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	<title>ZG Blog &#187; Fussball</title>
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	<description>Der pseudo-intellektuelle Blog von www.zeitgeistlos.de</description>
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		<title>»Endlich wieder stolz sein dürfen!«</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 03:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Patriotismus]]></category>

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		<description><![CDATA[»Der Begriff Stolz sollte in Deutschland erst dann wieder ganz vorsichtig zur Anwendung kommen, wenn es uns gelungen ist, den neuen Nazi-Scheiß zu stoppen« - Udo Lindenberg Bald dürfen wir wieder öffentlich stolz auf Deutschland sein, ohne in den Verdacht zu geraten, wir hätten eine rechte Gesinnung. Überall rüsten sich die Deutschen schon mit Fähnchen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><span style="color: #993300;"><em>»Der Begriff Stolz sollte in Deutschland erst dann wieder ganz vorsichtig zur Anwendung kommen, wenn es uns gelungen ist, den neuen Nazi-Scheiß zu stoppen« </em></span></p>
<p style="text-align: justify;">- Udo Lindenberg</p>
<p style="text-align: justify;">Bald dürfen wir wieder öffentlich stolz auf Deutschland sein, ohne in den Verdacht zu geraten, wir hätten eine rechte Gesinnung. Überall rüsten sich die Deutschen schon mit Fähnchen, T-Shirts und Trillerpfeifen. Am 11. Juni ist das erste WM-Spiel und am 13. Juni spielt Deutschland gegen Australien. Hitlerdeutschland liegt doch über 60 Jahre zurück, also dürfen wir auch mal wieder stolz auf <em>unser Land</em> sein, oder? Laut einer <a title="welt.de" href="http://www.welt.de/politik/article1679789/Viele_Jugendliche_sind_stolz_deutsch_zu_sein.html" target="_blank">Forsa-Umfrage</a> sind 84% der 14–18 Jährigen eh schon stolz darauf, deutsch zu sein.<span id="more-5119"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Der Stolz besagt, dass man etwas in seinem Leben vollbracht oder geleistet hat. Eine Handlung, in die man besonders viel Energie und Kraft reingesteckt hat. Vielleicht sogar eine, die mit vielen Hindernissen und Herausforderungen verbunden war. Trotzdem hat man nie aufgegeben und unerbittlich sein Ziel verfolgt. Die Erreichung des Ziels war mit viel Glück und Zufriedenheit verbunden, da man eine Aufgabe in seinem Leben vollbracht bzw. zuende geführt hat. Der Schriftsteller ist stolz darauf, dass er sein Buch fertig geschrieben hat, der Leistungssportler ist stolz darauf, dass er eine Medaille gewonnen hat und der Diplom-Ingenieur ist stolz darauf, dass er sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat. Wie kann man in diesem Sinne auf Deutschland stolz sein? Was hat man großes vollbracht, um Deutscher sein zu dürfen? Ist es nicht völliger Zufall, welche Nationalität man bei Geburt hat?</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/Flagge.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5141" title="Deutschtümelei" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/Flagge.jpg" alt="" width="108" height="203" /></a>Mitfiebern, mitfeiern ist die eine Sache. So langsam kommt mir die Fussball-WM aber vor, als wäre sie ein ideales  Hintertürchen für alle verkappten Deutschnationalisten. Nationalstolz grenzt all jene aus, die eben nicht dieser Nationalität angehören. Wo das alles hinführen kann, weiß jeder.  Sicher, man sollte den Teufel nicht gleich an die Wand malen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit der deutschen Geschichte und dem Nationalstolz, statt im betrunkenen Zustand dummdreistes deutschtümeln zu zelebrieren, wären dennoch angebrachter, damit sich Geschichte nicht wiederholt.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
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		<title>Robert Enke — eine Zusammenfassung</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Nov 2009 17:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Fussball]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Enke]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun gab es die große Abschieds– , Gedenk– oder Trauerfeier, je nachdem welche Begrifflichkeit einem hier am liebsten zusagt. Nur eine »Feier« sollte es schon gewesen sein. 35.000 Menschen seien ins Stadion von Hannover gekommen, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und DFB-Präsident Theo Zwanziger hielten eine Rede. Zahlreiche Prominente und Vertreter zahlreicher Fussballverbände waren anwesend. Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Nun gab es die große Abschieds– , Gedenk– oder Trauerfeier, je nachdem welche Begrifflichkeit einem hier am liebsten zusagt. Nur eine »Feier« sollte es schon gewesen sein. <a title="SpiegelOnline" href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,661376,00.html" target="_blank">35.000 Menschen</a> seien ins Stadion von Hannover gekommen, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und DFB-Präsident Theo Zwanziger hielten eine Rede. Zahlreiche Prominente und Vertreter zahlreicher Fussballverbände waren anwesend. Menschen trauern, zeigen ihre Emotionen, wenn Personen die in der Öffentlichkeit standen verstorben sind. Das war eben schon immer so. Was also gibt es daran zu kritisieren oder zu hinterfragen? Eine kleine Zusammenfassung wichtiger Gedanken hierzu.<span id="more-3442"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1.)</strong> Roberto von Ad Sinistram hinterfragt im Artikel <a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2009/11/ein-einziges-trauerspiel.html" target="_blank">»Ein einziges Trauerspiel«</a>, die Event-Unkultur der öffentlichen Trauer. Das Dabeiseinwollen, die Open Air-Trauer, das Event-Jammern, das Spektakel-Heulen seien eben vielmehr der Ausdruck nach der Sehnsucht von verbrüderten Menschen, die es im Ellenbogen-Alltag kaum noch gäbe. So sehr die Emotionen der Beteiligten auch echt seien, der Tod wird hier als Massenspektakel inszeniert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2.)</strong> Der Kollege vom <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/1147/der-freitod-eines-torwarts-und-die-ethik" target="_blank">Spiegelfechter</a> betont hierbei die Rolle der Medien. Der Sensationsjournalismus kenne keine ethischen Grenzen mehr. Besonders der sog. »Werther-Effekt«, der folgendes besagt: <em> </em></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>»Suizide von Prominenten haben eine ggf. ernstzunehmende Sogwirkung, wenn darüber entsprechend berichtet wird. Dieser Effekt wird umso deutlicher, je bekannter, sympathischer und beliebter die durch eigene Hand verstorbene Person ist«</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">wird von den Medien kaltschnäuzig ignoriert. Auflage und Verkaufszahlen sind eben alles. Auch haben so gut wie alle Medien sich nicht an die <a href="http://www.suizidprophylaxe.de/Medienempfehlung%20DGS.pdf" target="_blank">Medienempfehlungen</a> der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) orientiert, wenn es um die Berichterstattung geht. Auch finde keine ehrliche Auseindersetzung mit dem Thema Leistungsdruck der Fussballer und mit Depressionen statt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3.) </strong><a href="http://notatio.blogspot.com/2009/11/noch-ein-paar-worte-zum-fall-enke.html" target="_blank">Roger von Nebenbei bemerkt</a> stellt die These auf, dass die Betroffenheit vieler Menschen vor allem auch deshalb so stark ist, weil Enke als <a title="Neusprech: Leistungsträger" href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2009/neusprech-leistungstrager/" target="_blank">»Leistungsträger«</a> der Gesellschaft galt. Als ein sozioökonomisches Ideal-Vorbild, der doch augenscheinlich alles hatte, was jeder von uns auch haben will. Diese bürgerliche Schein-Sicherheit sei mit dem Suizid zerschlagen worden und dies sei mit eine Ursache für die große Betroffenheit der Menschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich möchte niemandem seine Trauer vorenthalten oder ihm gar bescheinigen, seine Emotionen seien nicht echt, wenn es um Enke geht. Dennoch sieht für mich ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Tod eines Menschen anders aus. Wieder einmal wird nur an Symptomen gerührt, aber nicht an der Wurzel. Der <a title="Deisler im Zeit-Interview" href="http://www.zeit.de/2009/41/DOS-Deisler" target="_blank">Leistungsdruck der Spieler</a> wird nicht abnehmen, die Medien werden beim nächsten Todesfall eines Prominenten die gleiche unethische Herangehensweise zelebrieren, die Fans werden weiterhin jede Schwäche eines Fussballspielers gnadenlos bestrafen und damit den Leistungsdruck der Spieler erhöhen, die ärztliche oder gar arbeitgeberliche Akzeptanz von Depressionen wird weiterhin gering ausfallen usw. Alles ist Unterhaltung, ein Event, eine Feier. Das Leben ein großer Freizeitpark. Alibihandlungen und Symbolpolitik halten den Status Quo aufrecht und vermitteln eine Illusion der Veränderung. In einer Woche kräht kein Hahn mehr danach — bis zum nächsten Suizid.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>NACHTRAG:</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.lumperladen.de/lumpereien/2009/11/15/beifall-zerklatschte-trauerfeier/" target="_blank">Harald vom Blog Lumperladen</a> hat die »Event-Trauerkultur« nochmals unterstrichen, indem er darauf hinweist, dass viele vermeintlich Trauernde beim letzten Abschied Beifall geklatscht haben.</p>
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<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
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