Bloggende Bücherwürmer

Wuff. Wuff. Stöckchen von Stefan Rose gefangen. Machen wir das mal mit. So aus Spaß und so. Ich verbuche es zu dem unter besseres Kennenlernen des losen Blogger‐Netzwerkes. Wir machen vermutlich sowieso viel zu wenig gemeinsam, außer uns alle gegenseitig lesen und gelegentlich kräftig auf die Schulter klopfen. :BLING: Ich soll also fünf Bücher benennen, die ich mir 2015 zu Gemüte führen werde und danach fünf benennen, die auch so verfahren sollen. Da ich mir jedoch mein Querulanten‐Image bewahren muss, habe ich aus beiden mal drei gemacht. ;)

Romane lese ich übrigens kaum noch. Mir wird da zu viel ausgeschmückt und rumgelabert. Viele Autoren gefallen sich in ihrer Sprache und kommen inhaltlich nicht auf den Punkt. Und wenn mich ein Roman nicht in den ersten 50 Seiten packt, lege ich ihn weg. Dafür gibt es einfach genug Bücher, als dass ich mich da durchquälen müsste, während mir ständig die Augen zu fallen. Sowohl die folgende Bücher‐Aufzählung als auch die Nominierung am Ende folgen keiner spezifischen Reihenfolge oder Bewertung. Los gehts.

Hartmut Rosa: »Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung: Umrisse einer neuen Gesellschaftskritik«

Der Soziologe und Politikwissenschaftler, Prof. Dr. Hartmut Rosa, forscht und schreibt vor allem über das Thema Zeit, oder besser: über Be‐ und Entschleunigung. Er macht dies aber nicht, wie leider immer mehr Wissenschaftler, Philosophen und Psychologen im Dienste von Kapital und Unternehmen, also damit die Produktivität erhöht werden kann oder damit Mitarbeiter effektiver lohnarbeiten können, sollen und müssen; sondern -so banal es klingen mag‐ aus ethisch‐humanistischen Gründen. Er steht damit in der humanistischen Tradition eines Erich Fromm. Auf youtube.com gibt es einige Vorträge von ihm, die mir sehr gefallen haben. Auch dass er den Mut hatte, in einem Artikel der Le Monde Diplomatique den Wachstumsfetisch als »Idiotenspiel« zu bezeichnen, fand ich gut.

William Gibson: »Die Neuromancer Triologie«

Hier hätten wir einen Roman bzw. drei längere Kurzgeschichten auf knapp 1.000 Seiten. Das Buch gilt als Begründer und Pionier des Cyberpunk‐Genres. Die dystopische Richtung der Science‐Fiction‐Literatur hat es mir schon seit längerem angetan, da viele Elemente, die in den 80er Jahren als düstere Zukunfts‐Utopien galten, heute knallharte Realität sind. Seien es die weltweiten Privatisierungen von Staatseigentum, der öffentlichen Daseinsfürsorge und der Infrastruktur, die Macht von Banken und Konzernen, die weltweite Überwachung oder der Vormarsch der neuen Technologien. Vermutlich auch ein Grund, warum Cyberpunk heute eher vernachlässigt wird, denn es würde womöglich aufklären, statt nur unterhalten. Und das geht natürlich nicht. Das Buch soll keine einfache Sprache haben, ist also was für richtige Nerds. Und manchmal kann auch ich einer sein :OOPS:

Gabriele Krone‐Schmalz: »Russland verstehen: Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens«

Muss ich dazu noch viel schreiben? Ich erhoffe mir von dem Buch eine vermeintlich neutrale, journalistisch halbwegs objektive Berichterstattung rund um den Ukraine‐Konflikt. Die einseitige NATO‐Propaganda unserer Atlantik‐Brücke‐Journalisten kann ich nicht mehr hören und lesen. Leider hat das Buch nicht mal 200 Seiten und das ist mir bei Sachbücher meist doch zu wenig. Von daher weiß ich nicht, ob ich mir das wirklich neu kaufen oder eher ausleihen werde, sobald es zur Verfügung steht.

Nominieren werde ich auch nur drei Blogger, da das Stöckchen ja schon einige gefangen haben und andere dem vermutlich ausweichen werden. Wenn Ihr darauf keine Lust habt, ist das natürlich völlig in Ordnung, aber interessant wäre es schon. Die Auserwählten sind:

Charlie vom Narrenschiff
Chris von endless.good.news
Der Duderich von Aufzeichnungen eines ›Gutmenschen‹

2 Gedanken zu “Bloggende Bücherwürmer

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