{"id":7669,"date":"2011-01-02T00:12:38","date_gmt":"2011-01-01T23:12:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=7669"},"modified":"2010-12-28T13:13:38","modified_gmt":"2010-12-28T12:13:38","slug":"das-wort-zum-sonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2011\/das-wort-zum-sonntag\/","title":{"rendered":"Das Wort zum Sonntag"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im August 2009 schrieb ich einen Beitrag \u00fcber <a title=\"ZG\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/uber-einsamkeit-und-stille\/\" target=\"_blank\">Einsamkeit und Stille<\/a>. Meine Gedanken zu diesem Thema m\u00f6chte ich an dieser Stelle etwas vertiefen. Alleine zu sein setzen viele mit einsam sein gleich, was z.B. bedeutet keine Liebesbeziehung zu f\u00fchren. F\u00fcr mich gibt es zun\u00e4chst eine grundlegende Unterscheidung zwischen <em>allein sein<\/em> und <em>einsam sein<\/em>. Wer allein ist, also z.B. kaum oder wenig soziale Kontakte pflegt, wenig mit Menschen zu tun hat oder eben alleine wohnt, ist nicht zwingend einsam. Sich einsam f\u00fchlen k\u00f6nnen auch Menschen, die in einer Beziehung sind oder in einer gro\u00dfen Familie leben. Als <em>allein sein<\/em> bezeichne ich den Zustand einer tempor\u00e4ren oder dauerhaften sozialen Isolation und als <em>einsam sein<\/em>, ein inneres Befinden, sich nicht verstanden, akzeptiert oder geborgen zu f\u00fchlen. Zwischen beiden Sachverhalten wird oft ein Zusammenhang hergestellt, der meiner Meinung nach zu Missverst\u00e4ndnissen und zu zweifelhaften Entscheidungen f\u00fchren kann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">In dem Hollywoodfilm \u00bbHeat\u00ab aus dem Jahre 1995 wird der Gangster Neil (Robert de Niro) von einer Frau, die er gerade in einer Bar kennengelernt hat, auf seinem Balkon gefragt, ob er einsam sei? Neil antwortet daraufhin, dass er allein, aber nicht einsam sei. Dieses Zitat verdeutlicht, dass Einsamkeit nicht zwingend eine Frage von Beziehungen oder sozialen Kontakten ist, sondern vielmehr eine Frage der inneren Ruhe, der Selbstgen\u00fcgsamkeit, des Selbstbewusstseins und der mentalen sowie emotionalen Stabilit\u00e4t. Zur Verdeutlichung meiner Gedanken bin ich mal so frei und zitiere mich selbst aus meinem <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/uber-einsamkeit-und-stille\/\" target=\"_blank\">Beitrag<\/a> vom August 2009:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch kann es kaum eine gr\u00f6\u00dfere Einsamkeit geben, als inmitten einer gro\u00dfen Menschenmasse. Und der einsame Wanderer im australischen Outback, der sich in einer 100km weiten Menschenleere befindet, kann sich mit der Natur, der Welt und allen Menschen auf eine einzigartige Weise verbunden f\u00fchlen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder anders ausgedr\u00fcckt: wer mit sich selbst halbwegs im Reinen ist, wird von einem tempor\u00e4ren Zustand des <em>allein seins<\/em> nicht erdr\u00fcckt und erschlagen. Vielmehr zeigt die Unf\u00e4higkeit,&nbsp; f\u00fcr einige Minuten oder Stunden nicht ohne Fernseher, Musik, Menschen, PC, Haustieren oder einer sonstigen Ablenkung oder Berieselung sein zu k\u00f6nnen, auf, dass wir Angst haben. Angst vor uns selbst. Angst vor den eigenen Gedanken und Gef\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Neurose ist wohl weit verbreitet in Deutschland. Ich kenne viele Menschen, die nur noch deshalb in einer ungl\u00fccklichen Beziehung sind, weil sie Angst vorm allein sein haben. Weil sie allein sein mit einsam sein gleichsetzen. Ebenso kenne ich auch viele, bei denen eine st\u00e4ndige Berieselung vorherrscht. Da ist der Fernseher den halben Tag an, Musik l\u00e4uft, der PC ist an, etliche Haustiere machen es sich gem\u00fctlich oder es ist st\u00e4ndig Besuch da.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei kann eine tempor\u00e4re soziale Isolation viel Kraft, Ruhe und Energie geben. In einer Zeit der Dauerhektik sowieso.&nbsp; Viele ber\u00fchmte Philosophen, Dichter und Denker haben sich f\u00fcr eine gewisse Zeit gezielt sozial isoliert, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Sich ernsthaft mit sich selbst besch\u00e4ftigen, sich reflektieren, es sich gem\u00fctlich machen, unterdr\u00fcckte Gedanken und Gef\u00fchle zu lassen, die eigenen Bed\u00fcrfnisse, W\u00fcnsche und \u00c4ngste hinterfragen sind wichtige Vorraussetzungen f\u00fcr die eigene Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im August 2009 schrieb ich einen Beitrag \u00fcber Einsamkeit und Stille. Meine Gedanken zu diesem Thema m\u00f6chte ich an dieser Stelle etwas vertiefen. Alleine zu sein setzen viele mit einsam sein gleich, was z.B. bedeutet keine Liebesbeziehung zu f\u00fchren. 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