{"id":14879,"date":"2013-05-31T05:23:06","date_gmt":"2013-05-31T03:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=14879"},"modified":"2013-05-31T05:52:40","modified_gmt":"2013-05-31T03:52:40","slug":"zg-rueckblick-tote-fuer-die-mode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2013\/zg-rueckblick-tote-fuer-die-mode\/","title":{"rendered":"ZG-R\u00fcckblick: Tote f\u00fcr die Mode"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-596\" title=\"ZG-R\u00fcckblick\" src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zg_rueckblick.jpg\" alt width=\"450\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zg_rueckblick.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/zg_rueckblick-150x66.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\">Am 24. April 2013 sind \u00fcber 1.000 Menschen bei einem Fabrikeinsturz in Bangladesch ums Leben gekommen. Die Textilfabrik hat f\u00fcr internationale Textilkonzerne wie Kik, H&amp;M, Ernstings und viele andere Kleidung hergestellt. Die Arbeiterinnen mussten f\u00fcr einen sehr niedrigen Lohn arbeiten und die Bedenken am Sicherheits- und Brandschutzsystem waren schon seit Jahren bekannt, da es immer wieder Tote gegeben hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind nun die Verbraucher in der Verantwortung durch einen gezielten Fair Trade Konsum oder einen Boykott, die Textilkonzerne zum Umdenken zu bewegen? Helfen internationale Abkommen, um weitere Tote zu verhindern? Oder sind die Toten \u00bbKollateralsch\u00e4den\u00ab f\u00fcr unseren Luxus, billig Kleidung einkaufen zu k\u00f6nnen?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>epikur<\/strong><br>\nBei der Diskussion um die Textilbranche, kommen immer wieder die Besser-Esser-Bi\u00f6-\u00d6ko-Moral-Konsumenten mit dem Argument, man k\u00f6nne sich durch Fair-Trade-Kleidung, \u00d6ko-Strom und Bio-Produkten, quasi ohne gro\u00dfe pers\u00f6nliche Einschnitte, eine bessere Welt herbeikaufen (Diskussion hierzu <a href=\"http:\/\/aufzeichnungen-eines-gutmenschen.blogspot.de\/2012\/07\/kann-ich-eine-bessere-welt-herbeikaufen.html\" target=\"_blank\">beim Duderich<\/a>). Abgesehen davon, dass dieser Habitus eine weitere Spaltung der Menschen bzw. ein Klassen-Konsum-Bewusstsein in vermeintlich gute und schlechte Konsumenten vorantreibt, \u00e4ndert sich dadurch nichts am gro\u00dfen Spiel des Kapitalismus. Es ist nur furchtbar bequem, einfach ein paar Euros mehr auszugeben (sofern man sie hat), um sich dadurch ein gutes Gewissen zu kaufen. So wie heute fast jede Form der vermeintlichen Partizipation bequem sein muss, um \u00fcberhaupt Menschen zu erreichen (<a title=\"ZG\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2013\/die-shitstorm-nichtbewegung\/\" target=\"_blank\">Shitstorm<\/a> via Twitter und Facebook, Online-Petitionen etc.), so ist das auch beim Konsum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bef\u00fcrchte, ohne fest verankerte gesetzliche Regelungen inklusive starker Sanktionsklauseln bei Verst\u00f6\u00dfen, wird sich an Ausbeutung, Raubbau, Lohndumping, Verwendung von Giftstoffen und so weiter in der Textilindustrie nichts \u00e4ndern. Gleichzeitig m\u00fcsste es starke B\u00fcrgerbewegungen, Initiativen und den Druck der Strasse geben, um wirksam eine Verbesserung der Textil-Lohnsklaven in den Sweat Shops zu erreichen. Solange jedoch die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung den Konsum als Ersatzbefriedigung sowie die <a title=\"ZG\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/des-unpolitischen-heimelige-weltverleugnung\/\" target=\"_blank\">heimelige Weltvergessenheit<\/a> in Form eines wiedererwachten Biedermeiertums, also der Flucht in den eigenen Kristallpalast, immer mehr kultiviert, sehe ich daf\u00fcr wenig Hoffnung. Im \u00fcbrigen ist es sehr bezeichnend, dass es kaum Fotos und Bilder von den toten Opfern gibt. Woran das wohl liegen mag?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>jtheripper<\/strong><br>\nKapitalismus in reiner Form. Das ist doch so gewollt, oder? Wie soll denn eine Textilfirma ordentlich Profit machen, wenn sie sich mit menschlichen Arbeitsbedingungen rum schlagen muss? Es gibt doch auch noch schlimmere Arbeitspl\u00e4tze, wie z.B.&nbsp; cardassianische Erzaufbereitungsanlagen. Wobei es dort Aufst\u00e4nde und eine Rebellion gegen die Unterdr\u00fccker gegeben h\u00e4tte. Daran sieht man, dass es Fiktion ist. In der Realit\u00e4t geben wir uns damit zufrieden, dass die verantwortlichen Firmen einen freiwilligen Wisch unterzeichnen, indem sie sich selbst dazu verpflichten, sich an allgemeing\u00fcltige hohle Phrasen zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>todesglupsch<\/strong><br>\nWenn man es zynisch betrachten will, handelt es sich tats\u00e4chlich um Kollateralsch\u00e4den unseres globalen Wirtschaftssystems. Wir sind es, die auf Kosten anderer Leben (und andere Leben von uns). Ziel des Spiels ist es eine Position in der man von m\u00f6glichst vielen Anderen lebt und m\u00f6glichst wenige von uns. Das Praktische ist, dass die g\u00fcnstigen Arbeitskr\u00e4fte Produkte herstellen k\u00f6nnen, die wir nutzen, um uns abzulenken. Zum Beispiel davon, dass man haupts\u00e4chlich nicht f\u00fcr die eigene Lebensgrundlage wirtschaftet sondern f\u00fcr die Anderer und das die, die f\u00fcr meine Arbeiten auch noch daf\u00fcr sterben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 24. April 2013 sind \u00fcber 1.000 Menschen bei einem Fabrikeinsturz in Bangladesch ums Leben gekommen. Die Textilfabrik hat f\u00fcr internationale Textilkonzerne wie Kik, H&amp;M, Ernstings und viele andere Kleidung hergestellt. 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