{"id":16778,"date":"2014-04-07T05:54:13","date_gmt":"2014-04-07T03:54:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=16778"},"modified":"2014-04-07T05:55:31","modified_gmt":"2014-04-07T03:55:31","slug":"kinder-in-deutschland-teil-31-infantilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2014\/kinder-in-deutschland-teil-31-infantilitaet\/","title":{"rendered":"Kinder in Deutschland; Teil 31: Infantilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-16780\" alt=\"infantil_titel\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/infantil_titel-450x337.jpg\" width=\"450\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/infantil_titel-450x337.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/infantil_titel-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/infantil_titel-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/infantil_titel.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\">Ob Geburtstage, Familienfeiern, Weihnachten oder normale Eltern-Kind-Treffen: in Anwesenheit von Kleinkindern mutieren viele Erwachsene zu infantilen Gef\u00fchlslawinen. Es wird gedr\u00fcckt, geknuddelt, ge-ooht und ge-ahht. Die kleinen sind doch so s\u00fc\u00df, niedlich und putzig. Deshalb gibt es auch nicht selten ein Foto- und\/oder Video-Dauerfeuer mit dem smartphone. Die Gespr\u00e4che kreisen in der Regel um Themen wie: Kindergarten und Grundschule, Kinderkleidung, Leistungs- und Entwicklungsvergleiche mit anderen bzw. den eigenen Kindern, Spielzeuge und Spielpl\u00e4tze, Erziehungsformen, kindliche Verhaltensweisen und Entwicklungen,&nbsp; Kinder- und\/oder Elterngeld und Kinderkrankheiten. Sich jedoch auf die Ebene des Kindes zu begeben, hei\u00dft nicht, selbst ein Kind werden zu m\u00fcssen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>N\u00e4rrische Liebe?<\/strong><br>\nBevor ich hier falsch verstanden werde: ich mag Kinder! Meine <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/category\/kinder-und-jugend\/\" target=\"_blank\">inzwischen 30 Teile umfassende Kinderserie<\/a> im ZG-Blog sollte dies mehr als verdeutlicht haben. Die Kleinen sind neuem gegen\u00fcber meist aufgeschlossen, an der Welt und dem Leben im allgemeinen (noch) interessiert und sie verspr\u00fchen eine unb\u00e4ndige Lebensfreude, authentische Liebe und Gl\u00fcck. Bevor sie sich dann zu erwachsenen Lohnarbeits- und Konsumzombies verwandeln, bei der nicht nur die Empathie verk\u00fcmmert, sondern auch das Interesse an der Welt (also an allem was \u00fcber den eigenen kleinen Dunstkreis hinausgeht), vollst\u00e4ndig verloren geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnte man behaupten, ich sei gef\u00fchllos und es sei nicht angebracht solch ein Verhalten bei erwachsenen Menschen zu kritisieren, ihre Elterngef\u00fchle w\u00fcrden sie halt \u00fcberrollen. Und, das muss man leider dazu sagen, M\u00fctter zeigen dieses kindische Verhalten sehr viel h\u00e4ufiger als V\u00e4ter. Au\u00dferdem sei das halt so. Damit w\u00fcrde sich jede weitere Analyse, dieses oft sehr albern wirkenden Gejauchze, er\u00fcbrigen und erfolgreich abw\u00fcrgen lassen. Ich frage mich jedoch, warum dies zwingend bei <i>jedem<\/i> Treffen so sein muss? Ist es f\u00fcr Kleinkinder wirklich f\u00f6rderlich, wenn sie sp\u00fcren, dass sie immer und \u00fcberall im Mittelpunkt der Erwachsenen stehen, sie st\u00e4ndig bevorzugt und wie kleine Stars behandelt werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Liebesautomaten<\/strong><br>\nAuff\u00e4llig ist, dass dieses erwachsene Auftreten besonders oft bei Kindern unter f\u00fcnf Jahren der Fall ist. Sobald die Kinder \u00e4lter werden, sie sich also nicht mehr so leicht ungefragt abknutschen, knuddeln und fotografieren lassen, nimmt auch das einf\u00e4ltige Benehmen der Erwachsenen rapide ab. Ja, ich habe sogar des \u00f6fteren beobachtet, dass sogar ganz allgemein das Interesse an Kindern abnimmt, sobald sie keine leicht zug\u00e4nglichen Liebesautomaten mehr sind. Denn genau das, seien wir doch ehrlich, sehen gerade viele Erwachsene in Kleinkindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfeltern, die vielleicht selbst keine, oder nur sehr wenig Liebe empfangen, verw\u00f6hnen ihre Enkel materiell und emotional, h\u00e4ufig ganz zum \u00c4rger der Eltern, wider besseren Wissens und oft genug gegen die Erziehung der Eltern. Schlie\u00dflich haben die Gro\u00dfeltern selbst Kinder gro\u00dfgezogen und wissen ganz genau, dass es ohne gelegentliches konsequent sein, ohne Konflikte und ohne Grenzsetzungen nicht geht. Genau diese scheuen sie aber wie der Teufel das Weihwasser, weil sie sich nur die Harmonie und die Liebe der Enkel abholen wollen. Die Konflikte \u00fcberlassen sie dann gerne mal den Eltern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich verhalten sich auch alle anderen Verwandten, welche die Kleinen stets beschenken und abknuddeln wollen, um sich Zuneigung abzuholen. Wer in einer Gro\u00dfstadt wohnt, wird in dieser Ansicht zus\u00e4tzlich best\u00e4rkt, wenn man in Bus und Bahn unterwegs ist. Da werden die Kleinkinder nicht selten von Fremden (oft \u00e4lteren Menschen) ungefragt angesprochen und angegrabbelt. So als w\u00e4ren sie \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Teddyb\u00e4ren. Kleinkinder werden hier sehr \u00e4hnlich wie Hauskatzen behandelt: Streichelzoo f\u00fcr die Erwachsenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Vorbildfunktion?<\/strong><br>\nSicher, Kleinkinder k\u00f6nnen schon \u00bbs\u00fc\u00df\u00ab sein, wenn man dieses Wort denn benutzen will. Und auch ich bin nicht ganz frei von gelegentlicher Infantilit\u00e4t. Nur wenn es au\u00dferhalb dieses Verhaltens innerhalb der Familie, bei Freunden und Verwandten nichts gemeinsames, wenig andere Gespr\u00e4chsthemen und kaum ein reifes Verhalten gibt, dann geben wir Eltern auch kein anzustrebendes Vorbild ab. Kleinkinder werden oft zum Mittelpunkt der Familie erhoben, weil sie pure Besch\u00e4ftigungstherapie f\u00fcr alle Beteiligten sind. Sie lenken von allem anderen ab, was noch gemeinsam besprochen und\/oder entschieden werden k\u00f6nnte. Von allem, was vielleicht sonst noch in der Luft liegt bzw. schon immer lag. Sie werden instrumentalisiert, als Liebesautomaten, Besch\u00e4ftigungstherapie und als vorzeigbarer Sozial Status.<br>\n___________________________________________<\/p>\n<p>Eine Zusammenfassung der ersten zehn Teile der Kinderserie ist auf <a href=\"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/kinder\/kinder_in_deutschland.html\">www.zeitgeistlos.de<\/a> zu finden. Alle bisherigen 30 Folgen k\u00f6nnen im ZG-Blog in der Rubrik <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/category\/kinder-und-jugend\/\">Kindheit<\/a> gefunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob Geburtstage, Familienfeiern, Weihnachten oder normale Eltern-Kind-Treffen: in Anwesenheit von Kleinkindern mutieren viele Erwachsene zu infantilen Gef\u00fchlslawinen. Es wird gedr\u00fcckt, geknuddelt, ge-ooht und ge-ahht. Die kleinen sind doch so s\u00fc\u00df, niedlich und putzig. 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