{"id":47987,"date":"2025-01-14T07:47:19","date_gmt":"2025-01-14T06:47:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=47987"},"modified":"2025-01-07T18:31:12","modified_gmt":"2025-01-07T17:31:12","slug":"der-taegliche-lohnarbeitswahnsinn-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/der-taegliche-lohnarbeitswahnsinn-16\/","title":{"rendered":"Der t\u00e4gliche Lohnarbeitswahnsinn (16)"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_47990\" style=\"width: 941px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/arbeitslosigkeit-meine-erfahrungen-und-zwoelf-erkenntnisse-aus-drei-monaten-ohne-job-a-dcaf06fa-6ff8-489f-af22-74422bfc9cb7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47990\" class=\"wp-image-47990 size-full\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott.jpg\" alt width=\"931\" height=\"398\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott.jpg 931w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott-450x192.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott-150x64.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott-768x328.jpg 768w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/ott-500x214.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 931px) 100vw, 931px\"><\/a><p id=\"caption-attachment-47990\" class=\"wp-caption-text\">spiegel.de vom 17. Dezember 2024<\/p><\/div>\n<p>In Zeiten von Massenentlassungen, Inflation und einer gro\u00dfen Wirtschaftskrise in Deutschland, kommt das Thema \u00bbArbeitslosigkeit\u00ab wohl endlich auch in der Mittelschicht an. Wie dieses Millieu nun damit umgeht, zeigt exemplarisch der Beitrag von Clara Ott auf spiegel.de vom 17. Dezember 2024: <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/karriere\/arbeitslosigkeit-meine-erfahrungen-und-zwoelf-erkenntnisse-aus-drei-monaten-ohne-job-a-dcaf06fa-6ff8-489f-af22-74422bfc9cb7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em>\u00bbMeine zw\u00f6lf Erkenntnisse aus drei Monaten Arbeitslosigkeit.\u00ab<\/em> <\/a><\/p>\n<p>Die 44-j\u00e4hrige <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/autoren\/O\/Clara_Ott\/index.xml\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Journalistin<\/a> und<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZAvXOXbwabg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> Buchautorin<\/a> gibt Handlungsempfehlungen und Verhaltenstipps f\u00fcr die Arbeitslosigkeit, ohne auch nur einmal den Lohnarbeitsfetisch in Deutschland kritisch zu beleuchten. Von einem analytischen, strukturellen oder gar politisch-\u00f6konomischen Blick ganz zu schweigen.<br>\n<!--more--><\/p>\n<hr>\n<p>Gehen wir ihre \u00bbzw\u00f6lf Erkenntnisse\u00ab einmal durch.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">1.)<\/span> Wenig verleiht dir mehr Leichtigkeit, als <strong>nachmittags zwischen Studentinnen und Rentnern schwimmen zu gehen<\/strong>, w\u00e4hrend dein Handy und deine Entt\u00e4uschungen im Spind liegen. So h\u00e4ltst du den Zustand aus, nicht erreichbar zu sein, wenn dich ohnehin niemand erreichen will.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Schwimmen ist generell zu empfehlen. Unabh\u00e4ngig davon, ob man lohnarbeitet oder nicht. Leider wird das, besonders in der Gro\u00dfstadt, immer unbequemer. Schwimmb\u00e4der schlie\u00dfen, erh\u00f6hen massiv ihre Preise und sind teilweise und zu bestimmten Tages- und Wochenzeiten mit sehr anstrengenden Besuchern bev\u00f6lkert.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">2.)<\/span> Die meisten Freunde und fr\u00fcheren Arbeitskollegen werden dir sagen, dass sie dich <strong>um deine \u00bbAuszeit\u00ab beneiden<\/strong>. Zumindest alle, die deinen \u00bbCareer break\u00ab mit ihrem Sabbatical verwechseln oder dem Bildungsurlaub in der Toskana. <strong>Du aber beneidest Menschen, die zur Arbeit gehen,<\/strong> jeden Montagmorgen. Sogar freitagnachmittags.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich kenne kaum einen erwerbslosen Menschen, der Jemanden um seine Lohnarbeit beneidet. Es grenzt an Sklavenmoral, wenn man die Lohnarbeit, v\u00f6llig losgel\u00f6st von T\u00e4tigkeit, Sinn und Zweck als individuelle Sinnstfitung proklamiert. So k\u00f6nnen nur Menschen reden, die keine prek\u00e4ren T\u00e4tigkeiten oder Bullshit-Jobs kennen. Es ist nicht die Lohnarbeit, auf die Arbeitslose neidisch sind, sondern h\u00f6chstens die Bezahlung. Wobei selbst die \u00fcberall immer schlechter wird.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">3.)<\/span> <strong>Du lebst auf jedes Wochenende hin<\/strong>, weil du da tags\u00fcber im Supermarkt oder beim Spazieren durch die Innenstadt <strong>wieder Teil der Masse sein darfst<\/strong>, die sich Bummeln verdient hat. Unter der Woche wirkst du wie ein Streuner, wie ein Tourist, nur ohne Einkaufst\u00fcten \u2013 weil du sparen musst.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Jeder Lohnarbeiter in Deutschland, der nicht am Wochenende arbeiten muss, lebt ebenfalls auf das Wochenende hin. Wer unbedingt, unter allen Umst\u00e4nden und zu jedem Preis zum Rudel und zum Mainstream geh\u00f6ren will \u2014 wird niemals sein individuelles Gl\u00fcck im Leben finden k\u00f6nnen. Davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">4.)<\/span> Die <strong>freundlichen Mitarbeiter bei der Agentur f\u00fcr Arbeit<\/strong> werden deine Termine verschieben. Wenn du dich nach acht Wochen endlich vorstellen darfst, erz\u00e4hlen sie dir, wie \u00fcberarbeitet und unterbesetzt sie sind und dass du niemals einen festen Ansprechpartner haben wirst. Kannst du Bewerbungen vorweisen, brauchst du dich erst in drei Monaten wieder vorzustellen. Und so befreiend sich das anf\u00fchlen wird, <strong>so sehr w\u00fcnschst du dir eine Form der Kontrolle<\/strong>. Jemanden, der wie fr\u00fchere Vorgesetzte schaut, ob du faul bist oder wenigstens bei Slack oder Teams aktiv. Jemanden, der <strong>\u00bbNa, wie l\u00e4uft die Jobsuche?\u00ab fragt, der nicht mit dir befreundet ist<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u00fcberwiegende Mehrheit aller Erwerbslosen haben massiv schlechte Erfahrungen mit der Agentur f\u00fcr Arbeit und mit dem <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2024\/menschelnde-jobcenter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Jobcenter<\/a> gemacht (mich eingeschlossen). Willk\u00fcr. Abwertung. Schikanen. Druck. Erniedrigungen. Die Beispiele und die F\u00e4lle vor den Sozialgerichten sind schier endlos. Es ist traurig und kein Beweis f\u00fcr eine demokratische Reife, wenn man sich zudem eine \u00bbKontrolle\u00ab von einer staatlichen Beh\u00f6rde w\u00fcnscht.<\/p>\n<hr>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-13487\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Arbeitsamt_Dem\u00fctigung.jpg\" alt width=\"639\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Arbeitsamt_Dem\u00fctigung.jpg 639w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Arbeitsamt_Dem\u00fctigung-150x99.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Arbeitsamt_Dem\u00fctigung-450x297.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Arbeitsamt_Dem\u00fctigung-453x300.jpg 453w\" sizes=\"(max-width: 639px) 100vw, 639px\"><\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">5.)<\/span> Du f\u00fchlst dich nicht einfach arbeitslos, denn dieser Zustand ist kein Gef\u00fchl, sondern reine B\u00fcrokratie. <strong>Du f\u00fchlst dich gesellschaftlich unn\u00fctz<\/strong>.<strong> Also st\u00fcrzt du dich in privaten Aktionismus<\/strong>. Du l\u00e4sst dir von der Rentenversicherung die gef\u00fcrchtete Aufstellung aller L\u00fccken schicken \u2013 und freust dich auf das Projekt \u00bbUngekl\u00e4rte Zeiten nachmelden\u00ab. Vielleicht ordnest du deine Finanzen oder wenigstens den Kram in all deine Schubladen. Am Ende des Tages f\u00e4llt dir auf, dass du den ganzen Tag mit niemandem gesprochen hast.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Wer sich selbst seit jeher nur \u00fcber die Lohnarbeit und\/oder \u00fcber die entsprechende Verg\u00fctung definiert, bekommt sp\u00e4testens im Rentenalter schwere Depressionen. Ehrenamt. Hobbys. Leidenschaften. Sie sind nach wie vor immens wichtig f\u00fcr die Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung. Sogar weitaus wichtiger als jede Lohnarbeit.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">6.)<\/span> Freunde. Sie sind ein wichtiger Halt in Zeiten, in denen man ohne Team auskommen muss, ohne Titel, ohne Teil einer Firma zu sein, ohne Firmenweihnachtsfeier. <strong>Als Mensch ohne Kollegen wird einem der Wert von Freundschaft bewusst<\/strong>: Freunde sind Menschen, die dich auch ohne Job interessant finden.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Traurig, wenn man erst in der Erwerbslosigkeit merkt, wie wichtig Freundschaften sind! Das liest sich sehr stark, als wenn Freunde in der Arbeitslosigkeit als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer herhalten d\u00fcrfen, w\u00e4hrend man sie in der Lohnarbeits-Phase st\u00e4ndig mit <em>\u00bbkeine Zeit\u00ab<\/em> vertr\u00f6stet, weil man sich so wichtig und gebraucht von der Lohnarbeit (und vom Chef) f\u00fchlt.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">7.)<\/span> Du darfst hemmungslos ausschlafen, aber lieber nur an vier von sieben Tagen. Meditation hilft, vor allem nach Albtr\u00e4umen. T\u00e4glich zwei l\u00e4ngere Spazierg\u00e4nge helfen, um fremde Mitmenschen zu sehen und mal ein L\u00e4cheln zu erhaschen. Deine Werktage verschwimmen, oft auch die Stunden. Welches Datum ist heute? <strong>Du brauchst Routinen im Alltag. Selbstliebe, Self-Care, nenne es, wie du willst, aber sei gut zu dir. Und lass dich nicht gehen<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Zustimmung! Ein guter und vailder Punkt. In meinen Arbeitslos-Zeiten habe ich das selbst erlebt: der rasante Verfall von Selbstdisziplin und Tagesstruktur. Ich kenne und sehe das auch in meinem Umfeld. Auch hier k\u00f6nnen Hobbys, Leidenschaften und Ehrenamt helfen, nicht in Apathie zu verfallen.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">8.)<\/span> <strong>Mach jeden Montag Pl\u00e4ne und Verabredungen oder wenigstens To-do-Listen.<\/strong> Als Arbeitsloser hast du theoretisch Zeit f\u00fcr alles, was im hektischen Arbeitsalltag immer Stress bedeutete: Endlich kannst du mittwochs zu Ikea (leider musst du sparen und kannst diesmal wirklich nur Teelichte kaufen). Endlich kannst du zur Reinigung mit den komischen \u00d6ffnungszeiten. Endlich machst du den \u00fcberf\u00e4lligen Termin bei der Krebsvorsorge. <strong>Du hast Zeit<\/strong>, deine Eltern oder Geschwister anzurufen oder andere Menschen, die dich lieben, ohne dich zu stressen, weil du \u2013 aus welchen Gr\u00fcnden auch immer \u2013 gerade keinen Arbeitsplatz hast.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Die vermeintlich endlos zur Verf\u00fcgung stehende Zeit kann schnell dazu f\u00fchren, am Ende gar nichts mehr zu machen. Deshalb ja, die eigene Selbstdisziplin nicht vernachl\u00e4ssigen. Die sollte man aber bestenfalls so oder so haben: mit und ohne Lohnarbeit.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">9.)<\/span> <strong>K\u00f6rperpflege<\/strong>. Lebe so, als w\u00fcrdest du aktiver Arbeitnehmer sein und kein stillgelegter. Manik\u00fcre, Haarw\u00e4sche, Lieblingsduft, f\u00fcr den Weg zur Post. Tu alles, damit du dich weiter gepflegt und attraktiv findest. Wohlf\u00fchlklamotten sind okay, <strong>Hauptsache, du tr\u00e4gst deine W\u00fcrde<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist hart und tr\u00e4gt nur zum Vorurteil bei, dass Arbeitslose ungepflegte Penner seien. Frei nach Kurt Beck:<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/kurt-becks-arbeitslosen-schelte-waschen-und-rasieren-dann-kriegen-sie-auch-einen-job-a-454389.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><em> \u00bbwaschen und rasieren, dann finden Sie auch einen Job!\u00ab<\/em><\/a> Dar\u00fcber hinaus sollte die Menschenw\u00fcrde nicht mit vermeintlich schlechter oder ungepflegter Kleidung enden.<\/p>\n<hr>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-13939 size-full\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Mitarbeiter.jpg\" alt width=\"604\" height=\"443\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Mitarbeiter.jpg 604w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Mitarbeiter-150x110.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Mitarbeiter-450x330.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Mitarbeiter-409x300.jpg 409w\" sizes=\"(max-width: 604px) 100vw, 604px\"><\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">10:)<\/span> <strong>B\u00fccher lesen<\/strong>. Sachb\u00fccher, Romane, egal.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p><em><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Egal\u00ab<\/em> w\u00fcrde ich jetzt nicht sagen. Es gibt schon richtig viel mental-geistige Verbl\u00f6dung und Vergiftung da drau\u00dfen. Ich empfehle Adorno, Erich Fromm, Gustave Le Bon, Edward Bernays, George Orwell, B. Traven, Noam Chomsky, Kurt Tucholsky, Aldous Huxley, Franz Kafka und \u2011seit 2020 sehr wichtig- das Grundgesetz. <img decoding=\"async\" style=\"margin-left: 3px; margin-right: 3px; vertical-align: middle; -webkit-box-shadow: none; -moz-box-shadow: none; box-shadow: none;\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/plugins\/wp-emoji-one\/icons\/1F609.png\" width=\"16\" height=\"16\"><\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">11.)<\/span> <strong>Nicht in Selbsthass verfallen<\/strong>, wenn du diese \u00bbAuszeit\u00ab nicht \u00bbsinnvoll\u00ab daf\u00fcr nutzt, endlich mal deine Romanideen zu brauchbaren Expos\u00e9s umzuarbeiten oder dich beruflich weiterzubilden. Lies deine alten Arbeitszeugnisse durch. <strong>Sei stolz auf Krisen, die du \u00fcberwunden hast. Auch das hier ist nur eine Phase<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Womit wir wieder bei Punkt 5 w\u00e4ren: das Selbstbewusstsein und der Selbstwert werden prim\u00e4r durch die Lohnarbeit und den eigenen Sozial Status definiert. Das ist meines Erachtens das Grundproblem von Millionen von Menschen in Deutschland. Daraus resultieren viele Probleme und Krankheiten. Das gilt es zu \u00fcberwinden. Aber ja, daran klebt die Mittelschicht, wie Ameisen am Honig.<\/p>\n<hr>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span><span style=\"color: #ff0000;\">12.)<\/span> Bewerben, Netzwerken. Du wirst in Video-Calls deine Vita herunterrattern, vielleicht wirst du sogar zum Bewerbungsgespr\u00e4ch in eine andere Stadt eingeladen. Du wirst Wochen auf R\u00fcckmeldungen warten. Es wird Absagen geben. \u00bbWir haben uns nicht gegen dich, sondern nur f\u00fcr jemand anderes entschieden\u00ab, S\u00e4tze, die dich an die \u00bbEs liegt nicht an dir\u00ab-Datingfloskel erinnern. Du wirst Copy-&amp;-Paste-Absage-Mails erhalten, inklusive verschiedener Schriftarten. Jede Absage nimmt dich mit, sogar die von Jobs, die du gar nicht wolltest. Du haderst mit deinen F\u00e4higkeiten; deinem Talent, dich gut zu verkaufen. Aber jede Absage kann auch eine Befreiung von einem faulen Kompromiss sein. <strong>Vertraue darauf, dass dir in der Zukunft jemand einen Arbeitsvertrag anbieten wird, in dem dein Wert erkannt wird \u2013 als Arbeitnehmer, aber auch als Mensch<\/strong>.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Arbeitsfetisch-Moralisierung zeigt mir, dass am Ende \u00fcberhaupt nichts kritisch hinterfragt, sondern nur die eigene Arbeitslosigkeit emotional bejammert wurde. Als \u00bbArbeitnehmer\u00ab bist du nur solange \u00bbwertvoll\u00ab, wie du deine Arbeitskraft n\u00fctzlich und verwertbar in das Unternehmen einbringen kannst. Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit bedeuten, sich mit all seinen St\u00e4rken, Schw\u00e4chen, Interessen und Zielen einbringen zu k\u00f6nnen. Wo gibt es das bitte in der Lohnarbeitswelt?<\/p>\n<p>Jeder Charakterzug, der wom\u00f6glich ein wichtiger Teil deiner Pers\u00f6nlichkeit ist, aber f\u00fcr das Unternehmen nicht ben\u00f6tigt \u2011ja, sogar als sch\u00e4dlich definiert wird- will man nicht haben. Das wird weggeschoben und wegrationalisiert. Alles Andere ist \u00bbPersonalf\u00fchrung\u00ab und eine permanente Illusion von \u00bbN\u00e4he und Menschlichkeit\u00ab. Alles daf\u00fcr da, um Arbeitsprozesse zu optimieren und um die Effizienz zu steigern. H\u00f6rt endlich auf mit der v\u00f6llig \u00fcberzogenen Romantisierung von Lohnarbeit!<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Frau Ott beschreibt die Arbeitslosigkeit generell als einen Zustand von <em>\u00bbgesellschaftlicher Nutzlosigkeit\u00ab.<\/em> Damit redet sie \u2011bewusst oder unbewusst- dem neoliberalen Menschenbild das Wort. Menschen h\u00e4tten nicht an sich einen \u00bbWert\u00ab, sondern nur, wenn sie f\u00fcr einen Profit- und Verwertungsstreben n\u00fctzlich sind. Anstatt also dieser Haltung und diesem Menschenbild argumentativ etwas entgegenzusetzen \u2014 wird das akzeptiert und verinnerlicht.<\/p>\n<p>Die Phase der Arbeitslosigkeit kann und sollte auch eine Zeit sein, in der man sich auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben besinnt. Und das ist und bleibt niemals die Lohnarbeit, sondern Familie, Freunde, Hobbys, Leidenschaften, Kultur, Sport, Natur und Mitmenschlichkeit.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2016\/mein-chef-braucht-mich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Aber mein Chef braucht mich!\u00ab<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2016\/hartz-4-klischees\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00dcber den gemeinen Erwerbslosen<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?s=lohnarbeitswahnsinn&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u00bbDer t\u00e4gliche Lohnarbeitswahnnsinn 1\u201315\u00ab<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Zeiten von Massenentlassungen, Inflation und einer gro\u00dfen Wirtschaftskrise in Deutschland, kommt das Thema \u00bbArbeitslosigkeit\u00ab wohl endlich auch in der Mittelschicht an. 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Dezember \u2026 <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2025\/der-taegliche-lohnarbeitswahnsinn-16\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">\u2192<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":16056,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[291],"tags":[162,1836,358,1262,910,58,858,290,84,987],"class_list":["post-47987","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-arbeit","tag-arbeitsfetischismus","tag-arbeitslosenzahlen","tag-arbeitslosigkeit","tag-fachkraeftemangel","tag-habitus","tag-kapitalismus","tag-lohn","tag-lohnarbeit","tag-mindestlohn","tag-motivation"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47987","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47987"}],"version-history":[{"count":39,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47987\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48232,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/47987\/revisions\/48232"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/16056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47987"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47987"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47987"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}