Kognitive Dissonanzen

kogni_titelWarum nennt man einen Flüchtling, der in Deutschland angekommen ist, eigentlich weiterhin einen Flüchtling? Ist er jetzt nicht ein Angekommener?

Weshalb sollte ein Problem oder ein Missstand, mit dem sich Geld verdienen lässt, überhaupt endgültig gelöst werden? Wäre das -marktwirtschaftlich betrachtet‐ nicht kontraproduktiv? Sind Süchtige nicht die besten Kunden, die es gibt?

Warum reden wir über ein Mindesteinkommen/einen Mindestlohn, aber niemals über ein Maximaleinkommen? Warum gibt es eine Lohnzurückhaltung, aber keine Gewinnzurückhaltung?

11 Gedanken zu “Kognitive Dissonanzen

  1. Türkinnen und Türken der sogenannten dritten Generation mit deutscher Staatsangehörigkeit werden in den Medien immer noch als »Deutsche mit Migrationshintergrund« bezeichnet. Nicht einfach nur Deutsche. Analog dazu wären wir heute Deutsche mit Faschismushintergrund.

    Man stelle sich nur vor, in einer Polzeimeldung über einen Einbruch würde es heißen: »Die Täter waren vermutlich Deutsche mit Faschismushintergrund«!

  2. Da fällt mir das schöne Lied von »Wir sind Helden« ein: »Gekommen, um zu bleiben«. ;)

    Ein »Flüchtling« geht in der Regel wieder, wenn der Krieg oder die Verfolgung daheim vorüber ist. Es sind ja grade die geschürten Ängste, wonach diese Leute alle bis zum Ende ihrer Tage hierher kämen, um den Michels ihre durch devote Buckelei zugestandenen Brotkrümel wegzufressen...! Außerdem ist »Angekommen« (im System) grade im linken Spektrum doch eher negativ konnotiert... ;)

    Bzgl. der süchtigen Konsumenten bin ich ja regelm. amüsiert, welche argumentativen Verrenkungen (ketten)rauchende Kapitalismuskritiker in diesem Punkt so vollziehen können...! :d

    Ein Maximaleinkommen wäre Sozialismus. Bäh. Pfui. Sowas will keiner. Man könnte als Tellerwäscher ja schließlich selbst irgendwann mal reich werden...! Höhere Einkommensteuern will keiner, auch bei der Erbschaftsteuer übernehmen viele komplett ahnungslose Unter‐ und Mittelschichtler‐Michels die Propaganda der Reichen...

    Im Übrigen gibt es über die Hartz‐Gesetze ja sehr wohl eine indirekte Vermögen‐ und Erbschaftsteuer: betrifft aber natürlich nur die kleineren Vermögen. Wer arbeitslos wird, dessen Vermögen / Erbschaft ist erst einmal größtenteils »aufzuzehren« — und damit: Ruckzuck weg...! Aufgefressen von Lebenshaltungskosten und willkürlichen Krankenkassenbeiträgen. Natürlich gelten da auch ganz andere Freibeträge als z. B. im ErbStG.

  3. ein letztes heute hier von mir: noch zwei empfehlungen:
    http://www.textlog.de/tucholsky-ruhe-ordnung.html

    http://www.textlog.de/tucholsky-an-bonzen.html

    in der verlinkten quelle gibt es noch mehr zu lesen, ich fürchte wir alle besonders die gesellschaft die deutsche sie Evolutionierte rückwärts ganz schnelle auf diese Stelle.
    Mehr entwickelte Dissonanzen geht nicht mehr auch nicht die Kognitiven.
    Ich danke euch für euer verständniss mich hier zu ertragen.

  4. @blub

    Kurt Tucholsky ist heute tatsächlich wieder aktueller denn je. Wie so viele andere Dichter und Denker, die im Neoliberalistan vergessen und verachtet werden. Bertolt Brecht, George Orwell, Aldous Huxley, Karl Marx...

  5. @epikur Da Stimme ich dir zu. Deshalb lese ich die zur Zeit noch einmal.
    Was würde wohl Orwell zur heutigen Massenüberwachung sagen die seine Vorstellungen bei weitem übertreffen?

  6. @blub

    Ich vermute, er würde ein neues Buch schreiben: »2016«. Social Media, das Internet, Mobilfunk etc. würde er einbinden und Vermutungen anstellen, wo die Reise weiter hingehen würde. In Kleinbloggersdorf und bei kritisch‐interessierten Leuten, wäre das ein Kassenschlager. Auf der Spiegel Bestseller‐Liste würde es aber nicht landen (außer es gebe viele unterhaltsame youtube‐Filmchen dazu). Und alle bürgerlichen Medien würden das Buch zerreißen, ohne auch nur groß auf den Inhalt einzugehen: »Sprachstil nicht gut gelungen« oder so ähnlich. ;)

  7. @Epikur

    Netter Zufall, ich las so eine »Kognitive Dissonanz« zufälliger Weise als Schreibfehler, vor etlichen Jahren, in einem Buch, an dessen Titel ich mich leider nicht mehr erinnere.

    Dort schrieb jemand statt »Arbeitnehmer« »Arbeitgeber«....

    ....Netter Schreibfehler, denn die meisten Arbeitnehmer sind ja doch korrekt ausgedrückt Arbeitgeber, denn diese geben ihre Arbeitskraft zur Verfügung, die der Arbeitnehmer (=der Boss) eben annimmt....

    ....sollte öfters so erhellende Schreibfehler geben....

    ...unsere Welt wäre wohl eine andere?....

    Amüsierte Grüße
    Bernie

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