Kultfilm: »Robocop«

Copyright Metro Goldwyn Mayer (MGM)

Zu meinen absoluten Lieblingsfilmen gehört »Robocop« aus dem Jahr 1987 von Paul Verhoeven. Der Film funktioniert auf vielen Ebenen ganz hervorragend. Er beinhaltet zynische Gesellschaftskritik, beißende Medienschelte sowie dystopische Realsatire. Viele subtile Warnungen an die naive Fortschrittsgläubigkeit sind heute komplett unaufgeregter Alltag geworden: Söldner‐Firmen, chronische Unterfinanzierung der Polizei, Privatisierungen öffentlicher Daseinsfürsorge, Massen‐Überwachung, Kommerzialisierung sämtlicher Lebensbereiche, Drohnenmorde oder die massenmediale Verblödung durch Trash‐TV‐Sendungen. Spoiler‐Warnung!

Der rund 30 Jahre alte Streifen ist nicht nur ein unterhaltsamer Sci‐Fi‐Action‐Film, sondern transportiert eine ganze Reihe von Botschaften. Die Brutalität sowie die Gewalt‐Szenen sind in der ungeschnittenen Version nichts für schwache Nerven, verdeutlichen aber die Empathielosigkeit und Kälte, die in einer Gesellschaft entstehen, wenn der Profit das Maß aller Dinge ist. So wird in einer Szene ein Vorstands‐Mitglied des OCP‐Konzerns vom Sicherheits‐Roboter »ED‐209« regelrecht zersiebt. Der Konzernboss sowie alle Vorstandsmitglieder zeigen keinerlei Bedauern, stattdessen kommentiert der Manager:

»Ihre vorübergehende Verzögerung kann 50 Millionen Dollar allein an Zinsen für uns bedeuten!«

Auch die Verbrecher‐Bande rund um Clarence Boddicker ist düster, extrem und brutal umgesetzt. Der Boss der Bande zeichnet sich nicht durch besondere Martial‐Arts‐Fähigkeiten oder Sniper‐Skills aus, wie es heute häufiger üblich ist in Action‐Filmen. Er ist in der gesamten Charakterzeichnung komplett ohne jegliches Mitgefühl sowie brachial konsequent. Da wird nicht diskutiert und da gibt es kein Erbarmen.

Bis heute gibt es nur wenige Filme, die das innere und äußere Konzerngebaren so eindringlich aufzeigen, wie es bei OCP in »Robocop« der Fall ist. Da gibt es Intrigen, Lügen und sogar Mordaufträge, um unliebsame Konkurrenten loszuwerden. Allmachtsphantasien werden ausgelebt und sich über sämtliche ethische Normen hinweg gesetzt. Wir, die Vorstände des Konzerns, wissen, was für euch -die Bevölkerung‐ gut ist: Also geht zur Seite! So lautet das Prinzip von OCP. Übereinstimmungen mit internationalen Konzernen -außerhalb der fiktiven Unterhaltung‐ sind nicht nur rein zufällig, sondern populistische Verschwörungstheorie! :JAJA:

»Ich hatte mit der Armee schon einen Kaufvertrag für ED‐209. Ein laufendes Programm mit Ersatzteil‐Lieferungen für 25 Jahre. Wen interessiert es da schon, ob das Ding funktioniert?«

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»Robocop« ist zudem voll mit zynisch‐ironischen Stichen auf Politik, Medien und Gesellschaft. So läuft beispielsweise ein ehemaliger Stadtrat Amok, weil er nicht mehr gewählt wurde. Er verlangt unter anderem ein größeres Büro, eine Nachzählung der Stimmen sowie einen größeren Wagen. Das alles soll aus Steuergeldern finanziert werden. In einer anderen Szene gibt es einen Werbespot in einer Nachrichten‐Sendung über käuflich erwerbbare Herzen, welcher die Folgen der Gesundheitsindustrie thematisiert, wenn es primär um Profite und nicht mehr um den Menschen geht. Heute: Pure Realsatire!

Bei einem Überfall auf eine Tankstelle wird in einem Dialog die weitverbreitete Intellektuellen‐ und Akademiker‐Verachtung untergebracht, die gefühlt auch aktuell in Deutschland wieder sehr stark ist:

»Bist Du sowas wie ein Student? Hälst Dich wohl für ein ziemlich kluges Köpfchen? Kann Dein Köpfchen auch einer Kugel ausweichen? Was hälst Du davon, wenn wir es ausprobieren? Was hälst Du davon, Klugscheißer?«

Als ich den Film zum ersten Mal gesehen hatte, war ich außerdem beeindruckt von der Sequenz, bei dem sich ein Verbrecher mit Chemie‐Abfällen vergiftet. Dort hatte ich zum ersten Mal richtig gesehen, was Chemie‐Abfälle bei einem Menschen bewirken können: Verätzungen, Verbrennungen und qualvoller Tod. Wieder ein gelungener Seitenhieb auf Konzerne mit ihrer kapitalistischen Produktionsweise, die tonnenweise Giftmüll in die Natur kippen.

Von »Robocop« gibt es zwei Fortsetzungen, eine Serie sowie eine Neuverfilmung aus dem Jahr 2014. Jedoch besitzt nur der Film von Paul Verhoeven diese einzigartige Melange aus beißender Medien‐, Politik‐, Wirtschafts‐ und Gesellschaftskritik. Wer diesen Klassiker verpasst hat: unbedingt nachholen!

7 Gedanken zu “Kultfilm: »Robocop«

  1. Ich finde, wenn es um die Vorwegnahme heutiger dystopischer Tatsachen, oder auch Gefahren, geht, dann ist dritte Terminator‐Film gar nicht so ein Rohrkrepierer, als was viele ihn gerne ansehen wollen.
    In zwei Punkten nimmt er etwas sehr entscheidendes vorweg, was geradezu bitterböse auf die jetzige Technologie‐Vernarrtheit ist:

    1.) Es wird enthüllt, dass Skynet nicht vom Himmel fiel. Menschen haben es erschaffen, als Abwehrsystem, als Schutzsystem für die weltweiten Computernetzwerke. Das große Übel der ganzen Story ist also hausgemacht.
    Und 2.) Jede Maschine, die auf »modern« getrimmt ist, wie ein Computer funktioniert oder mit Netzwerken davon verbunden ist, ist von außen durch jemand fremdes manipulierbar.

    Wenn man das auf die zahlreichen Spielereien aus Silicon Valley überträgt — Dinge, die ausschließlich von Algorhithmen bestimmt, berechnet und entschieden werden; das Thema Künstliche Intelligenz; Internet der Dinge -, wird einem angesichts dieser Hirnspinnerei ganz anders zumute. Theoretisch ist das alles damit auch möglich, wenn einer nur ein Interesse daran hat.
    Und wirft es auch die Frage auf: Wenn in der Technik‐Branche angeblich so viele Nerds und jüngere Leute dabei sein sollen, die eigentlich diese Art von Filme selbst kennen, sich damit auch gerne beschäftigen, oder mit dem Technologiethema, wo sind diese dann? Gibt es sie überhaupt? Oder konsumieren sie diese Filme nur als Unterhaltung und als Futter für ihren persönlichen Tick?
    Oder überschätzen sie ihre eigenen Fähigkeiten und Technologie, sagen sich »na, das wird schon nicht passieren, wir wissen das schon zu verhindern« — arrogant, selbstgefällig und naiv wie 3‐Jährige?
    Das gibt einem manchmal schon Rätsel auf, denn so alt ist der ja auch noch nicht. Internet und Handys gab’s da auch schon — ist nicht wie in »Wargames« als man noch einen C64 hatte und sich heute sagen kann »na, das hat sich ja alles mächtig verändert!«.

  2. Wann beginnt eigentlich die Intellektuellen? und Akademiker?Verachtung und bis wann ist es berechtigte Kritik an diesen Gruppen? Ich habe in meinem Leben viele Akademiker kennengelernt, von denen einige ziemlich dämlich sind — gut ausgebildet zwar, aber eben dämlich. Und andererseits habe ich viele Personen aus der »ungebildeten Unterschicht« (früher Arbeiterklasse) kennengelernt, kluge, intelligente Menschen mit sehr feinen Ansichten. Bin ich jetzt einer der angesprochenen Kritiker? Oder ist das noch genehm?

  3. @Matrixmann Sie werden nur zur Unterhaltung konsumiert, völlig unabhängig vom Grad der Intelligenz.

    Zitat: »Oder überschätzen sie ihre eigenen Fähigkeiten und Technologie, sagen sich »na, das wird schon nicht passieren, wir wissen das schon zu verhindern« — arrogant, selbstgefällig und naiv wie 3?Jährige?«

    Nein, sie sind die Schöpfer dieser Technologie. Die wissen sehr genau, was da passiert und passieren könnte. Sie haben aber für sich selbst ein Hintertürchen geschaffen. Das heißt, im Zweifelsfall werden sie selbst nicht betroffen sein. Warum ist das so? Simpel: Der Vorgesetzte von denen ist zwar ein guter Sklaventreiber, kann aber den Code nicht kontrollieren. Sollte es dazu kommen das eine KI den Code kontrolliert, wurde diese vorher auch schon von einem Entwickler mit bestimmten Ausnahmen des Entwicklers bestückt.
    Der Vorgesetzte kann das, wie besschrieben, nicht, kontrollieren.
    Die paar Firmen, wo der Entwickler selbst der Vorgesetzte ist, spielen keine Rolle. Solche Technologien drücken immer nur Konzerne durch. Im Konzern wird kein Entwickler Vorgesetzter.

  4. @ Juri Nello

    Da wäre ich immer trotzdem dabei mit dabei, dass a) den Programmierern und Entwicklern auch Fehler unterlaufen können (sonst wäre jedes Windowssystem nicht so ein Flickwerk oder ständig in big Social Media Plattform X ein Datenleck), b) sind diese keine Genies in Sachen »menschlicher Intelligenz«, vergessen also viele Kleinigkeiten mit einzuprogrammieren, die aber im Ernstfall den Unterschied zwischen Killermaschine und »selbstdenkendes Wesen« ausmachen können, welches nicht jeden umbringt, und c) kann auch jede Festplatte und jeder Speicher mal kaputt gehen — ob durch Verfall durch Alter, Abnutzung, Materialfehler, oder weil einfach die mit verlötete Batterie auf der Leiterplatte Schnodderseuche kriegt. Oder weil jemand das Ding hackt und Schadsoftware eingeschleust kriegt.
    Schon funktioniert das Ding nicht mehr ursprünglich wie angedacht und du kommst in Teufels Küche.
    — Im Grunde genommen Haken, die seit dem Beginn der Computerindustrie nicht ausgemerzt werden konnten.
    Eben genau darum fasse ich das als Arroganz auf »uns wird schon nichts passieren«.
    Ist wie als wenn man das Internet als selbstverständlich erachtet oder elektrische Energie. Man kennt nicht seine Basics von dem, womit man arbeitet. Die Dinge, die sich selbst im Laufe des Fortschritts als Grundprinzipien nicht verändert haben.
    Leute wie diese, wenn man ihnen die Zukunft anvertraut, da kommt früher oder später richtig großer Mist heraus...
    Und da sind noch nicht einmal die Konzernbosse mit einberechnet, die sowieso keine Ahnung von irgendwas haben außer vom Geld zählen und verschieben.

  5. @matrixmann Da hast Du mich teilweise missverstanden. Das sollte keine Werbung für die Entwickler sein, die größtenteils auch zum bösen Paket des Systems gehören. Windows ist deswegen so wie es ist, da Vision, Marketing und Projektleitung immer andere Wege verfolgten und keine einheitliche Hardware dafür zur Verfügung stand. Am Anfang der Entwicklung stand ein grafisches Benutzersystem für Idioten zu konzipieren, damit man den Massenmarkt für Computer öffnen konnte. Dieses hat man auf der bewährten MS DOS Technology aufgesetzt. Dass das ebenfalls von MS entwickelte Amiga Dos wesentlich fortschrittlicher war, als das PC DOS sollte einen indes dann schon verwundern. Hinzu kam ein gigantischer Hardwaremarkt, wo jeder Hersteller auch sein eigenes Süppchen kochen wollte. Windows wollte aber auf jedem PC laufen. Kennst Du das, wenn Kinder es ihren Eltern nie recht machen können? Windows ist eine logische Entwicklungsfolge dessen. Hinzu kommen dann noch Trends die bedient werden müssen und das Geschrei der Masse nach immer mehr Klickibunti. OS2 war z. B. mitte der 90er grafisch weit fortgeschritten und schon unter 64 Bit verfügbar, lief aber nicht auf jeder Hardware. Apple musste sein OS auch mehrfach neu konzipieren und fußt bis heute noch auf dezidierter Hardware. Linux war da früher ähnlich und hat heute ähnliche Probleme, wie Windows. Nur, dass Du bei Linux zwingend wissen musst, wie Du den Kernel selber patchst. Daher wird es sich nie als System der Massen durchsetzen. Apple bietet zudem recht innovative Technologien für die Kreativbranche, welche bei anderen Systemen eine eher untergeordnete Rolle spielt.
    Das von Dir angesprochene Sicherheitsproblem spielt gar nicht so ein große Rolle. Es wird künstlich aufgebauscht, weil mit dem Quark viele etwas verdienen können. Die morbid infizierten Datenräger der 90er, die auch schon mal das BIOS quer flashen konnten, gibt es so kaum noch. Die für den Normalo relevanten Sicherheitsbereiche sind derzeit immer noch Mails, Webseiten, Online Services, Chats und Social Media. Da ist man immer noch selbst der beste Virenschutz (oder eben auch nicht). Die häufigsten Sicherheitspatches die veröffentlicht werden lauten: Wenn Du Produkt A mit der Entwicklungsumgebung B in Version C mit der Operation D ausführst, dann könnte ein Angreifer den Schadcode E ausführen, der Deinen Rechner übernimmt oder die Software abschmieren lässt. Das ist sicher für Firmennetzwerke ein Ding, betrifft Dich aber privat verdammt selten.Die Aussage von Firma y aus Hintertupfingen, dass sie mein Windows mit Produkt z so sicher macht, wie es MS selbst nie könnte, finde ich da ziemlich vermessen.

    Das Flickwerk ist eine reine Kostenverlagerung und betrifft nicht nur sämtliche Betriebssysteme, sondern auch sämtliche Softwareprodukte.

    Das gibt es, weil sich der Verbraucher daran nicht stört. Das hat man von der Spielindustrie gelernt, die zuerst damit Anfing, die Produkte beim Verbraucher reifen zu lassen. Da haben sich die anderen dann auch gesagt: »Wenn die das können, kann ich das erst recht!«

    Ich warte ja noch auf das erste Patch für Android oder IOS, was über 30 GB benötigt, wo sich dann jeder in D einen neuen Mobilvertrag holen muss, um nur das nötige Update einzuspielen. Merke: Man muss nicht überall der erste sein. Ab Version 3 oder 4 kann man auch noch zuschlagen.

    Der Verfall des Materials spielt heute kaum noch eine Rolle. Der Normalo hat sowieso all sein Zeug in der Cloud rumliegen, da das System ihm das schon vorab so eingestellt hat, die Serverfarmen laufen gespiegelt und selbst die meisten Windowssysteme werden mit Backupsystem auf anderer Platte ausgeliefert.

  6. @ Juri Nello

    Ich denke nicht, dass ich das missverstanden habe.
    Was die Services für Konsumenten angeht, da haben die sich mittlerweile diverse Möglichkeiten einfallen lassen, um ein Sicherheitsnetz aufzubauen — der Konsumentenmarkt ist aber auch reichlich bedient, weil es im Schnitt mehr dumme Konsumzombies gibt als Firmen oder Roboter.
    Und selbst da passieren denen aber immer noch Fehler — normale als auch Kardinalfehler. Jegliches Aufgebausche mal beiseite gelassen... (Man kann auch Probleme untertreiben, nur mal so erwähnt.)
    Die Sachen sind immer nur so schlau wie deren Programmierer und wie diejenigen, die sich überhaupt das technische Konzept ausdenken. Wenn die auch nur ein ungenügendes Verständnis davon haben, was sie dort machen, dann kommt auch kein gutes Endprodukt dabei heraus.
    Und bei den nur auf Geld fixierten oder in Luftschlössern lebenden Flachzangen in Silicon Valley, die nur was für die größtmöglichen Profit entwickeln wollen, die einem gern was von autonomem Fahren und Künstlicher Intelligenz was vorschwärmen wollen, weil sie damit voraussichtlich eine Menge Asche machen wollen — denen traue ich es einfach nicht zu, dass sie kapieren, dass man dafür eine Maschine basisch die fünf Sinne des Menschen einbauen muss, damit diese sich Daten über die Außenwelt zu verschaffen kann, um daraus seine Berechnungen und seine Entscheidungen zu treffen.
    Das ist nämlich nötig, wenn das Gerät vollständig autonom denken soll, ohne dass dabei der gröbste Unsinn herauskommt.
    Dieser kommt nämlich aktuell dabei heraus, weil Algrorithmen nicht intelligenter funktionieren, auch wenn sie schon relativ komplexe Gebilde sind.
    Menschen wollen einem aber genau das Gegegenteil davon vorschwärmen.
    Und genau darin liegt ein absoluter Fehler und auch eine immense Selbstüberschätzung.
    Ein Algorithmus bleibt immer noch eine mathematische Gleichung, nach der stur etwas berechnet (oder: ausgeführt) wird, allerhöchstens wird der Vorgang abgebrochen, wenn eine der vorausgesetzten Bedingungen für sie fehlt.
    Da spielt sich keine aktive eigene Intelligenz ab.

    Auf so etwas seine gesellschaftlichen Systeme aufzubauen halte ich da für mehr als nur gefährlich. Die Maschinen arbeiten stur weiter nach welchem Code sie in ihrem Speicher laufen.
    Mit den Cloud‐Services kommt da, neben der Bequemlichkeit durch die Vernetzung, auch noch ein anderer Gefahrenfaktor hinzu: Wird einmal etwas auf die Maschinen aufgespielt, was dort nicht hingehört, dann haben alle diesen Fehler an Bord.
    Solche Szenarien hat man jetzt schon in der Wirtschaft, wenn beispielsweise im Hauptbetrieb der Firme ein Softwareupdate aufgespielt wird und alle anderen Zweigbetriebe quer über Deutschland verteilt können auf Grund dessen nicht arbeiten, wenn dabei etwas nicht so läuft wie es soll. (Und es geht IMMER etwas schief...)
    Es wird zwar jemals keine Maschinen geben, die ohne eigenen Festplattenspeicher oder etwas ähnliches daherkommen, das denke ich nicht (weil das in diesem Sinne noch gefährlicher wäre, dann sind sie ja vollständig von der Cloud abhängig — und sollte in der etwas passieren oder die Cloud nicht verfügbar sein, dann arbeiten sie nicht), aber dennoch bleibt die Nummer immer noch leichtsinnig aus Bequemlichkeit, weil es keine richtige Antwort darauf bisher gibt, was dann gemacht wird, sollte da über die Cloud etwas auf die Maschinen aufgespielt werden, was da nicht hingehört.

    Die basischen Anfälligkeiten haben sich da seit Anbeginn der Computerzeit gar nicht mal so sehr verändert.
    Okay, es dürfte immer komplizierter geworden sein für den Heimverbraucher, da irgendwas cleveres zu entwickeln, womit er das herbeiführen könnte — dafür braucht man heute schon wesentlich umfangreicheres Wissen und Kenntnis darüber, was man genau manipulieren will.
    Aber es ist ja nicht so, als wenn es nicht dafür auch einen Market geben würde.
    Auch weil man nicht alles über die Cloud gesteuert sein lassen kann und auf örtliche physische Speichermedien angewiesen bleibt, bleibt auch das mit der Materialermüdung unterm Strich übrig.
    Server haben doppelt und dreifache Backup‐Server — aber der Speicher in einer einzelnen Industriemaschine oder einem Roboter?
    Selbst mit Backup aus der Cloud muss man immer noch wieder ein Medium aufsetzen und dem Gerät das wieder einbauen damit der weiter funktioniert. Da Technik so wunderbar schön schnell fortschreitet, kann’s manchmal sogar auch sein, dass du für deine Maschine nichts mehr an Teilen findest... Also komplett neukaufen musst.

    Zum anderen, ein Faktor bleibt da trotzdem immer noch: Alle diese Maschinen funktionieren auf Basis von Strom. Was ist wenn es mal keinen Strom gibt?
    Außerdem: Es ist nicht umsonst, dass man insgeheim vor dem Szenario einer EMP‐Bombe Angst hat, gerade weil Elektronik so viel eine Rolle im Leben des Menschen spielt — in der Wirtschaft sowie auch im Alltag.
    Manches geht schon gar nicht mehr ohne.
    EMP nimmt ihnen zwar nicht die Stromversorgung aus dem Kraftwerk weg, aber es greift die ganze Elektronik auf Basis ihrer Funktionsweise an — dass sie auf elektromagnetische Strahlung reagieren. Je nach Stärke, wird der Kram bloß ausgeschaltet oder ganz frittiert.
    Dafür muss man noch nicht einmal Menschen töten, stiftet aber eine Menge Chaos in der Gesellschaft.
    Das russische Militär hat sowas wohl schon, um Drohnen vom Himmel hohlen zu können.
    Kann man locker auch für ganz andere Zwecke nutzen. Siehe als es vor ein paar Jahren mal eine größere Militärübung der NATO (in Ungarn oder so) gab, die Probleme in der ganzen Luftfahrt im Raum Tschechien/Österreich verursachte — keine elektronischen Instrumente mehr funktionierten. Passiert ist ihnen damals nur nichts, weil irgendwann alle Flieger am Boden gehalten wurden und die noch in der Luft befindlichen erfolgreich von den Piloten manövriert werden konnten.

    Das ist also kein reiner Unsinn, wenn man sich fragt, wo dieser Technologiewahn noch hinführen soll. Sicher und verlässlich ist gar nichts davon... Genauso wenig wie der Mensch. Das ist alles reine Illusion.
    Und eigentlich gibt’s schon genug Indikatoren dafür hier und da, denn selbst das, was man in der Präsenz schon an Technologie hat, funktioniert nicht fehlerfrei.
    Dem würde ich daher also besser keine höhere Entscheidungsgewalt über irgendwas einräumen...

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