Verschwende Dein Leben!

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Mach was Dir gefällt! Das, worauf Du Lust hast, was Dir Spaß, Erfüllung und Freude bringt! Denke nicht daran, ob es nützlich ist, Dir etwas bringt oder Du einen Vorteil davon hast. Ob man das Wissen oder Können irgendwie monetär verwerten kann. Wer gerne und viel schreibt, sollte nicht immer gleich ein Buch schreiben sollen müssen. Wer gerne eine bestimmte Sportart betreibt, sollte nicht immer gleich Profisportler werden wollen. Wer gerne künstlerisch tätig ist, sollte dies primär aus Freude an der Sache machen und nicht, um damit Geld, Anerkennung, Aufmerksamkeit und/oder Ruhm verdienen zu wollen. Denn immer wenn der Zwang zur Verwertung die Ideen und Gedanken sowie das Wissen und Können infiziert, ist es meist vorbei mit der Freiheit, authentisch und selbstbestimmt leben zu können. Weiterlesen

»Aber mein Chef braucht mich!«

chef_titelVorauseilender Gehorsam. Untertanenmentalität. Sklavenmoral. Millionen von Lohnarbeitern in Deutschland wollen gerne daran glauben, dass sie auf der Arbeitsstelle unersetzlich sind. Sie seien doch so zuverlässig, loyal, motiviert und würden so außergewöhnlich viel und einzigartiges leisten, was andere nie niemals könnten. Sie lechzen nach Lob, betteln nach Anerkennung. Doch während Unternehmen zwar vermeintlich soziale Methoden zur Motivationssteigerung anwenden, so sind sie nur selten an ihren Mitarbeitern ernsthaft interessiert. Das Menscheln ist in der Regel nur Mittel zum Zweck. Für die Motivationsverbesserung der Untertanen und somit für die Produktionsoptimierung des Betriebes. Weiterlesen

Das Leben stinkt

gas_titelManchmal schreibt das Leben die besten (Horror-)Geschichten. Vor nicht allzu langer Zeit begab es sich, dass meine Gastherme, die in meiner Wohnung für Warmwasser und Heizung sorgt, den Geist aufgegeben hatte. Sofort hatte ich meinen Vermieter (der zugleich Eigentümer der Wohnung ist) angerufen. Dieser schickte mir einige Tage später einen Handwerker vorbei. Nachdem der unsympathische Wichtigtuer (»Haben Sie auch die Heizung angestellt?«) mehr als Zwei Stunden an der Therme herum werkelte und auch Ersatzteile einbaute, legte er mir die Rechnung von über 200 Euro vor, die ich in Bar bezahlen sollte. Mein Vermieter versicherte mir, den Betrag später zu überweisen. Der Clou: die Gastherme war immer noch kaputt. Der Handwerker verabschiedete sich und wollte sich einen Tag später noch mal melden. Es müssten weitere Ersatzteile eingebaut werden. Und damit fing der Spaß erst richtig an. Weiterlesen

»Ist das alles?«

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© epikur

Ich bin 26 Jahre jung, habe einen exzellenten Uni‐Abschluss in Maschinenbau gemacht und auch sofort einen sehr gut bezahlten Arbeitsplatz bei BMW bekommen. Unbefristet mit etlichen Zulagen. Dort arbeite ich jetzt seit gut einem Jahr. Ich bin verheiratet, wir erwarten unser erstes Kind im Sommer und zahlen gerade unser Haus am See ab, in dem wir vor einem Monat eingezogen sind. Wir besitzen zwei Autos und können uns finanziell alles leisten was wir wollen. Und dennoch: ich bin unglücklich. Weiterlesen

Selbstbestimmung ist Satire

© epikur

Die Überspitzung und Übertreibung von gesellschaftlichen Zuständen ist heute keine Parodie mehr, denn die Realität überholt jede Satire. Verschwörungstheorien werden zu Fakten (NSA‐Totalüberwachung, NSU, Sachsensumpf), Cyberpunk‐Dystopien werden zur Normalität (Bankenrettung, Freihandelsabkommen, Söldner‐Firmen) und die mediale Propaganda wird uns als alternativlose Wahrheit verkauft (Ukraine‐Krise, Globalisierung, demografischer Wandel). Das Kabarett ist heute die Forderung nach einem menschenwürdigen Leben. Weiterlesen

Das überfrachtete Leben

Der individuelle Mangel an Glück und Zufriedenheit ist nicht nur das Ergebnis unserer Wirtschaftsordnung, sondern hat seinen Ursprung auch in der großen Differenz zwischen eigenen Ansprüchen und der Wirklichkeit sowie in einem stark ausgeprägten Haben‐Denken.

  1. Wir wollen die perfekte Lohnarbeit haben und können nie genug Geld besitzen.
  2. Wir wollen die perfekte Wohnung, das größte Haus und/oder den schönsten Garten unser Eigen nennen.
  3. Wir wollen die perfekte Beziehung haben, die jede Hollywood‐Romantik übertrifft.
  4. Wir wollen die perfekten Vorzeige‐Kinder und die besten Eltern der Welt sein.
  5. Wir wollen die perfekte Familie ohne große Konflikte und die perfektesten Freunde zu unserem sozialen Umfeld zählen können.

Die oft völlig übersteigerte eigene Anspruchshaltung kann nur zu Frust und Enttäuschung führen. Sie ist mit die Ursache dafür, dass wir eine tiefe Unzufriedenheit verspüren. Etwas mehr Bescheidenheit und Demut in allen Lebenslagen, könnten dazu beitragen, dass wir etwas entspannter und gelassener werden.

Ein geldwertes Leben?

geldwert_titelWenn sich die eigene Existenz fast ausschließlich nur noch um den Geld‐Erwerb dreht, wenn Empathie, Nächstenliebe, Solidarität und schöpferische Energie verkümmern, wenn die zwischenmenschliche Kommunikation und die eigenen Gedanken sich auf materielle Befindlichkeiten, den eigenen Kontostand und auf einen Haben‐Konsum reduzieren, wenn die Vorstellung auf eine Welt ohne Krieg, Leid, Armut und Ungerechtigkeit, der Resignation und dem Egoismus gewichen sind – dann gibt es keine Hoffnung. Die Gier nach dem immer mehr regiert uns. Diese Gier ist jedoch nur eine Ersatzbefriedigung für eine nicht vorhandene innere Ruhe, für nicht vorhandenes persönliches Glück und für fehlende Zufriedenheit. Echte Lebenskraft wird man durch Konsum niemals erreichen können, sondern nur durch gelebte Liebe und schöpferisches So‐Sein im Augenblick.

Neoliberalismus ist...

Die Wirtschaftswoche fragt rhetorisch, was eigentlich »neoliberal« bedeute und gibt sogleich eine Antwort vom Ökonomen Alexander Rüstow: »Die wohlstandsmehrende Kraft der Marktwirtschaft sollte genutzt, destruktive Monopole und Kartelle aber gebändigt werden.« Die Theorieverliebtheit und das abstrakte Geschwätz von Ökonomen, hat wenig mit der ökonomischen Not vieler Millionen, ja Milliarden Menschen auf der Welt, gemein. Im Alltag bedeutet Neoliberalismus...

  • ..wenn die Wasserpumpe auf dem Wasserspielplatz im Sommer bei 35 Grad abgestellt wird.
  • ...wenn Busse aus dem ÖPNV ständig überfüllt sind, so dass Mütter mit Kinderwagen und Senioren nicht mehr einsteigen können.
  • ...wenn das Gegeneinander kultiviert und das Miteinander verachtet wird.
  • ...wenn Kleinkinder, mit 3 oder 6 Monaten spätestens aber nach einem Jahr, in die Kita gesteckt werden, weil die Eltern wieder arbeiten gehen wollen müssen.
  • ...wenn Haustiere freie Kost und Unterkunft erhalten, während Obdachlose und Erwerbslose als faule Schmarotzer beschimpft werden.
  • ...wenn die Eintrittspreise für Kinos, Schwimmbäder, Museen, Ausstellungen und Konzerte, die Mieten‐ und Strompreise stets teurer, aber niemals billiger werden.

Menschwerdung

Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger technologischen Fortschritt. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger kommerzielle Propaganda. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Wirtschaftswachstum. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Ersatzbefriedigungen. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Medienkonsum. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Lohnarbeit. Wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Produkte.