Artikel mit ‘Zivilisationskritik’ getagged

Menscheln

25. Juni 2010 von epikur

Ein untoter Konsument
schwimmt
auf der lachenden Wunde
eines Patienten

Getarnt als lauwarmer Kostenfaktor
verheizt sich der Nichtmensch
in einen glutkalten Strudel der Neutralität

Die verrauchte Emotion
entrückt
den Menschen

Vampirgesellschaft

27. April 2010 von epikur

Eigentlich leben wir schon in einer Gesellschaft voller Vampire. Jedoch keine romantisierende Verwirklichung eines Bram Stokers Dracula oder eines pubertären »twilight«, sondern vielmehr von eiskalten, berechnenden, blutsaugenden und eigennützigen Vampiren. Das allgemeine geschäftliche Credo lautet:

»Je schlechter es dem Anderen geht, umso besser geht es mir!«

In den Nachrichten erfahren wir von Hungernden weltweit, von toten Soldaten, von Toten und Verletzten durch  Unfälle und Katastrophen oder von Hartz4-Empfängern, auf die medial gespuckt wird. Solange wir uns nicht zu einer solchen Gruppe zählen müssen, fühlen wir uns besser. Des anderen leid, ist unsere Freud.

Wider dem Materialismus

11. Dezember 2009 von epikur

Der Abenteuerfilm »into the wild« aus dem Jahre 2007 von Sean Penn handelt von einem Aussteiger. Chris hat gerade sein Studium hinter sich, will sich aber nun nicht in die ihm zugewiesene Rolle fügen, sondern um die Welt reisen und am Ende ein einsames Leben in Alaska führen. Er widersetzt sich der  Maschinerie von Lohnarbeit, Konsum und funktionellem Status-Denken. In einer Szene sitzt er mit seinen Eltern in einem Restaurant und sie möchten ihm für sein bestandenes Studium ein neues Auto schenken. Im folgenden nun diesen kurzen Dialog. Weiterlesen »

Mein und Dein

18. Oktober 2008 von epikur

1920 veröffentlichte der deutsche Maler und Schriftsteller Erich Scheurmann ein Buch mit dem Titel: »der Papalagi — Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus Tiavea«. In der Sprache der Samoa bezeichnet der Papalagi hierbei den »Weißen Mann«. In diesem Buch geht es um einen fiktiven Reisebericht eines Südseehäuptlings, welcher ein halbes Jahr durch Europa gereist ist, um dann anschließend seinem Stamm in der Südsee davon zu berichten. Statt jedoch sein Volk von den großen, zivilisierten Errungenschaften der westlichen Industrieländer zu erzählen, warnt er es. Der Papalagi sei zwar reich an Wissen, Macht und Einfluss — jedoch unglücklich und unzufrieden mit seinem Leben. In einer kindlich-naiv anmutenden Sprache wird herbe Zivilisationskritik geübt, welche bis heute nichts an ihrer Aktualität eingebüßt hat. Weiterlesen »

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