Die »Pro‐Kopf‐Verantwortung«

»Ja, wenn doch nur jeder Einzelne dies und das kaufen würde, ja dann gäbe es weniger Müll, weniger Armut und weniger Kohlendioxid!«

Pro‐Kopf‐Verpackungsmüll
Pro‐Kopf‐CO²‐Emissionen
Pro‐Kopf‐Verschuldung

Die internationalen Verursacher von Massenarmut, Umweltzerstörung, Klimawandel und Müllbergen -also primär Konzerne, Banken und Milliardäre‐ werden seit Jahrzehnten durch die »Pro‐Kopf‐Berechnung« nicht nur versteckt, ihre Taten werden zu einer kollektiven Sippenhaft umgedeutet. Ganz im Sinne der Eigenverantwortung wird uns überall suggeriert, dass man mit dem Einkaufswagen die Welt retten könnte. Daran will vor allem die bequeme Mittelschicht unbedingt glauben. Politischer Widerstand erfordert Mut. Bio‐Produkte kaufen besänftigt dagegen die elitäre Selbst‐Haltung.

Warum gibt es von unserer bürgerlichen (Anzeigen-)Presse eigentlich keine Datensätze, Listen und Aufzählungen, wo wir ganz genau erkennen könnten, wer, wann und wie viel Müll produziert? Ich will Namen, genaue Daten und Adressen von Konzernen und Unternehmen statt die ominösen Länder‐Angaben! Wer genau kippt wann und wie viel Chemie‐Abfälle in die Natur? Welche Konzerne arbeiten mit kriminellen Organisationen und Geheimdiensten zusammen?

Welche Industrie‐Zweige verursachen den größten Co²‐Ausstoß? Welche Banken und Unternehmen bedienen sich regelmäßig bei unseren Steuergeldern? Wer, wann und wie viel? Statt Banken, Konzerne und die Industrie gesetzlich zu verpflichten, werden Länder und Einzelpersonen in Kollektivhaft genommen. Genau an dieser Stelle beweisen Politik und Medien regelmäßig, dass sie nicht dem Volk, sondern dem Kapital dienen.

3 Gedanken zu “Die »Pro‐Kopf‐Verantwortung«

  1. Ich habe mal vor vielen Jahren einen US Spielfilm gesehen von dem ich Titel, Inhalt und alles Andere vergessen habe, aber eine Szene brannte sich unauslöschlich ein.
    Berater: »Aber die Verfassung, Mr. President?!«
    President: »Die Verfassung, Jack? Nichts als ein wehmütiger Traum.«
    Soweit zum moralischen Standpunkt.
    Und das Volk?
    Ich empfehle an der Stelle das Studium der Quartalszahlen von VW.
    Ein Unternehmen, das nachweislich betrogen hat, sich dort, wo man nicht explizit gezwungen wird, konsequent weigert Schadensersatz zu leisten, wird fröhlich weiterhin mit Absatzrekorden belohnt.
    Nein, für mich gibt es an dieser Stelle weder Entschuldigungen noch Ausreden. Selbst Apologeten des Kapitalismus können den Anbieter frei wählen. Es wird auch niemand von Politikern oder Bankern gezwungen genau diese Marke zu kaufen.
    Das Volk findet »Eigenverantwortung« und »Kollektivhaft« mindestens so geil wie »Greenwashing«.
    Und chemische Abfälle interessieren auch nur in unmittelbarer Nähe, denn in Afrika bei der Gewinnung seltener Erden zur Smartphone Produktion gehören die einfach dazu.
    Das Smartphone ist der Durchbruch zur Unumkehrbarkeit der Umweltzerstörung, denn selbst die Leutchen, welche sich zur Rettung des Hambacher Forsts aufgemachten, haben sich zeitgemäß über WhatsApp verabredet. Wald‐Rettung durch Wald‐Vernichtung, das hat was.

  2. Willkommen in der Degeneration!

    Sind im Kapitalismus etwa auch Bio & Umweltschutz nur Geschäftsmodelle?

    Mit Konsum lässt sich trefflich alles steuern. Vor allem gegen die Wand.
    http://www.visualcapitalist.com/wp-content/uploads/2016/07/consumer-brands-full-size.html

    Man könnte da z. B. Co2‐ und Emissionszertifikate kaufen, um den Markt künstlich zu verknappen, was die unökologische Produktion verteuern sollte. Nur werden einfach neue Zertifikate auf den Markt geschmissen, falls es da mal tatsächlich eng werden sollte.
    https://www.youtube.com/watch?v=PSDSo6JjMZg

  3. Natürlich gibt es eine Eigenverantwortung der Verbraucher, nur wo liegt die? Ist es möglich, wirklich »sauber« einkaufen zu gehen?
    Und wenn ja, was ich bezweifle, ist es dann auch möglich, das dafür nötige Geld in einem Job zu erwerben, dessen Tun nicht wieder an anderer Stelle zu schweren Umweltschäden führt?
    Nein, man sollte einfach ehrlich genug sein und zugeben, daß ein »sauberes« Leben aktuell nicht geht und daß es auf etwas Anderes ankommt. Sollte sich die Politik einmal durchringen, Ökologie tatsächlich zu fördern, wird sich zeigen, wer diese Entscheidungen bereit ist, mitzutragen, und wer nicht. Darin liegt dann die tatsächliche Eigenverantwortung, wer sich dann noch querstellt, kann auch persönlich verantwortlich gemacht werden.

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