{"id":20909,"date":"2016-09-02T07:32:08","date_gmt":"2016-09-02T05:32:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=20909"},"modified":"2016-08-29T12:32:54","modified_gmt":"2016-08-29T10:32:54","slug":"zum-thema-hamsterkaeufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2016\/zum-thema-hamsterkaeufe\/","title":{"rendered":"Zum Thema Hamsterk\u00e4ufe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-20913\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel.jpg\" alt=\"hamster_titel\" width=\"1000\" height=\"750\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel.jpg 1000w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/hamster_titel-400x300.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Scheinbar denken immer noch so einige, wenn man in Deutschland lebt, sei man unverwundbar. In einer unzerst\u00f6rbaren Komfortzone. Terror-Anschl\u00e4ge, Naturkatastrophen, Stromausf\u00e4lle, Staatspleiten, soziale Unruhen \u2013 das trifft doch immer nur die Anderen. Viele leben nicht nur in einer Filter-Bubble, sondern auch in einem mental-emotionalen-Weltverleugnungs-Glasbunker. Es ist naiv zu glauben, in Deutschland k\u00f6nne nichts passieren. Marc Friedrich, Autor von \u00bbDer gr\u00f6\u00dfte Raubzug der Geschichte\u00ab (2012), beschreibt in einem pers\u00f6nlichen Erfahrungsbericht was nach dem Staatsbankrott im Jahre 2001 in Argentinien vorgefallen ist:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Argentinien war schon immer eines meiner Traumziele. Im Jahr 2001 verwirklichte ich meinen Traum und machte mich auf den Weg, um dort zu arbeiten. Mein Gehalt wurde in US-Dollar ausbezahlt. Dies erm\u00f6glichte mir in Buenos Aires einen angenehmen Lebensstil. Die Sonne schien, es gab alles zu kaufen, und die Stadt ist atemberaubend sch\u00f6n. Nicht ohne Grund nennt man Buenos Aires das Paris S\u00fcdamerikas. Aber dies war alles nur Fassade, die im Laufe des Jahres immer mehr zu br\u00f6ckeln begann. Ich wurde Zeuge eines historischen Umbruchs und Zeuge eines Staatsbankrottes. Dieses Erlebnis ver\u00e4nderte mein Leben. An nichts, woran ich zuvor geglaubt habe, konnte ich mehr glauben. Zu meinem Entsetzen sehe ich zehn Jahre sp\u00e4ter in Europa erschreckende Parallelen zu meinen damaligen Erlebnissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genauso wie die Mitgliedsl\u00e4nder der EU hatte auch Argentinien damals seine Zinspolitik aufgegeben und den Peso an den Dollar gekoppelt. Jahrelang lebten auch die Argentinier enorm \u00fcber ihre Verh\u00e4ltnisse. Durch die Bindung an den Dollar hatte Argentinien eine negative Handelsbilanz und eine daraus resultierende stark steigende Staatsverschuldung vorzuweisen. Die Inflation war absurd hoch. Im Laufe der zeit verteuerten sich alle G\u00fcter immens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beispielsweise kostete ein Joghurt bei meiner Ankunft ca. zwei Dollar. Was an sich schon teuer war. Nur drei Monate sp\u00e4ter waren es schon 2,50 Dollar und wiederum einen Monat sp\u00e4ter schon 3,20 Dollar. Telefonieren war purer Luxus. Meine Telefonkosten beliefen sich auf \u00fcber 1.000 Euro pro Monat. Mir blieb bei meiner ersten Rechnung beinahe das Herz stehen. Ich war davon \u00fcberzeugt, dass es sich bei der Rechnung um einen Irrtum handelte \u2014 dies war jedoch nicht der Fall. Argentinien hatte zeitweise die h\u00f6chsten Telefongeb\u00fchren der Welt. Die Inflation war enorm. Die Preise stiegen t\u00e4glich. Der IWF versuchte Argentinien zu helfen \u2014 ohne Erfolg. Ganz im Gegenteil, die Lage wurde eher verschlimmbessert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aufgrund der zunehmenden Kapitalflucht sah ich die Regierung gezwungen, s\u00e4mtliche Bankguthaben einzufrieren (Corralito) und die Banken zeitweise zu schlie\u00dfen. Als ich an jenem Morgen aufwachte, waren alle Banken geschlossen und die Bankautomaten funktionierten nicht mehr. Die Leute waren ausser sich. Es durften nur noch 250 Peso pro Konto UND Woche abgehoben werden. Die W\u00e4hrung wurde \u00fcber Nacht abgewertet und alle Dollarguthaben wurden in Pesos umgewandelt. Jeder B\u00fcrger war \u00fcber Nacht \u00e4rmer geworden. Viele aus der Ober- und Mittelschicht verloren viel bis zu teilweise fast alles. Die Wut war enorm und absolut verst\u00e4ndlich. Der Staat hatte seine eigenen B\u00fcrger in einer Nacht- und Nebelaktion beraubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folge waren starke soziale Unruhen und Pl\u00fcnderungen. Die Kriminalit\u00e4t steig immens. Der Peso verlor weiter drastisch an Wert, und die Immobilienpreise fielen stark (bis zu 90 Prozent). Die Lage spitzte sich weiter dramatisch zu. Es gab viele tote und Verletzte bei den Demonstrationen und schlie\u00dflich musste Pr\u00e4sident De la R\u00faa filmreif im Helikopter vor dem w\u00fctenden Mob aus dem Pr\u00e4sidentenpalast fl\u00fcchten. Anschlie\u00dfend wurde ein trauriger Rekord aufgestellt: Es gab innerhalb von zehn Tagen f\u00fcnf verschiedene Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf den Stra\u00dfen herrschte pure Anarchie. Die Stadt war nicht mehr sicher. Die Menschen hatten viel oder sogar alles verloren. Die, die nun nichts mehr zu verlieren hatten, lie\u00dfen ihrer Not, Wut und Verzweiflung freien Lauf. Gesch\u00e4fte brannten oder wurden gepl\u00fcndert, Menschen \u00fcberfallen und in H\u00e4user eingebrochen. Die Kriminalit\u00e4t war allgegenw\u00e4rtig. Die Polizei war ma\u00dflos \u00fcberfordert und beging teilweise selber kriminelle Handlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich selber wurde zweimal \u00fcberfallen und dabei sogar mit einer Waffe bedroht. Auch Handgeld an Polizisten zu bezahlen war gang und g\u00e4be. Ich wollte nur noch raus aus Argentinien, und war froh, als ich es geschafft hatte. Den Glauben an den Kapitalismus, an Papierwerte sowie an ungedecktes Geld hatte ich in Argentinien zur\u00fcckgelassen. Ich fing an, mich kritisch mit dem System auseinanderzusetzen und L\u00f6sungen f\u00fcr die Verm\u00f6genssicherung zu finden.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Aus: Matthias Weik und Marc Friedrich. \u00bbDer gr\u00f6\u00dfte Raubzug der Geschichte\u00ab. Tectum Verlag 2012. S. 219)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2014\u2014\u2014\u2014\u2014\u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insofern ist es weder \u00fcbertriebene Panikmache, noch Hysterie, wenn man sich ein paar Notvorr\u00e4te, Wasser, einen Camping-Kocher, Medikamente usw. zulegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Scheinbar denken immer noch so einige, wenn man in Deutschland lebt, sei man unverwundbar. In einer unzerst\u00f6rbaren Komfortzone. Terror-Anschl\u00e4ge, Naturkatastrophen, Stromausf\u00e4lle, Staatspleiten, soziale Unruhen \u2013 das trifft doch immer nur die Anderen. 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