Die innere Diktatur

Die Diktatur wird oft als drohendes Mahnmal am Horizont beschworen. Ob Datenkraken, Monopolisten, Überwachungs‐ oder Sicherheitswahn: die Diktatur ist das dunkle Firmament am Sternenhimmel. Viele Blogger‐Kollegen schreiben intelligente Beiträge, indem sie auf eine mögliche diktatorische Zukunft hinweisen, sollte es in vielen politischen und wirtschaftlichen Bereichen keine anderen Weichenstellungen geben. Was ich mich immer wieder frage: wie ist es  eigentlich mit der demokratischen Gesinnung der Mahner selbst bestellt?

Feynsinn schreibt über den »Gesundheitsterror« und betont, dass das Bundesverfassungsgericht »dem Schutz der Gesundheit den Vorrang vor den Freiheitsrechten« einräume. Dies sei der Weg »zur Errichtung einer Diktatur«. Im gleichen Atemzug des Mahnens, schließt er für diesen Beitrag die Kommentare. Er möchte keinen »ideologischen Sermon« lesen. Vor einer Diktatur warnen, sie aber selbst im gleichen Beitrag installieren, weil man keine anderen Meinungen lesen will?

Mir fällt auch auf, dass es mittlerweile immer mehr Blogbetreiber gibt, die Kommentare nicht sofort zulassen, sondern sie erst freischalten. Ich habe nicht das Gefühl, dass es mehr Trolle und Nazis gibt, die es nötig machen. Was hier passiert, ist eher eine Art von Vor‐ und Nachzensur.

Ich möchte hiermit keine Blogger persönlich anmachen. Ich lese Feynsinn und auch alle anderen in unserer Blogliste vertretenen Blogs (und noch einige mehr) sehr gerne und halte sie zum Aufbau einer Gegenöffentlichkeit für immens wichtig. Trotzdem plädiere ich dafür, mal darüber nachzudenken, was Diktatur wirklich bedeutet. Diktatur sind nicht immer nur die anderen.

30 Gedanken zu “Die innere Diktatur

  1. Na, also. Jetzt wird ein wenig der Faden verloren. Die innere Diktatur steht hier im Gegesatz zur möglichen großen von außen aufgezwungenen. Das Selbstbestimmungrecht des bloggers in seinem Wohnzimmer gegen mögliche staatliche Willkür bzw. Planung. Dann kann ich auch jeden, der mich nicht direkt in sein Haus lässt als möglichen Diktator bezeichnen. Ein blog ist nach wie vor kein Forum. Hier liegt einer der vielen Unterschiede begraben. Das viele blogger Kommentare nicht direkt zulassen, hat weniger mit Zensur, sondern mit Spam zu tun. Hätte ich z.B, diese Erstkontrolle nicht, dann könnte ich jeden Tag Tonnen an Spam raussortieren. Ich schaue beim Erstkommentar einer Person lediglich nach, ob dahinter Spam ist, sonst gar nichts. Und selbst dies ist mitunter nicht mehr sicher, denn eine nicht unerhebliche Menge des Zeugs hat sich bereits darauf eingestellt, und reagiert ganz bewusst auf bestimmte Themen.

    Sorgt dafür, dass es keinen Spam mehr gibt, dann hört das auch auf. Und was den ideologischen Sermon angeht. Bei Themen wie z.B. Rauchen, endet sowas immer in sinnlosen Diskussionen pro/contra Rauchen, was lediglich einen blödsinnigen Grabenkrieg verstärkt, aber i.d.R. kaum um das Thema was beschrieben wurde. So etwas ähnliches hatte ich mal bezüglich Klimadebatte. Blöderweise krieg ich bei so Zeugs immer emails. Das ist nicht erfreulicher. Da würde ich auch verdammt gerne den Briefkasten am liebsten zumachen.

  2. finde auch, sinnlose glaubenskriege wie zb beim thema rauchen oder übelste entgleisungen in bild — manier muß ein blogbetreiber seinen lesern nicht zumuten. und mit diktatur hat das m.e. nichts zu tun.

  3. Es besteht die Möglichkeit zu Antworten. Auf einen Blog! So wie ich jetzt meine Meinung hinausschreibe in die weite Welt. Das waren noch Zeiten. Als Bloggen erklärt wurde, damit ein Verständnis darüber entsteht, dass es mit Briefpapier nicht funktionieren würde zu lesen was andere an die weite Welt adressieren. Ohne ein dringendes Bedürfnis eine Antwort zu geben war es faszierend oder langweilig einen Blogg zu lesen. Wer bloggen will und auf Antworten wartet sollte tatsächlich lieber in einem Forum Guten Tag sagen. Und wer auf einen Blogg antwortet so wie ich, der hat irgenwas verpennt und nichts anderes zu tun.

  4. Lieber antiferngi, ich kann Dir nur bedigt zustimmen was den Wohnzimmervergleich angeht. Ein blog ist sicher kein Forum, aber auch kein heimisches Wohnzimmer: dann müsste ich den Stecker nach draußen ziehn.
    Was auch immer ich veröffentliche, kann auf Zustimmung, Ignoranz oder Ablehnung stoßen; solange die Meinungen nicht verletzend sind, sind sie legitim. Über Sinn oder Unsinn solch eines Pluralismus‹ zu urteilen, ist schwierig.

  5. Immer gleich nach Zensur zu rufen zeigt meines Erachtens von der Unkenntnis des Hasses, der beim Thema »Rauchen« entstanden ist.

    Ich betreibe eine raucherfreundliche Newsseite und wenn ich alle Kommentare, meist mit erfunden Emailadressen wie »niedermeieristein.arsch.de« oder »fick.dich.suchtkrueppel.de« (und das sind noch die harmlosesten) sofort veröffentlichen würde, hätte ich pausenlos Verfahren am Hals. Ich habe es bei mir so geregelt, dass man seinen Beitrag mit einer gültigen Email‐Adresse freischalten muss, wobei ich allerdings die meisten Wegwerfadressen blockiert habe. So kann ich im Falle einer Anzeige an den Täter verweisen.

    Die Spaltung der Menschen in angeblich gute (Antiraucher) und böse (Raucher) funktioniert. Ich habe noch niemals einen derartigen Hass erlebt wie bei diesem Thema. Dieser Hass wird zum Teil sogar auf Familienmitglieder ausgedehnt.

    Ich stehe auf dem Standpunkt, dass ich solchen Leuten keine Plattform auf meinen Webauftritten geben will und verstehe jeden, der ähnlich denkt.

  6. Hi Werner, nach 30 Jahren gelungener Rauchrekarriere habe ich vor 3 Jahren endgültig aufgehört. Und ich muss ehrlich sagen, dass mit dem, was da derzeit passiert, nur ein Vehikel konstruiert wird, die Gesellschaft weiter zu spalten.
    Also moralisch und solidarisch bin ich jetzt mehr Kettenraucher als ich es als Raucher jemals war.

  7. Zensieren will ich nicht, allerdings dulde ich auch keine Beschimpfungen und Ausdrücke auf meinem Blog. Darum habe ich mir vorbehalten, die Kommentare kurz zu sichten, bevor ich sie freischalte. Das ist alles an Begründung.

  8. Ich bin ein Staat und zensiere meine Bürger — oder wie? Ein wenig gehen die hier die Kategorien flöten. Ich hatte bereits zwei Diskussionen übers Rauchen„ als es mir gar nicht ums Rauchen gint, ein dritttes Mal habe ich mir dieses Gegeifer erspart. Und prompt fand sich ein Eiferer, der dann unter einem anderen Posting schwadronierte, ich dürfe ja vor der Tür eine schachtel Kippen rauchen. Eine Diskussion um das Rauchverbot ist schlicht unmöglich, weil mehr als die Hälfte der Diskutanten dabei Amok läuft. Mir deshalb »Zensur« vorzuwerfen, zeugt nicht gerade von einem wachen Geist.

  9. Wer viel unter Spam leidet, Beschimpfungen bekommt oder wirklich Trolle auf seinem Blog hat, hat auch keine Möglichkeit, als die Kommentare erst freizuschalten. Es gibt aber eben auch Leute, die schon im Vorfeld ideologisch filtern möchten oder eben nur die Jubel‐Kommentare freischalten. Was auch jedem selbst überlassen ist. Als Blogbetreiber ist es sein Hausrecht. Dann aber von einschränkender Meinungsfreiheit bzw. drohender Diktatur in Beiträgen zu sprechen, und sie im selben Atemzug auf dem eigenen Blog einzuschränken bzw. sie zu kontrollieren, ist wenig glaubwürdig, oder?

    @flatter

    Ich würde von Kritik sprechen und nicht von »Gegeifer« oder »Amok laufen«. Und ohne auf das Thema Rauchverbot näher einzugehen, ist es eben ein sehr emotionales Thema. Die einen fühlen sich seit Jahren in ihrer Freiheit eingeschränkt, rauchfrei atmen zu können und die anderen fühlen sich nun zunehmend in ihrer Freiheit eingeschränkt rauchen zu können, wo sie wollen. Sicher sind die Gräben hier tief. Eine Diskussion von vorne herein abzuwürgen, halte ich aber für wenig fruchtbar.

  10. Der Herr Feysinn musste mich sogar beleidigen und aus seinem Blog verbannen, weil ich seiner Einschätzung: »Eine staatlich verordnete Pflicht zur Gesundheit ist ein hinreichendes Mittel zur Errichtung einer Diktatur« widersprochen habe. Man kann ja vom Rauchverbot im öffentlichen Raum halten, was man will, aber kann man von einer Gesundheitspflicht mit Diktaturgeschmack zu sprechen, wenn jeder vor der Kneipentür die Kippen (völlig zurecht) stangenweise rauchen kann? Ich denke nicht. Genauso wie niemand gezwungen ist, eine Raucherkneipe zu betreten, wird auch kein Raucher gezwungen, in rauchfreien Räumen zu verharren.

    Meiner Einschätzung nach handelt es sich beim sog. ›Nichtraucherschutz‹ um einen Ausgleich von Freiheitsrechten bei Rauchern und Rauchfreien. Die Freiheit der Einen beruht doch fast immer auf der Unfreiheit der Anderen. Das Rauchern nun ein Stück ihrer Freiheit zugunsten der Freiheit der übrigen Bevölkerung beschnitten wird, schmerzt die Raucher sicher. Aber hier gleich den Hitler vor der Haustür zu wähnen (wie ebenfalls Spiegelfechter Jens Berger), ist einfach nur peinlich, geschichtslos und erschreckender politischer Stammtisch.

    An solchen ›Argumentationen‹ offenbart sich ein Egoismus, der die zahllosen Opfer realer Diktaturen instrumentalisiert für das eigene Stück totale Raucherlaubnis immer und überall. Und dabei wird mir wirklich übel! Da haben für mich so einige vermeintlich ›aufgeklärte‹ Blogger ihre Unschuld definitiv verloren...

  11. Hallo Epikur,

    wieso schreibst Du »Eine Diskussion von vorne herein abzuwürgen, halte ich aber für wenig fruchtbar.«?

    flatter hat es schließlich zweimal versucht! Und was man dann in den Kommentaren lesen konnte (u.a. auch beim Spiegelfechter zum selben Thema) hat eben nichts mehr mit »Kritik« zu tun, denn Kritik setzt grundsätzlich voraus, dass man sich die Argumente des Gegners erstens anhört und zweitens versucht, sie kognitiv zu verstehen.
    Beides ist bei diesem Thema, zumindest im Netz, nicht der Fall. Gerade von der Rauchverbots‐Fraktion liest man überwiegend stumpfe Hasstiraden. Gegeifer eben.

    Abgesehen davon ist flatters Blog keine staatliche Einrichtung. In diesem Zusammenhang von »Diktatur« zu sprechen ist schlicht albern. Ich denke, dass jeder, der bei flatter vorbeikommt, um zu diskutieren bzw. Kritik im o.g. Sinne zu äußern, willkommen ist. Wer aber einfach nur seinen Hass in die Gegend speien will, der findet dort eben kein Forum.

  12. Hallo Dani,

    danke für dieses schöne Beispiel. Gerade der letzte Absatz unterstreicht meinen Standpunkt aufs trefflichste. Soweit mir bekannt, hat flatter nirgends eine »totale Raucherlaubnis immer und überall« gefordert. :)

    Da werden dem anderen einfach mal erfundene Aussagen in den Mund gelegt und dann regt man sich über diese erfundenen Aussagen so richtig auf. Besonders zielführend ist das ja nicht. Ich hätte auf dieser »Grundlage« jedenfalls auch keine Lust zu diskutieren.

  13. @epikur:
    Dir mal zur Erklärung: Ich moderiere Kommentare. was äußerst selten dazu führt, daß ich welche lösche. In aller Regel warne ich die Kommentatoren vorher und weise auf Regeln hin — die aufzustellen ich mir allerdings erlaube. Eines der besten Mittel dazu ist die Funktion, Erstkommentare freischalten zu müssen. Es hat mir schon gereicht, was du da offen lesen kannst. Was ich alles nicht freigeschaltet habe, ist nochmal zwei Schubladen drunter. Das gebe ich mir nicht dreimal.

  14. Ich denke auch, dass der Vergleich Saat/Blog kräftig hinkt. Schließlich geht es beim Bloggen nicht um das Wohl von Vielen bzw. ist es davon nicht abhängig. Ob nun jemand zensiert oder kontrolliert oder gar nichts macht ist halt die Art wie das Blog geführt wird. Hier gibt es keine Lösung für alle.

    Dass modierierte Kommentare weniger Userfreundlich sind, würde bestimmt jeder Unterschreiben, auch von denen oben, die es tun. Aber jeder hat halt seine Art mit Feedback und der Interaktion umzugehen.

  15. Nach meinem Verständnis ging es in Flatters Beitrag schon gar nicht mehr um das Pro oder Contra des Rauchens. Er hat ja ausdrücklich anempfohlen, über die Folgen dieser Politik zu meditieren und da sehe ich schon das ein oder andere Übel am Horizont, wenn auch der Hitler‐Vergleich freilich etwas überstrapaziert ist.
    Das Verbot und die Forderung nach Weiteren fügt sich meiner Meinung nach eher in das Gesamtbild einer allgemein zunehmenden Kultur der Bevormundung. Beim Thema Gesundheit äußert sich das z.B in einer verstärkten Überbetonung von Sport, möglicherweise damit verbunden die Absicht, menschliches Humankapital weitgehend in Stand zu halten, damit es um so effektiver ausgepresst werden kann. Dann heißt es nicht mehr »treib doch mal Sport, es ist gut für dich« sondern »du treibst jetzt Sport«. In manchen Ländern ist es ja schon üblich, dass die Belegschaft vor der Arbeit sich zur kollektiven Gymnastik versammelt.
    Auf dem Weg zur vollendeten »Volksgesundheit« ist absolutes Rauchverbot nur eine Etappe, solche Veränderungen vollziehen sich heutzutage, wie in anderen Bereichen auch, nur Scheibchenweise — hauptsache schön garniert mit heftigen Grabenkämpfen.

  16. @Wolfgang: ja, da hast du vielleicht eine zugespitzte Unterstellung gefunden. Und wenn das, um in deinen Worten zu sprechen, ›stumpfe Hasstiraden‹ und ›Gegeifer‹ der Einschränkunsbefürworter sind, was sind dann Hitlervergleiche (›Hitler war Nichtraucher‹) und Analogien zur Judenverfolgung (siehe verunstaltetes Gedicht von Niemöller beim SF)? Hast du den Diskurs so umfassend analysiert, dass du objektiv beurteilen kannst, »gerade von der Rauchverbots‐Fraktion« käme überwiegend Blödsinn? Ich finde diese Schwarze‐Peter‐Zuschieberei echt erbärmlich.

    Und um auf den Eingangsbeitrag zurückzukommen: es sind gerade die angesprochene propagandistische, verklärende Bildsprache und historische Vergleiche einiger vermeintlich aufgeklärter linksliberaler Blogger, die mich zweifeln lassen, wie es denn um diese aufgeklärte Haltung wirklich steht, wenn es plötzlich um eine Einschränkung eigener Gewohnheiten und Freiräume zugunsten Anderer geht. Das Einwände mal eben einsilbig als ›Schwachsinn‹ abgekanzelt werden und man komplett gesperrt wird, ohne sich überhaupt ausfallend geäußert zu haben, trägt da noch erheblich zu meinen Zweifeln bei.

  17. Leider gibt es wirklich einige Themen, die emotional aufgeladen sind und zu wenig sachlichen Diskussionen führen.
    Was mich aber mehr stört, wenn andere Blogs (denke da an einen bestimmten ...) regelmäßig Kommentare, die den Artikel kritisieren oder Kommentatoren von einer Seite einer Debatte sperren ...

  18. Dani,

    »Sorry, was ist das für ein Blödsinn. Niemand hindert dich daran, vor die Tür zu gehen und 100 Packungen Kette durchzuziehen.« — kommentiert unter einem anderen Artikel, weil ich wegen der Erwartung solcher Genieleistungen die Kommentare geschlossen hatte.
    »Dein Artikel bleibt für mich trotzdem der letzte Schwachsinn und symptomatisch für den Politik‐Horizont am Stammtisch«
    »Na und? Wirf mich doch raus.«
    Das sind Zitate von dir.
    Kotzt mich ziemlich an, das hier mit dir ›diskutieren‹ zu müssen. aber ich möchte deine Verdrehungen so nicht stehen lassen. Daß man »gesperrt wird, ohne sich überhaupt ausfallend geäußert zu haben« und ich hätte dich »beleidigt« ist — zumal in der Kombination — schlicht gelogen. Provokativ, aggressiv, verlogen -
    Ich habe dich rausgeschmissen, weil ich Trolle wie dich nicht brauche. Das kann ich auch anderen nur wärmstens empfehlen.

  19. Ich zensiere. Ich tue das, weil ich glaube, dass Toleranz eine feine Sache ist — wenn sie zwischen Toleranten stattfindet. Ein Ausländerhasser oder werweißwasfüreiner ist nicht tolerant: ich bin es ihm gegenüber auch nicht. Menschenschlächter (und seien es nur welche im Geiste) nicht zu Wort kommen zu lassen, damit sie nicht zur Tat schreiten können: das ist Demokratie, nicht Diktatur.

  20. @ Roberto:
    Ich weiß ja nicht, was du zensierst, aber ich finde, es ist ein Unterschied, ob man menschenverachtende, faschistische, sozialdarwinistische o.ä. Kommentare nicht zulässt (das mache ich auch) und damit die Freiheit; Toleranz und die Menschenrechte gegen ihre Feinde verteidigt, oder ob man einfach andere Meinungen nicht gelten lässt (wie bei manchen anderen Blogs das offensichtlich der Fall ist — dich meinte ich gar nicht ;) ).

  21. Sagt mal, was treibt ihr eigentlich da Leute? Ist das eine neue Form von Kontrolle? Gegenseitige Beobachtungen und Bewertungen unter bloggern, nach ihrem Kommentarverhalten? Ist das die Freiheit der Vielfalt, die man meinte? Der optimierte blogger, nach allgemeinem Meinungsverhalten wie der auszusehen hat? blogger mit vielen Lesern haben unter Umständen nun mal auch viele Kommentare, und müssen selber entscheiden wie sie damit umzugehen haben. Der eine darf, der andere nicht?
    Was soll das werden, Leute? Die Geschichte mit der inneren Diktatur, kann zu einer endlos langen Schleife werden. Und ihr seid gerade dabei, euch selber mit einzubeziehen.

  22. @flatter

    Ich mag Deinen Blog, sehr sogar. Aber die Diskussion zu unterbinden, weil Du Dir »das nicht mehr antun« willst...

    Ich sehe das anders. Wenn ich Gäste habe (und als Leser Deines Blogs sehe ich mich als Dein Gast), verbiete ich ihnen nicht den Mund, bloß »weil ich mir das nicht antun will« zuzuhören!

    Insbesondere dann, wenn der Widerspruch die Zustimmung überwiegt, oder wenn ich den Eindruck habe, da verrennt sich einer in der Diskussion, ist das für mich kein Grund für ein »jetzt haltet alle das Maul« (so empfinde ich (D)eine Kommentarsperre). Man muss die eigene Position nicht aufgeben, aber wenigstens sollte ein Blogger wie Du bereit sein, sie im Licht der Kommentare zu überdenken.

    Übrigens nicht nur Du liest die schwachsinnigen Kommentare, andere Besucher/Kommentatoren auch. Und sie setzen sich damit auseinander. Das ist (auch dann) das Schöne an Blogs: Man diskutiert. (Zugegeben manchmal mit geistigen Teelichtern oder Trollen.)

    Wenn Du die Kommentare gleich abwürgst, ist das IMO kein Zeichen von argumentativer Stärke der eigenen Position sondern bloß eine Demonstration der Macht des Hausherrn.

    Zum Schluss nur noch ein Satz zu Deinem Beitrag in Deinem Blog: Ich halte Deine Argumente für sehr schwach.

    [Das diskutiere ich aber nur mit Dir, wenn Du die Kommentare dazu dort bei Dir öffnest. Ich werde nicht Epikurs Diskussionsseite dazu missbrauchen.]

    @Roberto
    Ja, nicht jede Zensur ist Diktatur. Man kann, man darf nicht alles tolerieren. Das unterschreibe ich jederzeit!

    Wenn also flatter zensiert hätte, weil jemand (wie Guardian es schreibt) »menschenverachtende, faschistische, sozialdarwinistische o.ä. Kommentare« abgelassen hätte. hätte er meine volle Zustimmung bekommen!

    Alle Kommentare en bloc abzuwürgen, ist dagegen IMO der bloße Unwille sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. Und das ist sehr wohl Diktatur, offenbart sogar Schwäche. — Und IMO gerade bei flatters Blog sehr schade!

    Gruß
    OmniBus56

  23. @Omnibus: Ein letztes Mal verweise ich darauf, daß die Diskussion bereits zweimal gelaufen war und es sich gezeigt hat, daß die Artikel dabei kaum beachtet wurden. Zu behaupten, ich stellte ich nicht der Diskussion, ist also Unsinn.
    Das ist übrigens nicht das ersta Mal, daß ich die Kommentare vorab dicht gemacht habe. Es geht nicht darum, eine Diskussion abzuwürgen, sondern ein Geschrei, das mit Diskussion nichts zu tun hat. Dazu ist mein Blog nicht da, dazu ist mir die Zeit zu schade und so etwas führt zu einer Atmosphäre, die wirklich kritische Diskussionen verhindert. Ich stehe zu dieser Entscheidung.
    @antiferengi: Ich sehe das ganz entspannt. Ich bin völlig anderer Meinung als epikur (wie schon öfter mal), aber ich fühle mich auch nicht angepißt. So viel Dissens kann man aushalten, wenn die Auseinandersetzung im Gros Substanz hat. Ich betrachte auch Gepolter wie »Diktatur« und »Zensur« nicht als Beleidigung. Aus meiner Sicht ist das reichlich überzogen, aber ich selbst bin ja auch kein Kind von Traurigkeit. Also hinsetzen und erst mal eine Kippe und ein Pils, vom Kindergeld abgespart.

  24. Wenns ums Rauchen geht, ist Feynsinn ein Diktator.

    Das darf ich hier schreiben, aber nicht drüben.

    Denn er bedient sich der Methoden

    der Diktatoren!

    Leider ist der Nichtraucher weniger Wert für den Feynsinn,
    weil der Nichtraucher kritisiert ihn,
    den Feinsinn allabendlicher Kokelgerüche.

    Ein Affront,
    Welcher gebannt gehört!

    Nur das der Raucher gedemütigt wird, ,
    Och jeee,
    das er geknechtet ist,
    och nee,
    das ihm Leid zugefügt wird,
    oh weh!
    Das sieht der Feynsinn!

    Für alles andere ist er blind
    ja für alles andere ist er blind!

    Liebe Grüße

    Hannzi

  25. wenn ich das hier lese, vergeht mir die lust am bloggen vollends

    muss man sich mit jedem schwachsinn auseinandersetzen, jeden noch so bekloppten kommentar freischalten, nur weil man öffentlich bloggt? wer die zeit und lust dazu hat, kann das ja gerne tun. ich hab sie jedenfalls nicht und ich schalte auch keine kommentare frei, die nur stunk machen wollen, das thema verzerren und ins unkenntliche entstellen, alles verdrehen und keinerlei reellen bezug zur eigentlich sache aufweisen.

    brauchts das? ich frage, braucht es das? i bauchs jedenfalls ned und meine auch, jeder kann doch bitte selbst entscheiden wie er da handhaben will.

  26. merkwürdig ist doch , daß hier bei einer diskussion über die moderation von kommentaren, bzw zulassen von solchen nur vertreter der nichtraucherfraktion von diktatur sprechen und auch dieses thema als aufhänger mißbrauchen, um zum xten male ihre etwas cruden ansichten von toleranz zum besten zu geben.

  27. Die Diskussion wäre — oder ist‐ ein schöner Ansatz zum Anstoss einer Metaebene über die Kutur des engagierten bloggens an sich. Aber dazu muss sie sich erst von sich selbst lösen.
    Vom Platz aus betrachtet mag jede Aussage in sich richtig und schlüssig sein mit ein wenig Distanz aber werden die Gräben und geschliffenen Messer beiderseits sichtbar. Aber auch das ist der Mensch, gehört scheinbar unabdingbar dazu. Also geht es um das Wissen darum und um die bewusste Zügelung zugunsten eines respektvollen Umgangs miteinander.
    Da ist schon geholfen, wenn nicht so geschrien wird.

  28. Oh weh...was passiert denn hier? Divide et impera unter rauchenden und nichtrauchenden Bloggern? Das war sicher nicht meine Intention. Spalten ist nicht mein Anliegen. Zugegeben, mein Beitrag war provokativ und kritisch geschrieben, aber auch das müssen wir Bloggergemeinde mal aushalten können, oder? ;)

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