»Ich liebe mein Kind!«

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© epikur

Ich sage ja nicht, dass ich meinem Kind keine Grenzen setzen und ihm alles erlauben würde. Aber ich liebe mein Kind! Ich verstehe echt nicht, warum ich mich dafür ständig rechtfertigen muss? Besonders vor anderen Müttern, Erziehern und Lehrern. Alle wissen sie es besser. Dabei habe ich meinen Sohn im Bauch gehabt. Ich versorge ihn mit ausreichend Essen, Trinken und Liebe. Ich gebe einen Haufen Geld für meinen Nachwuchs aus. Ich kümmere mich um ihn, wenn er krank ist. Ich lasse mir da von Niemandem reinreden! Erst recht nicht von anderen Vätern oder kinderlosen Männern. Die haben sowieso keine Ahnung, wie man sich als Mutter so fühlt. Ich allein bestimme, wie ich mit meinem Zögling umgehe. Basta!

Ich kann es beispielsweise gar nicht leiden, wenn man mir verbieten will, über mein Kind zu sprechen. Letztens meinte doch ein angeblicher Kumpel zu mir, ich würde über gar nichts anderes mehr reden und das würde ihn nerven. Tja, dann soll er sich halt verpissen, muss er sich ja nicht anhören! Ich finde es einfach toll, mein Kind bei der Entwicklung zu beobachten. Gerade in den ersten Jahren, da passiert einfach so viel. Das muss man doch alles festhalten, oder nicht? Am besten auf ganz vielen Fotos und Videos. Und das sollen ruhig auch alle auf Facebook sehen. Ich bin eben sehr stolz auf meinen kleinen Mann. Besonders wenn er lacht, ist er total süß und niedlich. Da muss man ihn einfach knuddeln und gern haben.

Klar, mein Kind muss auch lernen auf andere Rücksicht zu nehmen. Zum Beispiel im Kindergarten oder in der Schule. Da sind ja auch andere Kinder und so. Aber was ich gar nicht leiden kann, ist, wenn andere Kinder auf dem Spielplatz ihr Spielzeug nicht mit meinem Sohn teilen wollen. Er fragt auch nur deswegen nicht, weil er sich nicht traut. Aber deswegen sollten die anderen Kinder nicht gleich so egoistisch sein, oder? Und wenn ich mal mit Bus und Bahn unterwegs bin, und mein Sprössling mal etwas lauter ist, mit den Schuhen auf den Sitzen rumturnt oder in der Bahn fangen mit mir spielen will, gucken viele Fahrgäste sofort genervt. Was mir aber echt egal ist. Solange mein Sohn noch so klein ist, darf er sich ruhig ausprobieren. Manchmal beschweren sich sogar welche, aber denen konter ich immer: »Kümmern Sie sich um ihren Kram. Es ist mein Kind!« Was fällt denen auch ein, sich einzumischen.

Ich weiß ja schon, dass ich nicht die einzige Mutter auf der Welt bin und es auch andere Themen gibt, aber die Bedürfnisse meines Sohnes gehen nun mal vor. Er ist doch noch so klein, unschuldig und schutzbedürftig! Da muss man einfach Rücksicht nehmen. Besonders die Männer, die nur an sich denken. Ständig wollen sie ihre Bedürfnisse befriedigt sehen. Solange die Kinder wach sind, geht das aber alles nicht. Das sollten sie endlich begreifen! Ich gebe den Kindern eine Tagesstruktur vor und daran sollten sich auch die Väter halten. Er kann zum Beispiel nicht von der Arbeit kommen und sich dann was warm machen oder ein Feierabend‐Bierchen trinken. Dann will unser Sohn das auch. Das geht nicht! Er muss schon warten, bis Abendbrot‐Zeit ist oder der Kleine schläft. Da muss er halt durchhalten oder unterwegs was essen und trinken. Er ist sonst ein schlechtes Vorbild.

Ich finde schon, dass ich eine gute Mutter bin und ich lass mir von niemandem was anderes sagen. Schließlich liebe ich mein Kind über alles!

Vater: »Du Schatz, wir sollten mal über die Situation von heute Nachmittag sprechen.«
Mutter: »Was genau meinst Du?«
Vater: »Wir sollten an einem Strang ziehen, was das konsequent sein angeht.«
Mutter: »Willst Du mir damit sagen, dass ich eine schlechte Mutter bin?«
Vater: »Nein, ich möchte gerne sachlich mit Dir darüber sprechen.«
Mutter: »Du redest immer nur schlecht von unserem Sohn. Liebst Du ihn gar nicht?«

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