{"id":49582,"date":"2025-06-10T07:23:46","date_gmt":"2025-06-10T05:23:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=49582"},"modified":"2025-06-09T20:23:11","modified_gmt":"2025-06-09T18:23:11","slug":"vitamin-s-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/vitamin-s-2\/","title":{"rendered":"<span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Vitamin S\u00ab (2)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-26845\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel.jpg\" alt width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel.jpg 1000w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/unsicher_titel-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\">Die st\u00e4ndige Behauptung, dass \u00bbLeistung\u00ab, \u00bbKompetenz\u00ab und \u00bbFachwissen\u00ab relevant bei der Beurteilung und Bef\u00f6rderung von Mitarbeitern und Kollegen seien, ist weiterhin eine urbane Legende. \u00bbVitamin S\u00ab (Sympathie) schl\u00e4gt alles. Ich sehe das in der t\u00e4glichen Arbeit mit Kollegen, mit der Leitung, mit den Eltern, mit dem Schuldirektor, im Betriebsrat, mit Kooperationspartnern, in Gremien \u2014 ja, \u00fcberall.<!--more--><\/p>\n<hr>\n<p><strong><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Leistung\u00ab<\/strong><br>\nDas \u00bbVitamin B\u00ab (Beziehungen) wichtig f\u00fcr die eigene Lohnarbeitsfindung oder gar die Karriere sind, ist mittlerweile ein Allgemeinplatz. Job-Coacher nennen das euphemistisch \u00bbnetzwerken\u00ab. Es geht aber noch deutlich weiter. Denn die Sympathie ist sehr h\u00e4ufig <em>das<\/em> Entscheidungskriterium bei der Beurteilung von Mitarbeitern und Kollegen. Das erkl\u00e4rt auch, warum in Politik, Medien und\/oder gro\u00dfen Unternehmen so viele inkompetente, durchschnittlich intelligente oder gar unf\u00e4hige Menschen sitzen. Sie werden von entsprechenden Entscheidungstr\u00e4gern \u00bbgemocht\u00ab.<\/p>\n<p>Es ist h\u00e4ufig nicht nur v\u00f6llig unerheblich, was oder wie viel Jemand leistet oder tats\u00e4chlich kann \u2014 nein, Ganz im Gegenteil! Das ruft erst Recht die Neider und Intriganten auf den Plan, die eben weniger k\u00f6nnen (oder wollen). Die arbeiten dann sehr gezielt daraufhin, die engagierten und kompetenten Kollegen sozial zu zerst\u00f6ren. Viele sind an dieser Stelle h\u00e4ufig deutlich kreativer, als bei der Lohnarbeit selbst. Da werden Leute nicht bef\u00f6rdert, \u00fcbergangen, nicht ernst genommen, geschnitten, rausgeekelt oder gar gemobbt und vieles vieles mehr. Einfach weil man sie \u2011aus Gr\u00fcnden- nicht mag.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind wir alle Menschen und es ist v\u00f6llig nat\u00fcrlich, dass wir manche Menschen sympathisch und andere weniger sympathisch finden. Wenn aber Personaler und Leitungskr\u00e4fte nach Sympathie, statt nach Fertigkeiten und F\u00e4higkeiten Leute einstellen, beurteilen und bef\u00f6rdern, dann hat das oft negative Auswirkungen auf den gesamten Betrieb.<\/p>\n<hr>\n<p><strong><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Zauberwald\u00ab<\/strong><br>\nEs ist auch mitnichten so, dass Sympathie ein <em>emotionaler Zauberwald<\/em> sei, den man nicht erkl\u00e4ren, beeinflussen oder steuern kann. Denn welches Bild wir von Jemanden haben, wird (ganz besonders im digitalen Zeitalter) sehr h\u00e4ufig davon bestimmt, was Andere \u00fcber diese Person sagen und denken. Welche Klischees und Vorurteile wir mit uns herumtragen. Welche eigenen Trigger-Punkte und was wir bisher alles erlebt haben.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass seit Jahrzehnten die neoliberale Illusion aufrechterhalten wird, dass die \u00bbindividuelle Leistung\u00ab das ausschlaggebende Kriterium f\u00fcr Lohnarbeit, Bef\u00f6rderung, Ansehen und Karriere seien. Ein Blick in die letzten Bundesregierungen, in die Redaktionen der gro\u00dfen Altmedien sowie in staatliche Beh\u00f6rden sollte gen\u00fcgen, um das als kafkaesken Schwachsinn zu dekonstruieren. Von Diversity-Richtlinien sowie Quoten-Regelungen ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>Denn den durchschnittlich-intelligenten, kaum f\u00e4higen, aber devot-humorvollen, wom\u00f6glich noch halbwegs k\u00f6rperlich attraktiven (Menschen-)Typus \u2014 den mag man. Den will man \u00fcberall haben. Der ist sympathisch. Er\/Sie\/Es sollte generell die Schnauze halten, aber immer gut drauf und gut gelaunt sein. Zudem bitte nicht schlauer als der Chef sein, aber mit Vorliebe in seinen Darm kriechen wollen. Fertig ist: \u00bbVitamin S\u00ab.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2018\/vitamin-s\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Vitamin S\u00ab<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?s=Der+t%C3%A4gliche+Lohnarbeitswahnsinn&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Der t\u00e4gliche Lohnarbeitswahnsinn<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die st\u00e4ndige Behauptung, dass \u00bbLeistung\u00ab, \u00bbKompetenz\u00ab und \u00bbFachwissen\u00ab relevant bei der Beurteilung und Bef\u00f6rderung von Mitarbeitern und Kollegen seien, ist weiterhin eine urbane Legende. \u00bbVitamin S\u00ab (Sympathie) schl\u00e4gt alles. 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