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	<title>ZG Blog &#187; Neusprech</title>
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	<description>Der pseudo-intellektuelle Blog von www.zeitgeistlos.de</description>
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		<title>Neusprech: Präventive Selbstverteidigung</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 23:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Angriffskrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[»Präemptive Selbstverteidigung bezeichnet das Ausüben militärischer Gewalt als letztes Mittel eines Staates, um eine unmittelbar bevorstehende, manifeste und objektiv feststellbare militärische Aggression abzuwehren.« - WZB-Paper Im Irakkrieg (2003) und im Libyenkrieg (2011) wurde von »präventiver Selbstverteidigung« gesprochen. Man wolle eine unmittelbare Gefahr vorzeitig abwenden und greife deshalb zur militärischen Gewalt. Ähnlich wie die Instrumentalisierung des [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em>»Präemptive Selbstverteidigung bezeichnet das Ausüben militärischer Gewalt als letztes Mittel eines Staates, um eine unmittelbar bevorstehende, manifeste und objektiv feststellbare militärische Aggression abzuwehren.«</em></span></p>
<p style="text-align: justify;">- <a href="http://skylla.wzb.eu/pdf/2006/iv06-302.pdf">WZB-Paper</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="ZG-Artikel: Neusprech Heute" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/orwell_neusprech.jpg" alt="" width="70" height="90" /></a>Im Irakkrieg (2003) und im Libyenkrieg (2011) wurde von »präventiver Selbstverteidigung« gesprochen. Man wolle eine unmittelbare Gefahr vorzeitig abwenden und greife deshalb zur militärischen Gewalt. Ähnlich wie die Instrumentalisierung des Begriffes der <a title="ZG - Neusprech" href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2009/neusprech-humanitare-intervention/">»humanitären Intervention«</a> verstößt die »präventive Selbstverteidigung« gegen das allgemeine Gewaltverbot des Völkerrechts.<span id="more-11497"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Die meisten Forscher und Wissenschaftler halten fest, dass es ein Recht auf eine »präventive Selbstverteidigung« nicht gebe, sie stellt eher ein Aushebeln des Völkerrechts dar. Nur im äußersten Notfall, wenn ein Staat kurz davor stehen würde, angegriffen zu werden, wäre es legitim zu diesem Mittel zu greifen, so das WZB-Paper. Irak, Libyen und höchstwahrhscheinlich auch bald der Iran werden, im Namen der »präventiven Selbstverteidigung«, angegriffen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">»Ein israelischer Angriff auf iranische Anlagen aber wäre abseits aller  Diskussionen und Auslegungsfragen zweifelsohne ein präventiver Schlag  gegen eine potentielle Gefahr. Ein solcher ist keinesfalls durch das in  Art. 51 UN-Charta niedergelegte Selbstverteidigungsrecht gedeckt«.</p>
<p style="text-align: justify;">- <a href="http://www.lto.de/de/html/nachrichten/4758/israel-droht-mit-milit%C3%A4rschlag-gegen-iran-es-gibt-keine-praeventive-selbstverteidigung/">Legal Tribune</a> vom 9. November 2011</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Begriff kann getrost als ein Euphemismus für ein Angriffskrieg gesehen werden. Ähnlich wie die Schlagwörter »Verteidigungsministerium« und »Rüstungsindustrie« soll suggeriert werden, als handle es sich um eine reine Selbstverteidigung. Nur weder irakische, noch libysche Truppen standen vor der US-Grenze. Auch wurden keine Raketen auf amerikanischen Boden abgefeuert, um eine »Verteidigung« zu rechtfertigen. Eine Verdrehung der Begriffe findet statt, das Völkerrecht wird missachtet und das Recht des Stärkeren wird militärisch praktiziert.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Neusprech: Weltverbesserer</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 08:36:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Gutmensch]]></category>
		<category><![CDATA[Weltverbesserer]]></category>

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		<description><![CDATA[»Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl, zum Kreis der besseren Menschen zu gehören. Viele von ihnen haben dazu jede Berechtigung. Die Linke aber ist aus der SED hervorgegangen« - Tissy Bruns, zeit.de Eine oft abwertende Bezeichnung für alternative oder linksorientierte Menschen, die nicht am Status Quo festhalten wollen, sondern eine Veränderung, im Sinne einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="ZG-Artikel: Neusprech Heute" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/orwell_neusprech.jpg" alt="" width="70" height="90" /></a><span style="color: #993300;"><em>»Linke Weltverbesserer aller Schattierungen vereint das Lebensgefühl,  zum Kreis der besseren Menschen zu gehören. Viele von ihnen haben dazu  jede Berechtigung. Die Linke aber ist aus der SED hervorgegangen«</em></span></p>
<p style="text-align: justify;">- Tissy Bruns, <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-01/loetzsch-kommunismus-linkspartei">zeit.de</a></p>
<p style="text-align: justify;">Eine oft abwertende Bezeichnung für alternative oder linksorientierte Menschen, die nicht am Status Quo festhalten wollen, sondern eine Veränderung, im Sinne einer vermeintlichen Verbesserung von Mensch und Gesellschaft, anstreben. <span id="more-11239"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Der Begriff bringt die »Welt« und das Individuum als vermeintlicher »Verbesserer« in einem Wort zusammen. Damit können Assoziationen geweckt werden, die da z.B. lauten könnte, dass die Dimension »Welt« für jedes Individuum viel zu groß und es damit unmöglich sei, überhaupt irgendetwas zu verändern. Wer es sich nun dennoch anmaße, als Einzelner die Welt verändern zu wollen, der verdiene nun eine ironisch herablassende Bezeichnung: »Du Weltverbesserer!«.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer gegen Ungerechtigkeit ankämpft, weltweite Armut, Hunger und Elend  vermindern möchte oder sich Gedanken über Frieden, Recht, Gerechtigkeit  und Freiheit macht, wird verächtlich als »Gutmensch« oder  »Weltverbesserer« bezeichnet. In dem fatalistischen Glauben, dass man »ja eh nichts ändern könne«, werden alle, die noch Träume, Prinzipien, Ideen oder eine Vorstellung von einer besseren Welt haben, als Spinner, Träumer, Ewiggestrige und Idealisten diffamiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Verhältnisse und Strukturen werden meist als ein gottgegebener Naturzustand begriffen, gegen den man nichts ausrichten könne. Man habe sich der <a title="ZG-Neusprech: Realpolitik" href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2011/neusprech-realpolitik/" target="_blank">Realpolitik</a> zu bedienen, pragmatisch-sachlich zu sein, statt abstrusen Ideen hinterherzulaufen, so das gängige Credo. Themen wie weltweite Gerechtigkeit und die Frage nach einem besseren menschlichen Miteinander werden als moralisierend, unsachlich und träumerisch diffamiert. Fatalismus, Resignation, Linken-Bashing und/oder Bequemlichkeit ist eine häufige Mentalität derjeniger, die von »Weltverbesseren« sprechen, um nachdenkliche Menschen abzuwerten.</p>
<blockquote><p>»Weltverbesserer sind mir lieber, von den Weltverschlechteren gibt es eh viel zu viele«</p>
<p>–Peter  Zudeick (Radiojournalist), in seiner Laudatio auf Noam Chomsky,  anlässlich der Verleihung des  Erich-Fromm-Preises im Jahr 2010</p></blockquote>
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		<title>Sprachwüsten</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 06:43:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Schramm]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Politiker reden nicht, sie machen deutlich. Sie sprechen nicht, sie verwenden Plastikphrasen, Sprechblasen und Gummiwörter. Georg Schramm über die Sprache der Politik.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Politiker reden nicht, sie machen deutlich. Sie sprechen nicht, sie verwenden Plastikphrasen, Sprechblasen und Gummiwörter. Georg Schramm über die Sprache der Politik.</p>
<p> <iframe width="450" height="300" src="http://www.youtube.com/embed/zfOGYckuHsw" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Lohndumping-Förderungsgeld</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 07:40:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Armut]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz4]]></category>
		<category><![CDATA[Propaganda]]></category>

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		<description><![CDATA[Knapp 1,4 Millionen Menschen in Deutschland beziehen Arbeitslosengeld II, obwohl sie nicht erwerbslos sind. Davon sind knapp 500.000 Vollzeit beschäftigt. Die sog. »Aufstocker« können von ihrem Gehalt nicht leben und sind deshalb auf zusätzliche Leistungen vom Amt angewiesen. Besonders betroffen sind Beschäftigte in der Leiharbeitsbranche, im Gast– und Verkehrsgewerbe sowie bei den Reinigungsdiensten. Seit es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Knapp 1,4 Millionen Menschen in Deutschland beziehen Arbeitslosengeld II, obwohl sie nicht erwerbslos sind. Davon sind knapp 500.000 Vollzeit beschäftigt. Die sog. »Aufstocker« können von ihrem Gehalt nicht leben und sind deshalb auf zusätzliche Leistungen vom Amt angewiesen. Besonders betroffen sind Beschäftigte in der Leiharbeitsbranche, im Gast– und Verkehrsgewerbe sowie bei den Reinigungsdiensten. Seit es Hartz4 als Zuzahlung gibt, haben Lohndumping und der Niedriglohnsektor in Deutschland massiv zugenommen. Arbeitgeber, Firmen und Unternehmen zahlen Niedrigstlöhne in dem Wissen, dass sich der Lohnarbeiter den Rest zum (Über-)Leben beim Amt holt oder »schwarz arbeitet«. Der Begriff Arbeitslosengeld II ist demnach irreführend. Lohndumping-und-Schwarzarbeit-Förderungsgeld müsste es heißen.</p>
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		<title>Alltagsmarktsprache</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Nov 2011 06:34:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[»ALG2-Empfänger leben auf unsere Kosten« »Das wird sich irgendwann auszahlen« »Ich sollte mehr an mir arbeiten« »Das lohnt sich für mich nicht« »In diese Freundschaft habe ich viel investiert und sie ist mir wertvoll« »Davon können alle Seiten profitieren« »Sie müssen sich einfach besser verkaufen, wenn sie erfolgreich eine Stelle finden möchten« Auch die Sprache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>»ALG2-Empfänger leben auf unsere<strong> </strong><em><strong>Kosten</strong></em>«</p>
<p>»Das wird sich irgendwann <em><strong>auszahlen</strong></em>«</p>
<p>»Ich sollte mehr an mir <em><strong>arbeiten</strong></em>«</p>
<p>»Das <em><strong>lohnt</strong></em> sich für mich nicht«</p>
<p>»In diese Freundschaft habe ich viel<strong> </strong><em><strong>investiert </strong></em>und sie ist mir <em><strong>wertvoll</strong></em>«</p>
<p>»Davon können alle Seiten<em><strong> profitieren</strong>«</em></p>
<p>»Sie müssen sich einfach besser <em><strong>verkaufen</strong></em>, wenn sie <em><strong>erfolgreich</strong></em> eine Stelle finden möchten«</p>
<p>Auch die <a title="ZG" href="../../moralfinger/liebe2.html">Sprache der Liebe</a> ist vermarktwirtschaftlicht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Neusprech: Rettungsschirm</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 08:07:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Banken]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Rettungsschirm]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[»Die Mehrheit ist deutlich: 503 Bundestagsabgeordnete haben für die Stärkung des Euro-Rettungsschirms votiert« - SpiegelOnline vom 26. Oktober 2011 Der Begriff »Rettungsschirm« besteht aus zwei Wörtern: Rettung und Schirm. Einen Schirm trägt man meist über seinen Kopf und er soll den Betreffenden vor einer Naturgewalt schützen: vor Wind, Regen oder Sonne. Nicht zu verwechseln mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em>»Die Mehrheit ist deutlich: 503 Bundestagsabgeordnete haben für die Stärkung des Euro-Rettungsschirms votiert«</em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><span style="color: #000000;">- <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,794176,00.html">SpiegelOnline</a> vom 26. Oktober 2011</span><em><br />
</em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="ZG-Artikel: Neusprech Heute" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/orwell_neusprech.jpg" alt="" width="70" height="90" /></a>Der Begriff »Rettungsschirm« besteht aus zwei Wörtern: Rettung und Schirm. Einen Schirm trägt man meist über seinen Kopf und er soll den Betreffenden vor einer Naturgewalt schützen: vor Wind, Regen oder Sonne. Nicht zu verwechseln mit Bild– oder Lampenschirm. Das Wort »Rettung« impliziert, dass jemand oder etwas vor einer Gefahr gerettet werden müsse und der vermeintliche Retter eine menschenfreundliche Tat vollbringt. Insofern ist der Terminus »Rettungsschirm« doppelt positiv aufgeladen.<span id="more-10830"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Im Zuge der Weltwirtschaftskrise, die auch selten so genannt, sondern in Einzelkrisen (Finanz-, Banken-, Wirtschafts– und Eurokrise) aufgesplittet wird, ist der Begriff »Rettungsschirm« fast täglich in den Medien zu hören und zu lesen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Bundesregierung erwägt nach einem »Spiegel«-Bericht eine Erweiterung des Rettungsschirms für die Banken.</p>
<p style="text-align: justify;">- <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article2837355/Regierung-will-Banken-Rettungsschirm-verbessern.html">welt.de</a> vom 6. Dezember 2008</p>
<p style="text-align: justify;">In der NDR 1 Welle Nord Sendung »Zur Sache« forderte  Hans-Dieter  Petersen, Vorsitzender des Bundeswehrverbandes Nord, einen  Rettungsschirm für betroffene Soldaten und Zivilbeschäftigte.</p>
<p style="text-align: justify;">- <a href="http://www.ndr.de/regional/schleswig-holstein/bundeswehr315.html">ndr.de</a> vom 24. Oktober 2011</p>
<p style="text-align: justify;">Die Schlagkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF wollen die Regierungen auf rund eine Billionen Euro erhöhen.</p>
<p style="text-align: justify;">-<a href="http://www.taz.de/EU-Krisengipfel/!80721/">taz.de</a> vom 27. Oktober 2011</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bei der Verwendung des Wortes werden Verantwortlichkeiten, Interessen und Verursacher verschleiert und verborgen. Die Wirtschaftskrise ist keine Naturgewalt, wie Wind, Regen oder Sonne, die einfach so über uns hereinbricht. Sondern in der Weltwirtschaftskrise sind diejenigen, die gerettet werden sollen (vornehmlich die Banken), auch diejenigen, welche die Krise erst verursacht haben. Die Politik schützt also die Verursacher der Krise (Banken, Spekulanten) und bestraft die Opfer der Krise (Volk).</p>
<p style="text-align: justify;">Insofern ist der »Rettungsschirm« auch ein Euphemismus, denn die zu Rettenden sind weder Opfer einer fremden Macht, noch sind die Retter altruistisch und selbstlos, denn sie sind abhängig von der Finanzindustrie. Indem die Politik die Krisenverursacher mit Milliarden Euro unterstützt und gleichzeitig das Volk die Milliarden durch Einsparungen, Steuererhöhungen, Inflation, Sozialabbau usw. abzahlen lässt, zeigt die Begrifflichkeit seine ganze Absurdität. Die Medien sollten fortan »Täterschirm« statt »Rettungsschirm« schreiben.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Der Neonationaliberalismus</title>
		<link>http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2011/der-neonationaliberalismus/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 05:24:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachmanipulation]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Neoliberalismus spricht mit einer schrecklichen Einheitlichkeit aus all seinen Lebensäußerungen und Hinterlassenschaften [...]. Was irgendwie von der einen zugelassenen Form abwich, drang nicht an die Öffentlichkeit; Buch, Zeitung, Behördenschrift und Formulare — alles schwamm in derselben neoliberalen Soße [...]. Der Neoliberalismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch Einzelworte, die Redewendungen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Neoliberalismus spricht mit einer schrecklichen Einheitlichkeit aus all seinen Lebensäußerungen und Hinterlassenschaften [...]. Was irgendwie von der einen zugelassenen Form abwich, drang nicht an die Öffentlichkeit; Buch, Zeitung, Behördenschrift und Formulare — alles schwamm in derselben neoliberalen Soße [...]. Der Neoliberalismus glitt in Fleisch und Blut der Menge über durch Einzelworte, die Redewendungen, die Satzformen, die er ihr in millionenfachen Wiederholungen aufzwang und die mechanisch und unbewusst übernommen wurden.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"><strong>Anmerkung:</strong> Die Zitate wurden aus Victor Klemperers Buch »LTI« (lingua tertii imperii — die Sprache des Dritten Reiches), Stuttgart 1975, Reclam Verlag,  übernommen und die Begriffe Nationalsozialismus bzw. Drittes Reich mit Neoliberalismus ersetzt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Neusprech: Zumutbarkeit</title>
		<link>http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2011/neusprech-zumutbarkeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 05:48:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Hartz 4]]></category>
		<category><![CDATA[Lohnarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[SGB 2]]></category>
		<category><![CDATA[Zumutbarkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[»Es gibt tatsächlich keine Untergrenze bei der Zumutbarkeit« — DGB-Sprecherin Falk in der TAZ vom 18. Dezember 2004 Das SGB 2 ist die Bibel von ALG2 Sachbearbeitern. In ihr wird z.B. auch festgehalten, welche Lohnarbeit dem Erwerbslosen als zumutbar gilt und welche nicht. Die Zumutbarkeit unterliegt demnach nicht mehr der eigenen Einschätzung und Beurteilung, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em>»Es gibt tatsächlich keine Untergrenze bei der Zumutbarkeit«</em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><span style="color: #000000;"> — DGB-Sprecherin Falk in der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2004/12/18/a0077">TAZ</a> vom 18. Dezember 2004</span><em><br />
</em></span></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em> </em></span><a href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="ZG-Artikel: Neusprech Heute" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/orwell_neusprech.jpg" alt="" width="70" height="90" /></a>Das <a href="http://www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A20-Intern/A201-Organisation/Publikation/pdf/Sozialgesetzbuch-Zweites-Buch-SGB-II.pdf">SGB 2</a> ist die Bibel von ALG2 Sachbearbeitern. In ihr wird z.B. auch festgehalten, welche Lohnarbeit dem Erwerbslosen als zumutbar gilt und welche nicht. Die Zumutbarkeit unterliegt demnach nicht mehr der eigenen Einschätzung und Beurteilung, sondern dem Sachbearbeiter bzw. dem Gesetzgeber. In Kapitel 2 »Anspruchsvorraussetzungen«, § 10, wird die Zumutbarkeit definiert.<span id="more-10316"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Artikel 12 »Berufsfreiheit, Verbot der Zwangsarbeit« des Grundgesetzes besagt:</p>
<div>
<div>
<blockquote>
<div style="text-align: justify;">(1) Alle Deutschen haben  das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen.  Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes  geregelt werden.</div>
<div style="text-align: justify;">(2) Niemand darf zu einer  bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen  allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.</div>
<div style="text-align: justify;">(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.</div>
</blockquote>
</div>
<div>Die Zumutbarkeitskriterien des SGB 2 widersprechen dem Grundgesetz, auch wenn sich Befürworter auf Absatz 1 des Artikel 12 beziehen würden: <em>Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes  geregelt werden</em>. Damit lässt sich der Gesetzgeber quasi immer ein Hintertürchen, wie im Falle des SGB 2, offen. Absatz 2 und 3 hingegen laufen konträr zu den Zumutbarkeitskriterien im SGB 2:</div>
<blockquote>
<div style="text-align: justify;">(2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil</div>
<div style="text-align: justify;">1. sie nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit entspricht, für die die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person ausgebildet ist oder die früher ausgeübt wurde,<br />
2. sie im Hinblick auf die Ausbildung der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person als geringerwertig anzusehen ist,<br />
3. der Beschäftigungsort vom Wohnort der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person weiter entfernt ist als ein früherer Beschäftigungs– oder Ausbildungsort,<br />
4. die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bisherigen Beschäftigungen der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person,<br />
5. sie mit der Beendigung einer Erwerbstätigkeit verbunden ist, es sei denn, es liegen begründete Anhaltspunkte vor, dass durch die bisherige Tätigkeit künftig die Hilfebedürftigkeit beendet werden kann.</div>
</blockquote>
<div style="text-align: justify;">Die freie Berufswahl wird durch die Zumutbarkeitskriterien stark eingeschränkt. Ebenso bedeuten 1-Euro-Jobs für die Betroffenen faktisch eine Zwangsarbeit, denn wer sie ablehnt, muss mit Sanktionen und Geldkürzungen rechnen.  Der Begriff Zumutbarkeit ist hier ein Euphemismus für Zwang, Druck und Erpressung. Der Erwerbslose wird zu einer stets verfügbaren, entmündigten, umherschiebenden Masse erklärt. Das SGB 2 ist in vielerlei Hinsicht verfassungswidrig. Die Zumutbarkeitskriterien des SGB 2 sind aus dem Geiste geboren, den Niedriglohnsektor und das Lohndumping in Deutschland zu etablieren.</div>
</div>
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		<title>Neusprech: Realpolitik</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 04:54:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Machiavelli]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Realpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[»Deutschland braucht Realpolitiker statt Moralapostel« - Schlagzeile von Welt-Online vom 17. April 2011 Die Realpolitik bezeichnet eine Form der Politik, die sich nach pragmatischen, umsetzbaren und nach vorhandenen real existierenden Gegebenheiten richtet. Sie grenzt sich damit von einer Politik und Sichtweise ab, die normativ und werteorientiert entscheidet. Politische Entscheidungen im Sinne der Realpolitik werden zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em>»Deutschland braucht Realpolitiker statt Moralapostel«</em></span></p>
<p style="text-align: justify;">- Schlagzeile von <a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13196456/Deutschland-braucht-Realpolitiker-statt-Moralapostel.html">Welt-Online</a> vom 17. April 2011</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank"><img class="alignleft size-full wp-image-525" title="ZG-Artikel: Neusprech Heute" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/orwell_neusprech.jpg" alt="" width="70" height="90" /></a>Die Realpolitik bezeichnet eine Form der Politik, die sich nach pragmatischen, umsetzbaren und nach vorhandenen real existierenden Gegebenheiten richtet. Sie grenzt sich damit von einer Politik und Sichtweise ab, die normativ und werteorientiert entscheidet. Politische Entscheidungen im Sinne der Realpolitik werden zu einer verhandelbaren Masse erklärt. Alle Gesetze, Entscheidungen, Vorhaben und Ideen sollen sich nach pragmatischen Rahmenbedingungen richten. Alles was sich in diesem Spielraum bewegt, ist verhandelbar, der Spielraum selbst jedoch nicht. Der politische und wirtschaftliche Rahmen wird als gottgegeben und naturwüchsig erachtet und ist somit der Überbau des TINA-Prinzips.<span id="more-10027"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Es ist schon bezeichnend, dass der Machtpolitiker Niccolo Machiavelli als einer der bedeutendsten Verfechter der Realpolitik gilt. Ethische, normative oder religiöse Überlegungen sind nur insofern in politische Entscheidungen einzubeziehen, sofern sie dem Machterhalt dienlich sind. Die Aufrechterhaltung der Macht ist, nach Machiavelli, die oberste Prämisse der Regierung. Wenn sich nun in einer parlamentarischen Demokratie Volksvertreter auf die Fahnen schreiben, sie würden in erster Linie realpolitisch agieren, dann wird die parlamentarische Verantwortung im Sinne der Bevölkerung und des Gemeinwohls zu handeln, vernachlässigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Realpolitik ist somit immer eine Politik der Mächtigen und Herrschenden, eine Politik die den Status Quo aufrecht erhalten will. Denn wenn Banken und Konzerne die Welt regieren, geben sie auch den Spielraum vor, in der sich eine pragmatisch orientierte Politik bewegen darf. Wer aus diesem eindimensionalen Kreis der Macht ausbrechen will, der wird von Realpolitikern als Spinner, Träumer oder Ewiggestriger diffamiert. Auch wenn sich Realpolitiker gerne als  ideologiefrei sehen, so sind sie doch an die herrschende Ideologie gebunden.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Welche Nöte der Realpolitik auch immer ins Spiel gebracht  werden - gegen die Lesereise-Liturgin Margot Käßmann ist kein Stich zu  machen.</p>
<p style="text-align: justify;">- Meldung auf <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,769302,00.html">SpiegelOnline</a> vom 20. Juni 2011</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Eine Politik, die ein klares gesellschaftliches Bild und eine Vorstellung vom gesellschaftlichen Zusammenleben formuliert, wäre dringend geboten, wenn man die Politik(er)verdrossenheit ernsthaft bekämpfen will. Zudem sind politische Entscheidungen immer menschliche Entscheidungen, denen bestimmte Wertvorstellungen und Interessen stets zugrunde liegen. Eine rein pragmatisch orientierte Politik kann es insofern nur in der Theorie geben, meist ist sie wohl eher ein Euphemismus für Machtpolitik im Sinne des Machterhalts der Herrschenden.</p>
<p style="text-align: justify;">Realpolitik bedeutet: there is no alternative (TINA). Realpolitik bedeutet, Macht– und Eigentumsverhältnisse nicht anzutasten. Realpolitik bedeutet, im Sinne der Mächtigen und Herrschenden zu handeln. Realpolitik bedeutet, keine Vision, keine Idee und keine Vorstellung von einer besseren Welt zu haben.</p>
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		<title>Das Jobangebot</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 23:10:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neusprech]]></category>
		<category><![CDATA[Gastartikel]]></category>
		<category><![CDATA[Jobangebot]]></category>

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		<description><![CDATA[- Gastartikel von Dennis82 (Dennis schreibt auch in der Freitag-Community, hauptsächlich über Steuerthemen) Ein Begriff, den ich schon länger sehr kritisch sehe – und der auch in vielerlei Hinsicht auch bei kritischen Zeitgenossen unhinterfragt verwendet wird, ist das neudeutsch: »Jobangebot« bzw. der »angebotene Arbeitsplatz«. Dieser Begriff ist grob irreführend, denn es geht hierbei nicht um Jobangebote [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>- Gastartikel von Dennis82</strong></p>
<p style="text-align: justify;">(Dennis schreibt auch in der <a href="http://www.freitag.de/community/blogs/dennis82">Freitag-Community</a>, hauptsächlich über Steuerthemen)</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Begriff, den ich schon länger sehr kritisch sehe – und der auch in vielerlei Hinsicht auch bei kritischen Zeitgenossen unhinterfragt verwendet wird, ist das neudeutsch: »Jobangebot« bzw. der »angebotene Arbeitsplatz«. Dieser Begriff ist grob irreführend, denn es geht hierbei nicht um Jobangebote im eigentlichen Sinne. Es ist eben gerade nicht so, dass Unternehmer U für die Aufgabe Y an Ort Z gerade genau den Arbeitslosen A ungesehen einstellen wöllte. <span id="more-10245"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Mit dem Begriff wird jedoch suggeriert, die Behörde oder der private Arbeitsvermittler böte dem Arbeitslosen eben eine solche konkrete Arbeit an. Das tut er mitnichten, er gibt ihm lediglich – wie vielen anderen Arbeitslosen auch – eine Adresse, bei der er sich als einer von vielen (und somit auch gegen seine Konkurrenten) mit geringen Erfolgsaussichten bewerben solle bzw. müsse. Also erhält er lediglich einen (für ihn verbindlichen) Bewerbungsvorschlag. Doch dieser Begriff wird eigentlich nie verwendet.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit dem wohlklingenden Wort »Angebot« wird gleichzeitig erreicht, dass in der öffentlichen Meinung jeder, der dieses großzügige »Angebot« ablehne auch keine Unterstützung verdient habe. Undankbar sei. Also mit Sicherheit faul oder renitent sei. Sie setzt ihn unter Rechtfertigungsdruck. Dabei lehnt er nicht eine angebotene Stelle ab, mit der er sein Leben selbst bestreiten könne, sondern eine Bewerbung für eine Arbeitsstelle, die er nicht für passend erachtet. Weil Sie z. B. nicht gut bezahlt wird, nicht seinen Wünschen und Fähigkeiten entspricht. So ist es hinlänglich bekannt, dass es gerade auch eine bewusste Taktik der Arbeitsagenturen ist, gleich von Beginn der »Betreuung« an möglichst früh auszutesten, wo die Schmerzgrenze des Einzelnen bezüglich der Zumutbarkeit liegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders kritisch zu sehen ist der Ausdruck auch im Zusammenhang zu den oftmals vorgetragenen Behauptungen zur Zahl angeblich offener, »angebotener« Stellen in Bezug zur Arbeitslosenzahl. Denn diese Zahl ist mathematisch in keiner Weise nachvollziehbar, genau so wenig wie die offiziell verkündete Arbeitslosenzahl – die nichts anderes mehr als Regierungspropaganda darstellt. Trotzdem wird mit diesen Begriffen Politik gemacht.</p>
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