{"id":48704,"date":"2025-05-20T07:16:39","date_gmt":"2025-05-20T05:16:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=48704"},"modified":"2025-05-16T22:56:55","modified_gmt":"2025-05-16T20:56:55","slug":"weibliche-befindlichkeiten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/weibliche-befindlichkeiten-2\/","title":{"rendered":"Weibliche Befindlichkeiten (2)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-20630\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/feminist-double-standard.jpg\" alt width=\"500\" height=\"535\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/feminist-double-standard.jpg 500w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/feminist-double-standard-140x150.jpg 140w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/feminist-double-standard-374x400.jpg 374w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/feminist-double-standard-280x300.jpg 280w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\">Seit einiger Zeit entdecke ich immer h\u00e4ufiger Artikel und Beitr\u00e4ge, in denen weibliche Journalisten in den Altmedien \u00fcber Liebe, Beziehungen, Sex oder Dating schreiben. H\u00e4ufig mit einem s\u00fcffisanten Unterton, der in aller Regel lautet, dass die M\u00e4nner an allem schuld sind und das die Welt f\u00fcr die Frauen so ungerecht sei. Allzu h\u00e4ufig bleibt <em>die emotionale Beweisf\u00fchrung<\/em> unwidersprochen stehen. Das will die Leserinnen-Zielgruppe wohl so. In dieser Reihe m\u00f6chte ich ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4gen eine m\u00e4nnliche Perspektive hinzuf\u00fcgen.<!--more--><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Liebe<\/strong><br>\nJana Weiss und Joana Nietfeld schreiben im Tagesspiegel \u00fcber weibliche <a href=\"https:\/\/archive.ph\/umP7J#selection-2217.4-2233.15\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbInsta-Stars\u00ab und Influencerinnen<\/a>, die M\u00e4nner als Objekte behandeln und sie ausschlie\u00dflich auf ihre oberfl\u00e4chlichen \u00bbWerte\u00ab reduzieren: Aussehen. Geld. Status. Es sei eine Form von <em>\u00bbGegenangriff\u00ab<\/em>. Schlie\u00dflich h\u00e4tten die M\u00e4nner das jahrhundertelang auch mit den Frauen gemacht. Also d\u00fcrfen sie das jetzt auch:<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Mit dem gleichen Argument kann man auch die Frage beantworten, <strong>ob es weniger schlimm ist, wenn Frauen M\u00e4nner objektivieren, als andersrum. Einfache Antwort: ja<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Weiblicher Sexismus gegen\u00fcber M\u00e4nnern sei also gerechtfertigt, m\u00e4nnlicher Sexismus gegen\u00fcber Frauen nicht. Und die Begr\u00fcndung?<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Im besten Fall jedoch: Einen <strong>Reflexionsprozess unter M\u00e4nnern<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>M\u00e4nner zu erniedrigen, sie zu diskriminieren, sie als <em>\u00bbSpielzeuge\u00ab<\/em> und <em>\u00bbWerkzeuge\u00ab<\/em> f\u00fcr eigene Interessen und Bed\u00fcrfn\u00fcsse auszunutzen, soll einen <em>\u00bbReflexionsprozess\u00ab<\/em> der M\u00e4nner in Gang setzen? Ernsthaft? F\u00fcr mich klingt das mehr nach einem narzisstischen Egoismus, der mit <em>\u00bbRache\u00ab<\/em> und<em> \u00bbFeminismus\u00ab<\/em> begr\u00fcndet werden soll. Wertsch\u00e4tzung, Empathie und Liebe gehen anders.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Sex<\/strong><br>\nDie rund 50 Jahre junge Heike Kleen thematisiert auf Spiegel Online <a href=\"https:\/\/archive.ph\/709js\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00bbSlow Sex\u00ab<\/a>. Daf\u00fcr hat sie ein Online-Seminar von Yella Cremer mit 86 Lektionen absolviert. Das soll dann wieder Schwung in das heimische Bett bringen. Beim Seminar wird empfohlen, sich im Kalender \u00bbSex Dates\u00ab einzutragen (<em>\u00bbam besten zweimal 1,5 Stunden pro Woche\u00ab<\/em>), mit entsprechender Vorbereitung von Musik, Raumgestaltung und Gleitgel. Wichtig sei \u00bbSlow Sex\u00ab auch deshalb:<\/p>\n<blockquote><p><strong><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Au\u00dferdem w\u00fcrden Frauen dabei viel mehr auf ihre Kosten kommen als beim ehelichen Instandhaltungssex.\u00ab<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Also geht es \u2011wieder einmal- nur darum, was Frau will und\/oder zu wollen hat? Daf\u00fcr darf Mann sich dann \u00fcberteuerte Seminare mit Allgemeinpl\u00e4tzen reinziehen und Frau wundert sich dann, dass dem Kerl am Ende die Lust vergangen ist?<\/p>\n<hr>\n<div id=\"attachment_22072\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-22072\" class=\"wp-image-22072 size-full\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1.jpg\" alt width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1.jpg 1000w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/titanic-cover1-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\"><p id=\"caption-attachment-22072\" class=\"wp-caption-text\">Der US-Blockbuster \u00bbTitanic\u00ab aus dem Jahr 1997 hat weltweit fast 2 Milliarden Dollar eingespielt und gewann elf Oscars.<\/p><\/div>\n<hr>\n<p><strong>Und Z\u00e4rtlichkeit<\/strong><br>\nFarangies Ghafoor und Moritz Honert beklagen im Tagesspiegel, dass es <a href=\"https:\/\/archive.ph\/R5ogm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">im Alter weniger Sex<\/a> geben w\u00fcrde. Dazu befragen sie die \u00bbSex-Forscherin\u00ab Juliane Burghardt. Da ja heutzutage, in der Liebe und beim Sex, alles quantifizierbar sein muss, wird hier ein Problem konstruiert, dass bei vielen langj\u00e4hrigen Beziehungen wom\u00f6glich gar kein Problem ist.<\/p>\n<p>Es liegt in der Natur der Sache, dass der Sex in der Kennenlernphase deutlich h\u00e4ufiger stattfindet, als nach 20 Jahren Beziehung. Allerdings sollte die Tiefe und die Qualit\u00e4t einer Liebesbeziehung nach 20 Jahren auch anders bewertet werden als zu Beginn einer Beziehung.<\/p>\n<p>Dieser st\u00e4ndige Fokus auf das K\u00f6rperliche und das Sexuelle, macht Menschen nicht nur zu Objekten, sondern f\u00fchrt auch zu einer Abwertung von jeder anderen Form von zwischenmenschlicher Intimit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus sind f\u00fcr mich diese dutzendfachen Sex-Ratgeber und \u2011Beitr\u00e4ge ein typisches Beispiel von verlorener Intuition und Sinnlichkeit. Gleichzeitig wird der nat\u00fcrliche Trieb unn\u00f6tig verkopft und zerredet. Denn ja, liebe Frauen, man kann auch zuviel \u00bb\u00fcber alles\u00ab reden, reden, reden.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Fazit<\/strong><br>\nEine Buchbesprechung von Marie-Luise Goldmann, auf welt.de, \u00fcber einen typischen Frauenroman, verdeutlicht, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/kultur\/literarischewelt\/article255178530\/Millennials-Eine-Generation-die-keine-grossen-Ziele-mehr-hat.html?source=puerto-reco-2_ABC-V44.0.A_control\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">worum es vielen urban-woken Damen heute geht<\/a>: die eigene Gef\u00fchligkeit. Zauberwald. Anspruchsdenken. Emotionale Beweisf\u00fchrung. Narzissmus. Die eigene Verantwortungslosigkeit. Und eine haltlose Identit\u00e4ts- und Gl\u00fcckssuche, die kaum ein stabiles Wertefundament, daf\u00fcr aber ganz viel <em>\u00bbich will\u00ab<\/em> und <em>\u00bbich will nicht\u00ab<\/em> enth\u00e4lt, dass sich freilich alle paar Monate oder Jahre \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p>Weder kann man es solchen Ladys irgendwie recht machen, noch werden sie selbst jemals gl\u00fccklich sein. Es fehlt an Demut, Bescheidenheit und Bodenst\u00e4ndigkeit. Das alles \u2011und noch viel mehr- soll dann der Kerl mitbringen und <em>sie<\/em> gl\u00fccklich machen. Es gilt aber nach wie vor der Satz, dass nur wer sich selbst liebt (aber bitte <em>nicht<\/em> narzisstisch \u00fcbersteigert), auch in der Lage ist, andere Menschen zu lieben.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend finde ich es sehr auff\u00e4llig, wie viele \u00bbSex-Beitr\u00e4ge\u00ab in den Altmedien eigentlich von Frauen geschrieben werden? Ich dachte immer, es seien die b\u00f6sen M\u00e4nner die den ganzen Tag nur <em>\u00bban das Eine\u00ab<\/em> denken w\u00fcrden? Wieder was gelernt.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2024\/weibliche-befindlichkeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weibliche Befindlichkeiten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einiger Zeit entdecke ich immer h\u00e4ufiger Artikel und Beitr\u00e4ge, in denen weibliche Journalisten in den Altmedien \u00fcber Liebe, Beziehungen, Sex oder Dating schreiben. 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