Der pädagogische Happen (15)

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(Schulhort. Abmeldung. Das Telefon klingelt.)

Pädagoge: „Schulhort. Herr Lehmann am Apparat. Ich grüße Sie!“

Mutter: „Ja, Hallo! Hier ist die Mutter von Jan-Felix. Da es draußen in Strömen regnet, soll mein Sohn heute nicht alleine nachhause gehen. Er könnte ausrutschen oder ein Baum könnte ihn durch Wurzelaufweichung erschlagen. Ich hole ihn heute lieber selbst ab!“

Pädagoge: „Ok. Alles klar. Ich mache einen Vermerk und gebe es an die Kollegen weiter.“

Mutter: (kommt deutlich zu spät. Überzieht um mehr als 30 Minuten ihre vertraglich zugesicherte Hortzeit für ihren Sohn.) „Ah hey. Ich habe es leider nicht schneller geschafft.“

Pädagoge: „Hallo Frau Kaditz. Leider haben Sie diesen Monat bereits fünf mal die Zeit überzogen. Vielleicht sollten Sie ihr Hortmodul entsprechend anpassen?“

Mutter: (Wütend. Uneinsichtig.) „Kommt gar nicht in Frage! Es hat halt geregnet!“

(Bisherige Folgen)

4 Gedanken zu “Der pädagogische Happen (15)

  1. @mordred

    Jup, passendes Bild! Diesen Hinweis gibt es mittlerweile an fast jeder Grundschule. Ob das hilft, dass Eltern ihre Über-Fürsorge reflektieren? Aber nicht doch! Sie wollen doch alle nur das Beste für ihre Kinder! :JAJA:

  2. Wenn ich mir das von mordred gepostete Bild anschaue, muss ich offenbar eine Art Superheld sein, denn ich wurde von meinen kinderschändenden Rabeneltern ab der ersten Grundschulklasse dazu gezwungen, einen knapp 30-minütigen Schulweg Tag für Tag ganz allein zu Fuß zu bewältigen …:

    Man nenne mich ab sofort Supercharlie! – Was für ein Irrsinn …

    Meine älteste Tochter (da war sie 8) meinte einmal zu einem ähnlichen Schild an ihrer Schule: „Können die denn auch nicht alleine aufs Klo gehen?“

    Liebe Grüße!

  3. „Wurzelaufweichung“, „Hortmodul“… :d So ein SUV mag ein Sicherheitsgefühl vermitteln – wenn der umstürzende Baum aufs Dach fällt, ist auch da Feierabend. ;)

    Für mich bezeichnendstes Utensil einer immer bekloppter werdenden Welt ist übrigens die Wahnweste, pardon: Warnweste! Wenn hier in der Gegend Grundschulklassen einen Wandertag oder Tagesausflug machen, werden tatsächlich alle in solche grellgelben Mülltüten, pardon: Warnwesten gesteckt…! Fehlt nur noch die Kuhglocke um den Hals – wobei; den 24/7-GPS-Tracker kriegen sie eh bald alle schon bei der Geburt implantiert…

    Und ich fand das als Knirps schon total dämlich und uncool, wenn wir uns Paarweise an den Patschehändchen nehmen mussten, damit ja keiner verloren geht. Ich durfte sogar noch den „Fahrradführerschein“ unter Polizeiaufsicht ohne „Helm“ machen. Unfassbar…! Wie verantwortungslos damals alle doch waren…

    Tja, und dann wundern wir uns, warum eine von Kleinauf strukturell verängstigte, Sicherheitsneurotische Generation nach der anderen stets geringere Probleme damit hat, Freiheit durch vermeintliche „Sicherheit“ einzutauschen – und auch auf elementare Bürgerrechte zu verzichten. Bug oder Feature…!?

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