{"id":8672,"date":"2011-03-12T00:26:22","date_gmt":"2011-03-11T23:26:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=8672"},"modified":"2011-03-12T15:42:54","modified_gmt":"2011-03-12T14:42:54","slug":"menschen-macht-und-spiele-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2011\/menschen-macht-und-spiele-teil-2\/","title":{"rendered":"Menschen, Macht und Spiele (Teil 2)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/sergesegal\/4905852616\/\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-8685\" title=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/sergesegal\/4905852616\/\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/spielemesse-450x326.jpg\" alt=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/sergesegal\/4905852616\/\" width=\"450\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/spielemesse-450x326.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/spielemesse-150x108.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/spielemesse.jpg 640w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\"><\/a><!--more--><\/p>\n<p>Geschicklichkeitspiele sind es die durch den Rechner als Plattform  wohl die gr\u00f6\u00dfte Entwicklung durchgemacht haben. Der Name ist an sich  selbsterkl\u00e4rend, aber sie fordern den Spieler vor allem auf der  Reaktions- und Wahrnehmungsebene. Hier ist vor allem das schnelle und  pr\u00e4zise Verarbeiten von Informationen und die pr\u00e4zise Steuerung gefragt.  Die Macht kann meist durch konzentriertes Training relativ gut  gesteigert werden (Luke Skywalker l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen), wobei gerade hier, das  pers\u00f6nliche Potenzial relevant ist.<\/p>\n<p>Die viel geschm\u00e4hten (Multiplayer-)Egoshooter k\u00f6nnen wenn sie keine  Rollenspiel- oder Adventureelemente enthalten dazugez\u00e4hlt werden. Ich  denke die vielen Vorurteile gegen\u00fcber diesem Spieletyp r\u00fchren wie bei  Vorurteilen \u00fcblich, von fehlender Einsicht her. \u00c4hnlich wie bei  sportlichen Bet\u00e4tigungen fordern Geschicklichkeitspiele F\u00e4higkeiten die  vor allem durch h\u00e4ufiges wiederholen verbessert werden und es sind sogar  gewisse physische Vorraussetzungen erforderlich (nicht umsonst sind sie  sehr beliebt in der eSports-Szene). Es erfordert als Aussenstehender  ohne Grundlage ein gewisses Ma\u00df an Behaarlichkeit um \u00fcberhaupt sinnvoll  mitspielen zu k\u00f6nnen und sich somit ein Bild zu machen woher die  Motivation f\u00fcr ein solches Spiel r\u00fchrt. Aufgrund der physischen  Voraussetzungen kann der Einstieg mit h\u00f6herem Alter zus\u00e4tzlich erschwert  werden, wenngleich dies lange nicht bedeutet, dass es keinen Spass  machen sollte. Wom\u00f6glich ist aber ein erfoglreicher eSportler in  gehobenem Alter, zumindest bei Egoshootern, nicht nur aus  Interessensgr\u00fcnden, eher unwahrscheinlich. Umgekehrt ist das was  \u00bbdurchtrainierte\u00ab eSportler zeigen \u00e4hnlich beeindruckend wie das was  tats\u00e4chliche durchtrainierte Sportler verm\u00f6gen (den enormen Unterschied  der Reaktionszeit eines Rennfahrers und eines untrainierten konnte ich  einem Bericht entnehmen, mich w\u00fcrde der zwischen Rennfahrer und  eSportler interessieren).&nbsp; Wobei ich die k\u00f6rperlichen Folgen einer  eSportlerkarriere lieber nicht erfahren m\u00f6chte (wobei die realer  Sportler h\u00e4ufig auch nicht besser sein werden).<\/p>\n<p>Die von epikur erw\u00e4hnte Macht in Bezug auf Egoshooter scheint sich  auf eine Form der entweder sardistischen Machtaus\u00fcbung zu beziehen oder  dem Aufwerten des eigenen Egos durch das Abwerten anderer Spieler (somit  Menschen). Das ist vermute ich, auch wenn ich kein Psychologe bin, wohl  eine pathologische Form von Machtaus\u00fcbung. Spiele bieten sich  zugegebenerma\u00dfen als M\u00f6glichkeit f\u00fcr Menschen an die sich im Leben als  machtlos empfinden um ein Machtgef\u00fchl zu erleben, da Spiele eben als  Machtsimulationen funktionieren. Allerdings bedeutet dies, das der  Spieler das Spiel als Mittel f\u00fcr eine Form des Eskapismus  (Realit\u00e4tsflucht) nutzt. Dies bedeutet, dass der Spieler das Spiel schon  aus der falschen Motivation heraus spielt und vermutlich ein  vorgelagertes Problem vorliegt. Er ist also im eigentlichen Sinne dann  gar kein Spieler, da er das Spiel als solches gar nicht wahrnimmt. Die  eigentlich relevante Frage ist also inwiefern Spiele krankhaftes  Verhalten ausl\u00f6sen k\u00f6nnen. Ich vermute wenn man Spiele als  Machtsimulation betrachtet kann man nicht abstreiten, dass diese Einflu\u00df  auf den Spieler aus\u00fcben. Allerdings ist die Frage, ob dieser Einflu\u00df  bei gesunden Menschen vergleichbar ist mit dem realer Macht, da diese  vermutlich noch unterscheiden. Hinzukommt das reale Macht die Reaktionen  der Umwelt deutlich ver\u00e4ndert und somit ein weniger gefestigte Psyche  dieser Macht quasi indirekt erliegen kann. Dies ist bei Spielen an sich  nicht der Fall, wobei man bei MassiveMultiplayer-Spielen hier diesen  Effekt m\u00f6glicherweise auch noch teilweise erreicht. Dieses Thema Bedarf  aber an sich einer eigenst\u00e4ndigen Erl\u00e4uterung, nur soviel, ich denke das  Gefahrenpotential ist zumindest in der Breite viel h\u00f6her als bei dem  was als klassische Gewaltspiele betrachtet wird, da ich vermute das hier  die Menschen weniger pathologisch vorbelastet sein (gar nicht?) m\u00fcssen  um einer starken Beeinflussung der Psyche zu unterliegen. Die folgen  m\u00f6gen nicht so spektakul\u00e4r sein und deshalb weniger medial im  Rampenlicht, aber in der Masse denke ich ist das ein gr\u00f6\u00dferes Problem.<\/p>\n<p>Nun aber zu dem meiner Meinung klassischen Machtgenre, das  Strategiespiel. Hier ist die Macht das Ziel Spiels. Das verbessern der  eigenen Machtposition innerhalb der Parameter des Spiels ist die Vorgabe  f\u00fcr den Spieler. Wie der Name schon impliziert ist hier langfristige  Planung gefordert. Die klassischste Form ist hier das rundenbasierte  Strategiespiel. Ein Strategiespiel funktioniert wie ein (einfaches)  wissenschaftliches Modell oder eine mehr oder minder komplexe Maschine.  Je besser das Verst\u00e4ndnis der Spielparameter durch den Spieler desto  effektiver kann er diese manipulieren, was meist zu mehr Interaktion, in  Form von mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fchrt, z.B. besseren(=m\u00e4chtigeren)  Einheiten oder Strukturen. Am Ende des Spiels steht meist die Hegemonie,  bzw. Dominanz einer Partei und das formale Beenden entf\u00e4llt h\u00e4ufig  durch Aufgabe des Gegners (so den<a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/lifeontheedge\/363572994\/\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright size-thumbnail wp-image-8688\" title=\"Skulptur aus dem asiatischen Museum San Francisco\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Spielerskupltur-150x144.jpg\" alt=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/lifeontheedge\/363572994\/\" width=\"150\" height=\"144\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Spielerskupltur-150x144.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Spielerskupltur-414x400.jpg 414w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Spielerskupltur.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\"><\/a>n es einen gibt, es soll ja auch Spiele  ohne geben). Das klasssische Strategiespiel ist an sich nicht wirklich  auf das digitale Medium angewiesen, profitiert aber dadurch das der  Rechner gro\u00dfe Mengen an Spielparametern verwalten kann und Gegner  simuliert (z.B. ist Civilization sowohl ein Brett- als auch ein  Computerspiel, wobei vermutlich unterschiedlich komplex). Ich habe mich  schon h\u00e4ufig gefragt, warum dieser Spieletyp weniger in der \u00f6ffentlichen  Kritik steht. So ist Civilization ein relativ komplexes Spiel, insoweit  dass es angeblich sogar zu Lehrzwecken genutzt wird um  gesellschaftliche Zusammenh\u00e4nge zu verdeutlichen. Dabei ist das  zugrundeliegende Modell ein sehr materialistisches und technokratisches,  m\u00f6glicherweise der Einfachheit halber, aber eher vermute ich, weil  Spiele vor allem die Freiheit des Spielers als oberste Pr\u00e4misse haben.  Man sollte also nicht den Fehler machen und von Spielen erwarten das sie  sich durch ethische Wertigkeit auszeichnen. Spiele definieren innerhalb  des Spiels durch ihre   Parameter was richtig oder falsch ist und  ethische   Erw\u00e4gungen als Grundlage laufen meist der spielerischen  Freiheit zuwider. Hierbei sollte man immer beachten das dies sich auf  \u00bbeinfache\u00ab Spiele bezieht, also ohne Elemente aus anderen Kunstformen.  So k\u00f6nnen bei Spielen die Elemente aus Literatur in Form einer  komplexeren Geschichte beeinhalten nat\u00fcrlich im Rahmen dieser auch  ethische Fragen behandelt werden. Auch progressivere Indieentwickler wie  <a href=\"http:\/\/hcsoftware.sourceforge.net\/jason-rohrer\/\" target=\"_blank\">Jason Rohrer<\/a> versuchen diese Konventionen zu brechen, auch ohne Entlehnung aus  anderen Kunstformen, und somit die Vielfalt von Computerspielen zu  zeigen und die Berechtigung als Kunstform zu legitimieren.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie beim Film gilt aber das viele Titel kommerziellen  \u00dcberlegungen unterliegen und sich deshalb meist den \u00fcblichen  Konventionen unterordnen und auch ihr Produkt durch Gewaltdarstellung  \u00bbaufpeppen\u00ab. Die Gewaltdarstellung ist h\u00e4ufig nicht sonderlich sinnvoll,  aber es l\u00e4sst sich kaum leugnen, dass die Darstellung von Gewalt auf  den Menschen ein gewisse Faszination aus\u00fcbt, speziell auf die klassische  Zielgruppe f\u00fcr diese Spiele, m\u00e4nnliche Jugendliche, bzw. junge M\u00e4nner.  Wenn man sich die Entwicklung des Marktes der letzten Jahre anschaut, in  der andere Zielgruppen inzwischen durchaus von Relevanz sind, wird man  feststellen, das sich inzwischen entsprechend viele Spiele ohne  Gewaltinhalte durchsetzen. Auch die Independentszene w\u00fcrde ich mal  behaupten, hat deutlich weniger Blut an den H\u00e4nden.<\/p>\n<p>Kommt ein Spiel ohne Geschichte   aus, wie in einem klassischen   Deathmatchshooter wirkt das was die   Spieler treiben oft sehr   martialisch und recht sinnfrei. Da diese Spiele auch oft im direkten  Vergleich mit anderen Spielern bertrieben werden kommt noch ein wenig  Konkurrenzverhalten hinzu. Als Beobachter sollte man sich aber bewusst  sein, dass Spielen ein menschliches Bed\u00fcrfniss darstellt und das  Verhalten des Spielers in aller Regel nicht als aggressiv beschrieben  werden kann. Der Sinn ist gleich allen konventionellen Spielen, das  Verstehen der Spielparameter und sich durch trainieren der  erforderlichen F\u00e4higkeiten zu verbessern.<\/p>\n<p>Die eigentliche Frage warum wir Spielen ist damit aber eigentlich nur  angeschnitten und ist abh\u00e4ngig vom Typ von Spieler. Sollte daran noch  Interesse bestehen w\u00fcrde ich mein Verst\u00e4ndnis in einem weiteren  (hoffentlich k\u00fcrzeren) Beitrag erl\u00e4utern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[5,118],"tags":[305,87,1642],"class_list":["post-8672","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medien","category-spiele","tag-killerspiele","tag-macht","tag-spiele"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8672"}],"version-history":[{"count":16,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8672\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8772,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8672\/revisions\/8772"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}