Ich‐Solidarität

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  • Ich finde schon, dass Deutschland Flüchtlinge aufnehmen und ihnen Schutz und Obdach gewähren sollte. Nur soll das Flüchtlingsheim bitte nicht direkt neben meinem Zuhause sein.
  • Ich bin ja gegen die Todesstrafe, gegen Lynchjustiz und öffentliche Hinrichtungen. Wenn aber jemand meine Tochter anfässt, kann ich für nichts garantieren.
  • Ich begrüße es, wenn Erzieher, Lokführer und Krankenschwestern streiken und für mehr Lohngerechtigkeit kämpfen. Nur für mich persönlich sollen daraus bitte keine Nachteile entstehen.

Gemeinsinn als weltvergessene Wohlfühl‐Ich‐Erzählung.

Der pädagogische Happen (7)

_happen_-Gespräch zwischen zwei Vätern. Vater A (von Elias: 7 Jahre alt.) und Vater B (von Lionel: 6 Jahre alt)-

Vater A: »Du sag mal, spielt Dein Kind ein Instrument?«

Vater B: »Nein. Ich habe versucht es ihm schmackhaft zu machen, aber er hat dafür einfach kein Interesse. Also lasse ich es sein.«

Vater A: »Ach so. Also der Elias spielt Klavier. Ich bringe es ihm bei. Jeden Montag und Donnerstag jeweils eine Stunde.«

Vater B: »Und macht es ihm Spaß?«

Vater A: »Ich denke schon.«

(-10 Jahre später‐)

Lionel: »Ey, schau mal da steht ein Klavier. Willste uns nichts vorspielen?«

Elias: »Boah ne, lass mal, Dicker! Ich hasse das Teil. Jahrelang hat mich mein Vater gezwungen, Klavier zu spielen. Bin froh, dass es vorbei ist!«

Lionel: »Wie jetzt? War nicht cool?«

Elias: »Ne. Überhaupt nicht.«

Der pädagogische Happen (6)

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Nach einem Elternabend. Eine Unterhaltung zwischen zwei Vätern.

Vater A: »Hey Michael, Du hast eben in der Vorstellungsrunde gesagt, Du bist gar nicht der leibliche Vater vom Lukas, sondern der »Bonuspapa«. Wo ist denn der echte Vater?«

Vater B: »Lukas ist alle zwei Wochen am Wochenende bei seinem leiblichen Vater. Ansonsten immer bei uns. Und das klappt ganz gut.«

Vater A: »Hast Du noch eigene Kinder?«

Vater B: »Ja, den Lukas.«

Vater A: »Ich meine, die von Dir sind. Sozusagen von Deinem Fleisch und Blut?«

Vater B: »Nein. Aber ich erziehe den Lukas seit über sechs Jahren und er ist die meiste Zeit über bei uns. Insofern betrachte ich ihn auch als meinen Sohn

Vater A: »Ja, aber er ist ja nicht wirklich von Dir!«

Vater B: »Relevant ist doch nicht, das genetische Besitz‐ und Habendenken, sondern die Zeit, die man aktiv mit dem Kind verbringt.«