{"id":15978,"date":"2013-10-11T06:34:14","date_gmt":"2013-10-11T04:34:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=15978"},"modified":"2013-10-07T10:37:19","modified_gmt":"2013-10-07T08:37:19","slug":"kinder-in-deutschland-teil-28-alleinerziehend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2013\/kinder-in-deutschland-teil-28-alleinerziehend\/","title":{"rendered":"Kinder in Deutschland; Teil 28: Alleinerziehend"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15982\" alt src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/alleinerziehend_titel-450x263.jpg\" width=\"450\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/alleinerziehend_titel-450x263.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/alleinerziehend_titel-150x87.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/alleinerziehend_titel-500x292.jpg 500w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/alleinerziehend_titel.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\">Alleinerziehend zu sein, gilt in Deutschland, nach wie vor, als gro\u00dfer Makel. Immer steht die Frage im Raum, was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr seien, wie man das finanziell schaffe und ob man \u00fcberhaupt lohnarbeiten k\u00f6nne, ohne das Kind zu vernachl\u00e4ssigen. Und sollte man nicht lohnarbeiten, was man seinem Kind denn dann vorleben w\u00fcrde. Schlie\u00dflich br\u00e4uchten Kinder Mutter und Vater, eine intakte Familie sowie gute Vorbilder. Das Thema ist hochgradig emotional aufgeladen. Machtk\u00e4mpfe beherrschen das Schlachtfeld. Sorgerechts\u2011, Unterhalts- und Psychokriege sind h\u00e4ufige Begleiterscheinungen der Alleinerziehenden. Und nicht selten sollen sich Beteiligte und Familienangeh\u00f6rige f\u00fcr eine Seite entscheiden. Bei all dem wird stets \u00fcbersehen, dass vor allem eine Partei am wenigstens zu entscheiden, aber am meisten darunter zu leiden hat: die Kinder.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ursachen<\/strong><br>\nWenn von Alleinerziehenden gesprochen wird, dann wird in aller Regel davon ausgegangen, dass dies vor allem M\u00fctter seien. Dabei gibt es in Deutschland auch alleinerziehende V\u00e4ter, selbst wenn diese deutlich in der Minderheit sind. Sie spielen in der Berichterstattung der Massenmedien eine untergeordnete Rolle. H\u00e4ufig wird von der Doppelbelastung Kind und Lohnarbeit sowie \u00fcber das Armutsrisiko von alleinerziehenden M\u00fcttern berichtet. Hierbei wird selten differenziert. Unter alleinerziehend subsumiert sich dann alles was irgendwie zu \u00bballeinstehende Mutter mit Kind\u00ab passt. Die unterschiedlichen Motive, Beweg- und Hintergr\u00fcnde werden selten n\u00e4her beleuchtet.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Jahr 2009 lebten 8,2 Millionen Familien mit minderj\u00e4hrigen Kindern in Deutschland. Fast jede f\u00fcnfte davon (19%) war eine Familie einer alleinerziehenden Mutter oder eines alleinerziehenden Vaters. [...] Im Jahresdurchschnitt 2008 bezogen laut Bundesagentur f\u00fcr Arbeit von allen Alleinerziehenden mit minderj\u00e4hrigen Kindern 41,6% Leistungen aus der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitsuchende, im Vergleich zu 8,7% bei Paaren mit Kindern.<\/p>\n<p>- <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/PresseService\/Presse\/Pressekonferenzen\/2010\/Alleinerziehende\/pressebroschuere_Alleinerziehende2009.pdf;jsessionid=D05058C8C30956DCB1837E0930BF8D36.cae1?__blob=publicationFile\" target=\"_blank\">statistisches Bundesamt 2009<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wage hier die These, dass alleinerziehende M\u00fctter eben nicht immer nur Opfer der Umst\u00e4nde sind, sondern auch eine Verantwortung zu ihrer Situation haben. Angefangen bei Teenie-M\u00fcttern, die nicht aufgepasst haben, bis hin zu Frauen, die einen starken Kinderwunsch versp\u00fcren und dabei nicht so sehr auf die Partnerwahl achten, aber hinterher immer behaupten, er sei ein Arschloch, k\u00fcmmere sich nicht, aber dennoch gerne die Unterhaltszahlungen entgegen nehmen. Dennoch gibt es nat\u00fcrlich auch m\u00e4nnliche Arschl\u00f6cher, die sich ihrer v\u00e4terlichen Verantwortung entziehen. Das dies jedoch die alleinige Ursache der alleinerziehenden M\u00fctter in Deutschland sei, wage ich zu bezweifeln. Die Gr\u00fcnde sind vielschichtig, haben ihren Kern aber fast immer in zwischenmenschlichen Konflikten, an denen V\u00e4ter <i>und<\/i> M\u00fctter beteiligt sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gemeinsamerziehend?<\/strong><br>\nW\u00e4hrend vom Attribut \u00bballeinerziehend\u00ab massenweise Artikel, B\u00fccher und TV-Berichte ver\u00f6ffentlicht werden, wird vom Gegenteil, das gemeinsame Aufziehen der Kinder, kaum gesprochen. Ist es nicht so, provokant formuliert, dass in den meisten F\u00e4llen die M\u00fctter so oder so die Kinder alleine erziehen? Sei es, weil der Vater den ganzen Tag lohnarbeitet und sich vor allem am Wochenende oder bei gelegentlichen Grenzsetzungen bemerkbar macht. Sei es, weil sich der Vater bei der Erziehung freiwillig zur\u00fcckzieht und dass lieber der Mutter \u00fcberl\u00e4sst. Oder sei es, weil die meisten M\u00fctter das P\u00e4dagogik-Thema gerne f\u00fcr sich alleine in Anspruch nehmen, ungern die Kontrolle abgeben wollen und es als naturhafte Frauen-Dom\u00e4ne betrachten. Eine gemeinsame klare P\u00e4dagogik-Linie wird eher in den seltensten F\u00e4llen vorhanden sein. Die kindliche Redewendung \u00bb<i>wenn Papa nein sagt, frag ich Mama\u00ab<\/i> (und umgekehrt) verdeutlicht das. Vielmehr ist das Erziehungsthema innerhalb der Familie h\u00e4ufig sehr konfliktgeladen. Und das zwischen allen relevanten Bezugspersonen. Vor allem auch mit den Gro\u00dfeltern, die ihre Enkel h\u00e4ufig materiell und emotional verw\u00f6hnen, bewusst&nbsp; gegen die Erziehungsmethoden der Eltern versto\u00dfen, um Konflikten mit den Enkeln aus dem Weg zu gehen und um sich damit der Liebe der Enkel zu versichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auff\u00e4llig, wie so oft wenn \u00fcber Alleinerziehende, M\u00fctter, V\u00e4ter, Kitas, Schule und Erziehung gesprochen wird, ist, dass es bei der Berichterstattung \u00fcber Alleinerziehende selten um die Kinder selbst geht. Im Vordergrund stehen immer die Bed\u00fcrfnisse der Erwachsenen, auch wenn das nat\u00fcrlich nie offen gesagt wird. Es geht um Geld, Ansehen und Anerkennung, Status, Lohnarbeit, verletzte Gef\u00fchle und Stolz. Alle glauben zu wissen, was gut f\u00fcr Kinder sei, ohne sie jemals gefragt zu haben.<\/p>\n<p>____________________________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Zusammenfassung der ersten zehn Teile der Kinderserie ist auf <a href=\"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/kinder\/kinder_in_deutschland.html\">www.zeitgeistlos.de<\/a> zu finden. Alle bisherigen 27 Folgen k\u00f6nnen im ZG-Blog in der Rubrik <a href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/category\/kinder-und-jugend\/\">Kindheit<\/a> gefunden werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alleinerziehend zu sein, gilt in Deutschland, nach wie vor, als gro\u00dfer Makel. Immer steht die Frage im Raum, was die Gr\u00fcnde daf\u00fcr seien, wie man das finanziell schaffe und ob man \u00fcberhaupt lohnarbeiten k\u00f6nne, ohne das Kind zu vernachl\u00e4ssigen. 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