
© epikur
Seit einigen Jahren empfinde ich eine Freude an dem, was wächst. Liebesbeziehungen. Freundschaften. Bindungen. Pflanzen. Tiere. Gedanken. Texte. Vielleicht hat das was mit dem Älterwerden, vielleicht aber auch mit der großen politimedialen-gesellschaftlichen Lust an der Zerstörung zu tun — die mich nur noch anwidert. Ich weiß es nicht. Die Kreativität, Schönheit und Einzigartigkeit des Lebens, zeigt sich überall. Jeden Tag. Man muss nur mit offenen Augen und Armen durch das Leben gehen.
Tiere
Da wären beispielsweise unsere vier Meerschweinchen, die mir sehr stark ans Herz gewachsen sind. Sparrow, Lucky, Greta und Fluffy. Auch wenn wir besonders mit Sparrow und Lucky eine jahrelange Krankengeschichte und viele Tierarztbesuche verbinden und auch, wenn mittlerweile schon drei über der Regenbogenbrücke sind und wir Fluffy in den Meerschweinchengarten gegeben haben, damit er nicht alleine bleiben muss — so haben uns diese kleinen Nager jahrelang sehr viel Glück und Lebensfreude beschert. ![]()
Ja, Haustiere können mit viel Aufwand, Kosten und Verantwortung verbunden sein, aber sie sind eine der wenigen letzten spirituellen Verbindungen zur Natur, die wir, besonders in den Großstädten, überhaupt noch haben. Von Zuneigung, Wärme und Liebe ganz zu schweigen. Nicht-Meerschweinchen-Besitzer sind nebenbei jedesmal erstaunt, wie intelligent, sozial und empathisch diese kleinen Wesen sein können. Beispielsweise wird ein Schweinchen, nach einem Tierarztbesuch, jedesmal freudig von den Anderen empfangen und von ihnen sanft übers Auge geleckt.

Von links nach rechts: Sparrow. Lucky. Fluffy. Greta.
Pflanzen
Seit rund zwei Jahren empfinde ich auch viel Freude am Gärtnern. Vor einigen Jahren war das noch kein Thema für mich. Pflanzen beim wachsen zuzuschauen, ist tatsächlich sehr erfüllend — so albern es klingen mag. Mir geht es nicht nur um die Ernte, sondern auch um den Prozess des Lebens. Vor kurzem habe ich mit Pfefferminzpflanzen auf dem Balkon, mein erstes Pfefferminzöl sowie Pfefferminz-Hustenspray gemacht. Meine Tomatenpflanze war am Anfang handgroß und am Ende ein kleiner Baum. Auch die Erdbeeren sind sehr gut gewachsen — bis die Wespen kamen!
Glück und Freude liegen in den kleinen Augenblicken des Lebens. Die sollten wir begrüßen. Auch wenn das ein wenig pathetisch klingen mag. Wir sollten das ‑bei all der tagtäglichen Seelenvergiftung, die uns um die Ohren fliegt- nicht vergessen.
Der Welt etwas zurückgeben.
Der Welt einen Stempel hinterlassen.
Die Welt so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Innere Ruhe
Mir wird seit Jahren und Jahrzehnten nachgesagt, dass ich doch ein abgrundtief, unglücklicher, pessimistischer und frustrierter Mensch sein müsse, weil ich so viel Freude an der Kritik habe und mich ständig mit dem Dreck in der Weltpolitik befasse? Mit Lügen. Korruption. Menschenverachtung. Propaganda. Und so weiter. Das kann doch nur schlechte Laune machen, oder?
Das Gegenteil ist der Fall! Ich bin mit mir selbst und meiner Umgebung im Reinen. Ich lasse den politmedialen Mist nicht in mein Herz. Es wird »rational« verarbeitet und dann von mir abgestoßen. Ansonsten hätte ich nach kurzer Zeit überhaupt keine Kraft und keine Energie mehr. Von einem »langen Atem« ganz zu schweigen.
Davon abgesehen, betone ich immer wieder, dass eben nicht die Kritiker die Pessimisten sind, sondern Diejenigen, die resigniert haben. Die fatalistischen Opportunisten, die sich vorauseilend und gratismutig den Erzählungen der Obrigkeit ergeben, weil sie keinerlei Hoffnung auf Besserung mehr sehen — das sind die eigentlichen Pessimisten und Schwarzseher!
Wer jedoch den Mut hat, in den Kaninchenbau zu blicken, der fühlt sich auch nicht mehr ohnmächtig und hilflos, sondern bleibt in seiner Mitte.
Ich hab einen Apfelbaum vor meinem Fenster stehen, der älter als mein schon lange verstorbener Opa ist und immer noch jedes Jahr Äpfel trägt. Seine »Kumpels« aus der gleichen Generation haben schon lange das Zeitliche gesegnet. Er ist das erste was ich sehe wenn ich morgens aus dem Fenster schaue. Er ist auch bei Blaumeisen, Kohlmeisen, Kleibern, Baumläufern, Bunt- und Grünspechten sehr beliebt. Ich kenne ihn seit ich bewußt denken kann, aber erst seit ich die volle Verantwortung für ihn übernommen habe, weiß ich ihn so zu schätzen und ich werde der letzte sein der ihn so ansieht.
Leben ist eben immer werden und vergehen, auch wenn es manchmal unsterblich erscheint:
😈🤔
Gerne gelesen, weil daraus auch hervorgeht, wo die eigentliche Wertigkeit im Leben sichtbar/erlebbar werden kann: in der Gegenwart.
Allerdings, so wie Sie sich in Ihren ’normalen‹ Beiträgen ausdrücken, lese ich das etwas anders, also nicht so, wie sich hier entnehmen lässt:
»Ich lasse den politmedialen Mist nicht in mein Herz. Es wird »rational« verarbeitet und dann von mir abgestoßen.«
Ansonsten wünsche ich Ihnen und auch allen Mitlesenden hoffentlich angenehme und schöne Festtage, wie auch immer es sich gestalten lässt.
Bye
Ist die Trennung in BeamtInnen vs. Tarifbeschäftigte im Lehrberuf nicht ungerecht und krass?
Frohe Weihnachten
Seit ich Teeny wurde, empfinde ich helle Freude an allem was so wächst, wie mein Schwanz.
Erotische Parkplatztreffs, Open AI und Fesseln, wenn man Glück hat.
Das hat bestimmt was damit zu tun, dass ich immer älter wurde.
Die Lust an der Zerstörung, die Hässlichkeit, die Vergänglichkeit, das Siechtum.
Alles zeigt sich überall. Wenn man nur will. Man muss nur mal das Brett vorm Kopf entfernen.
Ein paar Minuten reichen meistens schon.
Tiere
Meinen 10 Nacktmullen habe ich den alten, vergessenen Essensaufzug ausgebaut. Dieser führt direkt in die Dunkelkammer meines Nachbarn. Gerüchten zu Folge ist da immer was los!
Man hat viel Spaß, sofern man die Königin in Ruhe lässt!
Haustiere sind immer ein Spiegelbild des Selbst und haben mit der Natur nur wenig zu tun (daher auch der Name). Dafür kann man immer lachen, wenn sie dem Nachgehen, was bei uns niedere Instinkte heißt. Gut, dass es dafür Nachbarn gibt. Daher leben wir auch in der Stadt, wo es eben kaum Natur gibt. Die olle Spinne oben in der Ecke habe ich einfach mit dem Kobold weg gesaugt.
Pflanzen
Wie jeder Städter bin ich davon überzeugt, dass man jedes Grün auch noch in die letzte Betonritze rein bekommen muss. Daher unterhalte ich nicht nur auf dem Balkon unterschiedliche Arten von Efeu, Cannabis und Mohn, sondern habe auch einen eigene Tabaksorte gezüchtet.
Die GSG9-Habaneros am Fronteingang haben schon so machen Kurierdienst in die Flucht getrieben. Man braucht nur eine Wasserpistole und etwas Geschick.
Das Leben kann schon viel Freude bereiten. Man muss es eben auch zu nutzen wissen.
Innere Ruhe
Die innere Ruhe gesellt sich immer gerne zur Äußeren. Mir wird ja immer nachgesagt, ich wäre viel zu glücklich und das permanente Grinsen wirke wie ein stetiger Angriffskrieg.
Daher habe ich mir einen Keller zugelegt. Da gehe ich dann hin, wenn es mir zu bunt wird.
@juri nello
Ähhmm.
In diesen Tagen werde ich etwas mit Kitsch überflutet. Da hatte ich das Gefühl, mich irgendwie wehren zu müssen. Trotzdem frohe X‑Mess oder so.
@juri nello
Verständlich. Aber keine Sorge, das hält hier nur kurz an.
> Allerdings, so wie Sie sich in Ihren ’normalen‹ Beiträgen ausdrücken, lese ich das etwas anders, also nicht so, wie sich hier entnehmen lässt:
Tja, ich kann nicht viel mehr tun als mir selbst treu zu bleiben. Was jemand in meinen »normalen« Beiträgen »liest« oder »nicht liest« darauf habe ich keinen Einfluß.
> »Ich lasse den politmedialen Mist nicht in mein Herz. Es wird »rational« verarbeitet und dann von mir abgestoßen.«
Dem kann ich nicht widersprechen und sehe da auch keinen Widerspruch zu meinen »normalen« Beiträgen, jedenfalls so wie ich das lese.
@all
Gleichfalls frohe Festtage
@orinoco
Wenn Paulchen meint, mich besser zu kennen, als ich mich selbst, nun ja...das soll es wohl so sein. Wir leben in verrückten Zeiten.
@epikur
»Wenn Paulchen meint, mich besser zu kennen, als ich mich selbst, nun ja.«
Jederzeit gerne behilflich, falls Sie beim »abstoßen« und »rationalisieren« mal Probleme haben sollten. lol
@epikur
Irgendwie unklar wen er jetzt gemeint hat.
Ich dachte er hat mich gemeint. Man sieht es hier auf der Webseite nicht, aber im Kommentarfeed kann man lesen wenn jemand auf einen anderen Kommentar geantwortet hat, hier »Als Antwort auf orinoco.«
Deswegen dachte ich, er hat mich gemeint.
Für das Antworten auf Kommentare gibt es hier — vermutlich wegen dem Theme — keinen Link und alle Kommentare werden »flach« angezeigt. Aber wenn man die URL entsprechend manipuliert geht es.
Irgendwie bin ich so eine Großstadtpflanze, dass ich nie etwas zum Wachsen bringe, also außerhalb des juri nelloischen Sinne, aber das Leben ist zu Ende, wenn man nicht mehr kindliche irrationale Freude empfinden kann, bei mir vor einem Fußballspiel im Stadion, auf Reisen, weil ein Kind einen anlächelt, weil man sich über einen schwachen Gag totlachen kann. Irrationale Freude macht die ganze Scheiße, die man täglich erlebt ertragbar. Den nicht mehr wahrnehmen, was um einen herum passiert, oder gar sich selbst betrügen, dass alles gut ist, kann und will ich nicht.