Spiele. PR. Korruption.

Wie die Vereinnahmung der Wirtschaft auf redaktionelle Inhalte vonstatten geht, kann man derzeit in der PC‐Spieleindustrie gut beobachten. Die Umarmungsstrategie der Unternehmen, durch PR‐Soldaten und Marketing‐Agenturen, steht exemplarisch für viele Redaktionen. Autor Jörg Luibl, vom Spielemagazin 4players.de, hat die Entwicklung schon im Jahre 2006 vorausgesehen:

Wie soll eine gesunde Kultur der Kritik entstehen, wenn es so viele verlockende Druckmittel gibt, um Magazine ins Schwitzen zu bringen? Wenn man nach einer schlechten Wertung mit Regressmaßnahmen rechnen muss? Wenn Foren zur Stimmungsmache gezielt unterwandert werden? Wenn die Wertungserhöhung bei einer laufenden Kampagne selbst für Redakteure normal ist? [...] Es wird gut bewertet, was gut verkauft wird. Also ist es nützlich, schon im Vorfeld gerade da positives Interesse zu schüren, wo eine Nachfrage besteht.

- Jörg Luibl, »die Kultur der Kritik«,  4players.de

3 Gedanken zu “Spiele. PR. Korruption.

  1. Volle Zustimmung. Die PC Spiele Presse ist die papiergewordene Manifestation von Noam Chomskys Propagandamodell aus »Manufacturing Consent«.

  2. Da braucht man nicht mal Ahnung von Spielen zu haben. Wenn man den Spruch der Journaille kennt, das nur ein Verkaufserfolg auch ein Bucherfolg ist, — und trifft dann auf;

    Es wird gut bewertet, was gut verkauft wird.

    Damit, (und auch was man sonst dort so liest), hat dieser Herr Luible um ganze Welten mehr was von einem Qualitätsjournalisten an sich, wie der Rest, — der das von sich behauptet.

  3. Eine sehr interessante Gegen‐Entwicklung zur Großindustrie im Spiele‐Bereich sind die sog. »Kickstarter‐Projekte«. Es werden Spenden gesammelt, um Spiele alter Machart, mit vermeintlich mehr Tiefe und Komplexität, mehr Seele und Charakter von kleinen Studios oder gar wenigen Entwicklern produzieren zu lassen. Das erfolgreichste Kickstarter‐Projekt ist bis heute »Star Citizen« mit stolzen 4,5 Millionen US‐Dollar an Spenden.

    Viele Spieler haben wohl die Schnauze voll von den oberflächlichen, für die Massen produzierten Grafikblendern, die für schnelles Geld und ohne Seele produziert werden, dafür aber mit einer millionenschweren PR‐ und Marketing‐Maschinerie daherkommen. »Kickstarter« ist eine Form der Emanzipation von PC‐Spielern.

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