{"id":16707,"date":"2014-03-07T05:44:41","date_gmt":"2014-03-07T04:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=16707"},"modified":"2014-03-06T05:46:32","modified_gmt":"2014-03-06T04:46:32","slug":"sozialresistente-schichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2014\/sozialresistente-schichten\/","title":{"rendered":"Sozialresistente Schichten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-16709\" alt=\"sozschicht\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/sozschicht-450x337.jpg\" width=\"450\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/sozschicht-450x337.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/sozschicht-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/sozschicht-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/sozschicht.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\">In Wissenschaft, Politik und Medien wird h\u00e4ufig von den <a title=\"ZG-Neusprech\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2008\/neusprech-sozial-schwach-bildungsferne-schichten\/\" target=\"_blank\">\u00bbbildungsfernen Schichten\u00ab und den \u00bbsozial Schwachen\u00ab<\/a> gesprochen. Gemeint sind Menschen in spezifischen Milieus, die \u00fcber wenig finanzielle Ressourcen verf\u00fcgen und insofern eine hohe Tendenz aufweisen sollen, wenig gebildet und\/oder erwerbslos zu sein, kriminell zu werden, eine mangelnde Kommunikationsf\u00e4higkeit und Sozialkompetenz haben und\/oder alkohols\u00fcchtig sein sollen. Hier wird vor allem regelm\u00e4\u00dfig ein genereller kausaler Zusammenhang hergestellt, der suggerieren soll, dass wer wenig Geld habe, meist auch dumm und asozial sei.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer also von Armut betroffen ist (aus welchen Gr\u00fcnden auch immer), hat demnach nicht nur zuwenig <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?s=eigenverantwortung&amp;submit=Suchen\" target=\"_blank\">\u00bbEigenverantwortung\u00ab<\/a> gezeigt, um der eigenen finanziellen Not zu entfliehen (ist also selbst schuld), sondern wird auch als dumme und asoziale Ballastexistenz definiert. Diese werde zwar vor allem f\u00fcr den Konsum ben\u00f6tigt, solle sich aber bitte sch\u00f6n nicht zu stark vermehren, denn was Politik und Wirtschaft wollen, sind Akademiker-Kinder, die f\u00fcr das ewige Profit-Hamsterrad optimal verwertbar sind. Zudem unterstreicht die semantische Konstruktion, dass Reiche und Verm\u00f6gende generell \u00fcber mehr Sozial- und Bildungskompetenzen verf\u00fcgen w\u00fcrden, als finanziell arme Menschen. Sie h\u00e4tten durch eine gute Schuldbildung und ein besseres Elternhaus ein gemeinschaftliches Sozialverhalten und mehr beruflich relevantes Wissen entwickelt, so das allgemeine Denken, dass leider auch oft von vielen Linken so unreflektiert \u00fcbernommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Begriffe \u00bbbildungsferne Schichten\u00ab und \u00bbsozial schwach\u00ab lenken davon ab, dass gerade in den letzten Jahren, viele Verm\u00f6gende ihre Asozialit\u00e4t immer offener und dreister ausleben. Wenn sozial bedeutet, f\u00fcrsorglich, hilfsbereit und empathisch zu sein, sowie an seine Mitmenschen und an das Gemeinwohl zu denken, und zwar in erster Linie aus Menschenliebe und nicht, um Corporate Social Responsibility (CSR) oder um Imagepflege zu betreiben, wie es Konzerne und Unternehmens-Stiftungen gerne machen, dann gibt es wohl eher wenig Reiche und Verm\u00f6gende, die im eigentlichen Sinne des Wortes wirklich sozial sind. Und auch wenn sofort welche nach \u00bbEinzelfall\u00ab schreien, so ist der gesamtgesellschaftliche Schaden von Million\u00e4ren, die Steuern hinterziehen, von kriminellen Banken, die ihre selbstverschuldeten Milliarden-Verluste der Bev\u00f6lkerung aufdr\u00fccken und mit Lebensmitteln spekulieren oder von Konzernen, die ihren Giftm\u00fcll in die Natur kippen, wohl um ein vielfaches gr\u00f6\u00dfer, als von Proleten, die sich nach einem Disco-Besuch pr\u00fcgeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn die Reichen und Verm\u00f6genden, die vor lauter Gier und Egoismus, nur noch daran denken, wie sie ihre Millionen halten und vermehren k\u00f6nnen, und dabei keinerlei R\u00fccksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, sind die eigentlich sozialresistenten Schichten. Sie verweigern ihren angemessenen Beitrag zur Solidargemeinschaft (durch z.B. Steuerhinterziehung) und haben dabei h\u00e4ufig keinerlei Verantwortungs- oder Schuldbewusstsein (Schwarzer, Hoene\u00df, Schuhmacher, Boris Becker etc.). Hier macht es auch \u00fcberhaupt keinen Unterschied, welche Doktor\u2011, Diplom- oder andere Titel, welche berufliche Karriere, Auslandserfahrungen oder andere Sprach- und Bildungskompetenzen erworben wurden \u2013 Bildung sch\u00fctzt nicht vor Asozialit\u00e4t. Ganz im Gegenteil, scheint es eher so zu sein, dass wer zur verm\u00f6genden Oberschicht bzw. zum Geldadel geh\u00f6ren will, auch einen r\u00fccksichtslosen Charakter ben\u00f6tigt oder entwickeln muss. In diesem Sinne pl\u00e4diere ich daf\u00fcr, fortan den Begriff der <i>sozialresistenten Schichten<\/i> zu verwenden, wenn wir von Reichen und Verm\u00f6genden, von Bankern, Aktion\u00e4ren, Unternehmensberatern und Managern sprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Wissenschaft, Politik und Medien wird h\u00e4ufig von den \u00bbbildungsfernen Schichten\u00ab und den \u00bbsozial Schwachen\u00ab gesprochen. 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