»Aber liegt es nicht doch an der Person?«

Ein schönes Beispiel dafür, wie die Leitmedien immer wieder versuchen, die Linkspartei zu spalten, ihre Konzepte zu ignorieren und ihre gesamte Politik lächerlich da stehen zu lassen. Moderator Michael Hirz eiert fast in der gesamten Sendung herum, geht auf keine Antwort wirklich ein und versucht krampfhaft das Interview auf Personalfragen herunter zu brechen. Natürlich in der Hoffnung, dass Frau Wagenknecht irgendetwas belastendes über ihre Parteikollegen sagt, was dann morgen in allen bürgerlichen Massenmedien stehen würde, um die Linkspartei weiterhin nieder zu machen. Diese Medien‐Bashing‐Methode gegenüber der Linkspartei wird schon seit Jahren angewendet, aber von vielen immer noch als »Übertreibung« bezeichnet. Dabei ist es nur folgerichtig, dass die Öffentlich‐Rechtlichen, die fest in der Hand von CDU und SPD sind, sowie die privaten Massenmedien, die den Reichen gehören, keine Freunde von der Linkspartei sind.

7 Gedanken zu “»Aber liegt es nicht doch an der Person?«

  1. ...Und mittlerweile kriegen sie das auch ganz gut allein hin mit dem »Zerlegen«. Wenn man sich den sozialdemokratischen Kuschelkurs anguckt, der in der Leitung verordnet scheint — Ramelow mit seinem »DDR war ein Unrechtsstaat«-Statement, an den Rand drängen von Parteigenossen, die nicht so konventionell denken wie es die Parteirichtlinie für dieses Ziel erlaubt. Was Die Linke häufig im kleinen macht, ist 100 Mal besser als das, was aus der großen Parteiadministration kommt. (z. B. Anfragen an den Bundestag sind häufig zu kritischen Themen und die Antworten mehr als interessant).

  2. »Moderator Michael Hirz eiert fast in der gesamten Sendung herum, geht auf keine Antwort wirklich ein und versucht krampfhaft das Interview auf Personalfragen herunter zu brechen.«

    Ist das nicht ein grundsätzliches Problem des aktuellen Journalismus?
    Es wird praktisch null auf Inhalte und Sachthemen eingegangen, weil da der Konsument (und der Moderator?) — ja wir sollen konsumieren statt zu reflektieren, auch bei ›Nachrichten‹ — als überfordert angesehen wird. Auch lässt sich damit kein Aufreisser produzieren, mit Personalquerelen auf dem Niveau der Yellow Press dagegen schon.
    Dieses Narrativ schnellen und oberflächlichen Berichtens statt eines zeitlich zwar längeren, aber tiefgründigen Beitrags scheint immer mehr zuzunehmen.
    Es geht häufig nur noch um Eilmeldungen, Brennpunkte, heruasragende Ereignisse in der Form, daß die ›Fehltritte‹ nicht unseren Normen entsprechen uswusf.

    Quintessenz:

    Ähnlich wie es beispielsweise bei den vorgeblich kritischen Beiträgen zur AfD darum geht, irgendwie den Namen in die Ticker zu brettern und damit Reklame für diese Idioten zu machen, wird halt bei der Linkspartei jeder schräge Furz ihrer Mitglieder als große Krise hinstilisiert.

    Was wäre andererseits eine Partei oder schlicht eine größere Menschengruppe, die nur auf Konsens basiert? Die gibt es nicht und damit gehören Differenzen innerhalb dieser zum normalen Leben, alles Andere wäre gelogen und falsch. Nur im konstruktiven Konflikt entwickelt sich etwas weiter, alles Andere ist Stagnieren.

  3. @Siewurdengelesen

    Naja. Wenn Frau Merkel interviewt wird, dann wird sie in der Regel eben nicht mit Personalfragen bombardiert. Dann darf sie ihre Wort‐Legohülsen, ihren Bullshit‐Bingo und ihre Gummiphrasen zur Flüchtlingskrise und darüber, wie gut ihre Politik ist und wie gut es uns allen doch geht, abgeben. Das hat bei der Linkspartei also schon Methode. Und das seit vielen Jahren.

  4. »Wenn Frau Merkel interviewt wird, dann wird sie in der Regel eben nicht mit Personalfragen bombardiert.«

    A. Merkel steht ja auch allein ;)

    CDU findet ja praktisch nur noch statt und ähnlich wie die ehemalige Volkspartei SPD überbieten sich deren Mitglieder nur noch im Abgeben irgendwelcher Müllsätze zum Thema ›Flüchtlingskrise‹ und auf diesen Punkt hin schießen sich die Medien bei Fr. Merkel ein. Bei ihr steht derzeit die einzige Frage, ob sie sich nicht doch irgendwann einmal dazu ›verquatscht‹ (um eben wieder den schnellen Skandal für den Ticker zu haben & siehe auch das Geplärre um Böhmermann).
    Die Phrasen kommen ja nicht nur von A. Merkel, sondern das hat doch ebenso System wie das Abwerten politischer Gegner. Da arbeiten ganze Vereine dran, angefangen von irgendwelchen Wirtschaftsinstituten, Meinungsforschern, Medien sowieso und deren Vertreter wiederum in allen möglichen Ämtern und Positionen. Deren Stilblüten täglich herauszufiltern, kostet keine Mühe und genau da geht die bereits Gehirnwäsche los. Das Abwerten einer Linkspartei auf personelle Probleme ist dabei nur eine Facette dieses Gesamtbildes.

    Wenn dem so wäre und die Ziele und Inhalte der Parteien in den Köpfen der Menschen ankämen und verstanden würden, dürfte manche Partei gar nicht existieren. Leider funktioniert angesichts des aktuellen gesellschaftlichen Verblödungskoeffizienten das Werben über einfaches, plakatives Problemlösen besser denn je. Kausales Nach‐/Denken über mehr als ein bis zwei Ebenen is da nich. Bei M. Hirz ist die Absicht jedenfalls offensichtlich, das Interview zu drehen, in welchem Sinne auch immer und selbst das sieht kaum einer an auf Phoenix...

  5. @matrixmann: »sie ... allein« — echt? Man könnte oft meinen, die Linke bestände nur aus (Leuten wie) Ramelow... Auch hier wird regelm. immer und immer wieder nur: Personalisiert! Und an der Sache vorbeigeredet — ein Ramelow hat als Ministerpräsident (was die Kompetenzen betreffend nichts anderes ist als eine Art »gewählter Verwaltungsbeamter«) eines kleinen Bundeslandes schlicht auch keine Möglichkeiten, wirklich linke Politik durchzusetzen! Natürlich kann man die Anforderungen so hoch schrauben, um garantiert enttäuscht zu werden — und darauf kommt es vielen Linken ja offenbar auch an. Selbst ein Ministerpräsident eines vermeintlich souveränem Staates wie Griechenland gelang dies im Übrigen ja nicht...

    Und vor allem funktioniert es auch dann nicht, wenn das (tumbe) Volk ihm halt auch keine absolute Mehrheit gewähren will. Also muss er sich (wie wir alle auch tagtäglich) irgendwie »arrangieren«. Das gefällt mir auch nicht — ich halte aber überhaupt nichts davon, ständig wegen so einem Quark wie ne Horde hysterischer Klageweiber den Untergang der Linken zu bejammern... Angesichts der Kritik und Mühen, ständig zu spalten ist die Zahl von Leuten, denen man wirklich eine Form von »Kollaboration« vorwerfen kann doch insgesamt ziemlich gering, oder? Warum also die ständige Focusierung auf einzelne Leute, die halt etwas »gemäßigter« sind...?

    Du merkst selbst an, dass die Linke »im Kleinen« gute Arbeit leistet. Trotzdem werden sich dann aus dem riesigen Haufen regelm. einzelne Personen (deren »Kurs« man durchaus kritisieren kann) herausgepickt, um die »Alternativlosigkeit« des vermeintlichen »Verrats« im Stile einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung zu beschwören... :P Die Linke ist verdammt nochmal: nicht die SPD! Und die SPD war im Grunde in der Summe betrachtet noch nie »links« — mir weiterhin ein Rätsel, wie so viele Menschen sich permanent an dieser »Union für Protestanten« abarbeiten und sich künstlich empören müssen...! Man erinnere nur an Tucholsky, der schon vor zig Jahren seine liebe Not mit diesem Familien‐Kaffeekochverein hatte...

  6. @Dennis82
    Ich werde nicht leugnen, dass medial versucht wird, den Fokus immer auf Personen zu richten und auf Basis dessen Schmutzkampagnen gegen sie zu generieren. (Vieles dreht sich im aktuellen Journalismus und auch in Massenmedien um das Persönliche; jeder, der ein wenig von Psychologie versteht, schaltet angewidert ab, weil er merkt wie er manipuliert werden soll.)
    Es ist aber trotzdem zu beobachten, was in der Administration der Partei passiert. Ecken und Kanten werden abgelegt, Kritik wird an den Rand geschoben, unbequeme Meinungen oder Personen werden in die Bedeutungslosigkeit gedrängt — nicht so stark wie in anderer Parteien, wenn es Abweichler gibt, aber es ist schleichend in den letzten Jahren wahrzunehmen.
    So etwas wie Ramelow mit seinem Spruch ist dabei die Spitze des Eisberges — nur für ein bisschen Macht und Mitreden schlägt er allen Ostdeutschen, die die DDR selbst miterlebt haben, und die ihn auch wählen, eine schallende Ohrfeige ins Gesicht, und das als jemand, der auch nur die Variante der westlichen Geschichtsschreibung kennt, welche man sich teilweise tagtäglich irgendwo anhören kann.
    Vergleiche es, als wenn in Amerika ein Gouverneur sagt »Die Sklaverei war eigentlich nicht so schlimm.« — und das bei einem beträchtlichen Bevölkerungsanteil, deren Vorfahren alle nur auf Grund dessen in Amerika gelandet sind.
    Es ist eine hochgradige Beleidigung und das noch für was, was man höchst wahrscheinlich selber nicht kennt, nur aus dem, was die Geschichtsschreibung des Siegers darüber hergibt.
    Gegen Änderungen in den Konzepten und Anpassungen an die Zeit, Entwicklungen oder eigenen Fehlberechnungen sind nichts verwerfliches, das ist sogar ein Muss, wenn man nicht da landen will, wo die anderen gelandet sind — man kann aber auch seinen Charakter ausverkaufen und das ist das, was sich subtil andeutet.
    Vergiss nicht, die anderen widerständischen Parteien wurden auch nicht an einem Tag umgekrempelt; das passierte über viele Jahre und Jahrzehnte, indem, dass die alten Leute gestorben und die Richtigen für diese Aufgabe (Infiltration) in die Lücken nachgewachsen sind. Irgendwann gab es nur noch Vereinzelte, die eine Einstellung mit einem Profil pflegten, die für die Steuerung des Parteikurses aber völlig unrelevant gewesen sind.

  7. Ist das Leben von Anfang an nicht »maliziös« oder deutsch: übelwollend, tückisch, fehlbehaftet........?

    Seit der Mensch auf Landwirtschaft setzt, stieg der
    körperliche, mentale und zeitliche Aufwand immer mehr um überhaupt erst einmal den Körper am Leben zu erhalten.

    Krankmachende Bakterien und Viren oder die Abermilliarden von verschiedenen Krankheiten und körperlicher Einschränkungen. Diese Liste ist so lang wie der Äquator breit ist.

    Selbst wenn einer davon nicht betroffen ist (ein kleines Wunder), so wartet doch am Ende das Alter, der Verschleiss und damit einhergehend meist der Verlust der bis dahin so liebgewonnen und selbstverständlichen körperlichen Autonomie.

    Warum in aller Welt versucht man so eine Konstruktion weiter am Leben zu erhalten frage ich euch?
    Die Liebenden die sich vermehren — seid ihr denn blind ?
    Die Weltverbesserer — seid ihr so hoffnungslos naiv?

    Hört auf , hört auf mir von einer schönen Welt vorzulesen, zündet die Atomwaffen und gibt der Menschheit den verdienten Gnadenstoß.

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