{"id":16606,"date":"2014-02-15T07:06:47","date_gmt":"2014-02-15T06:06:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=16606"},"modified":"2014-02-15T21:07:11","modified_gmt":"2014-02-15T20:07:11","slug":"warum-ich-nicht-reich-sein-will","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2014\/warum-ich-nicht-reich-sein-will\/","title":{"rendered":"Warum ich nicht reich sein will..."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-16610 aligncenter\" title=\"Das schleichende Gift: Reichtum\" alt src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Reich_titel-450x337.jpg\" width=\"450\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Reich_titel-450x337.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Reich_titel-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Reich_titel-400x300.jpg 400w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/Reich_titel.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\"><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer in Deutschland behauptet, nicht reich sein zu wollen, dem wird nicht geglaubt. Das muss doch eine L\u00fcge, eine Selbstbeschwichtigungs-Strategie oder der versteckte Neid auf die Verm\u00f6genden dieser Welt sein! Million\u00e4r sein zu wollen, Geld anzuh\u00e4ufen, verm\u00f6gend zu werden \u2013 das ist und muss in Deutschland das Ziel eines jeden Menschen sein! Wer w\u00fcrde nicht gerne einmal bei G\u00fcnther Jauch in der TV-Sendung \u00bbWer wird Million\u00e4r\u00ab sitzen und kr\u00e4ftig absahnen? Das lebenslange Streben nach Geld und Reichtum ist ein Naturgesetz, dem sich niemand entziehen darf. Wer dem widerspricht, l\u00fcgt oder muss wahlweise ein Buddhist, Neider oder Spinner sein.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong style=\"text-align: justify;\">Armer Reichtum?<br>\n<\/strong>Wie man Armut und Reichtum genau beziffert, dar\u00fcber streiten sich \u00d6konomen, Wissenschaftler und Politiker seit Jahrzehnten. Das Thema ist vor allem auch deshalb hochgradig emotional aufgeladen, weil die Schere zwischen Armut und Reichtum seit Jahren immer gr\u00f6\u00dfer wird. Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Da helfen auch keine gesch\u00f6nten Statistiken, gekauften Studien oder bezahlte Journalisten mehr, um diese Tatsache zu verschleiern. Ein Prozent der Menschheit besitzt 70 Prozent des weltweiten Verm\u00f6gens oder anders: 3,5 Milliarden Menschen auf der einen und 85 Menschen auf der anderen Seite besitzen dasselbe Verm\u00f6gen. Um m\u00f6gliche soziale Unruhen zu verhindern und um weiter Sozialabbau, Lohndumping und K\u00fcrzungspolitik betreiben zu k\u00f6nnen, wird die deutsche und die weltweite Armut von offiziellen Stellen regelm\u00e4\u00dfig sch\u00f6ngerechnet und\/oder relativiert. Dabei geht es meist nur um den rein \u00f6konomischen Reichtum, vor allem mit dem Hinweis, dass man Gl\u00fcck, Zufriedenheit und Lebensfreude nicht so gut messen k\u00f6nne, aber diese nat\u00fcrlich trotzdem in starker Korrelation zum finanziellen Verm\u00f6gen stehen w\u00fcrde.<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Ein Bankier ist ein Mensch, der seinen Schirm verleiht, wenn die Sonne scheint, und ihn sofort zur\u00fcckhaben will, wenn es zu regnen beginnt.\u00ab<\/p>\n<p>- Mark Twain<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geld mache zwar nicht gl\u00fccklich, soll aber die Nerven beruhigen, wenn man halbwegs \u00fcber die Runden komme, so h\u00f6rt man es immer wieder. So weit stimme ich zu. Das Problem ist h\u00e4ufig nur, dass aus der einfachen finanziellen Absicherung schnell ein Sucht-Verhalten nach immer mehr und mehr Kohle, Konsum, Karriere, Sozial-Status-Symbolen, Aktien, Bauspar-Vertr\u00e4gen, Schn\u00e4ppchen-Angeboten und so weiter werden kann. Und ehe man sich versieht, geht es l\u00e4ngst nicht mehr nur darum, sich selbst und ggfs. die eigene Familie zu ern\u00e4hren und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sondern nur noch um die Gier selbst. Wie im Rausch jagt man blind dem vermeintlichen Reichtum hinterher, zockt Gl\u00fccks- und Gewinnspiele, wird geizig gegen\u00fcber seinen Mitmenschen, hat eine 60 Stunden Arbeits-Woche&nbsp; und ist mental niemals im Hier und Jetzt, sondern stets auf der Suche nach M\u00f6glichkeiten einen pers\u00f6nlichen finanziellen Vorteil heraus zu schlagen. Man sieht seine Familie, seine Freunde und die eigenen Kinder kaum noch, verlernt es zuzuh\u00f6ren und die eigene Empathie verk\u00fcmmert gnadenlos und wird stattdessen durch ein ausgepr\u00e4gtes Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken ersetzt. Oft geschieht dieser Prozess schleichend und \u00fcber Jahre hinweg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Charakterversumpfung<\/strong><br>\nMaterieller Reichtum wird selten als Ursache von Problemen definiert, sondern eher als weiches Polster betrachtet, dass die eigenen Unsicherheiten des Lebens besser auffangen k\u00f6nne, wie es beispielsweise Jordan Belfort aus \u00bbThe Wolf of Wall Street\u00ab kommentiert. Sicher, auch finanziell arme Menschen haben Probleme, aber zwischen Armut und Reichtum gibt es (noch) eine Menge Spielraum. Und dass Reiche alles andere als gl\u00fccklich, ausgeglichen oder angstfrei sind, habe ich <a title=\"Die Angst der Reichen\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2013\/die-angst-der-reichen\/\" target=\"_blank\">hier<\/a> schon einmal ausf\u00fchrlich erl\u00e4utert. Ganz im Gegenteil, erzeugt gro\u00dfes finanzielles Verm\u00f6gen eben auch eine ganze Reihe von pers\u00f6nlichen Konflikten, \u00c4ngsten und Problemen. Ich wage sogar die These, dass kaum jemand wirklich reich werden kann, ohne dabei ein menschliches und charakterloses Arschloch zu werden. Erbschaften oder Lotto-Gewinnspiele m\u00f6gen hier vielleicht eine Ausnahme sein. Aber wer sich jahrelang einen Dreck um seine Mitmenschen schert und (fast) alles macht, um an Geld, Verm\u00f6gen und Reichtum zu gelangen, der hat oder entwickelt eben dadurch ein ausgepr\u00e4gtes egoistisches Konkurrenz-Verhalten, lebt in einer st\u00e4ndigen Selbst-Inszenierung und opfert alle humanistischen Werte einzig und allein dem Profitstreben.<\/p>\n<blockquote><p><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Denn wenn ich schon Probleme habe, sitze ich als reicher Mann wenigstens auf dem R\u00fccksitz einer Limousine, trage einen 2.000 Dollar Anzug und eine goldene 40.000 Dollar Uhr\u00ab<\/p>\n<p>- Jordan Belfort gespielt von Leonardo Di Caprio aus dem Film \u00bbThe Wolf of Wall Street\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zudem gibt es immer h\u00e4ufiger Familien, Ehen und Beziehungen, in denen es durch Erbschaften sowie durch Scheidungs- und Unterhaltskriege, zu gro\u00dfen Konflikten kommt. Viele Studien und Umfragen belegen, dass das Thema Geld in vielen Ehen und Beziehungen Streitpunkt Nummer eins ist, dicht gefolgt von der Eifersucht. Sicher, die Vorstellung, dass die menschliche Seinsexistenz nur aus Geld und Konsum bestehe, ist schon lange ein gesamtgesellschaftliches Ph\u00e4nomen und keinesfalls auf die finanzielle Oberschicht beschr\u00e4nkt. Dennoch sind die sogenannten Aufsteiger, wie es uns beispielsweise Gerhard Schr\u00f6der oder Joschka Fischer vorgef\u00fchrt haben, das beste Beispiel daf\u00fcr, wie sehr Geld den Charakter verderben und die eigenen Prinzipien verraten kann. Wenn man all das wei\u00df, und die meisten sollten das wissen, oder durch gen\u00fcgend negative Vorbilder erlebt haben, warum sollte man dann noch reich werden wollen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in Deutschland behauptet, nicht reich sein zu wollen, dem wird nicht geglaubt. 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