Der gute Kapitalismus

gutkapi_titelNach dem Mauerfall und dem weltweiten Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus, hat der Kapitalismus sein Gegenmodell verloren, vielleicht mit Ausnahme heutiger lateinamerikanischer Sozialismus‐Formen. In diesem Zusammenhang behauptet er, die einzige wirtschaftspolitische Alternative zu sein. Da aber jedes System als Abgrenzung, Legitimation und Polarisation ein Gegenmodell benötigt, wird nun mehr und mehr versucht innerhalb des Kapitalismus selbst, zwischen vermeintlich guten (Biokonsum, Fair Trade, Emissionshandel, Öko‐Siegel etc.) und schlechten Ausprägungen (Finanzkapitalismus, Hedge Fonds, Heuschrecken, Neoliberalismus etc.)  zu unterscheiden. Dabei ist und bleibt das gesellschaftliche Eigentum stets ungerecht verteilt und das Dogma der Profitorientierung sowie des unendlichen Wachstums bleiben immer unangetastet. Weiterlesen

»Mir doch egal!«

Die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit, die bedeutet: »ich kann nichts dafür, ich komme schon klar«. Mit einem solchen Verhalten verliert ihr einen unverzichtbaren  Bestandteil der Menschlichkeit. Es ist die Empörung und das daraus resultierende Engagement.

- Stephane Hessel, französischer Résistance‐Kämpfer und Überlebender des Konzentrationslagers Buchenwald, aus seinem Buch »Empört Euch!«

Anmerkung: Der weit um sich greifende Fatalismus ist die wahre Stütze des Kapitalismus. Dabei geht es primär noch nicht einmal daurm, die Menschen zum wählen oder zu einem sozialen Engagement zu bewegen, sondern sich zu allererst für die Ungerechtigkeiten der Welt, dem kritischen Hinterfragen und Nachdenken zu öffnen. Wem alles, außer dem eigenen Wohlbefinden, egal ist, der verbrennt mental die ganze Welt.

Ausgrenzungsromantik

Das Netzwerk »Soziales Marketing« startet im Oktober 2013 eine bundesweite Kampagne mit dem Titel »Initiative zur Romantisierung von Erwerbslosen, Flüchtlingen und Obdachlosen«. Ziel sei es, »die armen Bevölkerungsschichten der Öffentlichkeit näher zu bringen und für ein positives Image zu sorgen«, so der Pressesprecher Armin Müller. Man habe eine professionelle Werbeagentur verpflichtet, die sich bei der Gestaltung der Plakate vor allem an das Kindchenschema von Tierkindern und Babys orientiere: »Mit Empathie, Mitgefühl und Humanismus spricht man heutzutage keine Zielgruppe mehr an. Haustiere und Babys werden jedoch immer beliebter, das zeige besonders Facebook, wo Millionen User täglich Tier‐ und Babybilder miteinander tauschen würden«, meint der Werbefachmann. Den »ist das  aber süß – Effekt« wolle man auch für Obdachlose, Asylanten, Rentner und Erwerbslose erreichen.

Sozialverbände, Gewerkschaften und Tafeln zeigten sich begeistert. Sie hoffen, dass diese Kampagne dazu beiträgt, die Interessen von finanziell armen Menschen in Deutschland besser vertreten zu können. Auf die Frage, was das Netzwerk »Soziales Marketing« von der Agenda 2010 halte, betont Armin Müller, dass man sich zu politischen Fragen nicht äußern wolle. Er halte jedoch besonders die Hartz‐Gesetze als eine wichtige Errungenschaft für eine moderne Gesellschaft: »Nur so werden Eigenverantwortung, Chancengerechtigkeit und Erwerbsanreize gefördert und gefordert«. Gesponsert wird das Projekt von der Deutschen Bank, McKinsey und der Allianz.

Die Welt bewegen

Heute möchte ich euch zwei soziale Projekte vorstellen. Menschen, die ganz konkret anderen Menschen helfen. Es müssen nicht immer die großen Veränderungen sein, manchmal ist den Menschen auch schon im Mikrokosmos geholfen. Dennoch steht für mich fest, dass wir eine andere Wirtschaftsordnung brauchen. Eine, die dem Menschen und nicht dem Profitstreben dient.

Die Pfandgeber
Das Prinzip ist schnell erklärt: Wer Pfandflaschen abholen möchte, lässt sich bei „pfandgeben.de“ registrieren. Das geschieht über SMS. Die Rufnummern werden in die Datenbank eingepflegt. Die Pfandgeber finden die Handynummern der rund 1300 Pfandnehmer nach Regionen sortiert im Internet. So wird Menschen geholfen, die in einer schwierigen finanziellen Situation sind.

TAAK — Tauschakademie
Ich kann was, was du nicht kannst. Aber ich will es dir geben. Die TauschakademieHalle, kurz TAAK!, schafft einen Begegnungsort, an dem sich wissensbegeisterte Menschen in Form von Workshops austauschen können, fernab von Materialismus und fest gefahrenen Strukturen. Wissen nicht gegen Geld, sondern im Tausch mit einem Geschenk.