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	<title>ZG Blog &#187; Diskurs</title>
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	<description>Der pseudo-intellektuelle Blog von www.zeitgeistlos.de</description>
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		<title>Tierethik und die Konstruktion der Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Feb 2010 00:39:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Ethik]]></category>
		<category><![CDATA[Moral]]></category>
		<category><![CDATA[philosophisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Diebisch wie eine Elster, geschmeidig wie eine Katze, schlau wie ein Fuchs, scheu wie ein Reh oder stumm wie ein Fisch? Fabeln und Märchen weisen Tieren Eigenschaften zu, personalisieren sie. Wir werden mit diesem Kulturkontext groß, leiten daraus moralisch gerechtfertigte Entscheidungen ab. Spinnen sind für viele eklig, hinterlistig und böse. Sie zu töten, sie zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignleft size-full wp-image-4209" title="Der Eisbär Knut und sein Pfleger" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/Knut.jpg" alt="Der Eisbär Knut und sein Pfleger" width="216" height="245" />Diebisch wie eine Elster, geschmeidig wie eine Katze, schlau wie ein Fuchs, scheu wie ein Reh oder stumm wie ein Fisch? Fabeln und Märchen weisen Tieren Eigenschaften zu, personalisieren sie. Wir werden mit diesem Kulturkontext groß, leiten daraus moralisch gerechtfertigte Entscheidungen ab. Spinnen sind für viele eklig, hinterlistig und böse. Sie zu töten, sie zu zertreten bereitet den wenigstens ernste Gewissensbisse. Würde aber jemand öffentlich eine Katze töten, wäre der Aufschrei groß. Zumindest in Deutschland. Kann man Tieren einfach Kategorien wie »gut« und »böse« zuweisen? Hat nicht jedes Tier, jedes Lebewesen seine Berechtigung? Und auch wenn diese moralischen Kategorien erzogen worden sind, so erscheinen sie mir doch willkürlich festgelegt.<span id="more-4151"></span></p>
<p style="text-align: justify;">Was würde uns eine Spinne oder eine Katze sagen, wenn wir sie fragen würden? Ob sie sich mit der von uns zugewiesenen Eigenschaft identifizieren kann? Empfindet sich eine Spinne als hinterlistig und böse und eine Katze als geschmeidig und schmusebedürftig? Ich vermute, wir Menschen konstruieren es. Scheinbar willkürlich werden Tiere und Pflanzen (Unkraut) in nützlich und wertlos geteilt. Je nachdem wie wir es gerade brauchen. Während die Deutschen Kühe essen, werden sie in Indien verehrt. Während die Chinesen Hunde essen, sind sie in Deutschland der »beste Freund des Menschen«. Sicher kann man hier mit dem Kulturkontext und der Erziehung argumentieren. Dennoch sehe ich in der moralischen Kategorisierung der Tierwelt eine große Willkür. Diese wäre an sich ja noch kein Problem, wenn wir daraus nicht auch ableiten würden, wer es »verdient« hat zu sterben oder wer nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ich finde es bedenklich, wenn Mitmenschen Hunde als »süß« bezeichnen, sie dann streicheln und »lieb haben« wollen. Ist der Hund nicht »süß«, passt er nicht in ein vorgegebenes ästhetisches Tierschema, wird ihm auch keine Liebe entgegengebracht. Ja, es kann sogar soweit gehen, dass man dem Tier den Tod wünscht oder es einen nicht sonderlich kümmert, wenn das Tier verreckt. Schließlich ist es nicht »süß«. Haben nicht alle Tiere Respekt und Achtung verdient?  Und eben nicht nur Knut, der Eisbär? Mit welch maßloser Arroganz und Willkür — selbst abseits des großen Raubbaus an der Natur — behandeln wir Menschen der Industrieländer die Tierwelt? Wir zerstören Natur und Tierwelt und haben sie dabei nicht einmal verstanden.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Wir konstruieren uns unsere Welt. Wir erschaffen sie uns dergestalt wie sie uns gefällt. Eine objektive Wirklichkeit ist demnach nicht vorhanden. Es kann sie gar nicht geben. Der <a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/2008/die-konstruktion-der-welt/" target="_blank">Konstruktivismus</a> besagt z.B., dass Diskurse die Grundlage aller menschlichen Entscheidungen sind. Oder einfacher ausgedrückt: die Kommunikation selbst bestimmt nicht nur unsere Weltsicht, sondern ist die Welt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Die Konstruktion der Welt</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 23:08:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>epikur</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda Setting]]></category>
		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Macht]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[Jeder kennt öffentliche Debatten, Reden oder Gespräche in Zeitungen, TV-Shows, politischen Debatten, im Alltag untereinander, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz oder auch in der Wissenschaft. Sie alle halten unterschiedlich lang an und werden dann meist von einem neuen Thema wieder verdrängt. Meistens spielt das sog. Agenda Setting der Medien eine große Rolle dabei. Bestes [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21 </xml><![endif]--><!--  -->Jeder kennt öffentliche Debatten, Reden oder Gespräche in Zeitungen, TV-Shows, politischen Debatten, im Alltag untereinander, in der Schule, auf dem Arbeitsplatz oder auch in der Wissenschaft. Sie alle halten unterschiedlich lang an und werden dann meist von einem neuen Thema wieder verdrängt. Meistens spielt das sog. <a title="Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agenda_Setting " target="_blank">Agenda Setting</a> der Medien eine große Rolle dabei. Bestes Beispiel: die EM 2008. Dieses Thema beherrschte im Juni 2008 sämtliche Medien. Diese Debatten werden Diskurse genannt. Welche Wirkung haben diese Diskurse? Wie kann man diese messen und feststellen? Wie werden Diskurse bestimmt und gesteuert? Welche Diskurse sind erlaubt und welche unterliegen einem Tabu? Was sagen die Themen der Diskurse über die Gesellschaft aus, die sie führt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Diskursanalyse.<span id="more-327"></span></p>
<p style="text-align: justify;"><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21 </xml><![endif]--><!--  --></p>
<p style="text-align: justify;">Ein Diskurs ist nicht einfach nur Gerede oder ein belangloses Gespräch, sondern ist als institutionelle Redeweise bereits verfestigt, übt Macht aus und bestimmt Handeln. Ein Diskurs spiegelt soziale Verhältnisse nicht nur blind wider, sondern konstruiert sie. Menschen gestalten und organisieren Diskurse und werden zugleich von ihnen beeinflusst. Als historisches Produkt übt ein Diskurs Macht über Menschen aus. Der Ausspruch George Orwells <em>»Wer die Vergangenheit beherrscht, beherrscht die Zukunft; wer die Gegenwart beherrscht, beherrscht die Vergangenheit</em>« bringt dies auf den Punkt. Da alles menschliche Handeln — mit wenigen Ausnahmen — in Diskursen stattfindet, ist die Neu-Interpretation der Vergangenheit zugleich der Grundstein für die Festlegung von zukünftigen erlaubten und nicht erlaubten Gedanken. Die sog. <a title="Bundeszentrale für politische Bildung" href="http://www.bpb.de/publikationen/GWZW4B,0,0,Auschwitzl%FCge.html" target="_blank">Ausschwitz-Lüge</a> z.B. ist der Versuch rechtsextremer Ideologen zukünftige Diskurse über den Nationalsozialismus neu zu bestimmen. Diskurse zeigen deutlich auf, wie die Beziehungen zwischen Wissen und Macht in einer Gesellschaft organisiert sind. Gespräche welche in Fachsprachen wie z.B. bei den Juristen, den Medizinern oder den Seeleuten geführt werden, können auch nur diese Fachleute verstehen. Sie Grenzen ihr Wissen damit nach außen ab — erzeugen quasi einen Macht-Wissen Knoten. Aber auch allgemeine Diskurse können meist nur vollständig verstanden und nachvollzogen werden, wenn genug Hintergrundwissen zu dem jeweiligen Thema vorhanden ist.<!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21 </xml><![endif]--><!--  --><strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/diskurs.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-334" title="mögliche Form Des Diskurses" src="http://www.zeitgeistlos.de/zgblog/wp-content/uploads/diskurs-450x278.jpg" alt="" width="281" height="174" /></a>Der Mensch ist ein soziales Lebewesen und denkt in der Sprache und mit den Worten die er versteht und gelernt hat. Insofern sind Diskurse quasi der Rahmen und zugleich das Innere einer Gesellschaft, in welchem gedacht und gehandelt wird. Vielmehr bestimmen sie auch die sozialen und kollektiven Identitäten. Ein Diskurs ist zudem nie ein neutraler Knotenpunkt, sondern in spezifischen Bedingungen eingebettet. Gerade in politischen Reden, Debatten oder Schriften tauchen immer wieder bestimmte Merkmale eines Diskurses auf. So eignet sich die Analyse sehr gut, um herrschende Ideen und/oder Ideologien offen zu legen. So kann das Verhältnis von politischen Akteuren oder Institutionen zu bestimmten Ideen und Überzeugungen sichtbar gemacht werden. Auch kann der — nicht immer sofort ersichtliche — <a title="Neusprech-ZG-Artikel" href="http://www.zeitgeistlos.de/neusprech/orwell.html" target="_blank">Kampf um die Definition</a> von Begriffen und Sachverhalten deutlich herausgearbeitet werden. Schließlich kann die Diskursanalyse eine Aussage darüber treffen, welche gesellschaftlichen Sachverhalte Realität sind und welche konstruiert werden, um bestimmte Interessen zu bedienen.</p>
<p style="text-align: justify;"><!--[if gte mso 9]><xml> Normal   0   21 </xml><![endif]--><!--  -->Betrachtet man nun diesen Hintergrund, wird einem schnell klar, wie entscheidend Medien, Reden, Debatten und alltägliche Dialoge mit Freunden, Bekannten, den Arbeitskollegen oder der Familie sind. Sie konstruieren, gestalten und formen die Welt in der wir leben. Insofern ist die Analyse von Diskursen jedem blinden Aktionismus vorzuziehen.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://www.kommunicare.de/01_themen/016_sprache/Diskursbegriffe_2.htm" target="_blank">»Überblick von Diskursformen«</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="http://evakreisky.at/onlinetexte/nachlese_diskurs.php" target="_blank">»Der Diskurs bei Michel Foucault«</a></strong></p>
<p><a name="_ftn1" href="#_ftnref1"></a></p>
<p style="text-align: justify;">
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