{"id":7041,"date":"2010-11-05T00:24:11","date_gmt":"2010-11-04T22:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=7041"},"modified":"2014-06-26T10:08:11","modified_gmt":"2014-06-26T08:08:11","slug":"entmarktet-die-gedanken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/entmarktet-die-gedanken\/","title":{"rendered":"Entmarktet die Gedanken!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Gedanken.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-7084\" title=\"Bildquelle: Steffi Reichert von flickr\" alt src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Gedanken.jpg\" width=\"240\" height=\"170\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Gedanken.jpg 500w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Gedanken-150x105.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Gedanken-450x317.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 240px) 100vw, 240px\"><\/a>Geld regiert die Welt. Geld bestimmt den Alltag. Geld beherrscht die Gedanken. Leider scheinen die bedruckten Scheinchen&nbsp;auch viel negatives in der Welt <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/geld-adelt\/\" target=\"_blank\">zu adeln<\/a>. Sicher, wir alle m\u00fcssen von irgendetwas leben. Miete bezahlen, Nahrungsmittel kaufen und auch das Leben in Form von Konsumg\u00fctern und Dienstleistungen genie\u00dfen, kostet Kohle. Der Sachzwang Geld tropft in jede Pore&nbsp;unseres Alltags.&nbsp;Materialismus und individuelle Konsumlust sind Prinzipien unseres Lebens. Haben-Denken und Haben-Wollen, sich verkaufen, sich anpreisen, sich im Pers\u00f6nlichkeitsmarkt anbieten sowie <a href=\"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/moralfinger\/liebe2.html\" target=\"_blank\">Liebesbeziehungen als Vertr\u00e4ge<\/a> betrachten, sind Zeichen f\u00fcr ein tief verankertes marktwirtschaftliches Bewusstsein und&nbsp;sind l\u00e4ngst Teil&nbsp;unserer Lebenswelten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <a href=\"http:\/\/papalagi.de.vu\/\" target=\"_blank\">Papalagi<\/a>, den Reden des S\u00fcdseeh\u00e4uptlings Tuiavii aus Tiave, wird die Erfindung des Geldes als gro\u00dfes \u00dcbel betrachtet:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt viele, die haben ihre Freude hingegeben um Geld, ihr Lachen, ihre Ehre, ihr Gewissen, ihr Gl\u00fcck, ja Weib und Kind. Fast alle geben ihre Gesundheit daf\u00fcr hin. Um das runde Metall und das schwere Papier. [...] Wer das Geld nicht liebt, wird bel\u00e4chelt.&nbsp;&nbsp;Reichtum \u00addas ist, viel Geld haben, \u00ad macht gl\u00fccklich. [...] Darum will auch jeder viel Geld haben. Und jeder mehr als der andere. Darum die Gier danach und das Wachsein der Augen auf Geld zu jeder Stunde.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer moralischen Bewertung ist&nbsp;uns nat\u00fcrlich wenig geholfen, da wir&nbsp;Euros zum \u00dcberleben brauchen. Dennoch warnen uns auch&nbsp;alle Religionen vor der Habgier und einem grenzenlosem Materialismus, wie es Georg Schramm bei seinem Auftritt einer Stuttgart21-Demo sch\u00f6n formuliert hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist, Geld als Werkzeug und nicht als Lebenszweck zu betrachten. Wer sich der Illusion hingibt, das Geld und Reichtum gl\u00fccklich mache, betet&nbsp;die G\u00f6tze Materialismus an und wird auf Dauer ungl\u00fccklich werden. Das Geld und Besitz keine Garantie f\u00fcr Gl\u00fcck sind, beweisen&nbsp; immer wieder prominente Selbstmorde von reichen Menschen wie dem <a title=\"SpiegelOnline\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/0,1518,599815,00.html\" target=\"_blank\">Milliard\u00e4r Merckle<\/a> oder dem Fussballer <a title=\"ZG\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/robert-enke-eine-zusammenfassung\/\" target=\"_blank\">Robert Enke<\/a>. Bei letzterem fragten sich viele Menschen <em>Warum? Er hatte doch alles gehabt?<\/em> Ja Geld, Status und Besitz, aber keine innere Ruhe und Zufriedenheit. F\u00fcr mich geht es bei dem Thema Geld nicht zuletzt&nbsp; um eine Frage der Glaubw\u00fcrdigkeit. Inwieweit sind meine Ideale und Prinzipien k\u00e4uflich? Oder anders gesagt: gebe einem Rebell, System- oder Gesellschaftskritiker 1 Million Euro, beh\u00e4lt er seine Prinzipien und Ideale oder wird er zu denen, die er vorher kritisiert hatte?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt viele <a title=\"ZG - Gl\u00fcck\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/was-ist-gluck\/\" target=\"_blank\">Definitionen von Gl\u00fcck<\/a> und noch mehr Ratgeber, die uns erz\u00e4hlen wollen, wie man gl\u00fccklich werde. Kaum einer sagt uns, dass Kram und Geld gl\u00fccklich machen. Geld korrumpiert und verdirbt den Charakter. Das beste Beispiel hierf\u00fcr sind f\u00fcr mich viele Alt 68er, die fr\u00fcher gegen Springer demonstriert haben und nun in den Springer-Redaktionen sitzen. Trotzdem haben wir&nbsp;diesen&nbsp;Glauben tief&nbsp;verinnerlicht: Auto, Haus und Garten besitzen, Urlaub machen und Kram anh\u00e4ufen seien der Lebenszweck.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Geld.jpg\" rel=\"lightbox\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7087\" title=\"Bildquelle: Markusram von flickr\" alt src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Geld.jpg\" width=\"320\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Geld.jpg 500w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Geld-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Geld-450x337.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\"><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da mit allem heutzutage Geld gemacht werden kann, sind auch vermeintlich idealistische oder gesellschaftskritische T\u00e4tigkeiten nicht selten der marktwirtschaftlichen Verwertung zuzuordnen. Den Konzernen und Herrschenden dieser Welt kann es ziemlich egal sein, ob und wie gegen sie opponiert wird \u2014 solange die sozio\u00f6konomische Struktur der marktwirtschaftlichen Selbstverwertung unangetastet bleibt. Das Hamsterrad der Selbstverwurstung ist unerbittlich.&nbsp;Wer&nbsp; zu sehr in den vergifteten Apfel des Haben-Wollens und des Konsums bei\u00dft, wird nur schwer wieder davon los kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sich vom verwerten, vom verkaufen in Teilbereichen frei machen, sch\u00f6pferische und kreative T\u00e4tigkeiten aus\u00fcben, sich Freir\u00e4ume und Nischen vor dem Geldwahnsinn schaffen (in Beziehungen, Freundschaften, Hobbys usw.), sind wichtige Bestrebungen, um sich nicht g\u00e4nzlich als \u00bbWare Mensch\u00ab zu f\u00fchlen. Gedankliche Freiheit kann es nur ohne kapitalistische Prostitution geben.&nbsp;Die marktwirtschaftliche Verwertungslogik stellt die sozio\u00f6konomische Struktur unserer Gesellschaft dar und zwingt jeden, dass zu tun, was von ihm erwartet wird. Der gr\u00f6\u00dfte Widerstand ist insofern, sich dieser Verwertungslogik zu entziehen. Auch wenn dies im Alltag&nbsp;nur teilweise gelingen mag. Ohne gedankliche Entmarktung vom Kosten-Nutzen-Kalk\u00fcl, wird es kaum relevante gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen geben. Denn beim Gedanken f\u00e4ngt alles an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geld regiert die Welt. Geld bestimmt den Alltag. Geld beherrscht die Gedanken. Leider scheinen die bedruckten Scheinchen&nbsp;auch viel negatives in der Welt zu adeln. Sicher, wir alle m\u00fcssen von irgendetwas leben. 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