{"id":6619,"date":"2010-10-10T00:39:23","date_gmt":"2010-10-09T22:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=6619"},"modified":"2010-10-07T10:42:40","modified_gmt":"2010-10-07T08:42:40","slug":"marktkonformer-habitus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/marktkonformer-habitus\/","title":{"rendered":"Marktkonformer Habitus"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/september\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-6654\" title=\"Logo\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/blaetter.jpg\" alt width=\"156\" height=\"111\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/blaetter.jpg 156w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/blaetter-150x106.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 156px) 100vw, 156px\"><\/a>In der Bl\u00e4tter-Ausgabe vom <a href=\"http:\/\/www.blaetter.de\/archiv\/jahrgaenge\/2010\/september\" target=\"_blank\">September 2010<\/a>, schreibt der Publizist Robert Misik \u00fcber Weltverbesserung und linke Reformen. Misik spricht sich gegen Ohnmacht, Resignation und Zynismus aus. Denn: <em>es waren immer die Optimisten, die die Welt ver\u00e4ndert haben, niemals die Pessimiste<\/em>n, so Misik. Er beschw\u00f6rt eine <em>\u00f6konomische Fairness<\/em> und fordert <em>progressive Reformen<\/em>, eine <em>progressive Wirtschaftspolitik<\/em>. Progressiv meint hier vor allem dem Fortschritt zugewandt. Misik m\u00f6chte den Vorwurf der linken, vermeintlich r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten, Wirtschaftspolitik begegnen, indem er Vorschl\u00e4ge zu einer neuen Wirtschaftspolitik macht.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Gedankenexperiment fasst er es folgenderma\u00dfen zusammen:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Wirtschaftspolitik, die eine gerechtere und fairere Gesellschaft im Auge hat. [...] Eine Gesellschaft , die alle B\u00fcrger am Wohlstand beteiligt, ist auch wirtschaftlich funktionst\u00fcchtiger. [...] \u00d6konomische Fairness l\u00f6st eine Reihe von Win-Win-Folgewirkungen aus. [...] Ein guter Kapitalismus ist m\u00f6glich.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Misik\u00b4s Intention ist sicher edel. Wie ein <em>guter Kapitalismus<\/em> (ist f\u00fcr mich schon ein Paradoxon) ohne finanzielle Verlierer, Ausgebeutete, Umwelt- und Klimazerst\u00f6rung m\u00f6glich sein soll, wei\u00df ich nicht. Begriffe wie progressiv, gerecht und fair&nbsp;klingen zwar toll, es fehlt jedoch&nbsp;an konkreten Inhalten. Eine gerechte Gesellschaft als anstrebsam zu formulieren, weil sie wirtschaftlich produktiver sei, ist lediglich eine neoliberale Verteidigungshaltung. Eine gerechte Gesellschaft sollte anzustreben sein, weil sie an sich erstrebenswert ist!&nbsp;&nbsp;Oder anders gesagt: kann es eine&nbsp;gerechte Gesellschaft&nbsp;nur mit produktiver Wirtschaftlichkeit geben? Das wirtschaftliche System sollte dem Menschen dienen. Nicht umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum k\u00f6nnen <em>progressive<\/em> linke Denker, jenseits eines \u00f6konomischen Diskurses und einer \u00f6konomischen Dimension, nicht mal vom Menschenbild sprechen? Die Frage aufwerfen, in welcher Gesellschaft wir eigentlich leben wollen? Normen und Werte zum Thema machen? Wer sich als Linker st\u00e4ndig den \u00f6konomischen Diskurs der Marktradikalen aufzwingen l\u00e4sst, wird sich immer in Kategorien wie Kosten-Nutzen-Denken, Ressourcennutzung,&nbsp;Rational-Choice, wirtschaftlicher Verwertbarkeit usw. bewegen. Linke sollten wieder den Menschen selbst in den Mittelpunkt aller \u00dcberlegungen stellen und nicht den \u00d6konomie-Fetisch als vermeintlich \u00bbmoderne Linke\u00ab neu zu definieren versuchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Bl\u00e4tter-Ausgabe vom September 2010, schreibt der Publizist Robert Misik \u00fcber Weltverbesserung und linke Reformen. 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