{"id":26126,"date":"2019-02-15T07:49:20","date_gmt":"2019-02-15T06:49:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=26126"},"modified":"2019-02-14T19:23:21","modified_gmt":"2019-02-14T18:23:21","slug":"meinungs-und-pressefreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2019\/meinungs-und-pressefreiheit\/","title":{"rendered":"<span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Meinungs- und Pressefreiheit\u00ab"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_24645\" style=\"width: 763px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-24645\" class=\"wp-image-24645 size-full\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zensur_zeit2.jpg\" alt width=\"753\" height=\"580\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zensur_zeit2.jpg 753w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zensur_zeit2-150x116.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zensur_zeit2-450x347.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zensur_zeit2-389x300.jpg 389w\" sizes=\"(max-width: 753px) 100vw, 753px\"><p id=\"caption-attachment-24645\" class=\"wp-caption-text\">Kein seltenes Bild auf zeit.de.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wenn Journalisten, Verlage und Presse-Eigent\u00fcmer sich selbst und ihre Branche auf diversen Veranstaltungen feiern (<em>\u00bbWir sind die Wahrheitspresse!\u00ab<\/em>), loben sie die hohe Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland. Fernab der t\u00e4glichen Realit\u00e4t in den Redaktionen, wo Copy&amp;Paste-Agenturmeldungen, Selbstzensur, <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2016\/die-seo-filter-bubble\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SEO-Druck<\/a>, werbekonformes Texten sowie <a href=\"http:\/\/nachhaltigkeit.axelspringer.de\/de\/grundsaetze\/unternehmensgrundsaetze.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Tendenzschutz<\/a> herrschen, kann auch jeder selbst beobachten, wie ihre Online-Partner mit Meinungsfreiheit wirklich umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abweichende Kommentare zu den Themen-Bereichen Sexismus, Syrien, Feminismus, Putin\/Russland, NATO, Ukraine-Konflikt, AfD oder Fl\u00fcchtlinge, werden nur noch sehr selten geduldet. Ganz aktuell ist auch die sehr einseitige Berichterstattung zum Thema Venezuela. Geostrategische Machtinteressen sowie neoliberale Narrative sollen in die K\u00f6pfe geh\u00e4mmert werden. Dar\u00fcber hinaus wird auch auf Facebook und Google flei\u00dfig gel\u00f6scht und zensiert. Eine kleine Rundreise unserer Online-Meinungsfreiheit.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die <a href=\"https:\/\/www.fr.de\/panorama\/leute\/juliette-binoche-metoo-debatte-war-notwendig-zr-11674817.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankfurter Rundschau<\/a> sich nicht mit abweichenden Meinungen auseinandersetzen will, h\u00f6rt sich das so an:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wir bitten um Verst\u00e4ndnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen beh\u00e4lt sich die Redaktion vor, die Kommentarm\u00f6glichkeiten einzuschr\u00e4nken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Redaktion\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/dienste\/besser-surfen-auf-spiegel-online-debatten-und-kommentare-a-1040459.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spiegel-Online<\/a> \u00f6ffnet die Kommentar-Sektion nur bei bestimmten, meist eher belanglosen oder boulevardesken, Beitr\u00e4gen: <em>\u00bbBezos und pikantes Privates Amazon crime: Jeff Bezos l\u00e4sst sich scheiden \u2014 und wehrt sich gegen das Klatschblatt National Enquirer.\u00ab<\/em> Zur ihrer eigenen Kommentarfunktion schreibt die Redaktion (auch hier keine Kommentare zugelassen!):<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Ob politische Entscheidungen, Lebensgef\u00fchle oder Skandale \u2014 viele Leser haben eine klare Meinung zu den Nachrichten und <strong>jeder<\/strong> darf sie \u00e4u\u00dfern.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was nat\u00fcrlich glatt gelogen ist, wenn bei vielen Themen erst gar keine Kommentarfunktion freigeschaltet wird! Typische Gegen-Argumente sind dann immer das \u00bbHausrecht\u00ab, \u00bbTroll-Postings\u00ab, \u00bbHass-Kommentare\u00ab sowie der gro\u00dfe \u00bbModerationsaufwand\u00ab. Seltsam nur, dass diese Argumente bei Boulevard-Themen keine Rolle spielen. <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/deutsche-welle-schaltet-kommentarfunktion-ab-huch-agathe-die-leser-schreiben-a-1223297.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sascha Lobo<\/a> behauptet dann an anderer Stelle in einer Spiegel-Online-Kolumne:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Die Deutsche Welle schaltet die Kommentarfunktion unter ihren Beitr\u00e4gen weitgehend ab. Das wirkt hilflos. Dabei k\u00f6nnen <strong>Leserkommentare wertvoller sein als Gold<\/strong>.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, lieber Sascha! Aber genau diese Plattform, f\u00fcr die Du da schreibst, sperrt h\u00e4ufig ganz gezielt die Kommentar-Sektion. Warum sagst Du dazu komischerweise gar nichts? ;)<\/p>\n<div id=\"attachment_21945\" style=\"width: 618px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-21945\" class=\"size-full wp-image-21945\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/google_zensur.jpg\" alt width=\"608\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/google_zensur.jpg 608w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/google_zensur-150x21.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/google_zensur-450x62.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/google_zensur-500x69.jpg 500w\" sizes=\"(max-width: 608px) 100vw, 608px\"><p id=\"caption-attachment-21945\" class=\"wp-caption-text\">Google erhielt 2016 \u00fcber eine Milliarde L\u00f6schanfragen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Januar 2015 hat die Online-Variante der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/kolumne\/ihre-sz-lassen-sie-uns-diskutieren-1.2095271\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">S\u00fcddeutschen Zeitung ihre Kommentarfunktion komplett geschlossen<\/a>. Diskussionen sind fortan nur noch im Forum, auf Facebook und via Twitter gestattet, aber eben nicht mehr direkt unter den Artikeln. So wird der Widerspruch, das Gegenargument und die alternative Sichtweise zum jeweiligen Beitrag direkt ausgelagert. Die Entscheidung hatte nat\u00fcrlich auch rein gar nichts mit dem heftigen Gegenwind bei der Berichterstattung zur Fl\u00fcchtlingsproblematik, Putin\/Russland oder dem Ukraine-Konflikt zu tun. Denn Michael Moorstedt betont: <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/nachrichten-aus-dem-netz-digitale-deeskalation-1.2780635\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u00bbDonald Trump und Internet-Kommentare haben vieles gemeinsam: Beide sind schrill, selbstgerecht und dummdreist.\u00ab<\/em><\/a> Aber wir SZ-Journalisten haben euch Leser nat\u00fcrlich trotzdem lieb: <em>\u00bbneben allen technischen und redaktionellen Neuerungen soll einer immer im Vordergrund stehen: Sie.\u00ab<\/em> :jaja:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/hilfe\/richtlinien-fuer-lesermeinungen-160626.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankfurter Allgemeinen Zeitung<\/a> (FAZ) kann man zwar Leserbriefe und \u2011Meinungen schreiben, allerdings m\u00fcssen diese den FAZ-Richtlinien entsprechen:<\/p>\n<ul>\n<li>Registrierung mit echtem Namen\/Klarnamen. Pseudonyme sind nicht gestattet.<\/li>\n<li>Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und gesch\u00e4ftssch\u00e4digende Inhalte k\u00f6nnen nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/li>\n<li>Die Redaktion beh\u00e4lt sich vor Lesermeinungen zu k\u00fcrzen oder zu modifizieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dementsprechend \u00fcberschaubar sind auch die Kommentare bei der FAZ. Denn was als links- oder rechtsradikal, ruf- oder gesch\u00e4ftssch\u00e4digend eingeordnet wird, entscheidet letztlich ganz subjektiv der jeweilige FAZ-Moderator. Interessant ist, dass die FAZ sich nicht zu schade war, den Leser, als mystisches Wesen entsprechend zu huldigen: <a href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/medien\/hass-im-netz-ich-bin-der-troll-13139203.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u00bbHass im Netz: Ich bin der Troll.\u00ab<\/em><\/a> Don Alphonso, der jahrelang bis Ende M\u00e4rz 2018 <a href=\"https:\/\/blogs.faz.net\/deus\/2018\/03\/31\/ein-internet-ohne-kommentare-ist-moeglich-sinnlos-4916\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fcr die FAZ gebloggt<\/a> hatte, bringt es auf den Punkt:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Ein Internet ohne Kommentare ist m\u00f6glich, aber sinnlos. [...] Es gab einige sehr freundliche Angebote zur Fortf\u00fchrung des Blogs bei anderen Medien, allerdings oft unter dem Hinweis, man h\u00e4tte <strong>gern die Texte, aber nicht die Kommentare<\/strong>.\u00ab<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/LeserInnen-Kommentare\/!118006\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TAZ<\/a> darf zwar grunds\u00e4tzlich jeder(innen) kommentieren, in ihrer Netiquette betonen sie jedoch, dass sie keine Verschw\u00f6rungstheorien, Populismus und Sexismus akzeptieren. Au\u00dferdem verdeutlichen sie, dass sie Kommentare nicht freischalten, die <em>\u00bbunverst\u00e4ndlich, zusammenhanglos und nicht weiterf\u00fchrend sind\u00ab.<\/em> Und wer entscheidet das? Am Ende gilt auch hier wieder die subjektive Willk\u00fcr der Moderatorinnen. Ganz ohne Transparenz. Denn gerade bei Leser-Kritik am radikalen Feminismus, Gender-Blabla und SJW, wird hier schnell mal die Sexismus-Keule geschwungen, wie man in der Vergangenheit bei der TAZ schon h\u00e4ufiger sehen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><br>\nJa, es gibt sie, die Trolle und Hass-Kommentare. Aber eben auch die journalistische Angst vor dem Verlust der Meinungs- und Deutungshoheit. Und wie so oft, wird die Demokratie, die Meinungs- und Pressefreiheit gerne und oft \u00f6ffentlich beschworen und gefeiert \u2014 nur gelebt wird sie eher selten. Denn dazu geh\u00f6rt eben auch, abweichende Meinungen \u2011besonders vom neoliberalen Narrativ- aushalten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<hr>\n<p><a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2017\/anti-fake-news\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anti-Fake-News<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2012\/liebe-massenmedien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Liebe Massenmedien...<\/a><br>\n<a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2016\/replik-auf-journalismus-unter-beschuss\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Replik auf: \u00bbJournalismus unter Beschuss\u00ab<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer wenn Journalisten, Verlage und Presse-Eigent\u00fcmer sich selbst und ihre Branche auf diversen Veranstaltungen feiern (\u00bbWir sind die Wahrheitspresse!\u00ab), loben sie die hohe Meinungs- und Pressefreiheit in Deutschland. 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