Archiv für die Kategorie ‘Gedanken’

Kurt ist tot.

08. Dezember 2009 von epikur

Kurt aka Roger Beathacker von Nebenbei bemerkt ist tot. Als mich diese Nachricht erreichte, war ich ziemlich geschockt. So plötzlich, so unerwartet. Ich kannte ihn  nicht persönlich, aber durch seinen Blog, seine klare Sprache, seine ironische Art war er sehr präsent. Seit ich blogge,  habe ich bei ihm gelesen. Kurt hatte eine ganz eigene Art, Beiträge zu schreiben. Selten hat er — so wie ich manchmal — Dinge bewertet. Er versuchte stets sachlich, mit Fakten unterfüttert, klassische Aufklärungsarbeit zu betreiben. Mit ihm verband mich persönlich vor allem auch das Themenfeld »Politik und Sprache«. Er hat mich oft zum Nachdenken gebracht. Mein Mitgefühl gilt seiner  Familie. Er wird fraglos eine Lücke hinterlassen. Ich bin traurig und er wird mir fehlen.

Schreibt doch bitte noch was in seinen letzten Beitrag auf nebenbei bemerkt!
Folgende Blogger haben dazu auch was geschrieben:
Amsel
Frank Benedikt
Klaus Baum

Geld adelt

25. November 2009 von epikur

Geld adelt Konformität, Anpassung und Unterwerfung.
Geld adelt den Zwang zur Lohnarbeit.
Geld adelt den Verlust von Träumen.
Geld adelt die Schere im Kopf.
Geld adelt Unglücklichsein.
Geld adelt den Konsum.
Geld adelt sich selbst.

Zum Wesen der Kritik

17. November 2009 von epikur

»Mündigkeit ist für Demokratie wesentlich. Sie geht mit Kritik notwendig zusammen. Denn mündig ist nur, wer für sich selbst denkt und nicht bloß nachredet, was andere ihm vorgeredet haben. Das Selbst-Denken erweist sich aber erst in der Kraft zum Widerstand gegen vorgegebene Meinungen«

- aus der Einleitung von Kritiknetz.de

»Schreib nicht immer soviel negatives« oder »wenn, dann übe doch mal konstruktive Kritik, wie man es besser machen könnte« durfte ich mir dieser Tage wieder einmal anhören. Höchste Zeit also, zu diesem Thema auch mal einen Artikel zu schreiben, auch wenn der geschätzte Kollege Roberto von Ad Sinistram mit der »in Kritik gepackten Kritiklosigkeit« dieses Feld schon gut beackert hat: »Das strikte Pochen darauf, Negationen an Alternativen zu binden, gleicht einer Mundtotmacherei, die Menschen dazu animiert, erst gar nicht zur Kritik animiert zu werden«. Weiterlesen »

Robert Enke — eine Zusammenfassung

15. November 2009 von epikur

Nun gab es die große Abschieds– , Gedenk– oder Trauerfeier, je nachdem welche Begrifflichkeit einem hier am liebsten zusagt. Nur eine »Feier« sollte es schon gewesen sein. 35.000 Menschen seien ins Stadion von Hannover gekommen, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und DFB-Präsident Theo Zwanziger hielten eine Rede. Zahlreiche Prominente und Vertreter zahlreicher Fussballverbände waren anwesend. Menschen trauern, zeigen ihre Emotionen, wenn Personen die in der Öffentlichkeit standen verstorben sind. Das war eben schon immer so. Was also gibt es daran zu kritisieren oder zu hinterfragen? Eine kleine Zusammenfassung wichtiger Gedanken hierzu. Weiterlesen »

Untotes Humankapital

17. Oktober 2009 von epikur

»Zwar ist die Sterberate dank längerer Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gesunken, doch die Demografie wird diesen Trend ab 2020 umkehren. Ökonomisch betrachtet ein Wachstumsmarkt«.

- Artikel aus dem Stern vom 13. Juni 2009

Auch mit dem Tod von Menschen lässt sich in unserer kapitalistischen Gesellschaftsordnung glänzend was verdienen.  Beispiel eines Friedhoftarifes in Berlin-Pankow:

- Erdwahlstelle (je nach Lage) ab 1633 Euro

- Erdrasenstelle (inkl. Liegeplatte mit Name und Lebensdaten, 20 Jahre Pflege): 1447 Euro

- Urnenstelle (für 4 Urnen): 650 Euro

Versicherungen für Bestattungen und Beerdigungen, Bestattungsunternehmen und viele andere tummeln sich im Geschäft mit dem Tod. Selbst vor Abzock-Tricks mit den Hinterbliebenen schrecken Bestattungsunternehmen nicht zurück. Nicht selten werden ganze Familien in den finanziellen Ruin getrieben, weil sie sich den Tod eines geliebten Verwandten schlichtweg nicht »leisten« können. Die kapitalistische Heilslehre »Profite vor Menschen« macht auch vor dem Tod nicht halt. Brauchen wir eine neue Sterbekultur?

Die Sklavenmoral

29. September 2009 von epikur

Arbeit, Arbeit, Arbeit. (Lohn-)Arbeit ist der Sinn des Lebens. Nur wer arbeitet, für seinen Herren schuftet und ein paar Brotkrumen von ihm bekommt, soll Anerkennung erhalten. Arbeitslose sind faule Säcke, Asoziale, Überflüssige. Wir wollen und wir brauchen sie nicht. Jeder der arbeiten will, findet doch auch Arbeit! Dem folgt also, dass Arbeitslose nicht arbeiten wollen. Sie sind Schmarotzer, Parasiten, leben auf Kosten der Allgemeinheit. Sie zu treten, ihnen Verachtung ins Gesicht zu schleudern ist legitim — ja, die Pflicht eines jeden aufrechten Arbeiters! Denn nur wer auch arbeitet, ist ein wertvoller Mensch. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Von der schönen Last ein Freidenker zu sein

25. September 2009 von epikur

Arbeiten, Geld scheffeln, konsumieren, sich vergnügen, Status Symbole anhäufen und der Unterhaltungsindustrie frönen — ist das der Sinn des Lebens? Der Freidenker kann damit auf Dauer nicht viel anfangen. Es genügt ihm nicht. Deswegen wirkt er nach außen hin oft als ein notorischer Nörgler, Pessimist und Kritiker. Er stellt zuviele Fragen, denkt zuviel nach und will für alles eine Erklärung haben. Er ist  für viele unbequem und anstrengend, da er festgefügte Weltbilder und Meinungen in Frage stellt. Er fügt sich selten in eine Rolle, die ihm von seinen Mitmenschen, Freunden und der Familie zugewiesen wurde. Er geht seinen Weg abseits des Mainstreams. Und wird damit nicht selten zum Außenseiter. Weiterlesen »

Rückzug ins Utopia

20. August 2009 von epikur

Je kälter, unsozialer, ungerechter und egoistischer eine Gesellschaft wird, umso stärker ist das Bedürfnis nach einem ganz persönlichen Schneckenhäuschen. Die Sehnsucht nach einem (Nicht-)Ort, der Wärme, ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit gibt. Im folgenden ein Phänomen, dass wohl eher selten damit in Verbindung gebracht werden wird. Weiterlesen »

Das Leben ist unantastbar

07. August 2009 von epikur

»Jeder Mensch hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person«

- Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte

Mal einen Artikel über die Todesstrafe zu schreiben, schwirrt mir schon seit längerem durch den Kopf. Mit diesem Artikel aus der BILD ist es nun mehr als überfällig, mich dieses Themas anzunehmen. Die BILD thematisiert, nein polemisiert aufs Schärfste gegen einen vermeintlichen Kinderschänder. Sie nennt ihn sogar ein »Dreckschwein«. Während die Kinderpornographie im Internet benutzt wurde, um eine Internet-Zensur durchzubringen, werden schon seit längerem Vergewaltiger, Kinderschänder und andere, in der Tat widerliche Zeitgenossen, instrumentalisiert, um die Todesstrafe wieder salonfähig zu machen. Weiterlesen »

Über Einsamkeit und Stille

03. August 2009 von epikur

Einsamkeit und Stille werden heutzutage als große Übel, als Unglück empfunden. Wer einsam ist, scheint unbeliebt zu sein und wenig »soziales Kapital« zu besitzen. Die Stille ertragen wir ebenfalls nicht, da sie uns zwingt, auf unsere ureigensten Gedanken und Gefühle zu hören. Weiterlesen »

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