{"id":1439,"date":"2009-02-23T17:00:25","date_gmt":"2009-02-23T15:00:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=1439"},"modified":"2010-07-08T16:50:25","modified_gmt":"2010-07-08T14:50:25","slug":"bezahlte-blogger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/bezahlte-blogger\/","title":{"rendered":"Bezahlte Blogger?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">K\u00fcrzlich las ich auf dem Spiegelfechter-Blog einen <a title=\"Spiegelfechter-Beitrag\" href=\"http:\/\/www.spiegelfechter.com\/wordpress\/488\/kachingle-eine-chance-fur-den-online-journalismus\" target=\"_blank\">Beitrag<\/a> bzw. eine Diskussion dar\u00fcber, ob man sich f\u00fcrs bloggen bezahlen lassen sollte. Der Spiegelfechter argumentierte mit einem vermeintlich innovativem Bezahlsystem \u00bbKachingle\u00ab, welches er bef\u00fcrwortete und wonach man nur f\u00fcr gute Artikel bezahlen m\u00fcsse. Meiner Meinung nach kann eine Unabh\u00e4ngigkeit der Blogger-Community nur dann gew\u00e4hrleistet sein, wenn nicht ein Cent flie\u00dft.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt der Blogger-Gegen\u00f6ffentlichkeit ist meines Erachtens im Untergang begriffen, wenn einzelne anfangen sich mit Geld k\u00f6dern zu lassen. Der Spiegelfechter argumentiert in seinem Beitrag damit, dass&nbsp; auch <em>\u00bbBlogs ihre Relevanz im Medienspektrum nur dann gegen die professionelle Konkurrenz aus dem Print-Bereich verbessern k\u00f6nnen, wenn sie zumindest teilweise professionell arbeiten k\u00f6nnen\u00ab <\/em>und dies&nbsp; erfordere eben Kohle. Au\u00dferdem lebe ja auch der Blogger nicht von Luft und Liebe allein. Das Ehrenamt sei eine sch\u00f6ne Sache, aber eben auch <em>\u00bbelit\u00e4r<\/em>\u00ab, so Jens Berger vom Spiegelfechter weiter. Das Ganze liest sich wie eine Rechtfertigungsformel, um Geld mit dem Bloggen verdienen zu d\u00fcrfen, ohne am Ende als Verr\u00e4ter an der Gegen\u00f6ffentlichkeit dazustehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht von ungef\u00e4hr produzieren die b\u00fcrgerlichen Medien nur noch einen <a title=\"Beispiel: Obama\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2009\/und-wieder-gleichschaltung\/\" target=\"_blank\">Einheitsbrei<\/a>. Sie sind \u00f6konomisch und ideologisch abh\u00e4ngig von ihren Eigent\u00fcmern sowie von ihren Anzeigenkunden (Werbung!). Die sog. \u00bbSchere im Kopf\u00ab, d.h. die Selbstzensur der Journalisten ist ein allt\u00e4gliches, aber stillschweigendes Ph\u00e4nomen. Wer gegen die Interessen des Anzeigenkunden bzw. gegen die vorgegebene ideologische Richtung anschreibt, wird gefeuert, ruhig gestellt oder verunglimpft. Ein Journalist, der an Rufsch\u00e4digung innerhalb der Journaile leidet, wird es schwer haben wieder einen Job zu finden. Die Folge: Konformit\u00e4t, Anpassung und unkritisches Denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freilich wird es einen Blogger nicht gleich so ergehen, blo\u00df weil er mit Werbung auf seiner Seite Geld kassiert oder sich anderweitig bezahlen l\u00e4sst. Dennoch: der erste Schritt in Richtung Abh\u00e4ngigkeit ist damit getan. Denn der bezahlte Blogger wird in Zukunft vermehrt aufs Geld schielen, anstatt seine ganze Energie f\u00fcrs kreative Schreiben zu verwenden. Deshalb sollte sich meines Erachtens kein Blogger f\u00fcr seine sch\u00f6pferische Arbeit bezahlen lassen. Wie seht ihr das?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcrzlich las ich auf dem Spiegelfechter-Blog einen Beitrag bzw. eine Diskussion dar\u00fcber, ob man sich f\u00fcrs bloggen bezahlen lassen sollte. 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