kann, sobald es dazu kommt. (Ich ruiniere meine Hautflora nicht und durfte mir stattdessen die Hände waschen. Als ich die Tür zur Toilette wieder schloß, meinte ich lapidar: diese Klinke ist aber infektiöser als meine Hände vor dem Händewaschen...)

    Was den guten Franz Josef Degenhardt († 14. November 2011) angeht: ist man im Jenseits überhaupt noch in einer Partei?

  27. Ein paar Rechtsanwälte haben bzgl der Coronamaßnahmen von diversen Landesregierungen mal Akteneinsicht verlangt.
    Ergebnis: Es gibt keine Akten. Man hatte Telefonate und Befürchtungen. So etwas reicht heutzutage offensichtlich für Grundrechtsdemontage aus.
    Sehenswert dazu, direkt aus der Bananenrepublik Deutschland:
    https://www.youtube.com/watch?v=0n3YyD9QsS4
    (Ralf Ludwig Facebook Live vom 16 9 2020)

    Die Hauptsacheverfahren dürften interessant werden.

  28. @Horst
    Die Hauptsacheverfahren dürften interessant werden.

    Die, die dann in einigen Jahren verhandelt werden?
    Wenn alle schon an Maskenkrätze leiden?
    Oder gar nicht mehr leiden, weil sie ihren Leiden ein Ende gesetzt haben?

  29. @Samson
    »Die Frage, wer oder was ein Kommunist ist, müssen zu allererst die beantworten, die sich dafür halten. Sich das vom Gegner erklären lassen zu wollen, ist von vornherein ein Fehler. Insofern liegt die Parallele nicht in dem was der Gegner macht, sondern darin was der Kommunist macht, der muss sich nämlich nicht erst als solcher ›identifizieren‹ lassen.«
    Du übersiehst hier die Verfolgungssituation. Repressive Maßnahmen waren daran geknüpft, dass es sich um Kommunisten handelte. Der Staat musste daher für sich definieren, was ein »Kommunist« ist. Und dabei waren die Selbstdefinitionen, politische Texte, Marxismus eben nicht entscheidend, sondern die Kontaktschuld. Und dies ist (bislang ohne strukturelle staatliche Verfolgung) heute eben ähnlich. Wenn epikur sagt, er sei gar kein Nazi, weil er für die Freiheitsrechte eintritt, so wird dies nicht beachtet, weil er auf einer Demo war, wo auch Nazis waren und hier Leute verlinkt, die wiederum Kontakt zu Leuten hatten, die vielleicht Nazis sind oder so.
    Ich halte dies für eine bedenkliche Entwicklung.
    (jetzt nicht das Verhalten von epikur)

  30. @Tiffany

    Die, die dann in einigen Jahren verhandelt werden?

    Das scheint tatsächlich das Kalkül der Richter zu sein. Um dem Machtkampf auszuweichen.
    Auf der anderen Seite, es gibt überhaupt nicht so viel zu prüfen, wenn eine Landesregierung keine Entscheidungsbasis vorzeigen kann. ;)
    Insofern gesehen kann es auch ziemlich schnell gehen, da bspw das VerfGSaarland ja explizit eine regelmäßige qualifizierte Prüfung von grundrechtseinschränkenden Maßnahmen vorgegeben hat.

    Und dann noch: Auch wenn es Jahre dauert. Bei einem halbwegs brauchbaren Urteil wäre die Option »Grundrechte abschalten bei Befürchtungen« dann auch erst mal vom Tisch.
    Insofern gesehen würde das alles schon was bringen.

    Natürlich wäre es besser, wenn die Menschen auf den ganzen Corona-Betrug überhaupt nicht erst reingefallen wären und entsprechend Druck gemacht hätten. Dann könnten wir uns das ganze idiotische Spiel über die Gerichte ersparen.
    Wäre effizienter und würde definitiv funktionieren.

    Aber, wie wollen wir den Doofen irgendwelche Intelligenz einblasen? Einige haben es bis dato noch nicht kapiert. s.dazu die »Intelligenzbolzen« aus der Blognachbarschaft.
    Hab neulich wieder einen Satz gehört wie »...wollen uns nicht zu Corona positionieren«. Ein halbes Jahr nach Betrugsbeginn!!1!11
    WTF?!?! Wie dumm kann man sein?

  31. »Natürlich wäre es besser, wenn die Menschen auf den ganzen Corona-Betrug überhaupt nicht erst reingefallen wären und entsprechend Druck gemacht hätten. Dann könnten wir uns das ganze idiotische Spiel über die Gerichte ersparen.
    Wäre effizienter und würde definitiv funktionieren.«

    Sehr guter Kommentar! Zumal sich die herrschende Klasse dann (d.h. wenn die Menschen nicht drauf reingefallen wären) mit den neoliberalen Grausamkeiten, die sie jetzt schulterzuckend »wegen Corona« auf unsere Kosten durchziehen, schon ein wenig mehr zurückgehalten hätte.

    Doch nun weiter mit etwas Musik.
    https://www.youtube.com/watch?v=EbW0WWQDPUk

  32. An meine Vorkommentatoren.
    Schließlich ist das Ganze eine weltweite Verschwörung und keinesfalls regional begrenzt.
    Die herrschende Klasse hat das alles auf dem letzten Weltwirtschaftsgipfel im Februar in Davos beschlossen.
    Auf parlamentarischer Ebene ist der Zug schon längst abgefahren.
    Die werden nicht nachgeben, egal was auch passiert.

  33. @Publicviewer
    Ja, das ist eine ganz klare Verschwörung. Trotzdem ist es extrem schwierig zwischen doofen Mitläufern und »engerem Verschwörerkreis« zu unterscheiden.
    Ziel und Methode dieser ganzen Geschichte sind, nach wie vor, auch völlig unklar. Vorbereitende Aufstandsbekämpfung?

  34. Die wollen uns entrechten und rechtliche Mittel schaffen, um uns ähnlich wie Erdogan per Dekret regieren zu können, weil der
    Kapitalismus die erforderliche Profitrate nicht mehr abwirft.
    Die Reichen und Superreichen wissen schon sehr lange, dass das auf sie zukommt und nutzen diese Chance um uns jetzt klein zu halten.
    Wir sehen ja jetzt schon, wer davon im Endeffekt profitiert.
    Die großen Firmen saßen doch alle schon im Rettungsboot bevor die Welle überhaupt kam!
    »Tout pour votre sécurité«!

  35. @Publicviewer (eines Tages vergesse ich das ›l‹, ich seh’s schon kommen...)
    Die wollen uns entrechten und rechtliche Mittel schaffen, um uns [...] per Dekret regieren zu können

    Also, wenn ich das richtig sehe, haben sie uns bereits entrechtet, und Merkel »regiert« bereits per Dekret.

  36. Stimmt, aber das ist ja erst der Anfang!
    Wenn die ersehnte Impfung erst da ist, kommen als nächstes die Berufsverbote, für Lehrer, Sozialarbeiter, Ärzte und alle die öffentlich mit Menschen in Kontakt stehen, die nicht einen Impfausweis haben.
    Es wird auch Reiserestriktionen geben, für alle, die nicht geimpft sind.

  37. Und jetzt, Leute, mal ein positiver Blick in die Zukunft, bitte.
    Draußen ist schönstes Herbstwetter, der Himmel ist blau, die Sonne scheint: wir müssen uns das jetzt nicht mit pessimistischsten Vorhersagen ruinieren. Also, kann man machen, muß man aber nicht...
    Und ich hab zwar heute nicht Geburtstag, aber irgendwie wünsch ich mir das grad mal.
    :-)

  38. Auch für den Zwang zum positiven Denken hab ich den entsprechenden Text:

    Die Gesellschaft in der Autodestruktion

    Freud meinte, dass es einen Lebens- und einen Todestrieb gibt. Der Lebenstrieb – die Libido – wirkt liebes- und lustvoll und ist lebensbejahend und ‑erhaltend, der Todestrieb, die Destrudo motiviert zur Flucht aus dem wirklich Leben und zerstört es. Das wird beispielsweise deutlich bei den Süchten, deren zentrales Moment die Realitätsflucht ist. Sucht ist in den kapitalistischen Gesellschaften weit verbreitet. Es gibt Süchte, bei denen psychotrope Substanzen (Alkohol, Psychopharmaka, Drogen) konsumiert werden, und andere Formen süchtigen Verhaltens (Fress‑S., Fress-Brech‑S., Spiel‑S., Kauf‑S., Fernseh‑S., Internet‑S., Sex‑S., sadistische und/oder masochistische Perversionen, Missbrauch und/oder Mobbing im Arbeitsleben, Kindesmissbrauch etc.). Nicht zu vergessen der religiöse Irrationalismus. Treten diese Phänomene massenhaft auf, so handelt es sich um Gesellschaften, die vom Todestrieb bestimmt sind, also sich in Prozessen der Autodestruktion befinden. Adorno sagt im Interview Spiegel: „Ich würde eher sagen, daß der krampfhafte Hang zum Positiven aus dem Todestrieb kommt.« Wie ist dies zu verstehen? Denn das in den kapitalistischen Gesellschaften vorfindliche Bewusstsein geht vom Gegenteil aus und begreift nicht, dass der herrschende „Think-Positive!«-Imperativ Ausdruck des Todestriebes ist. Wenn Individuen vom Todestrieb gesteuert werden, so ist ihnen dies in der Regel nicht bewusst. Sie wollen nur „gut drauf« sein, „Spaß haben« und bei ihrer Flucht in ihre „Spaß-Welten« nicht von „Spaß-Bremsen« gestört werden. Sie verhalten sich dabei wie die bekannten „Drei Affen«. Realitätsflucht und Realitätsverleugnung sind Symptome des Wirkens des Todestriebs. Noch deutlicherer ist es bei der Geld-Gier und beim Geiz. „Geiz ist geil!« ist Ausdruck eines vom Todestrieb pervertierten Denkens. Geiz ist das Verhalten von misanthropen und liebesunfähigen Menschen. So etwas mit „geil« zu assoziieren ist pervers. Genauso wie Sado-Maso-Praktiken als „geil« zu erleben. SM-Fantasien und –Spielchen sind Symptome einer kranken, autodestruktiven Gesellschaft. Und deshalb auch so weit verbreitet. Der Sadomasochismus ist die psychosoziale Logik der Marktwirtschaft. „Todestrieb« wird in der kritischen Theorie – anders als bei Freud — als eine Triebstruktur verstanden, welche von einer menschenfeindlichen gesellschaftlichen Matrix im Sozialisationsprozess geformt wird, also als gesellschaftlich bedingte Perversion der „Libido« (= Lebens- und Liebestrieb. Wenn in den kapitalistischen Gesellschaften die zivilisatorische Matrix ausreichend stark ist, kann dieser „Todestrieb« längere Zeit weitgehend latent bleiben. Das vergangene, barbarische 20. Jahrhundert zeigte in den Kriegen und Faschismen den wiederholten Zusammenbruch der gesellschaftlichen Matrix und den Durchbruch dieses Zerstörungs- und Todestriebs. In der neoliberalen Ära hat nunmehr sozialdarwinistisches Denken und Handeln inzwischen wieder Hochkultur. So sei der Mensch von Natur aus, ein Feind des Menschen (homo homine lupus), behaupten die Sozialdarwinisten. Heute wird es wieder – wie in den faschistischen Zeiten — als normal angesehen, mit anderen Menschen abwertend, aggressiv, feindselig, unfair und exkludierend umzugehen.

  39. Herzilein, von müssen hat hier keineR was gesagt.

    I just thought it would be nice to talk about something delightful for a change.
    Hätte nicht gedacht, daß einem das dann gleich als destruktiv ausgelegt wird...

  40. Ja, ich könnte hier von meinen 3 Youngtimern Erzählen, die ich mit viel Liebe hege und pflege.
    Von den neuen und natürlich auch gebrauchten Ersatzteilen und den verschiedenen teilweise sehr seltenen Ausstattungsmerkmalen und wie es mir Spass macht auch damit zu fahren, auch im Alltagsbetrieb, aber das interessiert hier wahrscheinlich wohl niemand.... lächel...

  41. Meine beiden Alltagstauglichen sind noch unberührt von jeglichen Schweißarbeiten.
    Bei meinem Variant GT Special Klima 2.0, hatte ich vor 6 Jahren beide Kotflügel getauscht und er hat schon einen kompletten Satz Bremsleitungen bekommen.
    Ansonsten ist er noch unberührt, da ich schon damals die Schweller bei dieser Gelegenheit versiegelt hatte.
    Der neu erworbene echte GTI hat allerdings bald schon im Schwellerbereich einige Arbeiten nötig.
    Den dritten Wagen, auch ein Vari, der noch bei meine anderen Freundin in der Garage steht, wird wohl ebenfalls neue Schweller bekommen müssen, aber dafür hat der erst 160.000 gelaufen und er ist halt schwarz hat Vollleder auch innen schwarz und ist einer der letzten 250 Stück mit dem großen GTI Motor, also auch jetzt schon äußerst selten.

    Noch Fragen? ;-)

  42. »Milosz Matuschek«
    Schon interessant, da fällt einem einer auf als positive Ausnahme, sowohl in der NZZ, als auch in der Phoenix Runde, zu der er eingeladen war, und zack ist er weg.
    Wie seriös das Argument der Kontaktschuld ist, zeigt sich daran, daß Nazis in Zukunft ja einfach nur in Massen auf Demos auftauchen müssen, die ihnen nicht passen, und schon müssen die bisherigen Teilnehmer die Demo verlassen. Hätten Rechtsextreme mehr Humor, würden sie dieses Prinzip weidlich nutzen und z.B. in Massen auf Klimademos aufkreuzen.
    Wie wahrscheinlich ist es, daß sich die Medien auch hier echauffieren?
    Diejenigen, die sich ständig als die Wächter der Moral aufspielen, legen hier einen Umgang mit dem Begriff »Nazi«, u.ä. Begriffen an den Tag, der so gar nicht zu ihrem moralischen Anspruch passen will.

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