{"id":4405,"date":"2010-03-01T23:54:27","date_gmt":"2010-03-01T22:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=4405"},"modified":"2010-03-01T23:54:27","modified_gmt":"2010-03-01T22:54:27","slug":"die-grenzen-meiner-toleranz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2010\/die-grenzen-meiner-toleranz\/","title":{"rendered":"Die Grenzen meiner Toleranz"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Josef Isensee schrieb in der aktuellen Ausgabe (3\u00f72010) der \u00bbBl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik\u00ab einen Artikel zur Integrationsdebatte mit dem Titel \u00bbIntegration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz\u00ab. Seit November 2007 habe ich die Bl\u00e4tter abonniert und lese sie sehr gerne. Die politische Monatszeitschrift enth\u00e4lt oft sehr gut recherchierte linkspolitische Artikel, Essays und Beitr\u00e4ge. Isensee\u00b4s Artikel jedoch, ist nationalistisch, fremdenfeindlich und strotzt nur so vor Islamophobie.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kernthese des Professors f\u00fcr \u00d6ffentliches Recht besagt, dass der Islam eine \u00bbIntegrationsresistenz\u00ab bes\u00e4\u00dfe und deshalb nie wirklich daran interessiert sei, sich zu integrieren. Er betont zwar, man m\u00f6ge bei der ganzen Debatte schon differenzieren, schmei\u00dft dann letztlich aber doch Moslems, den Islam und den Terrorismus didaktisch in einen Topf. So, als sei der Islam eine homogene Masse, was er mitnichten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sprachlich erkennt man sofort, dass wir es hier mit keinem linken, sondern mit einem konservativen Beitrag zu tun haben:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify;\"><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Das heutige Dilemma schaffen die Zuwanderer aus muslimischen L\u00e4ndern. [\u2026] Die letzte Ursache, dass Integration heute zum ungel\u00f6sten Problem f\u00fcr Deutschland geworden ist, liegt an der Integrationsresistenz des Islam\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oder anders gesagt: die Moslems wollen sich einfach nicht anpassen. Der deutsche Staat muss sich keinerlei Verantwortung bewusst sein, denn da der Islam sich eh nicht integrieren wolle, jeglicher Integration resistent gegen\u00fcber stehe, ist er eben selbst schuld an seiner Ausgrenzung. Ferner brauchen wir uns auch gar nicht mehr um Integration bem\u00fchen, denn wer resistent ist, will sich schlie\u00dflich nicht helfen lassen. Isensee spricht hierbei von \u00bbIntegrationsverweigerern\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schule begreift Isensee als Erziehungsanstalt f\u00fcr Ausl\u00e4nder. Hier soll dem Ausl\u00e4nder die \u00bbdeutsche Leitkultur\u00ab nahe gebracht werden:<\/p>\n<blockquote style=\"text-align: justify;\"><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Die Schule ist das wirksamste Integrationsinstrument des Staates. [\u2026] Was aber die legitime Vorbildfunktion ausmacht, das beantwortet sich nicht aus subjektiven Leitvorstellungen der Lehrperson, sondern aus der deutschen Leitkultur. [...] Das Schulhaus wandelt sich nicht zur Multi-Kulti Agentur.\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ist sie wieder. Die deutsche Leitkultur als Kampfinstrument gegen Integration. Ausl\u00e4nder haben sich nicht zu integrieren, sondern sich zu assimilieren, sich zu unterwerfen. Integration bedeutet eben nicht die eigene kulturelle Identit\u00e4t zu verleugnen, sondern an der Gesellschaft teilhaben zu k\u00f6nnen. Was genau die deutsche Leitkultur eigentlich ist, sagt auch Herr Isensee nicht. Es werden die \u00fcblich schwammigen Begriffe vom deutschen Recht, deutscher Werte, deutscher Kultur und deutscher Geschichte ins Feld gef\u00fchrt. So als w\u00e4re das Pr\u00e4dikat \u00bbdeutsch\u00ab an sich schon ein G\u00fctesiegel. Was ist denn wirklich \u00bbdeutsch\u00ab? Unser Steuersystem, Mallorca, ein Arbeitsfetischismus, ein Klassendenken und Herrenmenschen-Gebaren sowie ein materialistisches Haben-Denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Sarrazin, Buschowsky und Co. f\u00fcr die Masse sind, ist Herr Isensee f\u00fcr die Intellektuellen: ein Hetzer, ein Spalter und ein Gegner von Verst\u00e4ndnis und Toleranz. Letztlich geht es ihm n\u00e4mlich nicht anders wie einem NPD-J\u00fcnger, der endlich mal wieder \u00f6ffentlich sagen m\u00f6chte, dass er stolz sei, deutscher zu sein. Und so schlie\u00dft Prof. Isensee seinen Artikel mit:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>An ihrem historischen Trauma leidend, haben sie Not sich selbst zu akzeptieren, wie sie von Geschichte nun einmal sind. Nationale Verklemmtheit und Anwandlungen von Selbstflucht und Selbsthass erkl\u00e4ren Verdr\u00e4ngungen, Wahrnehmungsst\u00f6rungen, Tabus der Integrationsdebatte. Nun, da diese Debatte endlich \u00f6ffentlich gef\u00fchrt wird, kommen die Deutschen vielleicht sogar am Ende mit sich selbst ins Reine\u00ab.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen endlich wieder stolz sein d\u00fcrfen auf Deutschland, nicht wahr Herr Isensee? Ein wenig Nationalismus, Patriotismus und auch ein weltm\u00e4nnisches Auftreten? Deutschland im Sicherheitsrat, globale \u00bbVerteidigung deutscher Interessen\u00ab durch die Bundeswehr und ein wenig Patriotismus-Blindheit f\u00fcrs Volk. Denn wer patriotisch ist, ist meist leichter zu manipulieren und schluckt eher bittere Pillen. Ist ja schlie\u00dflich f\u00fcrs eigene Vaterland.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie gesagt, ich lese die Bl\u00e4tter gerne, aber dieser Artikel hat die Grenzen meiner Toleranz erreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">\n<\/p><p style=\"text-align: justify;\">(P:S: Dieser Beitrag geht als Mail auch an die Redaktion der Bl\u00e4tter. Sollte eine Antwort eintreffen, werde ich sie im Blog ver\u00f6ffentlichen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Josef Isensee schrieb in der aktuellen Ausgabe (3\u00f72010) der \u00bbBl\u00e4tter f\u00fcr deutsche und internationale Politik\u00ab einen Artikel zur Integrationsdebatte mit dem Titel \u00bbIntegration als Konzept: Die Grenzen der Toleranz\u00ab. 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