{"id":12098,"date":"2012-09-12T06:07:38","date_gmt":"2012-09-12T05:07:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=12098"},"modified":"2014-06-26T10:05:53","modified_gmt":"2014-06-26T08:05:53","slug":"arbeit-macht-nicht-nur-frei-sondern-auch-gesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2012\/arbeit-macht-nicht-nur-frei-sondern-auch-gesund\/","title":{"rendered":"Arbeit macht gesund!"},"content":{"rendered":"<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12319 alignleft\" title=\"Folgen von all zu gesunder Lohnarbeit\" alt src=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/RIP-450x337.jpg\" width=\"194\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/RIP-450x337.jpg 450w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/RIP-150x112.jpg 150w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/RIP-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/wp-content\/uploads\/RIP.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 194px) 100vw, 194px\">Arbeit ist f\u00fcr viele das Tor in die Gesellschaft. Sie strukturiert den Tag und vermeidet, dass sie in Krankheiten und S\u00fcchte abgleiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">- Reiner Sans, \u00bbWas Ein-Euro-Jobs wert sind\u00ab, Aus: <a href=\"http:\/\/www.caritas.de\/magazin\/zeitschriften\/sozialcourage\/sozialcourage.aspx\">\u00bbSozialcourage\u00ab<\/a>, Caritas Niedersachsen\/Bremen, Ausgabe 2\/2011, S. 17<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more-->Die Behauptung, dass Lohnarbeit nicht krank machen w\u00fcrde, ist mehr als realit\u00e4tsfremd und einseitig propagandistisch. Die j\u00e4hrlichen Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen lagen im Jahre 2008 bei 43,9 Mrd. Euro (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dnbgf.de\/fileadmin\/texte\/Downloads\/uploads\/dokumente\/2008\/BKK_Broschuere_arbeitsbedingteGesundheitskosten_RZ_web.pdf\">BKK Bundesverband<\/a>). Zu den h\u00e4ufigsten Erkrankungen durch die Lohnarbeit geh\u00f6ren:&nbsp; Depressionen, Burn-Out, Glieder- Gelenk- und R\u00fcckenschmerzen, Kreislauferkrankungen, Muskelerkrankungen und Nervenerkrankungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Zahl der Arbeitsunf\u00e4lle ist im Jahre 2010 deutlich gestiegen: <em>\u00bbDie Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunf\u00e4lle ist 2010 um 7,7&nbsp;Prozent auf 954.459 gestiegen. 519 Arbeitsunf\u00e4lle endeten t\u00f6dlich, das sind 63 mehr als im Vorjahr.\u00ab<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.dguv.de\/inhalt\/presse\/2011\/Q3\/zahlen2010\/index.jsp\">Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung<\/a>). Weitere exemplarische Beispiele f\u00fcr krankmachende Lohnarbeit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">- Schicht- und Akkordarbeiter leiden h\u00e4ufiger unter Krebserkrankungen.<br>\n\u2014 Bauarbeiter, Umzugshelfer, Maler usw. halten kaum bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter durch. Die meisten fallen vorher gesundsheitsbedingt aus, weil sie sich kaputt geschuftet haben.<br>\n\u2014 B\u00fcrokr\u00e4fte bekommen durch das stundenlage Sitzen h\u00e4ufiger R\u00fcckenkrankheiten.<br>\n\u2014 Millionen Deutsche nehmen Aufputschmittel ein, um fit und wach bleiben zu k\u00f6nnen. Vom \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Kaffeekonsum ganz zu schweigen.<br>\n\u2014 Erzieher, Lehrer und P\u00e4dagogen schaffen es nur selten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter<br>\n\u2014 Die Angst um den Job, Mobbing und Leistungsdruck sorgen daf\u00fcr, dass Millionen Deutsche Depressionen erleiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erwerbslose sind nicht anf\u00e4lliger f\u00fcr S\u00fcchte, wie Lohnarbeiter. Der Caritas-Mitarbeiter und Katholik Reiner Sans schreibt dies besonders den Erwerbslosen zu. Der Alkoholismus z.B. ist in allen gesellschaftlichen und arbeitenden Schichten verbreitet (von anderen Drogen ganz zu schweigen). Gerade in besonders stressigen Berufen wird nach Feierabend&nbsp;gerne noch einen gebechert. Es finden sich viele verschiedene S\u00fcchte bei der lohnarbeitenden Bev\u00f6lkerung (Raucher-Pausen, Kaffee-Wachmacher, Frusttrinker etc.). Lohnarbeit ist kein Garant daf\u00fcr, S\u00fcchte oder Krankheiten zu vermeiden. Vielmehr kann sie sogar der Ausl\u00f6ser daf\u00fcr sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span class=\"dquo\">\u00bb<\/span>Caritas\u00ab ist \u00fcbrigens lateinisch und bedeutet \u00bbN\u00e4chstenliebe\u00ab bzw. \u00bbHochsch\u00e4tzung\u00ab. Davon ist bei Herrn Sans wenig zu sp\u00fcren, wenn er als Mitarbeiter eines katholischen Wohlfahrtsverbandes \u00fcber Erwerbslose spricht. Vielmehr unterstreicht er das Gerechtigkeitsprinzip einer Leistungsideologie: wer lohnarbeitet ist drin, wer das nicht tut, ist au\u00dfen vor und anf\u00e4llig f\u00fcr S\u00fcchte und Krankheiten, eben weil er nicht lohnarbeitet, d.h. nichts f\u00fcr die Gesellschaft leisten w\u00fcrde. Fast so, als w\u00e4re es gottgef\u00e4llig, dass wer nichts leistet, als Strafe auch krank werden solle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich vermute, viele im mittleren und hohen Management haben ein wenig intaktes und erf\u00fcllendes Privat- und Familienleben. Gr\u00fcnde k\u00f6nnten sein: Karrieregeilheit, Erfolgsdruck, Leistungsstreben, pathologischer Narzissmus, Profilierungssucht, Unf\u00e4higkeit zur Selbstreflexion usw. Ist das etwa gesund?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeit ist f\u00fcr viele das Tor in die Gesellschaft. 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