{"id":49046,"date":"2025-03-24T07:10:57","date_gmt":"2025-03-24T06:10:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=49046"},"modified":"2025-03-19T19:31:55","modified_gmt":"2025-03-19T18:31:55","slug":"filmkritik-the-substance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/filmkritik-the-substance\/","title":{"rendered":"Filmkritik \u00bbthe Substance\u00ab"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_49047\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.imdb.com\/de\/title\/tt17526714\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-49047\" class=\"wp-image-49047 size-full\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance.jpg\" alt width=\"990\" height=\"555\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance.jpg 990w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance-450x252.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance-150x84.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance-768x431.jpg 768w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/substance-500x280.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 990px) 100vw, 990px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-49047\" class=\"wp-caption-text\">imdb.com<\/p><\/div>\n<p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>The Substance\u00ab von Coralie Fargeat aus dem Jahr 2024, hat 2025 den Oscar f\u00fcr \u00bbBest Achievement in Makeup and Hairstyling\u00ab gewonnen sowie viele weitere Preise und Nominierungen erhalten. Die Kritiker-Presse lobte den Film als bissige, feministische Horror-Satire auf die Sch\u00f6nheitsindustrie. Dabei hat der Film deutlich weniger Substanz als der Titel vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Elisabeth (Demi Moore) ist eine in die Jahre gekommene Aerobic-Trainerin und \u2011T\u00e4nzerin, die nun von ihrem Produzenten ausrangiert werden soll. Die Einschaltquoten sinken und mit 50 Jahren sei sie nun zu alt f\u00fcr den Job. Sie soll nun durch eine J\u00fcngere ersetzt werden. Elisabeth (Demi Moore) nimmt daraufhin eine geheimnisvolle Substanz ein, um sich zu verj\u00fcngen. Sie wird dann zu Sue (Margaret Qualley) und macht wieder Karriere.<!--more--><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Sch\u00f6nheit als W\u00e4hrung<\/strong><br>\nDie plakative Kritik an der Sch\u00f6nheitsindustrie verpufft f\u00fcr mich vor allem deshalb, weil der kapitalistische Objekt- und Warencharakter als Solches, nie in Frage gestellt wird. Schlie\u00dflich wird nur subtil bejammert, dass Frau mit 50 nicht mehr an diesem teilhaben darf. Sue (Margaret Qualley) h\u00e4tte dem System, dass Frauen nur zu Objekten macht, auch den Stinkefinger zeigen und\/oder es austricksen oder sonstwie vorf\u00fchren k\u00f6nnen. Stattdessen genie\u00dft sie wieder alle Vorteile und Privilegien, die ein junger, attraktiver Frauenk\u00f6rper in der Medienwelt so mit sich bringt.<\/p>\n<p>Die plumpe Aussage ist, dass es Frauen in der kapitalistischen Medienwelt unm\u00f6glich gemacht wird, <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/in-wuerde-altern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">in W\u00fcrde zu altern<\/a>. Dabei sind Altersdiskriminierung und Altersarmut ein geschlechts\u00fcbergreifendes Ph\u00e4nomen der neoliberalen Objekt-Warenwelt und keine explizite Methode von vermeintlichen Frauenhassern oder des Patriarchats, wie es Feministinnen gerne formulieren. Auch die Fixierung auf Oberfl\u00e4chlichkeiten und Aussehen, kommt nicht von toxischen M\u00e4nnern, sondern von Unternehmen, die damit Millionen verdienen wollen. Zudem gibt es nicht wenige Frauen, welche die W\u00e4hrung \u00bbSch\u00f6nheit\u00ab auch gerne selbst gewinnbringend f\u00fcr sich einsetzen.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Emotionaler Eisberg<\/strong><br>\nWas an diesem Film eine \u00bbSatire\u00ab sein soll, erschlie\u00dft sich mir nicht. Ich musste an keiner Stelle lachen. Das gezeigte Showbusiness war auch nicht satirisch \u00fcberzeichnet, sondern ist eher zynische (Alltags-)Realit\u00e4t. Es ist zudem ein kalter, glatter und ohne jedes Feingef\u00fchl inszenierter Film. An keiner Stelle f\u00fchlt man mit den Protagonisten oder ist gar emotional ber\u00fchrt. Stattdessen versp\u00fcrt man schon fr\u00fch eine innere Abneigung und eine Form des Ekels, der dann auch am Ende in einem expliziten Selbsthass-Rausch explodiert.<\/p>\n<p>Nein, ich kann den Hype und die Lobpreisungen zu diesem Film leider nicht nachvollziehen. Drehbuch und Dialoge sind ebenso mittelm\u00e4\u00dfig bis platt wie die Dramaturgie. Wenn das ein \u00bbMeisterwerk\u00ab sein soll, dann ist Hollywood wirklich am Ende. Filme wie \u00bbAlien\u00ab, \u00bbBlade Runner\u00ab, \u00bbTruman Show\u00ab, \u00bbDer Pate\u00ab, \u00bbApocalypse Now\u00ab, \u00bbGattaca\u00ab oder \u00bbTaxi Driver\u00ab brennen sich Jahrzehnte in das Ged\u00e4chtnis. \u00bbThe Substance\u00ab will man nach einmal Anschauen am Liebsten wieder vergessen.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/in-wuerde-altern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">In W\u00fcrde altern<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>The Substance\u00ab von Coralie Fargeat aus dem Jahr 2024, hat 2025 den Oscar f\u00fcr \u00bbBest Achievement in Makeup and Hairstyling\u00ab gewonnen sowie viele weitere Preise und Nominierungen erhalten. 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