Die Logiklücke

logik_titelGeld regiert die Welt, so sagt man. Und wer hat das Geld? Banken, Konzerne, Hedgefonds‐Manager und die vielen weltweiten kriminellen Mafia‐Organisationen und Drogen‐Kartelle. Wer aber behauptet, dass genau die uns regieren und beherrschen, gilt als Verschwörungstheoretiker. Kann mir das mal jemand erklären?

10 Gedanken zu “Die Logiklücke

  1. Ich halte das für keinen Widerspruch. Banken, etc. beeinflussen zwar die Politik. Aber das all diese Geldanhäufer zusammenkommen und als geheime Schattenregierung agieren ist halt (hoffe ich zumindest) nicht richtig. Durch ihre Macht können sie die eigenen Interessen in die »richtige« Politik umformen. Diese wird dann von Politikern interpretiert und umgesetzt. Allerdings setzen sie diese Potlitik niemals selbst um.

  2. @chriwi

    Ob es eine geheime »Schattenregierung« gibt, jemand der »gezielt« die Gleichschaltung der Medien und Parteien steuert oder -wie in diesem Beitrag vom User Guest diskutiert- ob die Arbeitslosigkeit bewusst verursacht wird, spielt am Ende keinerlei Rolle. Denn de fakto sind das gegenwärtige Zustände. Und irgendjemand wird dafür schon verantwortlich sein. Das ist alles kein Schicksal.

    Ist es wichtig, ob ein Konglomerat von Herrschenden/Oligarchen/Bankern/Netzwerkern etc. den Kurs vorgeben oder ob nur »einer« am Schalthebel sitzt? Soll das die relevante Unterscheidung für die »Verschwörungstheorie« sein?

    Und natürlich (be-)herrschen, diejenigen, die das Geld haben. Durch viele Methoden und Mechanismen. Nur wer das laut sagt, gilt als Spinner. Das ist doch absurd.

    P:S: Zurück aus dem Kurzurlaub aus Brandenburg. Entschleunigung ist ein wahrer Segen...

  3. »Soll das die relevante Unterscheidung für die »Verschwörungstheorie« sein.«

    Ja. Der »eine« wird in der Praxis die »eine« Gruppe sein , allererster Kandidat die jüdische Weltverschwörung , daher zurecht als Verschwörungstheorie bezeichnet.

    Der tatsächliche Prozeß dürfte einfach eine immer heftigere Konzentration von Geld und damit von Macht sein , die immer stärker wird und sich selber dynamisiert , und auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig läuft .
    Das ist keine Verschwörungstheorie , wer sie dennoch so bezeichnet , steht im Verdacht der versuchten Diffarmierung von Kritik.

  4. Buchtipp: Fabian Scheidler: Das Ende der Megamaschine

    Super spannend und dennoch leicht lesbar und flüssig geschrieben. Mit viel geschichtlichem Hintergrund erklärt der Philosoph und Historiker Scheidler, warum die Dinge so sind, wie sie eben sind.
    Nach der Lektüre glaubt man zumindest nicht mehr daran, dass Politiker irgendetwas bewirken könnten.

  5. @epikur
    »Ist es wichtig, ob ein Konglomerat von Herrschenden/Oligarchen/Bankern/Netzwerkern etc. den Kurs vorgeben oder ob nur »einer« am Schalthebel sitzt?«

    Ich denke, es ist wichtig. Die Frage ist ob diese Beeinflussung systemisch ist oder nicht. Kein Reicher setzt sich hin und schreibt Gesetze. Sie besitzen Unternehmen die Gewinne fabrizieren sollen. Diese Unternehmen haben Lobbyisten die Gesetze schreiben. Die Reichen finanzieren Forschungsinstitute über Stiftungen. Diese Stiftungen finanzieren vorangig Untersuchungen wo sich rausstellt, dass Stiftungen gut sind.
    Diese zwei Beispiele machen vielleicht klar worauf ich hinaus will. Das System der Günstlinge sorgt für eine Stabilisierung der Macht der Reichen. Obwohl diese Günstlinge nicht reich sind, glauben sie vom Reichtum zu profitieren. Dazu muss der Reiche nicht viel machen. Er zieht diese Günstlinge an. D.h. das System strukturiert sich selbst, sodass es stabil ist. Es wird nicht irgendwie aufgebaut. Darum ist es sehr schwer zu ändern. Selbst wenn alle Reichen dafür wären, dass sie viele Steuern zahlen, würde das System sie wahrscheinlich daran hindern. Steuerberater würden Lücken finden, Manager würden Arbeitnehmer ausbeuten, etc.

    »Und natürlich (be-)herrschen, diejenigen, die das Geld haben. Durch viele Methoden und Mechanismen. Nur wer das laut sagt, gilt als Spinner. Das ist doch absurd.«
    Da widerspreche ich nicht. Nur ist die Dynamik und Struktur unseres Gesellschaftssystem sehr komplex. Ein gutes Beispiel um das zu verdeutlichen sind wir selbst. Bezogen auf viele Länder dieser Erde sind wir wohlhabend bis reich. Wir kaufen billig ein und kriegen im Grunde von der Ausbeutung, den unfairen Verträgen die unsere Regierung mit vielen Ländern ausarbeitet, Subventionen, Militäreinsätzen, etc. kaum etwas mit. Das passiert alles im Hintergrund und wir profitieren davon. Ein armer Mensch in Afrika kann uns zurecht vorwerfen, dass wir ihn ausbeuten und die Macht haben. Wir haben die Macht ja auch, aber eben nur indirekt. Eine Änderung ist schwierig, weil es viele Menschen auf vielen Ebene gibt die profitieren, eben auch in den armen Ländern. Das heißt nicht das man es nicht versuchen sollte.
    Ich bin auch dafür, dass man extremen Reichtum einzelner vermeiden sollte. Dieser Reichtum ist eine unglaubliche Ressourcenverschwendung und ein Meinungskonzentrator.

  6. @epikur: Du meinst bestimmt die Podiumsdiskussion mit Daniela Dahn? Egal — Hol dir das Buch. Es lohnt sich.
    Nur so: Deine Blogartikel, die ich nun auch schon einige Jahre lese, sind übrigens meist hervorragend. Das wollte ich schon länger mal sagen.

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