{"id":5672,"date":"2010-07-30T05:04:19","date_gmt":"2010-07-30T03:04:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=5672"},"modified":"2011-01-25T11:13:23","modified_gmt":"2011-01-25T10:13:23","slug":"kinder-in-deutschland-teil2-sachzwang-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/kinder-in-deutschland-teil2-sachzwang-kind\/","title":{"rendered":"Kinder in Deutschland; Teil2: Sachzwang Kind?"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #993300;\"><em><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Kinder in die Welt zu setzen ist keine Kunst, sie zu selbstbewu\u00dften Menschen zu erziehen hingegen schon\u00ab<\/em><\/span><\/p>\n<p>- M. Vollack, Politologe und Hobby-Philosoph<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Teil 2 meiner Gedankenreihe zu Kinder in Deutschland,&nbsp;stelle ich die These auf, dass die finanzielle Versorgung eines Kindes zwar wichtig ist, es aber ungleich wichtiger ist, sich f\u00fcr die eigenen Kinder Zeit zu nehmen und auf ihre Bed\u00fcrfnisse und W\u00fcnsche einzugehen, die in erster Linie eben nicht materieller Natur sind, wie oftmals behauptet wird.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Filmen, B\u00fcchern, Diskursen und Gespr\u00e4chen, wird ein Element immer wieder beschworen: das Kind als Sachzwang, Lohnarbeit jeglicher Art verrichten zu m\u00fcssen. Kitabeitr\u00e4ge, Versorgung, Klassenfahrten, Kleidung, Bespa\u00dfung usw. kosten viel Geld, keine Frage. Nicht selten verrichten die V\u00e4ter, in der klassichen Rolle des Familienern\u00e4hrers, eine Lohnarbeit, die ihnen nicht unbedingt zusagt. Seien es unm\u00f6gliche Arbeitszeiten, Mobbing, zu gro\u00dfer Stress oder \u00e4hnliches. Trotzdem qu\u00e4len sie sich da durch, schlie\u00dflich muss die Familie ja ern\u00e4hrt werden, wie es im Volksmund oft hei\u00dft. Dieses Motiv wird selten hinterfragt, sondern fungiert eher als g\u00e4ngige Rechtfertigungsformel, wenn die Eltern f\u00fcr ihre Kinder kaum bis wenig Zeit haben. Sie m\u00fcssen eben Geld ranschaffen und schuften was das Zeug h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie oft liest und h\u00f6rt man es, dass Eltern immer weniger Zeit f\u00fcr ihre Kinder haben bzw. sie sich nehmen. Sie lohnarbeiten viel. Das sei zwar bedauerlich, betonen viele, aber um einen materiellen Standard aufrecht zu erhalten, muss eben viel gelohnarbeitet werden, so die h\u00e4ufige Argumentation. Dabei fragt niemand die Kinder, was sie wirklich wollen. W\u00fcrde man Kinder fragen, ob sie lieber drei Playstation-Spiele im Monat mehr haben wollen&nbsp; oder lieber die Eltern \u00f6fter sehen, was w\u00e4re wohl die Antwort? Aber die Kinder werden nicht gefragt. Eltern gehen zu oft davon aus, dass die finanzielle Versorgung wichtiger sei, als die emotional-soziale Versorgung eines Kindes. Der ganze materielle Kram gibt den Kindern weder Liebe, Aufmerksamkeit, noch tr\u00e4gt er dazu bei, das Kinder reife und selbstbewusste Individuen werden. Was Kinder in erster Linie brauchen, ist vor allem Liebe, Aufmerksamkeit, Best\u00e4tigung und das Gef\u00fchl f\u00fcr die Eltern keine Belastung zu sein, sondern der Mittelpunkt in ihrem Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a rel=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/kinderarmut-hat-folgen_neu.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-5623\" title=\"Kinderarmut\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/kinderarmut-hat-folgen_neu.jpg\" alt width=\"245\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/kinderarmut-hat-folgen_neu.jpg 850w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/kinderarmut-hat-folgen_neu-150x123.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/kinderarmut-hat-folgen_neu-450x370.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 245px) 100vw, 245px\"><\/a>Nicht, dass ich falsch verstanden werde: ich bin nat\u00fcrlich daf\u00fcr, die Kinderarmut zu reduzieren und Kindern zu erm\u00f6glichen, in W\u00fcrde erwachsen zu werden mit t\u00e4glich warmem Essen, Klassenfahrten, Sportvereinen usw. Ich pl\u00e4diere nur daf\u00fcr, die Debatte nicht einseitig zu verengen. Denn gerade die Akademiker und finanziell besser Betuchten haben zwar das Geld, nehmen sich aber keine Zeit f\u00fcr ihre Kinder, weil sie nur am lohnarbeiten sind. Problematisch sind f\u00fcr mich beide Sachverhalte. In der \u00d6ffentlichkeit wird aber meist nur die Kinderarmut angesprochen und Kinderverwahrlosung finde wenn, dann ja eh nur bei Hartz4-Familien statt und nicht bei finanziell besser Gestellten, die ihre Kinder oftmals an Kitas, Tagesm\u00fctter, Verwandten oder Babysitter abschieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr mich stellt sich die Frage, ob die Behauptung, man w\u00fcrde f\u00fcr die Kinder schuften, nicht doch eher eine Flucht vor der Erziehungsaufgabe hin zur Lohnarbeit ist? Und ob der Lohnarbeitswahn wirklich aus dem Wunsch geboren ist, mehr Geld f\u00fcr die eigenen Kinder zu haben oder nicht auch aus dem Wunsch heraus geboren wird, mal wieder in den Urlaub zu fahren oder sich eine neue Stereoanlage zu kaufen? Und sind beruflich weniger ausgelastete Eltern nicht doch eine gr\u00f6\u00dfere Bereicherung f\u00fcr die Kinder, als Eltern die st\u00e4ndig unter Strom stehen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"ZG-Blog\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/kinder-in-deutschland-teil1-kinderfeindlichkeit\/\" target=\"_blank\">\u2014\u00bb&gt; Kinder in Deutschland, Teil1: Kinderfeindlichkeit<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Kinder in die Welt zu setzen ist keine Kunst, sie zu selbstbewu\u00dften Menschen zu erziehen hingegen schon\u00ab \u2014 M. 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