Unter die Haut

David Garrett soll angeblich der schnellste Geiger der Welt sein. Für viele ist er auch ein Schönling und er tingelt durchs deutsche Fernsehen. Er berührt mich jedoch nicht, er bewegt nichts in mir. Yann Tiersen ist vor allem durch seine Filmmusik zu »Amelie« bekannt geworden. Er ist ein Multi‐Instrumentalist und was am wichtigsten ist: er berührt mich mit seiner Musik, David Garrett hingegen nicht.


 

7 Gedanken zu “Unter die Haut

  1. Das ist, meiner Ansicht nach, — fürwahr eines der schönsten, fairsten und ehrlichsten Statements, mit dem man etwas kommentieren kann, für etwas, was einem zusagt oder nicht. Mir sagt z.B. Al Di Meola nichts. Er ist Perfektionist. Ähnlich wie Garrett. Unglaublich gut, — und perfekt bis zum Gehtnichtmehr. Stellt man aber einen Paco de Lucia (Friday Night in San Franzisko) neben einen Al Di‐Meola, dann unterscheidet man zwischen Technokratie und Leben. Alleine, — durchs Hören. Der Geschichte Leben ein zu hauchen. .... all die Sachen, die übers Handwerk hinausgehen. Ooohhh, — ja.

  2. @epikur: Ich gebe dir bezüglich David Garrett Recht, sein Spiel überzeugt mich auch nicht. Die Lieder, die ich mich auf Youtube angehört habe, waren ohne Emotion gespielt. Zudem waren die meisten Kommentare, wie gut er spielt und wie gut er doch aussieht... Da weiß man, woran man ist. Besonders die Version von »Nothing else matters« hat mich entsetzt, weil ich die Version von Apokalyptica kannte, was auch ein Cover mit anderen Instrumenten ist, aber gefühlvoll gespielt.

    Generell glaube ich aber dennoch, dass bei Filmmusik viel die Erinnerung an die durchlebten Emotionen während des Films mitspielt. Da rede ich nur aus persönlicher Erfahrung, so ist das bei mir.

    @eb: Der Vergleich von Paco de Lucia und Al Di Meola zählt nicht, weil Al spielt eine Plastikgitarre ;)

  3. @Peepwood
    ;) Dann dürfte Clapton gar nichts rüber bringen. Der spielt ne reine E‐Gitarre. Übrigens hab ich Meola auch schon mit Konzertprügel gesehen, — mit Stücken von ihm selber. Der Effekt ist immer der gleiche gewesen. Und da gibts ja schon einige andere, die bringen auch auf einer Ovation fantastisch was rüber. Aber zugegeben. Der Vergleich vom Geiger zum Gitarristen hinkt ein wenig.

  4. Naja eigentlich kommts ja garnicht auf das Instrument an, sondern immer auf den lustigen Stadtmusikanten. Eine vor kurzem durchgeführte Studie mit mehreren Geigern, die langjährige Erfahrung hatten, hat mal wieder festgestellt: Die Stradivaris, die sie blind spielen durften, wurden nicht so gut bewertet, wie die neueren Modelle, die allerdings auch in der Oberklasse waren.

    Bei Gitarristen fällt mir da nur Gregor Hilden ein, der auf jeder seiner 3000 angetesteten Gitarren einen Ohrenschmaus abgibt :ANBETEN:

    edit: Von Al Di Meola stammt lustigerweise das Zitat, dass Jazz zwar sehr intellektuell sei, aber leider nichts für das Herz bietet

  5. Hoi, — danke für den Link. That’s what i mean ;)
    Hihi, — das mit dem Jazz empfinde ich ähnlich wie das Gehampel mit dem Begriff Kunst. Ein Oberbegriff, denn jeder für sich aus seinem eigenen Karton sieht. Da fällt mir z.B. jetzt das Thema Barjazz ein ( nur für Raucher ;)
    Übrigens, betreffs Plastikgitarre. Vom Erfinder des Fingerpickings. (ala Lämmerhirt, Wader etc ... des späteren)
    Marcel Dadi
    ( Der hat mal mit Kinderliedern angefangen. Ist natürlich auch jetzt ne ganz andere Richtung)

  6. Mich überzeugt Garret auch vor allem dadurchabsolut nicht, dass er extrem »Mediengeil« rüberkommt. Es kommt mir so vor, dass ich ihn ständig auf irgendwelchen SOfas im Fernsehen sehe und ihn dann 2 Minuten spielen hören muss...Wenn man schon so mit seiner Muski hausieren muss dann spricht das ganze definitiv gegen jemanden als Musiker...

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