Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn (10)

[Im Büro]

Frau Hein: (arbeitet 20 Std/Woche an vier Tagen, mit Augenaufschlag, gute Beziehung zum Chef) »Ich muss heute leider früher gehen, meine Tante hat Geburtstag. Könntest Du meine Akten für heute übernehmen?«

Herr Schmitt: (arbeitet 39 Std/Woche an fünf Tagen) »Ja, okay, kann ich machen!«

Frau Hein: »Vielen Dank!« (lächelt) »Ach ja, bevor ich es vergesse...Könntest Du ab nächster Woche meine Außendienste übernehmen? Irgendwie schaffe ich das alles nicht mehr. Das wäre echt lieb von Dir!«

Herr Schmitt: »Puuh...vielleicht fragst Du erstmal Herr Schabanowski, ob...«

Frau Hein: (unterbricht ihn) »Habe ich schon gemacht! Das geht klar!«

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[Beim arbeitsmedizinischen Dienst]

Ärztin: »So, Herr Müller, dann wollen wir uns mal Ihren Impfpass genauer anschauen...hmmm, also, ich denke eine Masernimpfung wäre bei Ihnen angebracht!«

Herr Müller: »Aber ich wurde als Kind insgesamt drei mal gegen Masern geimpft! Sehen Sie selbst!«

Ärztin: »Ah ja, stimmt. Das hatte ich übersehen! Aber mir fällt gerade auf, dass ihre jährliche Grippeimpfung eine Auffrischung nötig hätte.!«

Herr Müller: »Danke, aber ich wasche und desinfiziere mir regelmäßig die Hände, esse viel Obst und Gemüse, treibe regelmäßig Sport, rauche nicht, trinke keinen Alkohol und vertraue meinem Immunsystem!«

Ärztin: »Gut. Okay. Schauen wir mal, wo Sie noch eine Impfung nachholen können...« (studiert weiter den Impfpass)

Herr Müller: »Hätten Sie vielleicht auch noch andere Fragen zu meinem Gesundheitszustand?«

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[In der Teamsitzung]

Leitung: »Liebe Kollegen, heute müssen wir eine ganze Reihe von wichtigen Belehrungen durchgehen. Am Ende haben wir dann Zeit für Ihre Anliegen.«

Herr Müller: »Mit wie viel Zeit können wir rechnen? 30 Minuten? Ich hätte da zwei wichtige Punkte zu besprechen!«

Frau Hein: (quatscht rein) »Ja, ich auch!«

Leitung: »Ich denke, 30 Minuten sind realistisch! Fangen wir mit dem Umgang von elektrischen Geräten an, gehen dann zur Brandschutzordnung...«

Leitung: (60 Minuten später) »...also beim Arbeitsschutz ist jeder Einzelne...So! Okay, liebe Kollegen, nun haben wir leider nur noch 5 Minuten Zeit für Ihre Anliegen. Deshalb können wir jetzt nur noch eine Sache aufnehmen. Herr Müller, was gibt es?«


»Aber mein Chef braucht mich!«
»Der tägliche Lohnarbeitswahnnsinn«

15 Gedanken zu “Der tägliche Lohnarbeitswahnsinn (10)

  1. Gerade das erste Beispiel wird hier in meinen Arbeitsumfeld sehr häufig diskutiert. Und es ist nicht zu lösen. Gerade wenn Frau Hein für eine Familie zu sorgen hat (ja auch in unserer gleichberechtigten Gesellschaft bleibt dies viel zu häufig an der Frau hängen) kann sie nicht jederzeit für den Job zur Verfügung stehen. Da aber bei uns (öffentliche Verwaltung) ein »modernes« Arbeiten gewollt ist, bleibt die Arbeit, insbesondere zu ungünstigen Zeiten bei denen hängen, die entweder keine Familie haben, oder eine klassische Familie (Frau zu Hause, oder Großeltern vor Ort) haben. Gelöst werden kann dies nur über eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit für alle.
    30 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich jetzt!

  2. @Kakapo3

    Das Problem sehe ich vor allem bei Kollegen, die gerne ihre Arbeit an Andere weiter‐delegieren bzw. auf andere abladen, selbst aber keine von Anderen übernehmen (wollen). Diese dreiste Einseitigkeit in Verbindung mit einer »guten Beziehung« zum Chef, ist Lohnarbeitswahnsinn.

    @Leserin

    Schön. Oder auch nicht. Nein. Eigentlich nicht. Passt jetzt hier aber auch nicht zum Thema. Deswegen bitte woanders linkschleudern. Danke.

  3. @uepsilonnlinks:

    Uff, die Pauschalisierung ist mir zu krass. Ich kenne genug Damen die dem Arbeits‐ und »Vollzeit«-Fetisch hinterherrennen wie Männer.
    Die bekommen Kinder, und geben sie nach einem Monat direkt in die Kita/Krippe/Tagespflege ab.

    Es gibt nicht »die Frau« und »den Mann« in diesem Fall.

  4. @I, no Robot: Ich kenne genug Damen die dem Arbeits‐ und »Vollzeit«-Fetisch hinterherrennen wie Männer.

    Das erfahre ich in meinem Umfeld genauso. Zweifellos haben sich die Geschlechter dahingehend egalisiert, dass die Lohnarbeitswelt keine Männerdomäne mehr ist. Gemeinhin wird das als Erfolg der Frauenemanzipation gefeiert. Ich frage mich allerdings, ob es wirklich mehr Freiheit bedeutet, statt dem Diktat des männlichen Ernährers zu unterstehen, der immerhin den Großteil des Tages außer Haus ist, diese ›Freistunden‹ auch noch dem Diktat der ökonomischen Profitabilität zu opfern — incl. Karrieredruck, Effizienzzwang und damit verbundenen Intrigen.

    Emanzipation würde bedeuten, sich auch von Letzterem zu befreien.

  5. @epikur
    Menschen, die ihren Vorteil mit unlauteren Mitteln durchsetzen, gibt es tatsächlich zu Hauf. Unser Gesellschaftaufbau begünstigt dies, da Egoismus und das Suchen des eigenen Vorteils nicht etwa verpönt oder verachtet wird, sondern vielmehr als höchste Form der Zivilisation gepriesen wird. Hat man dann erst mal ein Vermögen zusammengerafft, das so groß ist, dass man mit dem Geld das Einkommen der Bevölkerung mehrerer afrikanischer Staaten verfünffachen könnte und dann auch noch zwei Drittel davon handverlesen spendet, wird man zum Gott, der nicht mehr kritisiert werden darf. Ich schweife ab. Neben den großen Ungerechtigkeiten gedeihen kleine Ungerechtigkeiten wie in deinem Beispiel natürlich prächtig.
    @uepsilonnlinks
    Dir muss ich widersprechen (nichts gegen fünf Stunden weniger Wochenarbeitszeit).
    Freiheit bedeutet, dass jeder Mensch frei entscheiden kann, wie er seine Lebensumstände gestaltet. Dabei kann sie sich an traditionellen Muster orientieren. Er muss das aber nicht. Die von dir favorisierten patriarchalen Gesellschaften krankten oder kranken alle daran, dass die letzte Entscheidungskompetenz immer beim Mann liegt. Im Hof die Frau, draußen der Mann oder wie James Joyce (Dubliner) es ausdrückt: Wenn er nüchtern war, wurde er von seiner Frau tyrannisiert, war er betrunken, tyrannisierte er seine Frau.
    Gerade in der Saudi‐arabischen Gesellschaft und auch im deutschen Fünfziger Jahre Mief fehlt das Recht des Vogels den goldenen Käfig abzulehnen.
    Neben diesen uralten Unterdrückungsformen kommt im Kapitalismus die Anforderung (zunächst an alle) dazu, so viel zu arbeiten wie es möglich ist, nicht wie sinnvoll oder nötig wäre. In der Oberschicht gibt es genügend Modelle wie man dem entgeht. Die Masse hat mit aller Kraft ständig und nachhaltig Werte zu schaffen. Die Forderung nach eine drastischen Verkürzung der Arbeitszeit ist daher die Forderung nach einer gerechten Verteilung von Lebenszeit und erst das führt zu der Möglichkeit die eigenen Lebensumstände selbst zu gestalten.

  6. Oh Mann, Kakapo3, Du bist ideologisch so verrannt, dass dir einfachstes Textverständnis abhanden gekommen ist.

    Hättest Du verstanden, was ich verlinkt habe, würdest Du erkennen, dass ich das vermeintliche »Patriarchat« ablehne und nicht favorisiere. Denn es ist seit Jahrtausenden ein Modell der Männerunterdrückung und Ausbeutung. Er schuftet sich ein Leben lang krumm, wovon die Frau profitiert, und die Nurhausfrau ist in diesem Modell die privilegierteste; so wie die westliche weiße Frau die privilegiertest Großgruppe des Planeten stellt. Denn Arbeit bedeutet nur in den seltensten Fällen »Selbstverwirklichung und Karriere« wovon Feministen ständig faseln, sondern Mühsal, Entbehrung und Maloche, derer man sich entledigt, wenn man kann, und die Frau kann das mehr als der Mann.

    Der Mann war verpflichtet. Zum Beispiel im Mittelalter, glaubst Du der Mann hätte sagen können: »Also ich habe keinen Bock auf Steinbruch, deshalb lass ich das meine Frau machen.« Nee, oder? Wenn der Mann aber solchen das ganze Leben dominierenden Zwängen ausgesetzt war, inwiefern war er dann an der Macht? Beide Geschlechter waren und sind Rollenzwängen ausgesetzt, nur wenn die Frau in einem goldenen Käfig saß, saß der Mann in einem Drecksloch.

    Und dass er sie unterdrückt hatte, wird zwar gerne geglaubt, ist aber auch nicht zwingend der Fall. Oft genug hat sie die Hosen an, oft genug ist sie die Familienterroristin, unter der die Familie zu leiden hat. Häusliche Gewalt geht öfter von Frauen aus und bei Gewalt gegen Kinder, Alte und Pflegebedürftige liegen sie vorne. Dass der Mann offiziell als Oberhaupt der Familie fungierte, brachte ihm schlicht nix, wenn sie ihn zusammenschlug. Allerdings muss es noch nicht mal so weit kommen: Frauen treiben Männer direkt ins Grab. In manchen Ehen ist das der Alltag: Das ständige Nörgeln schlägt Männern so sehr auf Herz und Kreislauf, dass ihre Lebenserwartung sinkt — an Unterdrückern nörgelt man aber nicht herum, oder?

    Und noch ein Aspekt:

    Im August 1914 wurde der Orden von der Weißen Feder gegründet, der Frauen aufforderte, weiße Federn als Zeichen der Feigheit an junge Männer zu verteilen, die der Britischen Armee noch nicht beigetreten waren. Dieselbe Taktik wurde übrigens auch in Russland und den USA angewandt. Sie bestand darin, Männer in aller Öffentlichkeit zu beschämen, damit sie schließlich in den Krieg zogen.

    Von dieser Möglichkeit machten Frauen reichlich Gebrauch. So reichlich, dass zahllose tragische Schicksale die Folge waren. Eine Kleinanzeige in der Times vom 8.7.1915 verdeutlich es: Jack FG. Wenn du nicht bis zum 20. in Uniform bist, dann existierst du für mich nicht mehr. Ethel M. Dass dies kein Einzelfall war, belegt der Film Der General von Buster Keaton, dessen Geschichte auf eben dieser Prämisse beruht. Manche Frauen sahen im Übrigen im Orden der Weißen Feder eine bequeme Möglichkeit, sich ganz nebenbei ihres ehemaligen Geliebten zu entledigen.

    Auch Suffragetten wie Emmeline und Christabel Pankhurst unterstützten den Orden nach Kräften: Frauen haben das Recht, Männer zu fragen: „Wirst du dein Vaterland verteidigen und dein Versprechen gegenüber Frauen einlösen?“ Männer haben Frauen versprochen, (...) sie vor allen Gefahren und Schwierigkeiten des Lebens zu beschützen. (...) Das Mindeste, was Männer tun können, ist, dass jeder Mann im kriegsfähigen Alter sich darauf vorbereitet, (...) die Mütter, Ehefrauen und Töchter Großbritanniens zu retten.
    (Alternativlos‐Aquarium — »Was nicht im Geschichtsbuch steht — Manche Mythen sind unausrottbar. Aber sind sie deshalb wahr?«)

    Preisfrage: Glaubst Du, dass Unterdrückte Unterdrücker auf diese Weise hätten beschämen konnten, so dass sie in die Hölle gingen, ihre Leben opferten? Unterdrücker scheren sich eine feuchten Dreck darum, was Unterdrückte von ihnen denken.

    Also: Ich favorisiere ein »Patriarchat«? Dieses Gesellschaftsform, in welcher Mütter Söhne zu Frauensklaven erziehen, hat niemals so existiert, wie es die Propaganda — die von den Siegerinnen im Geschlechterkrieg geschrieben wird — will, sondern hatte massive Vorteile für die vermeintlich Unterdrückten, zuvorderst, vor den wirklich harten Arbeiten und dem Kriegsdienst geschützt zu sein während sie den Mann zwang, ein Leben lang für Andere zu arbeiten. Das ist das primäre Privileg, für das siesekundäre Nachteile gerne in Kauf nimmt. Lies die von mir verlinkten Artikel noch mal, und äußere dann eine valide Kritik.

    Und sonst? Nun: Die Frauen sind seit den 50ern unglücklicher geworden. Weil sie mehr arbeiten müssen (siehe Glücksforschung). Das, was Du als Zustände der Unterdrückung phantasierst, war tatsächlich die Freiheit — von dem Zwang zur Arbeit. Weißt Du was die Frauen Nachkriegsdeutschland wollten? Wählten sie die SPD mit einem modernen Frauenbild, oder doch die CDU, die keinen Hehl daraus machte, dass für sie die Frau an den Herd und der Mann ins Bergwerk gehöre? Na, was meinste, wen wählten die Frauen an die Macht, nachdem sie kostproben konnten, was es hieße, ein Leben lang zu malochen?

  7. @uepsilonnlinks
    Oh da habe ich dich tatsächlich falsch verstanden. Du favorisierst das Patriachat ja gar nicht, du verstehst es nicht mal. Was für ein chauvinistisches Geschwurbel. Aber ein paar Sachen kann man so nicht stehen lassen:
    »Zum Beispiel im Mittelalter, glaubst Du der Mann hätte sagen können: »Also ich habe keinen Bock auf Steinbruch, deshalb lass ich das meine Frau machen.« Nee, oder? Wenn der Mann aber solchen das ganze Leben dominierenden Zwängen ausgesetzt war, inwiefern war er dann an der Macht? Beide Geschlechter waren und sind Rollenzwängen ausgesetzt, nur wenn die Frau in einem goldenen Käfig saß, saß der Mann in einem Drecksloch.«
    Im Mittelalter war auf dem Lande die Lebenserwartung eines Mannes in unseren Breiten deutlich höher als die einer Frau. Ein Kleinbauer »verbrauchte« in seinem Leben im Durchschnitt drei Frauen. Ja es war ein Käfig aber golden mit Sicherheit nicht. Übrigens können Unterdrückungsformen kumulieren, frag mal den Altautonomen.
    »Häusliche Gewalt geht öfter von Frauen aus und bei Gewalt gegen Kinder, Alte und Pflegebedürftige liegen sie vorne.«
    Jede Kriminalstatistik eines jeden Landes, jede Erfahrung mit Gewaltdelikten zeigen, dass deine Aussage nicht nur falsch ist, sondern dass Gewaltdelikte überwiegend von Männern ausgeübt werden. Das heißt nicht, dass es keine weiblichen Täterinnen gibt. Aber Gewalt ist überwiegend männlich (in unseren Gesellschaften). Wer einen derartigen Schwachsinn wie du schreibt, glaubt vermutlich auch, dass Frauen sich in zwei Meter große Echsen verwandeln, wenn man nicht hinschaut.
    »Auch Suffragetten wie Emmeline und Christabel Pankhurst unterstützten den Orden nach Kräften: Frauen haben das Recht, Männer zu fragen: „Wirst du dein Vaterland verteidigen und dein Versprechen gegenüber Frauen einlösen?“«
    Die englische Frauenbewegung zerbrach an der Kriegsfrage. Was auch und gerade an dem Verhalten der Schwester Pankhurst lag.
    Estelle Sylvia Pankhurst engagierte sich deutlich gegen den Krieg. Aber ein Frau, die für ein besseres Leben auch für Männer einsetzt , scheint nicht in dein Weltbild zu passen. Wenn ein Mann sich übrigens weigerte, am Krieg teilzunehmen, wurde er von Männern verurteilt und gegebenenfalls erschossen auch von Männern. Fälle in denen Deserteuren durch Frauen die Augen ausgekratzt wurden sind nicht überliefert.
    »siehe Glücksforschung«
    Wenn du die Glücksforschung so geil findest, dann geht doch nach Bhutan, lass dir vorschreiben, was du anziehen, essen, tun darfst und werde glücklich.

  8. Ich nehme an, Sie können nichts darauf erwidern, was Sie ignoriert haben?

    1. Mittelalter:
    1.1. Interessant, dass sie Lebenserwartung als Indikator für Benachteiligung nehmen. Was sagen Sie dann dazu, dass heutzutage in nahezu allen Ländern die Lebenserwartung von Männern geringer ist als von Frauen?
    1.2. Die Lebenserwartung von Frauen war geringer, weil viele im Kindbett verstarben. Die Sterberate ging erst zurück, als sich männliche Ärzte den Zugang zu den Räumen »erzwangen«, in denen die Frauen gebärten.
    1.3. Der Bauer »verbrauchte« also Frauen? Sie zeichnen Männer als Monster, denen es egal ist, wenn ihre Geliebten ums Leben kamen, aber ich bin der »Chauvinist«, schon klar. Schlag mal nach, was Projektion in der Psychologie bedeutet. Übrigens gibt es aus meiner Bewegung keine sich großer Beliebtheit erfreuenden Hashtags wie »KillAllWomen«, »MenAreTrash« oder welche Bösartigkeiten sich Femischisten umgekehrt sonst so einfallen lassen.
    1.4. Sie haben den zentralen Punkt ausgelassen, dass auch der Mann Zwängen ausgesetzt war, und deshalb nicht willkürlich »unterdrückte«. Auch im Mittelalter wurden die härtesten Arbeiten — auch auf dem Feld — von Männern ausgeübt, und Frauen profitierten davon. Als Dank dafür werden Männer von Gestalten wie ihnen aber nur beschimpft.

    Oder so:

    Das Ehe‐ und Familienrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch war zweifellos reformbedürftig. Wer jedoch behauptet, es handelte sich dabei um eine in Gesetze gegossene Unterdrückung der Frauen durch „das Patriarchat“, hat sich offensichtlich Blindheit auf dem zweiten Auge verordnet. Dem Ehe‐ und Familienrecht lag ein veraltetes Rollenmodell zugrunde, dessen Aufgabenteilung sich in Jahrhunderten schwieriger Überlebensbedingungen bewährt hatte, um den Preis, dass sowohl Frauen als auch Männer in das Korsett einengender Rollenzuschreibungen gezwängt wurden. Die Frau war auf die Rolle der Hausfrau festgelegt, der Mann hatte die gesetzliche Verpflichtung, die Familie zu schützen und zu ernähren.

    Wenn nun Feministinnen beklagen, dass jene Gesetze, die Frauen einengten, erst spät abgeschafft wurden – das Familienoberhaupt 1959, die beschränkte Geschäftsfähigkeit gar erst 1977 –, dann wollen sie offenbar nicht wahrhaben, dass umgekehrt auch die männliche Versorgungspflicht, die vom Mann erwartete, seine Ehefrau finanziell zu unterhalten, selbst wenn sie vermögend oder berufstätig war, ebenfalls bis 1977 in Kraft blieb. Und dass es zwar im Artikel 6, Absatz 4 des Grundgesetzes heißt: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft, vom Schutz der Väter jedoch bis heute nicht die Rede ist. Und dass bei den Beratungen 1956 über die Grundgesetzänderung für die Wehrpflicht (Artikel 12a) alle Beteiligten deutlich machten, dass es keine Dienstverpflichtung an der Waffe für Frauen gebe. Ganz zu schweigen von der Rechtlosigkeit von Männern gegenüber ihren Kindern, die mangelnde Rechtssicherheit von Kuckucksvätern, die 1977 veränderten Scheidungsgesetze, die Männer praktisch zur Ausplünderung freigaben, etc.

    2.
    Häusliche Gewalt. Äh ja, Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel:
    Grundlegendes zu Häusliche Gewalt und dem Unterschied zwischen Hell‐ und Dunkelfeld

    3. Orden der weißen Feder: Sie gehen an meinem zentralen Punkt vorbei, wonach Frauen Männer, die sich nicht abschlachten ließen, beschämen konnten. Wie passt das zusammen mit der Theorie von der »Unterdrückung«? Einem Unterdrücker ist es egal, was der Unterdrückte von ihm denkt. Das Beschämen durch Frauen zeigt auf, dass es eine massive psychologische Komponente beim Mann gibt, die ihn zwingt, seine Unversehrtheit und sein Leben im Dienst für Frauen zu opfern. Der Mann ist der beste Freund der Frau.

    4. Wollen Sie leugnen, dass Frauen früher glücklicher waren? Durch die neoliberale Entwicklung der Lohnstruktur sind heutzutage Frauen stärker gezwungen, zu arbeiten, ganz so wie es die Hohepriesterin des Feminismus‹, Simone de Beauvoir gefordert hat, nämlich den Frauen das Recht zu entziehen, zu Hause zu bleiben. Arbeit ist aber kein Privileg, womit ich komme zu Punkt:

    5. Sie gehen an meiner zentralen Position vorbei, wonach es ein Privileg ist, sich der Arbeit entziehen zu können, und dass dieses Privileg Frauen (tendenziell) innehaben. Alles andere, auch vermeintliche Nachteile leiten sich daraus ab (z.B. das Frauen (scheinbar) weniger verdienen).

  9. Ich nehme an, Sie können nichts darauf erwidern, was Sie ignoriert haben?

    1. Mittelalter:
    1.1. Interessant, dass sie Lebenserwartung als Indikator für Benachteiligung nehmen. Was sagen Sie dann dazu, dass heutzutage in nahezu allen Ländern die Lebenserwartung von Männern geringer ist als von Frauen?
    1.2. Die Lebenserwartung von Frauen war geringer, weil viele im Kindsbett verstarben. Die Sterberate ging erst zurück, als sich männliche Ärzte den Zugang zu den Räumen »erzwangen«, in denen die Frauen gebärten.
    1.3. Der Bauer »verbrauchte« also Frauen? Sie zeichnen Männer als Monster, denen es egal ist, wenn ihre Geliebten ums Leben kamen, aber ich bin der »Chauvinist«, schon klar. Schlag mal nach, was Projektion in der Psychologie bedeutet.
    1.4. Sie haben den zentralen Punkt ausgelassen, dass auch der Mann Zwängen ausgesetzt war, und deshalb nicht willkürlich »unterdrückte«. Auch im Mittelalter wurden die härtesten Arbeiten — auch auf dem Feld — von Männern ausgeübt, und Frauen profitierten davon. Als Dank dafür werden Männer von Gestalten wie ihnen aber nur beschimpft. Übrigens gibt es aus meiner Bewegung keine sich großer Beliebheit erfreuenden Hashtags wie »KillAllWomen«, »MenAreTrash« oder welche Bösartigkeiten sich Femischisten sonst so einfallen lassen.

    Oder so:

    Das Ehe‐ und Familienrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch war zweifellos reformbedürftig. Wer jedoch behauptet, es handelte sich dabei um eine in Gesetze gegossene Unterdrückung der Frauen durch „das Patriarchat“, hat sich offensichtlich Blindheit auf dem zweiten Auge verordnet. Dem Ehe‐ und Familienrecht lag ein veraltetes Rollenmodell zugrunde, dessen Aufgabenteilung sich in Jahrhunderten schwieriger Überlebensbedingungen bewährt hatte, um den Preis, dass sowohl Frauen als auch Männer in das Korsett einengender Rollenzuschreibungen gezwängt wurden. Die Frau war auf die Rolle der Hausfrau festgelegt, der Mann hatte die gesetzliche Verpflichtung, die Familie zu schützen und zu ernähren.

    Wenn nun Feministinnen beklagen, dass jene Gesetze, die Frauen einengten, erst spät abgeschafft wurden – das Familienoberhaupt 1959, die beschränkte Geschäftsfähigkeit gar erst 1977 –, dann wollen sie offenbar nicht wahrhaben, dass umgekehrt auch die männliche Versorgungspflicht, die vom Mann erwartete, seine Ehefrau finanziell zu unterhalten, selbst wenn sie vermögend oder berufstätig war, ebenfalls bis 1977 in Kraft blieb. Und dass es zwar im Artikel 6, Absatz 4 des Grundgesetzes heißt: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft, vom Schutz der Väter jedoch bis heute nicht die Rede ist. Und dass bei den Beratungen 1956 über die Grundgesetzänderung für die Wehrpflicht (Artikel 12a) alle Beteiligten deutlich machten, dass es keine Dienstverpflichtung an der Waffe für Frauen gebe. Ganz zu schweigen von der Rechtlosigkeit von Männern gegenüber ihren Kindern, die mangelnde Rechtssicherheit von Kuckucksvätern, die 1977 veränderten Scheidungsgesetze, die Männer praktisch zur Ausplünderung freigaben, etc.

    2.
    Häusliche Gewalt. Äh ja, Sie haben keine Ahnung, und davon sehr viel:
    Grundlegendes zu Häusliche Gewalt und dem Unterschied zwischen Hell‐ und Dunkelfeld

    3. Sie gehen an meinem zentralen Punkt vorbei, wonach Frauen Männer, die sich nicht abschlachten ließen, beschämen konnten. Wie passt das zusammen mit der Theorie von der »Unterdrückung«? Einem Unterdrücker ist es egal, was der Unterdrückte von ihm denkt. Das Beschämen durch Frauen zeigt auf, dass es eine massive psychologische Komponente beim Mann gibt, die ihn zwingt, seine Unversehrtheit und sein Leben im Dienst für Frauen zu opfern.

    4. Wollen Sie leugnen, dass Frauen früher glücklicher waren? Durch die neoliberale Entwicklung der Lohnstruktur sind heutzutage Frauen stärker gezwungen, zu arbeiten, ganz so wie es die Hohepriesterin des Feminismus‹, Simone de Beauvoir gefordert hat, nämlich den Frauen das Recht zu entziehen, zu Hause zu bleiben. Arbeit ist aber kein Privileg, womit ich komme zu Punkt:

    5. Sie gehen an meiner zentralen Position vorbeit, wonach es ein Privileg ist, sich der Arbeit entziehen zu können, und dass dieses Privileg Frauen (tendenziell)innehaben.

  10. Soziologisch nicht uninteressant wie eine Filterblase funktioniert und nur das wahrgenommen wird, was das eigene Weltbild stützt. (und als Quellenangabe / Beleg einfach eine Liste von Zeitschriften anzugeben, darauf muss man erst mal kommen LoL)
    Aber die Fütterung des Trolls werde ich nun nicht weiter betreiben.

  11. 1. Männerrechtler können sich den Luxus, sich in eine Filterblase einzuschließen, gar nicht leisten, denn der Mainstream, deine Filterblase, ist feministisch. Tagtäglich wird man auf allen Kanälen mit der Botschaft bombardiert, dass Männer, also die Meisten unter den Selbstmördern, Obdachlosen, entsorgten Vätern oder Bildungsverlierern, an der Macht seien, privilegiert und frauenunterdrückend. Die Realität aber ist: Es gibt große Notlagen unter Jungen, Männern, Vätern, die längst Gegenstand öffentlicher Debatten und Ziele von Hilfs‐ und Fördermaßnahmen wären, beträfen sie Mädchen und Frauen. Männer sind nicht an der Macht.

    2. Meine Quellen sind grundsolide, wir können es uns gar nicht leisten, schlechte Quellen zu verwenden da: Siehe Punkt 1.

    3. Ich bin kein Troll, ich vertrete eine Position, die mit ihrer wie mit dem Mainstream kollidiert und verteidige sie mit Argumenten, denen Sie nichts anderes als rhetorische Tricks und billige ad‐personams entgegensetzen können.

  12. Ach eins noch, Stichwort »Filterblase«:

    Sie projizieren mal wieder. In ihrer ersten Antwort an mich unterstellten Sie mir, ich »favorisiere das Patriarchat«. Sie haben sich gar nicht mit meinen Inhalten, meinen Argumenten auseinandergesetzt, sondern mich allein daran beurteilt, was man sich in ihrer (!) Filterblase so über die »fiesen Maskulinisten« erzählt, die »zurück in die 50er wollten«. Und, lieg‹ ich mit meiner Vermutung richtig?

    Warum Maskulismus nicht rechts ist

    Und noch was: Misandrie als ein strukturelles Problem, was Sie vielleicht zum Denken anregt, Stichwort »Empathy‐Gap«:

    Auch bei dem von Deutschland begangenen Völkermord, dem Holocaust an den Juden im Dritten Reich, lässt sich feststellen, dass die Hemmschwelle zur Gewalt gegenüber männlichen Opfern deutlich niedriger liegt. »Die Offiziere der Einsatzgruppen«, stellte beispielsweise der Holocaustforscher Daniel Jonah Goldhagen fest, »konnten ihre Leute an ihre neue Aufgabe als Ausführende eines Völkermordes gewöhnen, indem sie das Töten schrittweise eskalieren ließen. Dadurch dass man sie zuerst vor allem jüdische Männer im Teenager‐ und Erwachsenenalter erschießen ließ, waren sie schließlich in der Lage, sich auch an Massenhinrichtungen von Frauen, jungen Kindern und gebrechlichen Alten zu gewöhnen.« Was die Ermordungen von Juden während der ersten Wochen des Unternehmens Barbarossa anging, den Angriff der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion, gelangt der Historiker Professor Christopher Browning zu einer ähnlichen Einschätzung. (Arne Hoffmann – „Plädoyer für eine linke Männerpolitik“ – Seite 184)

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