Kinder in Deutschland; Teil 47: Coronoia

Seit rund 10 Jahren gibt es die Kinder‐Serie auf dem ZG‐Blog. Am 20. Juli 2010 ging bezeichnenderweise »Teil 1: Kinderfeindlichkeit« online. Gerade die häufig offen ausgelebte, manchmal etwas subversiv versteckte, aber leider auch meist sehr direkte Kinderfeindlichkeit in Deutschland, war und ist für mich ein ganz persönliches Trauerspiel. Kinder werden -nach wie vor‐ vielfach als formbare Objekte der Erwachsenen, halbfertige Menschen, Nervenbündel, Schmutzverursacher und/oder Lärmbelästiger betrachtet. Deutschland hat zwar die UN‐Kinderrechtskonvention unterzeichnet, das hindert aber scheinbar Niemanden daran, seinen Menschenhass (denn genau das sind Kinder: kleine Menschen) ungeniert auszuleben. Die Corona‐Krise hat das leider wieder sehr deutlich aufgezeigt.

Kinderfeindlichkeit
So werden Kinder als lebende Keim‐ und Virenschleudern abgewertet, die man möglichst weit weg von älteren Menschen wegschließen müsse. Dabei gibt es zumindest vielfache Erkenntnisse darüber, dass Kinder vor allem deutlich seltener an Covid‐19 erkranken als Erwachsene. Ob und inwiefern sie dennoch Überträger sein können, darüber streiten sich die Forscher. Wobei es eigentlich nur Drostadamus vs. alle Anderen ist:

»Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich der Kritik an der Studie seines Kollegen Christian Drosten von der Berliner Charité angeschlossen. Die Methode ist von fünf Statistikern kritisiert worden, und diese Kritik kommt nicht von ungefähr.«

(Redaktionsnetzwerk Deutschland vom 28. Mai 2020)

Unsere Wahrheitsmedien springen natürlich trotzdem -mit wenigen Ausnahmen‐ sofort für Super‐Duper‐Drosten in die Bresche. Schließlich haben wir ihm die Panik‐und‐Angst‐Presse zu verdanken, die den Print‐ und Online‐Medien wieder ungeahnte Aufmerksamkeit beschert hat. Die Kinder werden aber dennoch ersteinmal -natürlich nur im Namen der Volksgesundheit‐ monatelang Zuhause eingesperrt. Der reguläre Schul‐ und Kita‐Betrieb kommt wohl als Letztes. Diese Haltung trifft in Deutschland auf einen fruchtbaren Boden der kultivierten Kinderfeindlichkeit. Man will und wollte sie ja sowieso noch nie wirklich in der Öffentlichkeit sehen. Im Supermarkt nicht. In Bus und Bahn nicht. Und sonst auch nicht.

Kindeswohlgefährdung
»Kinder lernen durch Beziehungen« betont eine Gruppe von Pädagogen, Fachärzten für Kinder‐ und Jugendmedizin sowie Kindergarten‐ und Schulärzten. Es geht eben nicht primär darum, dass die Eltern endlich ihre Kinder wieder in die Einrichtungen abschieben wollen, wie ich es salopp formuliert, immer wieder im Alltag, in der Familie und leider auch von Kollegen in der Schule gehört habe. Das tote Lernen oder auch digitales Lernen -dass einige Interessengruppen seit Jahren in alle Schulen bringen wollen‐ ignoriert das soziale Lernen völlig! Kinder und Jugendliche sind keine Roboter, denen man nur Zahlen, Buchstaben und Wissen einpflanzen muss, damit sie marktwirtschaftlich verwertbar funktionieren. Sie benötigen zwingend Bindungspersonen auch außerhalb der Familie, bei denen sie Selbstwirksamkeit, ein positives Selbstkonzept sowie Wertschätzung erfahren und erleben können.

Kinder lernen beispielsweise in Konflikten mit ihren Altersgenossen deutlich mehr Werte, Normen und moralische Prinzipien, als in einer digitalen Mathe‐Stunde. Homeschooling kann und wird niemals ein Ersatz für alle sozialen Bildungseinrichtungen sein können. Hinzu kommt eine völlig unverhältnismäßige Verantwortungsübertragung über Leben und Tod auf die Kinder. Insofern sind die seelischen, emotionalen, sozialen und kognitiven Schäden, die man den Kindern mit dem Corona‐Irrsinn antut, kein alternativloser Kollateralschaden, sondern schlicht Kindeswohlgefährdung!

Dank der Politik, der Coronoia und den Lockdown‐Befürwortern, dürfte es bald jedes 5. oder gar jedes 4. Kind in Deutschland sein! Massenentlassungen, Insolvenzen, Pleiten werden alle noch kommen. Abgesehen von den seelischen Schäden, die Kinder weiterhin durch den Corona‐Wahnsinn erleiden müssen. Es gibt hier keine angemessene Verhältnismäßigkeit.

Kinderlosigkeit
Spahn hat keine Kinder. Merkel hat keine Kinder. Hat Drosten eigentlich Kinder? Vermutlich nicht. Die Bedürfnisse und Interessen von Kindern und Jugendlichen ist den Eliten und Herrschenden so wichtig, wie ein alter Kompost‐Eimer. Das zeigt sich immer und immer wieder. Die Kinderlobby (Eltern‐ und Lehrerverbände, Pädagogen, Kinderärzte oder Jugendpsychologen) hat selten ökonomische Macht und insofern wenig Einfluss auf Politik und Wirtschaft. Insbesondere bei kinderlosen und/oder pädagogisch wenig sensiblen Menschen, zeigt sich häufig, dass Vorurteile die Haltung gegenüber Kindern bestimmen.

Und anstatt einen »Corona‐Familien‐Bonus« zu beschließen, sollten sie mal endlich endlich endlich nachhaltig in die Infrastruktur und das Personal von Kindergärten und Schulen investieren. Pädagogen anständig bezahlen. Schulen sanieren. Spielplätze ausbauen. Jugendclubs retten. Schultoiletten sauber halten. Stattdessen werden weiter Mliiarden und Aber‐Milliarden an Konzerne verschenkt oder beim Militär verbrannt.

»Den Wert einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Mitglieder umgeht.«

(Gustav Heinemann)

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Eine Zusammenfassung der ersten zehn Teile der Kinderserie ist auf www.zeitgeistlos.de zu finden. Alle bisherigen 46 Folgen können im ZG‐Blog in der Rubrik Kindheit gefunden werden.

11 Gedanken zu “Kinder in Deutschland; Teil 47: Coronoia

  1. Im derzeitigen Versuch der Herrschenden und ihrer wohlgeneigten Presse die unverhältnismäßigen Grundrechtseingriffe zu legitimieren gibt es zwei Strategien, zum einen wird die Gefährlichkeit des Virus überhöht und zum anderen die Eingriffe in die Grundrechte heruntergespielt. Am Beispiel der Kinder lässt sich dies, wie im Artikel, widerlegen. Mein 6jähriger Großneffe durfte nicht
    in den Kindergarten gehen
    Gleichaltrige treffen
    bei Nachbarn spielen
    auf den Spielplatz gehen
    mit seinem Papa in den Baumarkt gehen
    seine Großeltern besuchen
    seinen Schwimmkurs beenden
    seinen 6. Geburtstag mit Freunden oder Familie feiern
    an das Meer fahren
    toben (Wohnung zu klein, zwei kleine Geschwister)
    sich von seinen Kumpanen im Kindergarten verabschieden
    (Feier abgesagt)
    angemessen eingeschult werden (findet ohne Zusammenkunft
    von Eltern, Geschwisterkindern oder sonstige Feier statt)
    zusammengefasst durfte er nichts von dem tun, was vorher seinen Alltag bestimmt hat, außer fernsehen und streamen.
    Man braucht kein Kinderpsychologe zu sein, um zu befürchten, dass dies Folgen hat. Nun die Vergangenheit ist unänderbar, aber der Wahnsinn muss aufhören.

    P.S. Herr Drosten hat einen dreijährigen Sohn und wohnt am Prenzlauer Berg.

  2. Ich finde den 300€-Familienbonus auch sinnlos. Klar, für viele Familien ist es eine nette Finanzspritze, die wohl eher in die schon lange kaputte Waschmaschine, das Auto oder sonstige Reparatur gesteckt wird.
    Wenn ich da sehe, dass meine Tochter in der Kita zusammen mit weiteren 17 Kindern von einer Erzieherin und einer weiteren Hilfskraft betreut werden, dann empfinde ich es einfach nur als Hohn, dass für den Erhalt von Kinder‐Bildungseinrichtungen und deren Erzieher/Pädagogen nicht mehr Geld investiert wird, aber gleichzeitig fast 15 des Bundeshaushaltes für Militär ausgegeben wird.

    Und als Ergänzung zu Corona: Ja, die Schulen haben wieder auf. Allerdings dürfen die Kinder bei jeder kleinen normalen (!) Erkältung nicht zur Schule oder in die Kita gehen. Dazu braucht es dann einen negativen Corona‐Test. Ich freue mich schon rießig auf den Herbst. Lieber Arbeitgeber, hast du weitere 30 bezahlte Fehltage für mich???
    Siehe Magdeburg, wo eine ganze Schule wieder für 2 Wochen schließen musste, weil 1 Kind Corona‐positiv war. Soll das jetzt so weitergehen?????

  3. Grundrechte sind nicht verhandelbar! lautet natürlich der Name, und sie müssen erkämpft werden.

    epikur Du machst eine tolle Arbeit!!!

  4. Dieser Drosten hat einen ganz schweren Psychischen Komplex, hat er schon in Bonn bewiesen. Eigentlich gehört er in eine Psychiatrie.Doch dieser Fehler wurde ganz geschickt für die Öffentlichkeit genutzt. Es leben sogenannte Experten für die Masse hoch.Die wenigen die sich wehren sind wie der Tropfen auf den heißen Stein. In diesem Sinne ein Atomfreies Wochen Ende. Und Danke Epikur!!!!

  5. Super Artikel. So wie die vorherigen der Kinder‐Serie hier.

    Der Grundschulalltag meiner Tochter sieht jetzt so aus:
    morgens treffen auf dem Schulhof (wer nicht da ist, muss dann sehen wo er/sie bleibt, gnadenlos)

    die Anwesenden werden aufgeteilt in 5er Gruppen, auf den Boden gemalten roten Linien ist im Gänsemarsch zu folgen bis ins Klassenzimmer im vierten Stock,

    die Kinder sitzen im 1,5m Abstand voneinander getrennt,

    die Kinder dürfen nicht den Unterricht verlassen, auch wenn sie aufs Klo müssen,

    sie dürfen sich nicht berühren -Abstandsgebot‐,

    der Unterricht ist in drei zweistündige Blöcke unterteilt. Irrsinn aus pädagogischer Sicht für Lehrer und Schüler,

    Zur Pause geht der/die der Tür am nächsten Sitzende zuerst raus, dann der/die zweitnächste usw. und folgt der roten Linie runter auf den Schulhof. Alle im Gänsemarsch.

    Auf dem Schulhof werden die Schüler in mit rotweissem Flatterband abgesteckte Pferche geleitet, die so knapp bemessen sind, dass die eingezwängten Kinder zwar hin‐ und her gehen können... spielen und toben unmöglich.

    am Ende der Unterrichtspause gehts auf der roten Linie wieder ab nach oben in den Klassenraum. Gänsemarsch.

    Nach Schulschluss die rote Linie entlang wieder runter, raus und nach Hause.

    Vorgestern meinte meine Tochter zu mir:
    So stelle ich mir das Leben von Gefangenen im Knast (sic!) vor.

  6. Wer auch immer diese Idioten und Menschenfeinde in den Ministerien und Ämtern sind, die sich diese vollkommen schwachsinnigen, absurden Regeln ausgedacht haben...
    mögen sie in interessanteren Zeiten leben, als sie uns beschert haben!

  7. @Nellie @Schröder

    Seltsam. Ich könnte schwören, ich habe den Wikipedia‐Eintrag von Drosten genau studiert und nichts dazu gefunden. Vermutlich übersehen. Aber wisst Ihr, was echt interessant ist? Im Wikipedia‐Eintrag steht natürlich nichts zu seiner unrühmlichen Rolle zur Schweinegrippe im Jahr 2009. So als wäre das niemals passiert:

    »Drosten rief dringend dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. »Bei der Erkrankung handelt es sich um eine schwerwiegende allgemeine Virusinfektion, die erheblich stärkere Nebenwirkungen zeitigt als sich irgendjemand vom schlimmsten Impfstoff vorstellen kann.«

    @Oha

    Vor allem, es gibt absolut keine Evidenz, Studien oder sonstwas, worauf dieser ganze Wahnsinn mit den Kindern beruht! Wir machen es einfach mal, weil Kinder...ja, weil Kinder doch sowieso alle Viren‐ und Keimschleuder sind. So das menschenverachtende Denken.

  8. Allein schon wegen der Überbevölkerung halte ich es seit 1974 für absolut unangebracht Kinder in diese Welt zu setzen.
    Kinder versauen einem das ganze Leben, habe ich bei der Damenwelt fast immer erlebt und manch Eine von Denen hat es mir gegenüber sogar offen zugegeben.
    Das man Jahre, aber dann meist Jahrzehnte lang keine Ruhe mehr hat, dieser ständige Krach und andauernd wollen die beschäftigt werden ist so grauenhaft, das man meist nur noch völlig resigniert keinen vernünftigen Gedanken mehr äußern kann.
    Allein schon, weil man in dieser Gesellschaft immer angreifbar ist wenn man Kinder hat, ist schon m.E. Grund genug »KEINE« zu haben.

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