{"id":11826,"date":"2012-03-19T09:54:36","date_gmt":"2012-03-19T08:54:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/?p=11826"},"modified":"2012-03-19T09:54:36","modified_gmt":"2012-03-19T08:54:36","slug":"anti-diskurs-strategien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2012\/anti-diskurs-strategien\/","title":{"rendered":"(Anti-)Diskurs-Strategien"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In einem zwischenmenschlichen Gespr\u00e4ch, in einer Diskussion oder in einem Meinungsstreit gibt es wiederkehrende Argumentationsmuster. In den folgenden Kommunikationsstrategien geht es selten um einen ernsthaften Austausch von Inhalten oder Argumenten, sondern vielmehr darum, Recht zu haben, sein Gesicht zu wahren und kompetent zu wirken. Folgende Diskurs-Strategien lassen sich in einem typischen Streitgespr\u00e4ch erkennen:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.) Emotionalisierung.<\/strong> In fast jedem Gespr\u00e4ch wird irgendwann die Sachebene verlassen und mit dem Emotionsohr agiert und reagiert. Es werden Inhalte pers\u00f6nlich genommen und auf sich und das eigene Leben bezogen. Manche Menschen sind so Ich-fixiert, verbohrt und\/oder emotional, dass eine sachliche Diskussion so gut wie unm\u00f6glich scheint. Besonders Menschen, die selbst vorzugsweise im Subtext sprechen, sehen in fast jeder sachlichen Debatte nur eine Tarnung, um indirekte Vorw\u00fcrfe zu transportieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.) Vorwurf.<\/strong> Schuldzuweisungen werden in der Regel nicht zugegeben, sind aber ein h\u00e4ufiges Kommunikationsmittel. S\u00e4tze wie \u00bbDu h\u00f6rst mir nie zu\u00ab, \u00bbDu nimmst mich gar nicht ernst\u00ab oder \u00bbImmer sagst Du was dagegen\u00ab sind typische Vorw\u00fcrfe, die dann als \u00bbMeinung\u00ab getarnt werden. H\u00e4ufig tauchen dann auch Extreme wie \u00bbnie\u00ab und \u00bbimmer\u00ab auf. Relationen wie \u00bbmanchmal\u00ab oder \u00bbh\u00e4ufig\u00ab finden sich bei dieser Kommunikationsmethode selten. Auch hier wird die Sachebene verlassen und der Argumentierende in eine defensive Rechtfertigungsposition gebracht (man muss sich z.B. nun erkl\u00e4ren, warum man denn \u00bbnie zuh\u00f6ren\u00ab w\u00fcrde).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.) Unzul\u00e4ssigkeit. <\/strong>Ein gern verwendetes Mittel, um Argumente entkr\u00e4ften zu wollen, ist den Inhalt f\u00fcr unzul\u00e4ssig zu erkl\u00e4ren. Drei typische Methoden sind hierbei die Verallgemeinerung, die \u00dcbertreibung und die Oberfl\u00e4chlichkeit. Eine echte inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema findet auch hier kaum statt, denn es wird als unzul\u00e4ssig und falsch deklariert. Besonders der Vorwurf der Verallgemeinerung wird oft verwendet, da, vor allem bei kritischen Behauptungen, Menschen sich pers\u00f6nlich angegriffen f\u00fchlen. Sie sehen in der Methode der Verallgemeinerung einen versteckten ich-bezogenen Subtext, der wom\u00f6glich gar nicht vorhanden ist: <em>\u00bbJa, es stimmt, viele Frauen sind so wie Du sagst, aber ich bin nicht so!\u00ab<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.) <\/strong><strong>Herabsetzung. <\/strong>Auch hier wird die Sachebene verlassen und es findet tats\u00e4chlich ein pers\u00f6nlicher Angriff statt, um sich nicht mit dem Inhalt auseinandersetzen bzw. um nicht zugeben zu m\u00fcssen evtl. Unrecht gehabt zu haben. Eine typische Herabsetzungsmethode ist der Vorwurf der mangelnden Fachkompetenz zu einem Thema, man sei doch kein \u00bbExperte\u00ab, habe es nicht studiert usw. Beliebt ist auch die Diffamierung als Besserwisser, Klugschei\u00dfer oder Schlauberger, um mit einem pers\u00f6nlichen Angriff die Sachebene zu verlassen und den Gespr\u00e4chspartner wiederum in eine defensive Position zu bringen. Bei Kritik schwingt h\u00e4ufig der Vorwurf mit, man sei ein Pessimist, der \u00bbimmer\u00ab nur das Schlechte und Negative in \u00bballem\u00ab sehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.) <\/strong><strong>Themawechsel. <\/strong>Falls man sich in einer argumentativen Sackgasse befindet, keine Argumente mehr hat oder nicht zugeben will, dass der Andere wom\u00f6glich richtig liegt, versucht man h\u00e4ufig das Thema zu wechseln. Diese Form der Ablenkungsstrategie ist weit verbreitet, ob in Talkshows, Interviews oder in Stammtisch-Gespr\u00e4chen: viele Menschen sind in der Regel zu stolz und sehen es als eine pers\u00f6nliche Schw\u00e4che an, wenn sie zugeben w\u00fcrden, dass sie falsch lagen oder \u00fcberzeugt worden sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Regel sind sich viele Menschen ihrer <a title=\"ZG_Diskurs\" href=\"https:\/\/www.zeitgeistlos.de\/zgblog\/2008\/die-konstruktion-der-welt\/\">Kommunikation<\/a> wenig bis gar nicht bewusst, da sie nicht willens oder in der Lage sind, die Ich-Ebene zu verlassen und ihre eigene Kommunikation zu reflektieren. Insofern sind die oben genannten Kommunikationsstrategien eher unbewusster Natur, sind aber h\u00e4ufig tief verinnerlicht worden, so dass es schwer f\u00e4llt, die eigenen Argumentationsmuster zu hinterfragen und gegebenenfalls zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kennt ihr weitere zwischenmenschliche Diskursstrategien und Argumentationsmuster?<\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem zwischenmenschlichen Gespr\u00e4ch, in einer Diskussion oder in einem Meinungsstreit gibt es wiederkehrende Argumentationsmuster. 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