Gesellschaftlicher Zusammenhalt

»Für uns war es ganz normal, die Welt in oben und unten einzuteilen. [...] Gesellschaftlicher Zusammenhalt war mit uns nicht zu machen. [...] Und diese arroganten Wichser glauben bis heute, dass es sinnvoll ist, Kinder in separate Gruppen aufzuteilen.«

(»Ansichten eines Gymnasiasten«, Michael Feindler am 29. Oktober 2017)

Anmerkung: Inklusion kann nicht funktionieren, wenn wir weiterhin ein neofeudales Schul‐ und Bildungssystem haben, dass auf dem neoliberalen Leistungsprinzip beruht, Kinder systematisch zu Verlierern macht und »Eigenverantwortung« zur Leitmaxime erhebt, bei denen Kinder aus schwierigen Verhältnissen alleine gelassen werden.


Berliner Bildungsprogramm: eine Kritik

Ein Gedanke zu “Gesellschaftlicher Zusammenhalt

  1. Zu DDR‐Zeiten gingen, soweit ich das weiß, alle auf dieselbe Schule ohne die Trennung in die verschiedenen weiterführenden Schulen wie es im westdeutschen System üblich ist. Es hat in dem Rahmen halt nur jeder soweit gemacht, wie es seine Fähigkeiten zuließen (8te Klasse, 10te Klasse oder Abitur).
    Heutzutage, nachdem das Schulsystem so heruntergewirtschaftet wurde, weiß ich nicht, ob ich für diese Idee noch zu haben wäre — nicht, weil es nicht gut tun würde, vielmehr weil ich fürchte, die Praxis sieht eher so aus, dass es dann bis zur frühstmöglichen Zeit, wo jemand abgehen kann (wenn er seine Pflichtjahre erfüllt hat), ein Spießrutenlauf für diejenigen wird, die intellektuell weiter als Hauptschulniveau wollen. Man muss die Kinder, die absolut nicht wollen, bis zu dem Zeitpunkt mitschleifen, auch gegen ihren Willen, und darunter leiden vornehmlich die, die zu mehr als Freunde treffen, Langeweile & Scheiße bauen in die Schule kommen.
    Ich denke, nach dieser jahrelangen Taktik steht die praktische Realität dem konträr entgegen.

    Was man dem aber als Anmerkung mal geben muss: Man könnte es von Seiten der Rahmenpläne auch mal so machen, dass überhaupt in Gymnasium und Gesamtschule mal von Klasse 7–10 dasselbe gemacht wird. Denn dabei hat man, wenn man auf einer der beiden Seiten mal stand, den Eindruck, als wenn das oftmals völlig verschiedene Formen von Schule sein sollen. Im Gymnasium wird man regelrecht intellektuell gefordert, in der Gesamtschule ist es wie »ach, das sollen sowieso nur Handwerker werden, die brauchen nicht komplex denken können«. Noch dazu mit einer Einstellung wie »kommst heut‹ nich‹, kommst morgen«. Wenn du nicht selbst Lust am Lernen mitbringst, dann gehst du dort völlig ein wie eine Blume ohne Wasser... Und das kann nicht sein.
    So sieht 2‐Klassen‐Bildung schon allein aus.

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